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Glossar: Buchstabe B

Baccalaureus
Definition:Akademische Würde.

Gelehrter, der die unterste der akademischen Würden erlangt hat.

Backsteinbau
Definition:Aus gebrannte Ziegelsteinen errichteter Bau.

In den steinarmen Gebieten griff man häufig auf gebrannte Ziegelsteine aus Ton oder Lehm,  wetterfest gehärtet (gebrannt) als Baumaterial zurück...mehr.

Backsteingotik
Definition:In der Zeit der Gotik in Norddeutschland bevorzugte Baumode.

Backsteinbauten bestehen aus unverputzten, ausgefugten, gebrannten Ziegelsteinen, oft auch durch glasierte, verschiedenfarbige Ziegel oder Klinker belebt. Zierglieder sind aus so genannten Formsteinen zusammengefügt. Schon im 4. Jahrtausend v. Chr. wurden Backsteine in Mesopotamien verwendet. Im deutschen Bereich wurden sie erst in der Zeit der Gotik im norddeutschen Raum zur architektonischen Mode. Viele Städte Norddeutschlands sind von der so genannten norddeutschen Backsteingotik geprägt (u. a. Lübeck, Wismar, Neubrandenburg). Die Wrangel-Kapelle ist das südlichste Zeugnis der norddeutschen Backsteingotik.

Baeuerliches Turnier
Definition:Nicht ritterliches Turnier.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnier.

Baie
Definition:Alter Ausdruck für Fensternische oder Fenster auf Burgen.

Alter Ausdruck für Fensternische oder Fenster auf Burgen.

Baldachin
Definition:Prunkhimmel aus Stoff über dem Thron.

Ursp. kostbarer Seidenstoff aus Baldacco = ital. Bezeichnung für Bagdad, dann Prunkhimmel aus Stoff über dem Thron, Bischofsstuhl, Altar, Bett oder, an Stangen tragbar, über dem Allerheiligsten bei Prozessionen. Baldachin wird auch das kleine steinerne, schirmartige Schutz- und Prunkdach über (gotischen) Statuen und über Kanzeln genannt.

Balkenlöcher
Definition:Löcher im Mauerwerk .

Löcher im Mauerwerk sind häufig Spuren des Baugerüstetes, sie können aber auch von Deckenbalkenlagen stammen.

Balkenriegel
Definition:Verbindungshölzer im Fachwerkbau.

Verbindungshölzer im Fachwerkbau.

Ballei (Burghof)
Definition:Burghof (eigentlich umpfählter Ort).

Spätmittelalterliche Bezeichnung für Burghof (eigentlich umpfählter Ort).

Ballei (Deutscher Orden)
Definition:Provinz des Deutschen Ordens.

Bezeichnung für eine Provinz des Deutschen Ordens. Dieser Begriff wird seit dem 13. Jahrhundert gelegentlich und seit dem 14. Jahrhundert regelmäßig verwendet. Er ist wahrscheinlich romanischen Vorbildern, insbesondere der Verwaltungsorganisation Siziliens, nachgebildet. Die Verwaltung einer Ballei leitete der Landkomtur. Insgesamt gab es im Deutschen Orden 12 Balleien.

Ballisten
Definition:Mittelalterliche Belagerungsmaschine.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Bankarmbrust
Definition:Mittelalterliche Belagerungsmaschine.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Bankert
Definition:Uneheliches Kind.

Uneheliches Kind, "auf der Bank geboren", im Gegensatz zum im Ehebett geboren. Andere Ausdrücke waren Winkelkind, Kegelsohn ("Kind und Kegel"), Stichling, Krebskind, Hübsch- oder Liebeskind.

Bann
Definition:Recht der Obrigkeit, zu gebieten und zu verbieten.

Unter Bann versteht man zunächst das Recht der Obrigkeit, insbesondere des Königs (Königsbann), zu gebieten und zu verbieten (Banngewalt). Dann bezeichnet Bann auch die Strafe, die bei Verletzung des Bannes eintritt (Bannbrüche, Bannbuße), Schließlich beschreibt Bann das Gebiet der geltenden Banngewalt (Bannbezirk). Je nach dem Tätigkeitsgebiet unterscheidet man verschiedene Einzelbänne, meistens den Friedensbann, den Verwaltungsbann und den Verordnungsbann. Der Bann kann übertragen werden (Bannleihe), wobei sich der Bann entweder auf einen geschlossenen Bezirk (Stadtfriede) bezieht oder Zubehör eines Gutes ist. Ein solches Bannrecht kann sich auch nur auf besondere Gerechtsame beziehen und die dazu nötige zwingende Gewalt (z.B. Burgbann (Aufbietung zum Burgdienst), Forstbann, Gewerbebann u.ä..

Baptisterium
Definition:Taufbereich im Kirchengebäude.

Das Baptisterium (lat. Taufgebäude) ist ein Taufort, der im Frühmittelalter vom eigentlichen Kirchenbau abgetrennt war, sich aber stets in unmittelbarer Nähe befand. Das Baptisterium war ein abgeteilter Raum oder Anbau bzw. ein selbständiger, häufig achteckiger Zentralbau, der in einer Distanz von maximal 25 Meter zur Kirche stand . In altchristlicher und mittelalterlicher Zeit (4.-15 Jahrhundert) wurde er meist westlich von einer Bischofskirche errichtet. Im Taufbecken (Piscina), das in der Mitte des Raumes stand, wurden die Täuflinge untergetaucht. Mit dem Verschwinden dieses Brauches setzte sich der Taufstein in der Kirche durch.

Barbakane
Definition:Dem Tor gegenüberliegendes Verteidigungswerk bei Burg- und Stadtbefestigungen.

Während der Kreuzzüge lernten die Kreuzfahrer im Nahen Osten eine besondere Form der Außentorsicherung kennen: die Barbakane. Eine Barbarkane war ein dem Tor gegenüberliegendes Verteidigungswerk und sollte das Tor bzw. die zum Tor führende Brücke zusätzlich schützen. Barbakanen waren mit einem Hof, Wehrgängen und einem Zugang zum Tor ausgestattet. Zur Burg hin waren Barbakanen offen, damit sie im Fall ihrer Eroberung dem Feind keinen Schutz bieten konnten. In der näheren Umgebung finden sich solche Vorbefestigung etwa auf Burg Windstein und Burg Alzey. Häufiger fanden Barbakanen bei Stadttoren Verwendung.

Barock
Definition:(Kunst)Epoche zwischen etwa 1570/1600 und 1750.

