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Glossar historischer Fachbegriffe

Hier entsteht eine Sammlung von Fachbegriffen aus Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie und verwandten Wissenschaften. Als Quellen wurden eigene Recherchen, einschlägige Lexika (Lexikon des Mittelalters; Haberkern/Wallach; Fuchs/Raab) sowie Internetseiten anderer Bearbeiter genutzt.
Vorschläge für Ergänzungen und Verbesserungen nehmen wir gerne entgegen.


Glossar: Buchstabe H

Habsburger
Definition:Nach der Habsburg (Schweizer Kanton Aarau) benanntes deutsches Fürstengeschlecht,

Die Habsburger erlangten 1273 mit Rudolf I. (1273-1291) zum ersten Mal die deutsche Königswürde.

Hagelgeschütz
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Hagenau, Reinmar von
Definition:Minnedichter des Mittelalters

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort [Frauen, Liebe, Minne].

Hakenarmbrust
Definition:Besondere Form einer Handwaffe

Bei der Hakenarmbrust war der Spann in Form eines Hakens [mehr]

Hakenbüchse
Definition:Besondere Form einer Handfeuerwaffe des Mittelalters

Da man mit den Handbüchsen schlecht zielen konnte, brachte man an der Unterseite Haken an, die man in einem Mauerritze einklemmen konnte und so den Rückstoß auffingen [mehr]

Hallenkirche
Definition:

In der Spätgotik seit der Mitte des 15.Jahrhunderts häufig verwendete Form, bei der im Unterschied zur älteren Basilika alle Kirchenschiffe zumindest annähernd die gleiche Höhe haben, so dass meist ein gemeinsames Dach den Bau überdeckt. Die Beleuchtung erfolgt durch die Seitenschiffe.

Halsgraben
Definition:

Tiefer breiter künstlicher Sohlgraben, gelegentlich mit gemauerten Wänden (Skarpen), der den Burgzugang auf einer Bergzunge vom Felsmassiv abtrennt. Burgen die am Ende eines langen Bergsporns lagen, waren auf drei Seiten von den meist steil abfallenden Berghängen gut geschützt. Ein wirkungsvoller Angriff war nur von der Bergseite her möglich. Da der ansteigende Bergrücken meist höher als die Burgmauern war, legten die Bauherren an dieser Stelle einen besonders tiefen Graben vor die Burg. Dieser Halsgraben hielt die Angreifer und ihr Wurfzeug auf Distanz und schützte die Burg in Verbindung mit einer Schildmauer wirkungsvoll vor Beschuß. Die Bezeichnung "Halsgraben" rührt daher, daß der Graben aus praktischen Gründen meist an der engsten Stelle des Bergsporns, dem "Flaschenhals", durchbrochen wurde. Auf kaum einer Höhenburg fehlt der Halsgraben. Er wurde üblicherweise mittels einer Zugbrücke überwunden, aber auch feste, leicht zu demontierende Holzbrücken waren üblich. Nur bei Burgen, die auf schroffem Fels oder hoher Bergkuppe lagen, konnte man auf Halsgräben verzichten. Diese fungierten vornehmlich als Abschnittsgraben oder Torgraben und waren dann auf beiden Seiten offen. Deshalb konnten sie auch kein Wasser führen.

Handarmbrüste
Definition:

Seit ungefähr 1200 erlebte die schon im Altertum bekannte, aber im Frühmittelalter in Vergessenheit geratene Armbrust eine Renaissance...mehr

Handbüchse
Definition:Früehe Form einer Handfeuerwaffe

Die Handbüchse ist die früheste Form der Handfeuerwaffen [mehr]

Handfeuerwaffen
Definition:Mittelalterliche Feuerwaffe

Grundsätzlich lassen sich die mittelalterlichen Feuerwaffen in zwei Gruppen einteilen: Geschütze und Handfeuerwaffen.

Harnisch
Definition:Bestandteil der Turnierrrüstung des Ritters

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnierrüstung.

