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Von den "wilden" Kickern von 1905 bis zum Bundesliga-Club - die Geschichte von Mainz 05

von Elmar Rettinger

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0.1.Fußball als seriöses Forschungsthema

Über Fußball wird viel geschrieben. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Fußballspiele selbst. Oftmals werden auch kritische Themen erörtert, wie in jüngster Zeit die Gehälter der Spitzenspieler und ihr Umgang mit den Steuern[Anm. 1] sowie die Kommerzialisierung im Allgemeinen[Anm. 2] und nicht zuletzt die Problematik der Hooligans und Ultras[Anm. 3].

Den Fanclubs wird vielfach Unrecht getan, denn man darf nicht übersehen, dass gerade sie auch wichtige Beiträge zu aktuellen politischen Themen leisten, wie z.B. die Initiative „NieWieder – Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“[Anm. 4] oder das Engagement der Mainzer Hobbyfußballer von „Ente Bagdad“ im Rahmen der Flüchtlingsintegration zeigen[Anm. 5].

Darüber hinaus ist Fußball in den letzten Jahren zum Gegenstand historischer und volkskundlicher Forschung geworden. Neben allgemeinen Werken zur Geschichte des Fußballsports[Anm. 6], geht es vor allem um der Verhältnis der Fußballvereine zum Nationalsozialismus in den 30er Jahren[Anm. 7] und die Rolle des Fußballs im Zusammenhang mit regionalen Identitäten[Anm. 8].

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0.1.Die Vorgeschichte bis zur Gründung von Mainz 05

0.1.1.Frühe Zeugnisse des Fußballspiels

Es besteht kein Zweifel, dass man schon in früher Zeit gegen einen runden Gegenstand getreten hat. Mit unserem heutigen Fußball hat dies nicht viel zu tun. Ein fußballähnliches Spiel gab es schon in China im 3. Jahrhundert vor Christus, wobei man davon ausgeht, dass das Spiel im Zusammenhang mit einer militärischen Ausbildung stand. Auch in Mittelamerika wurde schon in der Zeit vor Kolumbus Fußball gespielt. Der Ball bestand aus Kautschuk und soll mehrere Kilogramm gewogen haben. Es versteht sich von selbst, dass man dieses Spielgerät weniger mit dem Fuß vorwärts bewegt hat. Auf dem Dativius-Victor-Bogen in Mainz (Ende 3. Jh.) sieht man die Gestalt Juppiters, der seinen Fuß auf etwa Rundes setzt. Die Althistoriker werden leider - so vermute ich - etwas dagegen haben, dies als Beweis dafür zu sehen, dass schon die Römer den Fußball an den Rhein brachten und der Fußball über Mainz auf den europäischen Kontinent kam.

Heutzutage singen die 05-Fans „Wir sind nur ein Karnevalsverein“, ohne zu wissen, dass es durchaus eine Beziehung von Fastnacht/Karneval zu frühen Formen des Fußballs gibt – dies ist jetzt durchaus ernst gemeint. Blickt man auf den europäischen Bereich, findet man Nachrichten über ein fußballähnliches Spiel auf der britischen Insel. In der mittelenglischen Ortschaft Ashbourne trafen sich bis ins 19. Jahrhundert hinein am Fastnachtsdienstag (Shrove Thuesday oder auch Pancake Tuesday) und Aschermittwoch Hunderte Menschen nicht nur zum Pfannkuchen-Essen, sondern auch zum „Shrovetide Football“. Diese Form des Ballspiels kann man mit Fug und Recht als „sehr rustikal“ beschreiben. Acht Stunden lang stritten sich beliebig viele Enthusiasten auf einem mehrere Kilometer großen Sportfeld um ein medizinballgroßes Spielgerät. Das Spiel, unter dessen Denkmantel sicherlich aus lokale Rivalitäten zum Austrag kamen, artete vielfach in eine Massenprügelei aus. Schon im 16. Jahrhundert gab es in englischen Eliteschulen eine Art Fußball, wobei das Regelwerk durchaus „übersichtlich“ war. Nahezu alles war erlaubt, um an den Ball zu kommen[Anm. 9] Aus Florenz ist die Darstellung einer Art Fußballspiel aus dem Jahre 1642 überliefert.