Abgeleitet vom portugiesischen "barroco" (sonderbar geformte Perle) und vom französischen "baroque" (sonderbar). Das Barock wurde von den Zeitgenossen des 17. Jahrhunderts tatsächlich auch gegenüber der vorangegangenen Renaissance als sehr sonderbar empfunden. Der Stil ist eine Übersteigerung, der italienischen Hochrenaissance, kam im deutschen Bereich aber erst nach dem Dreißigjährigen Krieg zur Blüte. Die Endphase des Barock wird Rokoko genannt. Es ist die Kunst des Absolutismus und des aufkommenden Manufakturbürgertums. Die Barockkunst ist prunkvoll und grandios, lebensfroh, aber auch melancholisch; heiter und verspielt; voller Schnörkel und Verzierungen. In der Architektur des Barock gibt es Rundungen, Kuppelbauten, glockenförmige Turm-Dachhauben (wie das kleine Türmchen zwischen den beiden Türmen der Stephani-Kirche), dazu viele Plastiken und Bilder.
Der Epochen- und Stilbegriff leitet sich vom portugiesischen Wort "barroco" mit der Bedeutung "unregelmäßig" her, ursprünglich bezogen auf die Oberfläche einer Perle.
Die Barockzeit ist vielgestaltig und spiegelt hierdurch die konfessionellen und politischen Gegensätze in Europa wider: Die protestantische Republik Holland und die katholische absolutistische Monarchie Frankreich, das päpstliche Rom und das kaiserliche Wien oder das kursächsische Dresden sind Schauplätze der barocken Kultur, die allenfalls auf einem sehr allgemeinen Nenner Gemeinsamkeiten aufweisen. Hierzu gehört insbesondere das Bewusstsein, dass die Welt und das Leben von unversöhnlichen Gegensätzen bestimmt sind.
Die statische Harmonie der Renaissance wird in eine dynamische verwandelt. Die Bewegung ist ein Grundelement des Barock. Dies wird besonders bei den vielen Heiligenfiguren deutlich, die in voller weiblicher Schönheit oder männlich muskelbepackt, mit wehenden und wallenden Gewändern, mitten in großen Gebärden dargestellt werden. Kreisende Formen, die Kurve, die Ellipse werden zu Hauptformen architektonischer Gestaltung. Der Raum in seiner Gesamtheit ist das Ziel. Er wird durch verschiedenste Perspektiven, ein ausgeklügeltes System von Licht und Schatten, durch Unterbrechungen und überraschende Durchblicke zu einem Erlebnis, das einen Einblick in das Unendliche, in den Himmel geben soll. Es gibt keine Mauern mehr zwischen drinnen und draußen und das oben und unten erwischt sich. Pausbäckige Engel und nackte Putten besorgen das Geschäft zwischen Erde und Himme. Die Stukkateure gewinnen im Barock eine große Bedeutung. Ihr Bandelwerk (vielleicht mit Girlanden zu übersetzen) aus floralen oder auch geometrischen Motiven macht aus den Räumen Festsäle.
In Süddeutschland hat der barocke Stil seine ganz eigene, herausragende Ausformung erfahren. Seine besondere Bedeutung wird natürlich auch durch die Vielzahl barocker oder zumindest barockisierter Kirchen- und Klosterbauten unterstrichen. Überall in Allgäu/Bayerisch-Schwaben, auch in den kleinsten Dörfern, ragen die Zwiebeltürme, die ´welschen´ Hauben, wie sie wegen ihrer Herkunft aus Italien auch genannt werden. Die Epoche des Barock war die Zeit der Glaubenskriege, des Dreißigjährigen Krieges, der Gegenreformation, des fürstlichen Absolutismus.

Basilika
Definition:Kirchenbaus, bei der das Mittelschiff höher (und oft breiter) ist als die Seitenschiffe.

Kennzeichen dieses altchristlichen Kirchenbaus ist, dass das Mittelschiff einer drei-, fünf- oder mehrschiffige Kirche höher (und oft breiter) ist als die Seitenschiffe. Das Mittelschiff wird zudem dabei durch eigene Fenster beleuchtet (durchfensterter Obergaden, Lichtgaden). Wenn über den Seitenschiffen Emporen zu finden sind, nennt man das Ensemble Emporenbasilika. Sind keine Fenster im Mittelschiff vorhanden spricht man von einer Pseudobasilika.
Man unterscheidet daneben die Säulenbasilika (Säulen als Stützen) und die Pfeilerbasilika (Pfeiler als Stützen). In der Spätgotik verliert die Basilika durch die Hallenkirche, in Renaissance und Barock durch Zentralbau und Saalkirche an Bedeutung. Ursprünglich war die Basilika das Amtsgebäude des Archon Basileus auf dem Markt von Athen. Im alten Rom nannte man die Markt- oder Gerichtshalle Basilika. Sie war gewöhnlich von Seitenschiffen flankiert und endete zuweilen in einer halbrunden Tribuna (Apsis).

Basiliske
Definition:Sagenhafte Schlange mit tödlichem Blick.

Im Altertum geflügelte Schlange mit tödlichem Blick; Im Mittelalter auch Bezeichnung für ein schweres Feldgeschütz.

Bastard
Definition:Uneheliches Kind.

Uneheliches Kind, "auf der Bank geboren", im Gegensatz zum im Ehebett geboren. Andere Ausdrücke waren Winkelkind, Kegelsohn ("Kind und Kegel"), Stichling, Krebskind, Hübsch- oder Liebeskind.

Bastei
Definition:Halbrunder Wehrbau an der äußeren Mauer.

Halbrunder Wehrbau an der äußeren Mauer, der eine bessere Verteidigung gegen Wurfmaschinen und Mineure erlaubte.

Bastion
Definition:Mauervorbau zum Aufstellen von Geschützen.

Mauervorbau zum Aufstellen von Geschützen. Dann seit ca. 1450 rundliches, zur Flankenverteidigung vorgeschobenes Werk aus Balken, Flechtwerk und Erde (Bollwerk). Später meist fünfeckiger Mauerbau, seit dem 16. Jahrhundert auch Bastei genannt.

Batzen
Definition:Mittelalterliches Zahlungsmittel.

Näheres zu dieser Münzheit finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte.

Baubestimmungen (Burgen)
Definition:Recht des Königs, Befestigungen zu errichten.

Ursprünglich stand nur dem König das Recht zu, Befestigungen zu errichten (Burgbauregal) oder Adligen eine entsprechende Genehmigung zu erteilen. ...mehr

Baufuge/Baunaht
Definition:Sichtbare Stelle eines Bauwerks, an der zwei Mauerzüge unverzahnt aufeinandertreffen.

Oft deutlich sichtbare Stelle eines Bauwerks, an der zwei unterschiedliche, meist zeitlich verschiedene Mauern unverzahnt aufeinandertreffen.