Harpago
Definition:Mittelalterliche Belagerungswaffe

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Hausberge
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Motten.

Hausmeier
Definition:Hofbeamter

Truchseß (Merowinger) bzw. Seneschall, der bei den Franken seit ca. 600 n.Chr. Anführer der Anstrustionen war und so das wichtigste Hofamt bekleidete. Auf Grund seiner Stellung drängte er den König zur Seite und übte seit dem Sturz Brunhildes tatsächlich die königliche Gewalt aus (Anfang 7. Jahrhundert). Ursprünglich gab es mehrere Hausmeier nebeneinander, bis es den Arnulfingern gelang, das Majordomat erblich für das ganze Reich an sich zu bringen. Der Hausmeier nannte sich nun dux et princeps francorum, und seine hofamtliche Tätigkeit wurde einem besonderen Seneschall übertragen. Als 751 der bisherige Hausmeier Pippin König wurde, hob er das Amt des Hausmeiers auf.

Hebeklaue
Definition:Teil des mittelalterlichen Baukrans

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Baukräne.

Heerbann
Definition:Militärisches Aufgebot

Im früheren Mittelalter wurde das Aufgebot (Bann) des Königs bzw. des Herzogs zur Heerfahrt "Heerbann" genannt. Später wurde die Heerfahrt selbst als Heerbann bezeichnet, schließlich auch die Strafe (Buße), die für Nichtbeachtung der Pflicht zur Heerfahrt zu entrichten war. Seit dem 13. Jahrhundert wird auch das Heer selbst zuweilen als Heerbann tituliert. Heerbann kann endlich auch die Ablösung in Geld für die ursprünglich in natura zu leistende Heersteuer meinen.

Heerfahrt
Definition:eine der Lehnspflichten des Mannes

Die Heerfahrt gehörte neben der Hoffahrt und der Ehrbezeugung zu wichtigsten Lehnsdienstpflichten des Lehensmannes.

Heerpauke
Definition:Begriff aus dem Landsknechtwesen

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Landsknecht.

Heerschildordnung
Definition:Gesellschaftliches Ordnungssystem des Mittelalters

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Adel.

Heilige Lanze
Definition:

Die Heilige Lanze ist das älteste Stück der Reichskleinodien der römisch-deutschen Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und war zeitweise das bedeutendste Stück der Insignien (Reichskrone, Reichsapfel, Reichsschwert). Die Reichskleinodien werden heute in der Schatzkammer der Wiener Hofburg aufbewahrt (Kopie auf dem Trifels).

Heilige Linie
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Burgkapelle.

Heiliges Römisches Reich
Definition:

Sacrum Romanorum Imperium = Heiliges Römisches Reich war die offizielle Bezeichnung für den Herrschaftsbereich des abendländischen Römischen Kaisers und der mit ihm verbundenen Reichsterritorien vom Mittelalter bis zum Ende des Alten Reiches (1806). ...mehr

Heimbürge
Definition:

Vorsteher eines Dorfes, auch Richter oder Schöffe.

Heimfallrecht
Definition:Rückfall eines geliehenen Gutes an den Eigentümer

Heimfall erfolgte bei herrenlos bzw. erbenlos gewordenem Gut, ursprünglich an den König, später (auch heute noch) an den Fiskus in seiner jeweiligen Gestalt. Ein Heimfallsrecht hatten auch die Nachbarn, der Grundherrschaft in Bezug auf seine Hörigen und Leibeigenen, ferner bestimmte Anstalten z.B. Universitäten, Krankenhäuser u.ä. am Nachlass ihrer Angehörigen bzw. der in ihnen Verstorbenen. Bei Lehen trat der Heimfall an den Herrn ein, ursprünglich bei jedem Herren- oder Mannfall, später nur
• beim Tod eines Mannes ohne Lehnserben
• bei Auflassung ohne bedingte Wiederverleihung
• bei Absage
• bei stillschweigendem Lehnsverzicht
• bei Felonie
Heimfall heißt beim Erbbaurecht dessen Übertragung vom bisherigen Berechtigten an den Grundeigentümer.