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0.1.1.Von der Prügelei zum geregelten Spiel – die Entstehung des heutigen Fußballs

Fußball ist eng mit der Entstehung des modernen Vereinswesens verbunden. Vor dem Hintergrund der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert schlossen sich Staatsbürger standesübergreifend in Vereinen zusammen, um gemeinsame Ziele zu verfolgen. Schon das Allgemeine Preußische Landrecht von 1794 gestand den Untertanen die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit zu. Vor dem Hintergrund der Freiheitskriege gegen die napoleonische Herrschaft bildeten sich zahlreiche patriotische Vereinigungen, die sich als „Vereine“ bezeichneten.

Verbunden mit der nationalen Erhebung war die „Turnbewegung“, welche „Turnvater Jahn“ im Jahre 1811 begründete. Ziel der Bewegung war, Preußen und Deutschland von der französischen Besatzung zu befreien.[Anm. 10] Vereinsbildungen wurden nach dem Ende der französischen Herrschaft seitens der Machthaber, die um ihre Privilegien fürchteten, mit Misstrauen betrachtet. 1817 wurde in Mainz der Mainzer Turnverein 1817 e.V. gegründet. Gerade Mainz war Ort von Beobachtungsinstitutionen. Von 1819 bis 1828 bestand in der Stadt eine „Zentraluntersuchungskommission“, welche revolutionäre Umtriebe in Deutschland nach Wien melden sollte.[Anm. 11] Weitere Vereine entstanden in Mainz – wie könnte es anders sein – im Zusammenhang mit der Fastnacht. 1837 gründete sich der Mainzer Carneval Verein (MCV). Damals noch unpolitisch, wurde das Fest vor dem Hintergrund der europaweiten Unruhen in den 40er Jahren politisch aufgeladen. Dann entstanden in Mainz vor allem politische Vereine, am 27. März 1848 der „Arbeiterbildungsverein“, am 11. Mai 1848 der „Demokratische Verein“ und im Juli der konservative „Bürgerverein“.[Anm. 12] Weitere Vereine entstanden in Mainz – wie könnte es anders sein – im Zusammenhang mit der Fastnacht. 1837 gründete sich der Mainzer Carneval Verein (MCV). Damals noch unpolitisch, wurde das Fest vor dem Hintergrund der europaweiten Unruhen in den 40er Jahren politisch aufgeladen. Dann entstanden in Mainz vor allem politische Vereine, am 27. März 1848 der „Arbeiterbildungsverein“, am 11. Mai 1848 der „Demokratische Verein“ und im Juli der konservative „Bürgerverein“.[Anm. 13] Bevor es in Deutschland bzw. in Mainz erste Fußballvereine gab, mussten allerdings noch einige Jahre ins Land gehen.

Je populärer der Fußball wurde, desto größer war die Notwendigkeit von Regeln. 1848 wurden in Cambrigde die „Cambrigde Rules“ formuliert. 1863 trafen sich die Vertreter von elf Fußballclubs in London, um allgemeine Regeln festzulegen und gründeten mit der FA (Football Association) den ersten Fußballverband der Welt. Die Anhänger einer härteren Gangart des Fußballsports waren mit den 14 Regeln der FA nicht einverstanden und gründeten 1871 ihrerseits die „Rugby Football Union“. Fußball war ein Spiel der unteren Klassen, der Arbeiterschicht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass er sich gerade in England, dem Mutterlang der Industrialisierung, schnell ausbreitete. Über die Schweiz kam der moderne Fußball nach Europa. Junge Engländer exportierten den Fußball an Schweizer Schulen. 1860 wurde der Lausanne Football und Cricket Club gegründet.[Anm. 14]

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0.1.1.Der Fußball kommt nach Deutschland