Baugerüst
Definition:Arbeitsplattform aus Holzböcken und Bohlen.

Waren die Fundamente gesetzt, begann man zunächst auf dem Boden stehend zu mauern. Ab einer gewissen Höhe baute man eine Arbeitsplattform aus Holzböcken und Bohlen. Wuchs die Mauer in die Höhe, musste ein Baugerüst gezimmert werden. Dazu benutzte man meist sog. Auslegergerüste, später auch Stangen- oder Standgerüste.
Auslegergerüste wurden in die Mauer integriert. Beim Hochmauern wurden Rund- oder Kanthölzer (Rüsthölzer) in bestimmten Abständen waagerecht so eingemauert, dass ihr längeres Ende nach außen hervorragte. Waren die Balken fest verankert, legte man darauf Bohlen und konnte auf diesem Laufsteg weiterarbeiten. Nach unten wurde die Konstruktion zusätzlich mit Pfosten gegen die Mauer abgestützt. Nach Beendigung der Maurerarbeiten wurden die Bohlen entfernt und die Rüsthölzer aus der Mauer gezogen. Die so entstandenen Löcher wurden nicht zugemauert, sondern blieben offen und sind noch heute an vielen Burgmauern zu sehen. Stangen- oder Standgerüste ähneln unseren heutigen Baugerüsten. Man trieb lange Stangen in den Boden, von denen jeweils zwei in Arbeitshöhe mit waagerecht angebrachten Streichstangen verbunden wurden. Über diese mit Stricken verzurrten Querhölzer legte man die Bohlen.
Bei der Errichtung von Gebäuden, vor allem Bergfried und Türmen, scheint man anders vorgegangen zu sein. Diese wurden wohl von innen heraus hochgemauer und dabei die eingezogenen Decken und Treppen als Arbeitsplattform genutzt. Ein Baugerüst war in diesem Fall nicht unbedingt erforderlich.
Arbeiten wie Verputzen, Anstreichen und Ausbessern konnten von Hängegerüsten aus erledigt werden, die man von den Mauerkronen herabließ.

Bauhütte
Definition:Werkstatt, später die Gemeinschaft der Bauleute und Steinmetzen.

Ursprünglich die Werkstatt, später die Gemeinschaft der Bauleute und Steinmetzen an einem mittelalterlichen Kirchenbau (in Deutschland, Frankreich, England seit dem 13.Jh). Aus dem Zusammenwirken von Architekt, Maurer und Bildhauer erklärt sich der einheitliche Eindruck mittelalterlicher Kathedralen. Aus den deutschen Haupthütten in Straßburg, Köln, Wien, Regensburg und Bern und ihren zahlreichen unterstellten kleineren Bauhütten gehen die Anfänge der "Freimaurer" (Zunftfreiheit!) hervor. Mit dem Rückgang des Kathedralbaus im 15. Jahrhundert wird die Bauhütte von den Zünften verdrängt. (siehe auch Baumeister)

Baukräne
Definition:Hebevorrichtung auf Baustellen.

Kleinere Lasten wurden in Körben, Kiepen oder Mulden von Trägern über Leitern oder Treppen nach oben befördert. Bei schweren Lasten war es dagegen einfacher, sie auf schiefen Ebenen nach oben zu tragen. Hier konnten auch Esel als Trag- und Zugtiere eingesetzt werden. ...mehr

Baumeister (Burgen)
Definition:Verantwortlicher auf der Baustelle.

Die meisten Burgenbauer waren Bauherr und Baumeister in einer Person. ...mehr

Beckenhaube
Definition:Die Beckenhaube war ursprünglich eine eiserne Kappe unter dem Topfhelm.

Die Beckenhaube war ursprünglich eine eiserne Kappe unter dem Topfhelm...mehr

Bede
Definition:Steuer des Landesherrn.

Bede ist die etwa seit dem 12. Jahrhundert in allen deutschen Territorien eingeführte Steuer, vom Landesherrn (s. Landeshoheit) erhoben, ursprünglich freiwillige Leistung und wahrscheinlich zurückgehend auf den Grafenschatz (von allen Freien, außer Rittern, dem Grafen erbrachte Abgabe), aber schon in der ersten Zeit regelmäßige, jährlich ein- bis dreimal gezahlte Abgabe. Vermögenssteuer, aber tatsächlich nur auf dem Grundbesitz lastend, wobei die Güter der Ritter ganz, die der Geistlichen zum Teil bedefrei waren. Seit dem 15. Jahrhundert wurden aber auch die Güter des Adels mehr und mehr mit der Bede belastet; auch bäuerliche Lehnsleute waren in älterer Zeit frei, außerdem kamen andere Befreiungen vor.
Bedepflichtig waren die einzelnen Bürger und Bauern, erhoben wurde die Bede jedoch von der Gemeinde, die sie ihrerseits repartierte. Im Allgemeinen zählten die Städte weniger als das Land. Die Reichsstädte zahlten die Bede an den Kaiser. Bede nennt man auch die von den Grundherren von ihren abhängigen Bauern erhobene Abgabe, für die z.T. auch andere Bezeichnungen üblich waren. Namen wie Bedehafer, Kuhbede oder Pflichtkorn rühren von der Art des Dienstes, Namen wie Herbstbede, Pfingstkuh von der Fälligkeit der Bede her.

Beginen
Definition:Frauen, die ohne Klostergelübde ein kontemplatives Leben führen.

Beginen sind Frauen, die unter einer frei gewählten Vorsteherin ohne Klostergelübde in "Beginenhöfen" ein andächtiges Leben führen, ohne einem Orden im eigentlichen Sinne anzugehören. Ihre Blütezeit war das 13. und 14. Jahrhundert in Westeuropa, einzelne Beginenhäuser bestehen heute noch in Belgien und Holland.