Heimlichkeit
Definition:Begriff aus der Burgenkunde

Abort, Abtritt, auch "Aborterker" oder "haymlich gemach", meist als Erker auf Konsolen über dem Graben oder abgelegenen Stellen der Burg.

Heimsuchung
Definition:Begriff aus dem Fehdewesen

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Fehde.

Heinrichsburgen
Definition:

Die sog. Heinrichsburgen wurden nach deutschen Königen benannt. ...mehr

Hektar
Definition:Flächenmaß

Flächenmaß mit 10.000 m² (entspricht in etwa einem Fußballplatz mit 120 x 80 Metern), ein Quadratkilometer sind 100 Hektar. Das Maß ist im europäischen Weinbau für die Angabe von Rebflächen üblich. Der nach Wein-Gesetz je Gebiet bis Appellation sehr unterschiedlich definierte maximale Ertrag an Wein wird in Hektoliter (100 Liter) per Hektar angegeben (Hektarertrag). Das in England und USA übliche Acre entspricht 0,405 Hektar. Ein Hektar besteht aus vier Morgen.

Hellebarde
Definition:

Die Hellebarde gehörte zu den Stangenwaffen, Blankwaffen, bei denen am Ende einer Stange eine Klinge befestigt war. Verwendet wurden Stangenwafffen vor allem im Spätmittelalter und zu Beginn der Neuzeit. Folgende Waffen zählen zu den Stangenwaffen: Speer, Lanze, Berdish, Pike, Hellebarde, Partisane, Kuge, Luzerner Hammer, Kriegsflegel, Naginata, Glefe, Yari und Contus.

Siehe auch Handwaffen

Heller (Haller)
Definition:Währungseinheit

Bezeichnung einer Pfennigmünze, die unter Kaiser Friedrich I. im ausgehenden 12. Jh. in der Reichsmünzstätte Hall (heute: Schwäbisch Hall) eingeführt wurde. Deshalb auch die Bezeichnung Haller oder Häller. Die Vs. zeigt ein Spaltkreuz und die Umschrift FRISA (Fridericus Rex Imperator Semper Augustus), die Rs. die Innenfläche einer Hand, deshalb auch die Namen Händleinsheller. Die ursprünglich ca. 0,55 g leichten Pfennige (675/1000 fein) wurden sehr schnell durch eine Trugschrift ersetzt, seit der Mitte des 13. Jh. s waren sie stumm (schriftlos). Die bald als Vierschlagpfennige hergestellten Stücke zeigen meist auf der Kreuzseite ein Quadratum supercusum. Bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jh.s begann die Münze sich im südwestdeutschen Raum zu verbreiten und verdrängte die einheimischen schwereren Pfennige. Für den Heller spricht, dass er von den Münzverrufungen verschont blieb. Überdies war der Heller handlicher und für den Umlauf besser geeignet als die vergleichsweise zerbrechlichen Brakteaten. Die um 1300 an eine florentinische Gesellschaft verpachtete Münzstätte Schwäbisch Hall brachte große Mengen Heller in Umlauf, die sich im 14. Jh. in ganz Süddeutschland und dem Rheinland bis nach Aachen verbreiteten.

Diese Entwicklung führte zu Beischlägen der Heller mit kaiserlicher Erlaubnis, u.a. in Nürnberg, Ulm, Frankfurt und Speyer. Im Jahr 1356 ordnete Karl IV. an, dass die Ausgaben der einzelnen Münzstätten mit Zeichen in der Handfläche zu kennzeichnen seien: D für Dillingen, N für Nürnberg, S für Schongau, T für Tettnang, U für Ulm. Ein Kreuzschild stand für die Münzstätte Konstanz, ein Bindenschild für Rottenburg, ein Jagdhorn für Urach usw. Das durch die vielen Nachahmungen gesunkene Gewicht ließ den Heller auf den zukünftig typischen Wert von einem halben Pfennig fallen. In diesem Wert lief die Münze auch im 15. Jh. um, im Rheinland auch in Nominalen zu Vier-, Acht- und Zwölfhellern und in Form des Hohlringhellers. Seit dem ausgehenden 16. Jh. wurde die Scheidemünze in Kupfer ausgegeben, in Süddeutschland als halbe Pfennige und Achtelkreuzer bis ins 19. Jh.