In Deutschland konnte der Fußball weniger schnell Fuß fassen als auf der britischen Insel. Denn der Sport war hier von der Turnbewegung geprägt, die schon Anfang des 19. Jahrhunderts von Turnvater Jahn ins Leben gerufen worden war. Die aus England kommende Sportart bezeichnete man abfällig als „englische Krankheit“ oder „Fußlümmelei“. 1898 erschien sogar eine „Kampfschrift“ gegen den Fußball aus der Feder von Karl Planck, einem der Protagonisten der Turnbewegung: „Fußlümmelei – über Strauchballspiel und englische Krankheit“.

1865 wurde erstmals auf deutschem Boden in Stuttgart Fußball gespielt. 1874 führte Konrad Koch am Gymnasium „Martino-Katharineum“ in Braunschweig den Fußball ein. Ziel Kochs war die Förderung der Jugend und die Bekämpfung des Bewegungsmangels. „Beim Fußballspiel findet unsere deutsche, des frischen Spiels im Freien entwöhnte Jugend am schnellsten ihre verlorene Spiellust wieder.[Anm. 15]

Fußball war in Deutschland ein Spiel der bürgerlichen Oberschicht, vor allem von Studierenden. Daher kommen die Anlehnungen an studentische Verbindungskulturen, die sich in den latinisierten Vereinsnamen „Borussia“, „Alemannia“ usw. äußerten. Auch der Vorgänger von Mainz 05 hieß „Hassia“. 1900 bekam der Fußball mit der Gründung des Deutschen Fußballbundes einen Dachverband. Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte das Militär den Fußball als sinnvolle Möglichkeit der körperlichen Ertüchtigung. Militärische Fachausdrücke – wie Angriff, Verteidigung, Flanke, Parade usw. – prägen heute noch das Fußballvokabular. Als am 21. Mai 1904 in Paris mit der „Fédération Internationale de Football Association“ (FIFA) ein Weltverband gegründet wurde, hatte der Fußball den internationalen Durchbruch geschafft. Im gleichen Jahr sollte der Fußball auch nach Mainz kommen.

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0.1.Die Geschichte von Mainz 05

0.1.1.Der Fußballboom Anfang des 19. Jahrhunderts und die Gründung des Vereins "Hassia"

Eugen Salomon (1888-1942), 1905 erster Vorsitzender des Vereins "Hassia", Foto vor 1933[Bild: Serge Salomon]

Allgemein boomte der Fußball in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts. An vielen Orten wurden in kurzen Abständen gleich mehrere Vereine gegründet: 1894 der Frankfurter Fußballclub Germania 1894, Bayern München im Jahre 1900, Schalke 1904, Borussia Dortmund 1909, um nur einige zu nennen.So auch in Mainz. Die Stadt hatte um die 100.000 Einwohner und war die Hauptstadt der großherzoglich-hessischen Provinz Rheinhessen. Die Industrialisierung hatte hier spät Fuß fassen können – erst Ende des 19. Jahrhunderts waren die Festungseinrichtungen, welche die Stadt eingeengt hatten, aufgelassen worden. Mainz war eine katholisch geprägte Arbeiterstadt, in welcher sich das Vereinswesen relativ spät entwickelt hatte.

Mainzer Sportvereine wurden gerne in Kneipen gegründet. Das gilt für den Mainzer Ruderverein 1878, der in einem Nebenzimmer im „Pfälzer Hof“ das Licht der Welt erblickte[Anm. 16] und auch für den Fußball. Am 16. März 1905 – so das heute offizielle Datum, wobei sich in den frühen Festschriften das Datum 27. März 1905 findet – kamen im Mainzer Café Neuf acht junge Männer zusammen und gründeten einen Fußballverein.[Anm. 17] Sie bezeichneten ihn als „wildes Gebilde“, er hatte noch keinen Namen und gehörte keinem Verband an.