Belagerungsmaschinen
Definition:

Mit einfachen Mitteln war einer gut befestigten Burg nicht beizukommen. Dies änderte sich, wenn die Angreifer schweres Belagerungsgerät in Stellung bringen konnten. Die Burgbewohner hatten große Schwierigkeiten, sich gegen diese Ungetüme zu wehren. Umstritten ist allerdings, ob in Deutschland der Einsatz schweren Belagerungsgerätes nur eine Ausnahme oder die Regel war. Um näheren Aufschluss darüber zu erhalten, muss man sich fragen, ob
1. die zumeist aus der römischen Tradition herrührenden Maschinen (Antwerk) im Mittelalter überall bekannt waren (Probleme der Überlieferung)
2. deutsche Burgbelagerer in der Lage waren, komplizierte und teure Belagerungsmaschinen zu bauen und
3. die Geländeverhältnisse bestimmter Regionen schweres Gerät überhaupt zuließen. ...mehr

Benediktiner
Definition:Vom hl. Benedikt 529 gestifteter Orden

Der Ordensgründer St. Benedikt wurde um das Jahr 480 in Nursia in Mittelitalien geboren. Als junger Mann brach er sein Studium in Rom ab und lebte einige Zeit in einer Asketengemeinschaft in Effide und dann drei Jahre als Einsiedler in der Höhle von Subiaco. Dort sammelten sich später Schüler um ihn, die unter seiner Leitung in zwölf kleinen Klöstern lebten. Um 529 siedelte er mit seinen Mönchen nach Montecassino über. Hier vollendete er seine berühmte Mönchsregel, von der Papst Gregor der Große bestätigt, dass sie sich durch weise Mäßigung auszeichne. St. Benedikt starb am 21. März 547 und wurde in Montecassino bestattet. Benediktiner (lat. Ordo Sancti Benedicti, OSB),) sind Mönche und Nonnen, die die Regel des Benedikt von Nursai befolgen.
Die ersten zwölf Benediktinerklöster wurden im frühen 6. Jahrhundert in Subiaco bei Rom gegründet. Benedikt stiftete 529 das berühmte Kloster von Montecassino, wo er die Mönchsregel verfasste, durch die das gesamte abendländische Klosterleben organisiert und wiederbelebt wurde. Gemessen an den Normen der Zeit forderte die Benediktinerregel keine besonders ausgeprägte Strenge und Askese. Der Jahreszeit sowie den begangenen Feierlichkeiten entsprechend wurde den Benediktinern eine Periode von vier bis acht Stunden täglich für Gebete und von sieben bis acht Stunden für den Schlaf eingeräumt. Die restliche Zeit wurde zu gleichen Teilen auf die Arbeit - gewöhnlich Gartenarbeit - und auf religiöse Lektüre und Studien verwendet. Dem Abt wurden patriarchische Vollmachten über die Gemeinschaft übertragen, wobei er selbst der Regel unterstand und wichtige Entscheidungen mit den Mitgliedern der Gemeinschaft beraten musste.
Zu Lebzeiten Benedikts verbreiteten seine Schüler seine Lehre in den Ländern Mittel- und Westeuropas. Der Orden wurde schon bald zum wichtigsten der katholischen Kirche. Diese Vorrangstellung verlor er erst mit der Durchsetzung des augustinischen Kanons im 11. Jahrhundert und der Gründung der Bettelorden im 13. Jahrhundert. Gregor I. war der fünfte von 50 Benediktinern, die den Papststuhl bestiegen. Die bedeutendsten unter diesen waren Leo IV., Gregor VII., Pius VII. und Gregor XVI. Im 14. Jahrhundert gehörten dem Orden 37.000 Mitglieder an, im 15. Jahrhundert nur noch knapp die Hälfte, zur Reformationszeit zählte der Orden gerade noch 5.000 Mitglieder.
Benediktiner tragen schwarze, gegürtete Tunika, schwarzes Skapulier mit Kapuze und schwarze Flocke. Die Mitgliedszahlen stiegen wieder an, der Orden umfasst inzwischen etwa 11.000 Männer und 25.000 Frauen. In Deutschland stehen die Benediktiner weiter an erster Stelle: in 37 Niederlassungen von 28 rechtlich selbständigen Abteien und Prioraten lebten 1998 insgesamt 957 Mitglieder.

Berdish
Definition:Langstielige Streitaxt

Ein Berdish ist eine langstielige Streitaxt mit großem, halbmondförmigen Axtblatt und wurde vor allem von der Palastgarde der russischen Fürsten im Spätmittelalter verwendet. Siehe auch Handwaffen.

Bergfried
Definition:Hauptturm einer Burg

Die frühen Burgen besaßen keinen zentralen Turm. Schon im frühen 11. Jahrhundert verfügten die Burgen im sächsisch-thüringischen Raum über einen Bergfried, während er in West- und südwestdeutschen Raum erst im 12. Jahrhundert aufkam. Die Bergfriede des 11. und frühen 12.Jahrhunderts, die noch sowohl Wehr- als auch Wohnfunktionen hatten, wurden aus mächtigen Quadern errichtet und bildeten den alles überragenden wehrhaften Mittelpunkt der Burganlage...mehr

Bergrecht
Definition:Juristische Satzungen. die den Bergbau regeln sollten.

Auf Bergregal, Bergbaufreiheit und Berkwerkseigentum als Formen des Unternehmensrechts aufbauende Satzungen, die die Gewinnung und Aufbereitung bestimmter Minerale juristisch regelten. Das Bergregal stand ursprünglich dem König, seit dem 13. Jh. dem Landesherren (in der "Goldenen Bulle" 1356 dem Kurfürsten zugesprochen) zu. Es trennte die Bodenschätze vom Grundeigentum und wurde gegen Abgaben als Recht zum Abbau der Bodenschätze verliehen. Die Grundherren konnten, soweit sie nicht selber abbauten, zur Vergabe dieses Rechtes gezwungen werden. Das führte zur Bergbaufreiheit, aus der sich das Erstfinderrecht als unentziehbares Aneignungsrecht entwickelte (Muter). Das Herrschaftsrecht an Unternehmen, die ein Aneignungsrecht an bestimmten Materialien und ein Nutzungsrecht am Grundstück besaßen, war als Bergwerkseigentum in das Berggrundbuch eingetragen. Als Betriebsform bildete sich im 13. Jh. die Gewerkschaft heraus. Die Arbeiter wurden zu Lehnhäuern; die Kapitalisten bildeten zunehmend allein die Gewerken. Ihr ideeller Anteil am Bergwerk (Kuxe) wurde ins Berggegenbuch (Gegenschreiber) eingetragen.

Bering
Definition:Ummauerung (Mantelmauer) der Burg

Von Mantelmauer, auch bezeichnet als Burgmantel, Hoher Mantel, Ringmauer, Zingel oder Hemd, spricht man, wenn Teile der Ringmauer besonders hoch und massiv erbaut waren. Der Hohe Mantel ist anders als die Schildmauer kein eigenständiger Verteidigungsbau, sondern diente dem besonderen Schutz besonders gefährdeter Gebäude und Mauerteile. Viele Mantelmauern entstanden erst im Laufe der Zeit durch Erhöhung einfacher Ringmauern. Teilweise konnten solche Hohen Mäntel die ganze Burg umfassen. Die Schildmauer überragte Ringmauer und Mantelmauer an Höhe und Mächtigkeit.