Mit Einführung der Kronenwährung in Österreich im Jahr 1892 wurde eine Krone in 100 Heller unterteilt. Bis zur Ablösung durch die Schillingwährung (1925) liefen 1- und 2-Heller-Stücke in Kupfer und 10- und 20-Heller-Stücke in Nickel um. Die Benennungen Haler, Halieru und Halierov (Mehrzahl) für die Unterteilung (Hundertstel) der tschechischen und slowakischen Krone bis heute leitet sich vom Heller ab.

 

 

Helm
Definition:Kopfbedeckung des Ritters

Der vollständig gewappnete Ritter trug einen eisernen Helm, ein kunstvoll geschmiedetes Kettenhemd oder den Plattenharnisch [mehr].

Helmbrünne
Definition:Teil der ritterlichen Kopfbedeckung.

Im 14. Jahrhundert wurde das Hersenier von der Helmbrünne abgelöst [mehr].http://www.regionalgeschichte.net/4741.html#18022

Helmdach
Definition:Teil des Daches

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Dach.

Helmhaube
Definition:Teil der ritterlichen Kopfbedeckung

Die Helmhaube trug der Ritter unter seinem Helm [mehr]

Helmschmuck
Definition:Teil der Rüstung

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnierrüstung.

Heraldik
Definition:Wappenkunde

Kunde vom Wappenwesen, eine  ... Symbolform des Soziallebens, Erkennungs- und Beglaubigungszeichen u.v.m...mehr

Die Heraldik gehört zu den sog. "Hilfswissenschaften".

Herold
Definition:Funktionsträger beim Ritterturnier

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnier.

Herren
Definition:Bezeichnung einer mittelalterlichen Adelsschicht.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Adel.

Herrenfall
Definition:Begriff aus dem Lehnswesen

Wechsel in der Person des Lehensherrn (durch Tod oder Abdankung) (siehe Lehenswesen). Bei Herrenfall wurden sämtliche Lehen neu verliehen. Vgl. oben Heimfallrecht und Mannfall.

Hersenier
Definition:Teil des Ritterhelms

Kettengeflecht unter dem Helm des Ritters [mehr].

Herzöge
Definition:Hoher Vertreter des mittelalterlichen Adels.

Der Herzog war in altgermanischer Zeit ein für den Kriegsfall gewählter Anführer der Völkerschaften [mehr].

Hilfswissenschaften
Definition:

Der Begriff umschreibt eine Anzahl von wissenschaftlichen Disziplinen, die unerläßlich für das Verstehen und volle Auswerten des tradierten Quellenmaterials sind. Im engeren Sinn handelt es sich um die Fächer: - Paläographie - Chronologie - Diplomatik - Genealogie - Heraldik - Numismatik - Metrologie - Historische Geographie

Hintersasse
Definition:

Früher jeder, der sein Gut nicht zu freiem Eigen besaß, also von einem Herrn dinglich abhängig war, "der hinter dem Herrn saß". Mit Hintersasse konnte auch der Hörige gemeint sein.

Historische Geographie
Definition:Der Raum in der Geschichte

Historische Geographie untersucht einzelne geographische Räume in verschiedenen Geschichtsperioden ...mehr

Die Historische Geographie gehört zu den sog. "Hilfswissenschaften".

Historismus
Definition:

Historismus oder Historizismus (in der Kunst): Rückgriff auf Kunststile der Vergangenheit, meist im Sinne rein formalistischer Reproduktion, im 19. Jahrhundert sehr verbreitet durch das erwachende und später gesteigerte Nationalbewusstsein.