Dem Vorstand gehörten Karl Finkenauer, Josef Kiefer und Karl Hachenberger an. Das waren Jugendliche, meist Schüler höherer Lehranstalten. Bald nach der Gründung nannten die Fußballer ihren Verein „Hassia“ – das ist die lateinische Form von Hessen –, denn Mainz gehörte damals zum Großherzogtum Hessen. Diese latinisierenden Bezeichnungen waren damals bei den Fußballclubs allgemein üblich. Sie Gründer orientierten sich an den studentischen Gepflogenheiten. Schon bei der Gründung spielten die gesellschaftlich voll integrierten Mainzer Jugendliche jüdischen Glaubens eine wichtige Rolle. Das zeigt sich bei vielen Fußballvereinen (z.B. 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt, Bayern München und vielen anderen) und besonders am Mainzer Beispiel Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Oktober 1905 wurde der 17-jährige Eugen Salomon zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Eugen Salomon war der Sohn eines jüdischen Kaufmanns.

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0.1.1.Schwierige Anfangsphase – die ersten Jahre bis 1919

Seitens der Mainzer Schulleitungen wurde die neue Sportart als undeutsch empfunden, und die Mitgliedschaft in Sportvereinen generell verboten. Daher kickten die Fußballer zunächst unter improvisierten Bedingungen gegen andere „wilde“ Fußballclubs aus der Nähe, so z.B. Germania Gustavsburg, Mombach 03, Kickers Mainz oder Biebrich 02. So schrieb der Mainzer Anzeiger am 18. August 1905: „Das am Sonntag in Biebrich stattgefundene Gesellschaftsspiel des Mainzer Fußball-Club „Hassia“ endigte mit einem Sieg der Biebricher. Wegen der den Mainzern unbekannten neuen Spielregeln wurde das dritte entscheidende Goal getreten."<anm>Mainzer Anzeiger vom 18.8.1905; zitiert nach 1. FSV Mainz 05: 100 Jahre, S. 42. Um welches Versehen der Mainzer es sich dabei handelte, erfahren wir aus der Zeitung nicht.

Die Autoren der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen erinnern sich an die frühen Jahre: „Wer von uns wenigen ´Alten´ erinnert sich nicht noch wehmutsvoll jener Zeit, als der Sport anfing, sich bei uns Bahn zu brechen? Elternhaus, Schule, Kirche, Staat und Stadt sahen in dem neuen Gebilde eine Gefahr für die Erziehung unserer Jugend. Der Fußballsport galt als roh und war deshalb verpönt.[Anm. 18] Dementsprechend waren die Rahmenbedingungen absolut improvisiert. In der Festschrift kann man lesen: „Ein paar abgeschnittene Hosen oder Sweater und die Werktagsschuhe bildeten die so lieb gewordene Sportausrüstung. Zwei Holzpfosten mit Schnur verbunden, später mit Querlatte wurden auf Umwegen zum außerhalb der Stadt liegenden Platz gebracht, und in den Boden eingelassen und – nun ging´s los![Anm. 19] Das Fußballfeld lag damals außerhalb der Festungseinrichtungen vor dem Gautor.

Dass auch die Militärs inzwischen den Fußballsport als Möglichkeit der körperlichen Ertüchtigung und Förderung des Zusammenhalts erkannt hatten, förderte den Fußball in Deutschland ungemein. Es gab eine Flottenmeisterschaft, und das Team der „Gneisenau“, das die Meisterschaft der Panzerkreuzer gewonnen hatte, gastierte Ende März 1910 in Mainz. Der rasante Aufschwung des Fußballs wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrochen. Man rechnete vor dem Hintergrund des „Schlieffenplans“ von deutscher Seite durchaus damit, dass Mainz Frontlinie werden könnte. Die Region um Mainz wurde mit einer der modernsten Befestigungsanlagen der damaligen Zeit ausgestattet, der sogenannten „Selzstellung"[Anm. 20]

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0.1.1.Der Aufstieg des 1. FSV Mainz 05 in den 20er Jahren