Berme
Definition:Horizontale Fläche zwischen Mauer und Graben bzw. zwischen Graben und Wall

Horizontale Fläche zwischen Mauer und Graben bzw. zwischen Graben und Wall zur Verbreiterung der Verteidigungszone bei Burgen und Stadtmauern.

Beschlagwerk
Definition:Von der Spätrenaissance bis zum Frühbarock verbreitetes Ziermotiv

Ein Beschalgwerk besteht aus symmetrisch angeordneten Bändern, Leisten oder Rosetten. Ähnlich den Metallbeschlägen weist das Beschlagwerk oft kleine runde Erhöhungen oder Vertiefungen auf, die Nietspuren vortäuschen sollen. Die Bezeichnung Beschlagwerk geht auf das 1565 erschienene Architekturbuch des niederländischen Architekten, Malers und Ornamentstechers Hans Vredeman de Vries zurück. Neben dem Kunsthandwerk verwendete man das Beschlagwerk auch in der Architektur, wo es in der Spätrenaissance in Deutschland und in den Niederlanden zu einem beliebten Dekorelement wurde.

Quelle: H. WICHMANN, Die Ornamentfibel, München 1977.

Beständer
Definition:Pächter

Unter Bestand versteht man ein Pachtverhältnis. Der Pächter wird folglich auch Beständer genannt.

Besthaupt
Definition:Abgabe an den Herrn im Todesfall.

Abgabe an den Herrn im Todesfall. Der Herr konnt von seinem Eigenmann das beste Stück (Vieh, Gewand, Acker, Weide) beanspruchen.

Beunde
Definition:Besonderes Grundstück in Dorfnähe

Grundstück, das in der Regel in der Nähe des Dorfes liegt, stets eingehegt ist und nicht dem Flurzwang unterworfen ist bzw. war. Es dient meist nicht dem Ackerbau, sondern Spezialkulturen, auch dem Weinbau. Gehörte die Beunde zu einem Fronhof, so bildete sie einen Teil des Sallandes und trug daher auch z.T. die Bezeichnungen für dasselbe, während andererseits das Salland auch Bunde genannt wurde. Da die Beunde infolge ihrer Einhegung von dem ebenfalls eingehegten Bifang sich in neuerer Zeit kaum unterscheidet, werden die Bezeichnungen für beide vielfach wechselseitig verwendet.

Biblia
Definition:Mittelalterliche Belagerungsmaschine

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen

Bidenhänder
Definition:Schwert mit langer Klinge, die beidhändig geführt werden musste

Bidenhänder oder auch Zweihänder genannt,sind Schwerter mit außergewöhnlich langer Klinge (140-200 cm)...mehr

Biedermeier
Definition:Das Biedermeier ist die Bezeichnung für den Lebens- und Wohnstil im deutschen "Vormärz" (1815-1848).

Das Wort "Biedermeier" ist eine scherzhafte Verbindung von V. v. Scheffels "Biedermann" und "Bummelmaier", zwei deutsche Philistertypen (1848 in den "Fliegenden Blättern").
Das Biedermeier ist die Bezeichnung für den Lebens- und Wohnstil im deutschen "Vormärz" (1815-1848). Das Biedermeier entwickelt zwar keine eigene Architektur oder Großplastik, wohl aber eigene Möbelkunst und Malerei. Das klassizistische Empire-Möbel wird zweckmäßig vereinfacht, vorzügliche Verarbeitung gemaserter Hölzer (Kirsche, Mahagoni, hell getönt) und gestreifter oder geblümter Bezugsstoffe sowie ein weicher Schwung der Linien geben ihm das bis heute beliebte Gepräge. In der Malerei vertreten Spitzwegs gütiger Kleinstadt-Humor, Waldmüllers unpathetische Naturbilder und Oldachs Bildnisse gediegener Bürgertypen den Biedermeierstil.

Bifang
Definition:Besonderes eingehegtes und vom Flurzwang befreites Grundstück

Von einem irgendwie dazu Berechtigten, z.B. einem Markgenossen gerodetes Grundstück, das durch Einhegung zu einem Sondereigentum wurde und den wirtschaftlichen Beschränkungen wie etwa dem Flurzwang nicht unterlag. Im Allgemeinen sind die Bifänge z.T. erheblich jünger als die Beunden, doch gehen, da beide eingehegt sind, Bifang und Beunde sowohl sachlich als auch in ihren Bezeichnungen ineinander über.

Biforenfenster
Definition:Ein durch eine Säule zweigeteiltes Fenster mit je einem rundbogigen Abschluss.

Auch Zwillingsfenster genannt, ein durch eine Säule zweigeteiltes Fenster mit je einem rundbogigen Abschluss. Diese Fensterform war in der Romanik und der Frühgotik üblich. (vgl. auch Fenster)

Biforium
Definition:

Von Hans-Jürgen Kotzur

Lat. = Zwillingsbogen. Fensteröffnung mit zwei von einer Säule getragenen Bögen.

Bischof
Definition:"Aufseher" seiner Kirchenprovinz

Der Begriff "Bischof" ist vom griechischen "episkopos" abgeleitet und bedeutet wörtlich übersetzt "Aufseher". ...mehr

Bistum
Definition:Sprengel eines Bischofs

Der Ausdruck Bistum bzw. das mittelhochdeutsche "bischoftuom" kam im Laufe des Mittelalters als Synonym zu dem Begriff Diözese auf, der im lateinischen Westen ab dem 5. Jahrhundert zur Bezeichnung eines Bischofssprengels verwendet wurde, ursprünglich aus dessen Stadt und dem umgebenden Land bestehend. Mehrere Diözesen sind einer Erzdiözese zugeordnet. Das Gebiet der Diözese wiederum ist in Pfarreien und Dekanate aufgegliedert.
In der protestantischen Kirche ist Diözese der Bezirk eines Dekans oder Superindenten, neben dem ein Diözesanausschuss aus Geistlichen und Laien steht.

Bleikugeln
Definition:Munition der frühneuzeitlichen Feuerwaffen

Die ersten Bleikugeln sollen der Düringschen Chronik zufolge im Jahr 1365 vom Herzog von Braunschweig benutzt worden sein...mehr

Blendarkade
Definition:Besondere Form der Arkade

(lateinische arcus = Bogen). Ein auf Pfeilern oder Säulen ruhender Bogen bzw. eine Reihe von Bögen (Arkatur) in der Front von Fassaden, in Innenhöfen oder in Verbindung mit einem offenen Gang als Bogengang, Wandelgang oder Laubengang, Galerie oder Loggia.