Hochstift
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Stift.

Hofämter
Definition:

Seit merowingischer Zeit an den germanischen Höfen die obersten Beamten des Palastes, unter die die einzelnen Dienstzweige verteilt waren, die zugleich die obersten Beamten des Landes waren und in ihren Verwaltungszweigen die betreffende Gerichtsbarkeit ausübten. Es waren zunächst vier: Marschall, Mundschenk, Schatzmeister oder Kämmerer, Truchsess oder Seneschall. Hinzu trat bald als fünftes der Kanzler. Die Ämter waren schon früh erblich. Die Entwicklung war in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich. In Deutschland wurden die Hofämter die Grundlagen der Territorien. Amtsinhaber erlangten als Kurfürsten die tatsächliche Leitung des Reichs; Amtsinhaber wurden zu eigentlichen Ministern. Im späteren Mittelalter wurden die Hofämter teils zu erblichen Ehrenämtern (Bedeutung nur am Hof). Zahl und Namen wechseln überall; in der Regel nahm die Zahl immer mehr zu, besonders in der Neuzeit. Früh erscheinen Hofmeister, Küchenmeister, Stallmeister, Zeremonienmeister und weitere.

Hoffahrt
Definition:Eine der Lehnspflichten des Mannes

Die Hoffahrt gehörte neben der Heerfahrt und der Ehrbezeugung zu wichtigsten Lehnsdienstpflichten des Lehensmannes.

Hofgericht
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Recht im Mittelalter.

Höfischer Minnegesang
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Frauen. Liebe, Minne.

Höfisches Frauenideal
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Frauen. Liebe, Minne.

Hofkapelle
Definition:

Seit merowingischer Zeit Vereinigung der Hofkapläne, seit Pippin III. unter Leitung des Erzkaplans und seitdem dieser zugleich Erzkanzler war, in enger Verbindung mit der Reichskanzlei, deren Notare in der Regel aus den Kaplänen entnommen wurden. Gleichzeitig wurden aus deren Reihen im 9. und 10. Jahrhundert die meisten Bischofssitze besetzt, auch wurden die Kapläne vom König zu allen möglichen Vertrauensposten, besonders als Gesandte (missi) verwendet.

Hofrecht
Definition:

Im engeren Sinne das gesamte, an einem Fronhof ausgebildete Sonderrecht, nach dem im Hofgericht Recht gesprochen wurde und das vor allem die Verpflichtungen der zum Fronhof Gehörigen regelte. Es galt ausschließlich für die Unfreien und Hörigen, wähernd die freien Hintersassen ihm nur insoweit unterstanden, als es sich um ihr dingliches Verhältnis als Pächter, Zinsmann usw. handelte. Die Aufzeichnung des Hofrechts hieß Hofrolle. Sie diente meist auch als gerichtsbuch des Hofgerichts sowie als Register der Genosssame.

Hofreite (Hofraite)
Definition:

Das durch Zaun o.ä. vom Ackerland oder Nachbargrundstück getrennte Hofgrundstück der Bauern mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden.

Hoftag
Definition:

In der Goldenen Bulle ist nie von einem "Reichstag", sondern lediglich von einer curia, ggf. solemnis curia u.ä. die Rede. Das Wort curia bedeutet 'Hof' und wird nicht präzis verwendet. Es kann also den mit dem König umherreisenden, täglichen Hof ebenso bezeichnen wie eine feierliche, in der Regel zu den hohen kirchlichen Festtagen stattfindenden Versammlung der Großen des Reiches. Unter gar keinen Umständen darf curia als "Reichstag" übersetzt oder verstanden werden, auch wenn dies überall in den Handbüchern und in der Literatur steht. Eine curia ist bis Ende des Mittelalters ein Herrschaftsinstrument, also ein Werkzeug des Königs, nicht jedoch eine Versammlung der Reichsstände und schon gar kein Parlament im modernen Sinne des Wortes. Wie Peter Moraw gezeigt hat, ist der Begriff "Reichstag" erst im Jahre 1495 quellenmäßig belegt. Dies hat einen einleuchtenden Sinn, bedenkt man, dass die Vorstellung, das "Reich" (als Gesamtheit der Reichsstände aufgefasst) etwas anderes sei als der König, erst im Laufe des 15. Jahrhunderts entstanden ist. Erst nachdem diese ebenso mentalitätsgeschichtlich wie verfassungsrechtlich aufzufassende Grundvoraussetzung geschaffen war, konnte sich das "Reich" aus eigenem Antrieb versammeln. Bis dahin rief der König zu Hof, wohin man sich in Erfüllung der Vasallenpflicht ('Rat und Tat') begab, um die Huld des Reichsoberhaupts nicht zu verscherzen.

Hohe Gerichtsbarkeit
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Recht im Mittelalter.

Höhenburgen
Definition:

Zu den Höhenburgen zählen sowohl solche in extremer Gipfellage als auch die Burgen auf den Spornen, Hängen, Bergkämmen und -zungen sowie an den Gebirgsrändern. Die Gipfelburgen mit ihren steil abfallenden Hängen galten als nahezu unangreifbar. Nachteile des sicheren Standortes waren die schwierige Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln, die Witterungsverhältnisse, die schlechte Erreichbarkeit und die relativ weite Entfernung vom Geschehen im Tal. Auf halber Höhe liegende Burgen auf Bergspornen oder in Hanglage brachten die Burgherren wieder näher an die Dörfer, Felder und Reisewege heran. Ein Angriff auf diese Burgen war nur von der Bergseite her möglich. Der Nachteil, daß hinter der Burg der Berghang anstieg und sich von dort aus ein günstiges Schußfeld auf das Burginnere eröffnete, wurde mit gewaltigen Halsgräben und ebenso hohen wie starken Schildmauern ausgeglichen. Ausgefallene Standorte wie etwa die Ecklage am Schnittpunkt zweier Hänge (Burg Dringenberg) oder am Rand einer Hangkante (Burg Löffelstelz) sowie Standorte in Kammlage wurde selten gewählt.

Hohenzeugsattel
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnier.

Hohenzollern
Definition:Nach den Welfen eines der ältesten Adelsgeschlechter Deutschlands.

Aus dem Haus Wittelsbach gingen jahrhundertelang die bayerischen und pfälzischen Herrscher hervor.
Quelle: wikipedia.

Hohenzollern
Definition:Das Haus Hohenzollern ist eines der bedeutendsten deutschen Fürstengeschlechter.

Die Stammburg Hohenzollern liegt auf der Gemarkung von Bisingen bei Hechingen im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Das Haus Hohenzollern untergliederte sich seit dem Mittelalter in mehrere Haupt- und Nebenlinien, von denen einige erloschen sind. Die (ursprünglich fränkische) Linie Brandenburg-Preußen stellte ab 1701 die preußischen Könige und von 1871 bis 1918 Deutsche Kaiser. Das Haus Hohenzollern stellte außerdem von 1866 bis 1947 die rumänischen Könige. Im heutigen Baden-Württemberg bestanden bis 1849 zwei selbständige Fürstentümer, Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen, die in der Folge zum Staat Preußen kamen und danach als „Regierungsbezirk Sigmaringen“ (zugehörig zur Rheinprovinz) unter dem Namen Hohenzollernsche Lande geführt wurden. Der Aufstieg der Hohenzollern im Spätmittelalter war nicht zuletzt deren Königstreue zu verdanken (zunächst den Staufern, später den Luxemburgern gegenüber).
Quelle: wikipedia

Hoher Mantel
Definition:

Mantelmauer der Burg zur Deckung der dahinter liegenden Burggebäude in voller Höhe. (Vgl. Schildmauer)

Holz-Erde-Bauten
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Steinburgen.