Wird noch formuliert. Hier schon ein paar Stichpunkte:

  • Das heute selbstironisch gepflegt Image vom Mainzer Karnevalsverein hat frühe Wurzeln. So trat der Spielführer der Mainzer Josef „Hipp“ Kiefer in der Fastnacht als Redner und Liederdichter auf. Während der närrischen Tage wurde die Mannschaft von einer regelmäßigen Spielschwäche befallen. Böse Zungen behaupten, das sei auch heute noch so.
  • Was sagte die Besatzungsmacht zum Fußball?
  • Ein Stadion wird gebaut
  • Die Bretzenheimer fürchteten schon in den 20er Jahren um ihre Felder
  • Festschriften als Ausdruck eines prosperierenden Vereins
  • Unterstützung von 05 durch Mainzer Juden: Werbung in den Jubiläumsschriften 1925 und 1930

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0.1.1.Die Naziherrschaft und die Krise des Vereins in den 30er Jahren

Der Fußball und die Nazis:

Der Fußballsport war ein Spiegelbild der Gesellschaft. Die meisten Funktionäre und Spieler folgten nach 1933 mit Begeisterung den nationalsozialistischen Parolen. Der DFB wehrte sich nicht gegen die Vereinnahmung durch das NS-Regime, um seine Existenz zu sichern.[Anm. 21] Schon 1933 wurden die Juden aus zahlreichen Vereinen ausgeschlossen. In der sogenannten Stuttgarter Erklärung vom 9. April 1933 bekundeten 14 süddeutsche Fußballclubs ihre Absicht, die Juden aus ihren Vereinen zu entfernen. Unter den Unterzeichnern finden sich Bayern München, Eintracht Frankfurt und der 1. FC Kaiserslautern.[Anm. 22] In der Realität wird diese Verpflichtung in den verschiedenen Clubs unterschiedlich gehandhabt worden sein, wie man am Beispiel der Vereine Kaiserslautern, München, Dortmund oder Schalke exemplarisch sehen kann.

Mainz und die Nazis:

In Mainz konnten die Nazis im Vergleich zu anderen Städten und Regionen weniger Fuß fassen. Dies lag an der Besatzungspolitik der Franzosen, der starken Arbeiterbewegung und dem einflussreichen Katholizismus in der Stadt. Bis 1933 war es Christen verboten, in die NSDAP einzutreten. Die Ernährungssituation war miserabel, und die Arbeitslosigkeit stieg stetig an. Doch auch in Mainz war die wirtschaftliche Lage miserabel. Im Jahre 1927 hatte die Stadt mit einer Zahl von 72 Erwerbslosen auf 1.000 Einwohner nach Offenbach die höchste Arbeitslosenzahl in Westdeutschland. Durch die Weltwirtschaftskrise stieg diese Zahl noch weiter an, so dass die Erwerbslosenzahl Ende September 1932 12,9% betrug. So wundert man sich nicht, dass sich die NSDAP bei den Reichstagswahlen am 31.7.1932 auch in Mainz mit ca. 30% vor der SPD zur stärksten Partei gemausert hatte.

Am 30. Januar 1933 feierten die Nationalsozialisten die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Auch wenn die Stimmenanteile der Nazis bei den letzten „freien“ Reichstagswahlen nicht ihren Erwartungen entsprachen – in Mainz waren es „nur“ 34%, wurde schon 1933 das gesamte gesellschaftliche und politische Leben „gleichgeschaltet“. D.h. demokratische Strukturen wurden beseitigt, vor dem Hintergrund einer primitiven Rassenlehre wurden die Juden aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und alle Führungspositionen mit linientreuen Nazis besetzt. Schon am 9. März 1933 kam es zu ersten Boykottmaßnahmen gegen jüdische Geschäfte in Mainz. Am 1. April 1933 rief Reichspropagandaminister Goebbels zu einem allgemeinen Judenboykott auf. Am 7. April wurden die Juden aus der Beamtenschaft entfernt. Durch die berüchtigten „Nürnberger Gesetze“ vom 15. September 1935 verloren die Juden die bürgerlichen Rechte, Mischehen wurden verboten.