Blendarkade
Die Blendarkade öffnet die Wand nicht, sie gliedert sie nur dekorativ. Die Blendarkade ist ein vorgebauter Bogen, der keine Maueröffnung umschließt. Die Bögen sind oft zu einer Blendarkade gereiht.

Zwergarkade
Zwergarkaden (auf zierlichen Säulchen) bilden unter dem Hauptgesims romanischer Choranlagen einen nach außen geöffneten Laufgang, die Zwerggalerie.

Blende (Mauer)
Definition:Leicht zurückversetztes Feld in einer Mauer

In der Oberfläche leicht zurückversetzte Felder zur unverrückbaren Aufnahme von Torflügeln und Läden, oder als Zierde und zur Architekturgliederung; meist farbig abgesetzter Flächenteil einer Fassade als Reliefform sonst vollplastischer Teile.

Blendfassade
Definition:Fassade, die einem unbefriedigend proportionierten Bau dekorativ vorgeblendet ist.

Fassade, die einem unbefriedigend proportionierten Bau dekorativ vorgeblendet ist. Sie überragt diesen oft seitlich oder in der Höhe.

Blendmaßwerk
Definition:Blendmaßwerk ist einer geschlossenen Wand vorgeblendet.

Ornamentales, meist aus geometrischen Figuren entwickeltes Schmuckwerk, vor allem in gotischen Fenstern und Portalen, auf Silhouettenwirkung berechnet, in Blenden als Relief verwendet.
Bauornament aus geometrischen Grundformen, besonders aus Kreis, Paß, Blatt, Schneuß, Wabe und in deren Öffnungen ein- springende Nasen. Ursprünglich als Lochformen im steinernen Bogenfeld über zwei, von einem gemeinsamen Bogen überfangenen Fenstern ("negatives" Maßwerk) oder als Radfenster schon seit der Spätromanik. Seit der Hochgotik aus gebogenen, bes. in der (engl.) Spätgotik auch geraden Profilsteinen. Diese sind gleichdick oder dünner als das Stabwerk ( Fenster) im unteren Fensterteil. Maßwerk dient auch der Gliederung von Rundfenstern, Giebeln, Wimpergen, Brüstungen, Turmhelmen.
Blendmaßwerk ist einer geschlossenen Wand vorgeblendet.
Schleierwerk nennt man freistehendes, offenes Maßwerk vor einer Wand oder Nische.

Blutgericht
Definition:Hohe Gerichtsbarkeit im Mittelalter

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Recht im Mittelalter

Blutrache
Definition:Vorgerichtliche Form des Streites

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Fehde

Bogen (Waffe)
Definition:Eine der ältesten Schusswaffen der Menschheit

Pfeil und Bogen gehören zu den ältesten Schusswaffen der Menschheit und wurden sowohl für die Jagd als auch die Kriegsführung verwendet...mehr

Bogenfenster
Definition:Fensterform

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Fenster

Bollwerk
Definition:Verteidigungswerk der Festung

Seit Aufkommen der Pulvergeschütze entwickeltes, meist rundes, aus der Mauer vortretendes Werk aus Balken, Flechtwerk und Erde, zur Flankenverteidigung der Mauern. (Vgl. auch Bastion)

Bombarde
Definition:Feuerwaffe

Die Bombarde (Donnerbüchse) war aus geschmiedetem Eisen...mehr

Bossen
Definition:"Kissen" eines Buckelquaders

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Buckelquader

Brechscheibe
Definition:Teil der Turnierrüstung

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnierrüstung

Bresche legen
Definition:Zerstörung eines Teils der Ringmauer durch Einsatz von Kriegsmaschinen.

Zerstörung eines Teils der Ringmauer durch Einsatz von Kriegsmaschinen. Durch die Bresche konnte dann der Sturmangriff vorgetragen werden.

Breschhütte
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen

Bretesche
Definition:Pechnase, Pfefferbüchse

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Pechnase

Briefadel
Definition:Adel, der durch förmliche Urkunde verliehen werden kann.

Adel, der seit Kaiser Karl IV. (1346-1378) durch förmliche Urkunde ("Adelsbrief") verliehen werden kann (Erhebung in den Adelsstand, Nobilitierung). Der älteste erhaltene Adelsbrief ist der für den Mainzer Scholaster Wicker Frosch vom 30. September 1360. Die Nobilitierung ist Privatrecht des Kaisers, sie kann auch durch kaiserliche Hofpfalzgrafen erfolgen. Siehe auch unter dem Stichwort Adel

Bruchsteinmauerwerk
Definition:

Viele Burgenbauer des 11. und 12. Jahrhunderts verwendeten Findlinge, Feld- oder Bruchsteine für die Mauern. Fast alle harten Steinsorten, vor allem Schiefer, Basalt und Muschelkalk, kamen dafür in Frage. ...mehr

Bruchsteinmaurer
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Maurer

Brücken des Mittelalters
Definition:Brücken des Mittelalters in der Rheingegend

Übersicht über Steinbrücken des Mittelalters im Bereich zwischen Basel und Köln ...mehr

Bruderschaft
Definition:Vereinigung von Gläubigen

Bruderschaften (lat. confraternitates) sind kirchlich anerkannte Vereinigungen von Gläubigen zur Pflege von freiwilligen Werken der Frömmigkeit und sozial karitativer Tätigkeit.

Brunnen
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Wasserversorgung

Brunnenhaus (Kloster)
Definition:

Das Brunnenhaus - gelegentlich fälschlich als "Brunnenkapelle" bezeichnet - stand im Kreuzhof des Klosters und bot Gelegenheit zur Reinigung der Hände. Der Brunnen stand stets gegenüber dem Refektorium.

Brunnentürme
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Türme

Brustwehr
Definition:Schutzwand auf der Ringmauer oder an der Wehrplatte

Etwa brusthohe Schutzwand auf der Ringmauer oder an der Wehrplatte eines Turmes bei Burgen und Stadtmauern, hinter der die Verteidiger Schutz vor Geschossen finden konnten. Gegen Ende des Mittelalters oft in Blockbau aus Balken hergestellt, da bei Beschuss die Splitterwirkung in Holz geringer war als am Stein.

Buckelquader
Definition:Besonderer Quaderbaustein

Im Zusammenhang mit der Quaderbauweise der staufischen Zeit (1138-1250/54) kam in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts auch der sog. Buckelquader (Bossenquader) auf, der fast ausschließlich im Burgenbau verwendet wurde. ...mehr

Buegelhaken
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnierrüstung

Buergertum
Definition:Stadtbewohner als eigenständiger Stand

Vom Bürger als eigenständigem Stand spricht man ab dem 11. Jahrhundert. Zeitgleich löste das Wort "stat" das ältere Wort "burg" ab. Als Bürger bezeichnete man einen Stadtbewohner. Man differenzierte zwischen den "burgaere", welcher alle politischen Rechte besaß, und dem "medewoner" (Einwohner), welcher keine politischen Rechte besaß. Alle Stadtbewohner waren aber im Gegensatz zur der Landbevölkerung frei.