Holzburgen
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Steinburgen.

Hörigkeit
Definition:

Die Hörigkeit entstand in nachkarolingischer Zeit einerseits aus den alten Liten, zu denen ehemals Freie kamen, die sich zunächst freiwillig oder unfreiwillig in Schutzhörigkeit begeben hatten und zu Hörigen geworden waren. Höriger ist eigentlich nur der dinglich Unfreie, d.h. der durch die an sein Gut haftende Unfreiheit unfrei gewordene, der ein Zinsgut besaß, nach Hofrecht lebte, Fronden und bestimmte Abgaben leistete. Der Hörige konnte nicht ohne das Gut veräußert werden, das Gut nicht ohne ihn. Das Zinsgut war meist (beschränkt) erblich, auch konnte der Hörige Vermögen erwerben.
Ein Höriger konnte gleichzeitig Leibeigener eines anderen Grundherrn sein, auch konnte er freies Eigentum besitzen. Im Laufe des Mittelalters wurde seine Stellung dauernd besser, bis nur wenige Abgaben übrig blieben. Im Laufe des späteren Mittelalters wurde die gesamte bäuerliche Bevölkerung Deutschlands im Wesentlichen zu Hörigen. Da die Leibeigenen in der Hörigkeit aufgingen, wurde diese auch als Leibeigenschaft bezeichnet; andererseits wird Hörigkeit für den Unfreien überhaupt gebraucht.

Hostie
Definition:

(lat. ,Sühneopfer', ,Schlachtopfer'). Die aus einem ungesäuerten Weizenteig hergestellte runde Brotscheibe, die während der Eucharistiefeier durch den Priester konsekriert und als Leib Christi dem Gläubigen dargereicht wird.

Hufe
Definition:

Hufe bedeutete ursprünglich in Deutschland und den germanischen Eroberungsgebieten das Sondereigentum eines Volksgenossen an Grund und Boden ... mehr

Hugenotten
Definition:

Bezeichnung für die französischen Calvinisten (Protestanten, Anhänger des Reformators Calvin), die seit der Mitte des 16.Jahrhunderts in Frankreich in Wellen auftretenden Repressalien und blutigen Pogromen ("Bartholomäusnacht") ausgesetzt waren. Besonders die Verfolgungen unter Ludwig XIV. lösten eine Fluchtwelle von einer viertel Million Hugenotten in die protestantischen Länder Niederlande, England, Dänemark, Schweiz, Nordamerika, Rheinpfalz, Braunschweig, Württemberg, Hessen und besonders Brandenburg-Preußen aus. In den deutschen Ländern waren sie wegen ihres manufakturtechnischen Know-hows (neue Produktionsmethoden und Werkzeuge) begehrt. An den Fortschritten, welche die Manufakturentwicklung, aber auch die Kultur in Deutschland seit dem Ausgang des 17.Jahrhunderts machte, waren die Hugenotten entscheidend beteiligt. U. a. in Magdeburg und Calbe trugen die französischen Aussiedlerfamilien, wie zum Beispiel die Tourniers in Calbe, wesentlich zur Steigerung der Tuchproduktion bei. Oftmals erinnern Familiennamen noch an diese Vorfahren.

Hulde
Definition:

Der Leihe des Herrn entsprechende Bindung des Mannes bei der Belehnung, bestehend aus Hulde tun ((Lehns)Mannschaft), dem symbolischen Akt, und Hulde schwören, dem Eid der Lehnstreue.

Huldigung
Definition:

In merowingischer und fränkischer Zeit der von allen Untertanem dem König geleistete Untertaneneid, bestehend aus dem Treueid und Mannschaft. Diese Huldigung war aus dem Treueid der Gefolgschaft entstanden und verschwand in fränkischer Zeit bis auf die Huldigung der Reichsstädte vor dem Kaiser. An ihre Stelle trat die Hulde des Lehensmannes. Seit Entstehung der Landeshoheit bedeutete Huldigung der von den Landständen dem jeweiligen neuen Landesherrn geleistete Treueid, der sich meist in feierlicher Form vollzog.