Löste sich eine Person aus der Landbevölkerung von seinem Grundherrn und wanderte ab in die Stadt, so konnte er das Bürgerrecht erlangen, vorausgesetzt sein Grundherrschaft machte keine Ansprüche geltend. Um seine persönliche Freiheit zu erlangen musste er im allgemeinen ein Jahr und einen Tag in der Stadt leben. Das volle Bürgerrecht erlangte er jedoch erst, wenn er den Bürgereid leistete und sich verpflichtete seine bürgerlichen Pflichten zu beachten. In der Neuzeit änderte sich die Bedeutung des Wortes "Bürger". Einmal bedeutet es "Staatsbürger", dann auch Angehöriger der Mittelschicht, der "bürgerlichen" Klasse.

Buettel
Definition:

Fronbote, Gerichtsdiener.
Andere Bezeichnungen: Freibote, Ammann, Heimbürge, Geschworener Bote oder Knecht, Hofmann, Cent-oder Landbüttel, Stadtbüttel oder -knecht, Landknecht, Scherge, Schreier, Selman, Vogt, Weibel.

Buhurt
Definition:

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Bundestafeln
Definition:Die beiden Moses am Berg Sinai von Gott übergebenen Gesetzestafeln

(Hebr. „Luchot Habrit") Die beiden Moses im Anschluss an die Offenbarung am Berg Sinai von Gott übergebenen Gesetzestafeln (Ex. 34,1;28-29) mit den zehn Geboten (Ex. 20,2-14). Es handelt sich hierbei um die zweiten Gesetzestafeln, da die ersten von ihm nach der Sünde des goldenen Kalbes zerschmettert wurden (Ex. 32,19). Die B. wurden nach Zeugnis der Bibel bis zur Zerstörung des 1. Tempels in der Bundeslade, die sich im Allerheiligsten befand, aufbewahrt. Danach verlieren sich ihre Spuren. Nach talmudischer Tradition wurde die Bundeslade mit den B. vor der Zerstörung des ersten Tempels in den Boden des Tempelberges versenkt (Joma 53b). Im zweiten *Tempel stand das Allerheiligste bereits leer.

Bundschuh
Definition:Kennzeichen der aufständischen Bauernbünde

Kennzeichen, Feldzeichen und Name der aufständischen Bauernbünde in Südwestdeutschland, besonders am Oberrhein, von 1501 - 1517. Die Bundschuh- Aufstände 1501, 1513 und 1517 wurden meist verraten oder blutig unterdrückt.

Burg
Definition:Mittelalterliche befestigte Behausung

Als "Burg" gelten alle bewohnbaren Wehrbauten, die von einer Person oder Gemeinschaft zu ihrem Schutz als ständiger oder zeitweiliger Wohnsitz errichtet wurden. ...mehr

Burg(lehns)gericht
Definition:Schlichtungsinstanz für Burgbewohner

Burgen waren im allgemeinen kein Gerichtsort, sondern nur Sitz eines Lehnsgerichts, das zuständig war für alle Streitigkeiten zwischen dem Lehnsherrn und seinen Mannen, aber auch für Differenzen der Lehnsleute untereinander. Häufig entstand Streit wegen der Vernachlässigung des Lehnsgutes durch den Vasallen oder der verweigerten Rückgabe des Lehens durch den Nachkommen eines verstorbenen Lehnsmannes (Mutungspflicht). Der Vasall mußte sich in Lehnsangelegenheiten der Entscheidung des Lehnsgerichts beugen. Als Richter fungierte entweder der Lehnsherr selbst oder sein Burggraf.
Auch innerburgliche Streitigkeiten konnten auf der Burg von einem Schlichtungsgericht verhandelt werden. Gegen solche Delikte, wie Untreue gegenüber dem Burgherrn, widerrechtliches Verlassen der Burg (Residenzpflicht), Vernachlässigung der Verteidigungspflicht (Burghut), Beleidigung, Körperverletzung oder gar Totschlag, durfte der Burgherr in seiner Eigenschaft als Gerichtsherr selbst vorgehen und mußte kein anderes Gericht bemühen. Die Verhandlungen des Burggerichts fanden entweder vor dem Burgtor oder im Burghof statt. Tagte das Gericht in der Burg mußte das Burgtor geöffnet bleiben, weil die Burg als privates Haus galt und Gerichtsverhandlungen öffentlich sein mußten.

Burgbaurecht
Definition:

De Jure stand nur dem König das Recht zu, Befestigungen zu errichten, doch hatte er dieses Regal schon früh an die Inhaber der Grafschaften delegieren müssen...mehr