Humanismus
Definition:

lat. humanitas = Menschlichkeit. Philosophische Strömung in der Zeit zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert mit dem zentralen Thema der freien Entfaltung des Menschen. Vorbilder waren antike Philosophen. Bereits im Spätmittelalter verbreiteten arabische und jüdische Gelehrte deren Schriften in Europa. Zentrum der humanistischen Bewegung war zunächst Italien (Dante, Petrarca). Durch die Auswanderung vieler byzantinischer Gelehrter nach Italien im 15. Jahrhundert bekam die Bewegung Auftrieb. Die Übersetzung der antiken Schriften (Melanchthon, Erasmus von Rotterdam) und der Buchdruck mit beweglichen Lettern (Johannes Gutenberg) machten das antike Wissen für viele Menschen verfügbar. Die Reformation in Deutschland hat hier ihren philosophischen Ursprung, da nun der griechische Text der Evangelien die Grundlage der theologischen Diskussion bildete.

Hundsgugel
Definition:

Eine Hundsgugel ist ein Visier in Form einer Hundeschnauze [mehr].

Hurden
Definition:

Steinerne Wehrgänge über dem Tor waren auf deutschen Burgen eher selten. In Kriegszeiten wurden jedoch über vielen Toren und Türmen hölzerne nach außen oder innen vorkragende Verteidigungsgänge und Wehrplattformen angebracht, sog. Hurden (althochdeutsch hürd = Flechtwerk aus Reisern) und Kampfhäuser. Diese boten den Burginsassen eine zusätzliche Verteidigungsmöglichkeit. Die Hurden konnten eingeschossig oder sogar zweigeschossig sein (Doppelhurde) und ruhten auf Kragsteinen oder Konsolen. Auch der Wehrgang hinter den Zinnen war gemeinhin sehr schmal und selten so breit gemauert, daß zwei Leute aneinander vorbeigehen konnten. Deshalb wurde der steinerne Wehrgang auf der Mauer durch eine hölzerne Hurde erweitert. Sie wurden entweder auf der Mauerkrone aufgestellt oder in etwa zwei Drittel Höhe außen an der Ringmauer befestigt. Holzwehrgänge an der Wehrplatte der Bergfriede waren wohl eher selten, da sie die Bewegungsfreiheit dort einschränkten. In Verbindung mit Türmen, Schießscharten und Wehrgängen ermöglichten die Hurden eine in der Höhe gestaffelte und damit flexible Verteidigung.

hus (Haus)
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Burg (Definition)

Hypocaustum
Definition:Fußbodenheizung

Hypocustum nennt man die römische Fußbodenheizung durch Warmluft, die auch noch im Mittelalter verwendet wurde (Klosterplan von St. Gallen). Die Hypokaustenbeheizung von Bädern wurde spätestens im 2. Jahrhundert vor Christus im griechisch-hellenistischen Kulturkreis erfunden. Doch erst die Römer führten diese Art der Ausnutzung der Wärmeenergie zu technischer Perfektion. Beheizte Baderäume besaßen einen doppelten Boden, das Hypocaustum. Es bestand aus einem festen Unterboden, auf dem in gleichmäßigen Abständen kleine Säulen oder Pfeiler aus Ziegelplatten standen. Auf diesen ruhte der eigentliche Fußboden. Heiße Gase aus dem Ofen verteilten sich zwischen den Hypokaustpfeilern, stiegen nach oben und erwärmten Fußboden und Wände. Giftige Rauchgase wurden durch Hohlziegel in den Wänden nach draußen abgeleitet. Räume, die Warmbadebecken enthielten, wurden auf die gleiche Weise beheizt, hier konnte auch das Becken selbst über einem Hypocaustum errichtet werden, so dass auch der Beckenboden erwärmt wurde.

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