Burgenflucht
Definition:Phänomen des 14. und 15. Jahrhunderts

Zwischen Alpen und Rhein dürften im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts rund 75 % der noch um 1300 bewohnten Burgen verlassen und dem Verfall preisgegeben worden sein. Diese "Burgenflucht" hatte wirtschaftliche und gesellschaftliche Ursachen.
Die bedeutenden Landesherren schufen im unmittelbaren Umfeld ihrer Residenz einen beamtenähnlichen Verwaltungsapparat, der zum großen Teil von den Ministerialen getragen wurde. Die neuen Aufgaben erforderten, dass sie nicht mehr nur zeitweise ihrem Herrn zu Diensten sein mussten, sondern sich als 'Beamte' ständig in seiner Umgebung aufzuhalten hatten. Dies bedeutete in der Regel den Umzug von der Ministerialenburg auf dem Lande an den Residenzort des Herrn.
Auch Burgen des hohen Adels wurden aufgeben. Auslöser dieser Entwicklung war der einschneidende Bevölkerungsrückgang aufgrund der schweren Hungersnöte und großen Pestepidemien. Von diesen Plagen, die zwischen 1340 und 1440 mehr als ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinrafften, blieb der Adel nicht verschont. Zum einen wurde er selbst Opfer der Seuchen. Zum anderen sanken seine Einnahmen dramatisch, da er aufgrund der dezimierten Bauernschaft auf einen Großteil der Abgaben aus der Landwirtschaft verzichten musste. Eine Ertragssteigerung durch intensivere Nutzung der Landwirtschaft war zudem mit den damaligen Anbaumethoden nicht möglich. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Waffen, Kleidung und Pferde. Wollte der standesbewusste Adlige weiterhin als Ritter leben, war er auf neue Erwerbsquellen angewiesen. Die Veränderungen im geistigen und gesellschaftlichen Bereich, die Abkehr von den alten Ritteridealen manifestiert sich in der Person Kaiser Maximilians (1486-1519), der als "der letzte Ritter" bezeichnet wird. Er war das Bindeglied zwischen dem alten und dem neuen Weltbild, dem man sich aufgrund der wirtschaftlicher Notwendigkeiten, der sich wandelnden Lebensumstände und des sich wandelnden Lebensgefühls anpassen musste, wenn man nicht scheitern wollte.
Daher verließen viele Herren ihre Burg und traten in den Hof- und Kriegsdienst eines mächtigen und reichen Fürsten ein. Andere beschritten ganz neue Wege und nahmen ein Studium an einer der in dieser Zeit in Deutschland entstehenden Universitäten (Heidelberg, Prag, Krakau) auf, um dann in den Fürstenstädten und -residenzen eine Stellung anzutreten.
Doch nicht wenige Adlige blieben burgsässig. Weder der schwindende Verteidigungswert der Burgen noch ihre Unbequemlichkeit konnten manchen traditionsbewussten und sippenstolzen Adeligen dazu bewegen, die Wohnstatt seiner Väter zu verlassen. Wer von den Adligen auf dem Land blieb, war gezwungen, sich intensiv um die Bewirtschaftung seiner Acker-, Wiesen- und Waldflächen zu kümmern, um einen Ernteüberschuss zu erzielen, den er auf den städtischen Märkten zu Geld machen konnte. Zusätzliche Erwerbsquellen boten die Pferdezucht und die Beteiligung an Montanunternehmungen wie Silberbergwerke und Eisenverarbeitung. Wem es nicht gelang, sich den neuen Anforderungen anzupassen, wählte den gefährlichen Weg des Raubrittertums.

Burgfrauen
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort ...Frauen, Liebe, Minne

Burgfrieden
Definition:Befriedeter Bezirk in einer und um eine Burg

Befriedeter Bezirk in einer und um eine Burg, in welchem Friede und Sicherheit von der Herrschaft garantiert und bei Bruch bestraft wurde. Bei mehrherrigen Burgen war der Burgfrieden die Grundlage des rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenlebens. Die einzelnen Bestimmungen wurden entweder mündlich bewahrt oder in einer Urkunde schriftlich niedergelegt.

Burggarten
Definition:Garten im unmittelbaren Burgbereich

Im Burggarten wurden Gemüse und Kräuter für die Küche des Burgherren angepflanzt. Ein solcher Burggartens ist in der Darstellung einer "Idealen Burg" unter der Nr. 10 zu finden

Burggericht
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Recht im Mittelalter

Burghut
Definition:

Militärisches und verwaltungstechnisches Kommando über eine Burg im Auftrag des Burginhabers. Das zeitlich befristete Amt, anfangs häufig Ministerialen verliehen, ging oft in ein erbliches Lehen über.

Burgkapelle
Definition:Andachtsraum auf der mittelalterlichen Burg

In dem in sich geschlossenen Wohnbezirk der <dfn title="Mittelalterliche befestigte Behausung">Burg</dfn> verlangte die mittelalterliche Auffassung von Religiosität einen Raum oder zumindest einen Kapellenerker für den Gottesdienst. War kein Andachtsraum auf der Burg vorhanden, musste die Burgherrschaft die Pfarrkirche im Ort besuchen...mehr

Burglehen
Definition:Einkunftsquelle des Burgmanns

Der Burginhaber gab seinem Burgmann auf der <dfn title="Mittelalterliche befestigte Behausung">Burg</dfn> ein Grundstück oder eine Einkunftsquelle zu Lehen, damit der Burgmann ein wirtschaftliches Auskommen hatte. Im Gegenzug war der Burgmann verpflichtet, Dienst auf der <dfn title="Mittelalterliche befestigte Behausung">Burg</dfn> zu tun (Residenzpflicht) und sich an der militärischen Verteidigung der <dfn title="Mittelalterliche befestigte Behausung">Burg</dfn> zu beteiligen ( Burgmannen).

Burgmannen
Definition:Bewachungsmannschaft einer Burg

Seit dem 13. Jahrhundert bestellten die Burgherren adlige Burgmannen, die hauptsächlich für die Bewachung (Burghut) und Verteidigung der Anlage dienstverpflichtet wurden. ...mehr

Burgstall
Definition:Burgstelle

Bezeichnung für einen Platz, an der einmal eine (abgegangene) Burg stand, von der sich aber keine Mauerreste mehr erhalten haben. Meist kann man nur mehr an Geländeunebenheiten seine einstige Funktion erkennen. In Urkunden wird der Begriff aber zuweilen auch für eine noch bestehende Burg verwendet.

burgus
Definition:

Die Römer führten die wichtigste Bauform ihres traditionellen Befestigungswesens, den Turm, in Germanien ein. Sie kannten zwei Arten von Türmen: den einfachen Wacht- und Wehrturm (turris speculatoria) und den bewohnten Wachtturm (burgus). ...mehr

Burgwall
Definition:Wallanlage vor der (äußeren) Burgmauer

Das Aussehen der Burgwälle ist je nach Entstehungszeit und Landschaft verschieden. Die Anlagen waren unterschiedlich groß und konnten rechteckige, ovale, trapezförmige oder kreisförmige Grundrisse haben. ...mehr

Buße
Definition:Leistung eines Missetäters an den Kläger

Buße bedeutet in den germanischen Rechten im weitesten Sinne jede Leistung des Missetäters an den Kläger bzw. dessen Sippe, besonders auch das Wergeld; im engeren Sinne ist Buße die Leistung für geringere Vergehen, wobei die Buße hauptsächlich Kränkungsbuße war, doch auch Schadenersatz sein konnte. Da die Buße auch die Fehde ablöste, hieß sie auch Fehdegeld. Im Laufe des Mittelalters verlor die Buße allmählich die Form einer Geldleistung und an deren Stelle trat Stiftungen, Seelmessen, Errichtung von Kreuzen und dergleichen.

Butterfassturm
Definition:Besondere Form des Bergfrieds

Bergfriedform, Rundturm, dessen Obergeschosse einen erheblich geringeren Durchmesser haben als das Untergeschoss, meist mit einer Galerie am Rücksprung. Butterfasstürme sind relativ häufig. Beispiele sind etwa die Marksburg am Rhein, Freudenberg am Main, die Osterburg in Thüringen (Sorbenwarte),  Büdingen, Falkenstein am Harz, Felsberg in Hessen sowie die Taunusburgen Idstein, Kronberg und Homburg. (vgl. auch Bergfried)

Butzenscheiben
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Fenster

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