Die 05er und die Nazis

Wie verhielten sich die 05er zu den Nazis? Die bislang vorliegenden Dokumente ergeben kein einheitliches, abschließendes Bild zur Haltung des Vereins. Eine Aufarbeitung der Vereinsgeschichte in den 30er Jahren fehlt trotz mancher Bemühungen[Anm. 23] bislang bzw. ist aufgrund der schwierigen Quellenlage nur schwer möglich. Offensichtlich - agierten die Mainzer Fußballer zunächst den Nationalsozialisten gegenüber durchaus reserviert. Am 13. Juni 1932 kam Adolf Hitler als „Wahlkämpfer“ nach Mainz. Bis kurz vor der Veranstaltung hatten die 05er der NSDAP ihr Stadion für den Auftritt Hitlers verweigert, um dann doch kurz vorher einzulenken.

Vor dem Hintergrund des Drucks der Nazis und ihrer menschenverachtenden Judenpolitik änderte sich dies schon 1933 grundlegend. Seit der Gründung hatten jüdische Mainzer eine wichtige Rolle in den Sportvereinen und vor allem beim Fußball gespielt – sei es als Spieler, Funktionäre oder Förderer. Von 1911 bis 1933 hatte Ernst Cantor (1877–1942) als 1. Vorsitzender die Geschicke des Mainzer Turnvereins 1817 e. V. geleitet. 1933 erklärten er und weitere langjährige jüdische Mitglieder dem MTV 1817 mehr oder weniger „freiwillig“ ihren Austritt. Eugen Salomon war zeitweilig Erster Vorsitzender und bis 1933 in leitender Funktion im Verein tätig. Schon 1933 floh er vor den Nazis aus Mainz. Carl Lahnstein, der Inhaber des Kaufhauses Lahnstein, war einer der wichtigsten Förderer. Beide waren Leidtragende der Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte.

In Mainz berichtete der Mainzer Anzeiger am 10. August 1938 über eine außerordentliche Mitgliederversammlung, auf welcher der Verein „gleichgeschaltet“ und das Führerprinzip eingeführt wurde. Der neue „Führer“ des Vereins wurde der alte Erste Vorsitzende Direktor Laufer. Dieser sagte in der Versammlung, „dass der Verein als erster nunmehr dem nationalsozialistischen deutsche Sportbund beitrete“. Am Schluss seines Berichts vom 10. August 1933 schrieb der Mainzer Anzeiger: „Herzliche Schlussworte des neuen Führers von Mainz 05, das mit großer Begeisterung gemeinsam gesungene Deutschland- und Horst-Wessellied und das donnernde Sieg Heil auf den jungen Reichskanzler Adolf Hitler beendeten die Gleichschaltungsversammlung bei Mainz 05, deren feierliche Weihe ein besonderes Ehrenblatt in der Geschichte von Mainz 05 einnehmen wird“ [dies war nicht der Fall – das wissen wir heute.][Anm. 24] Auch die Aussage eines Zeitgenossen deutet darauf hin, dass bei 05 die Juden sehr schnell aus dem Verein entfernt wurden. Ein wegen staatsfeindlicher Äußerungen angeklagtes NSDAP-Mitglied rühmte sich 1933 in seiner schriftliche Aussage an das politische Sondergericht in Darmstadt: „Dass ich mich in gleichem Sinne unter den Sportlern und insbesondere im ersten Mainzer Fußball und Sportverein 05 betätigte und besonders hier gegen das Judentum vorging, das sich damals sehr zahlreich in den Vorstand eingeschlichen hatte, um die Jugend in ihrem jüdisch-marxistischen Geist zu erziehen….“[Anm. 25]

Andere Stimmen beurteilten die Politik des Vorstands milder. Hans Emde äußerte sich im Interview mit den Autoren der Festschrift 2005: „Sicher haben wir nachher auch im 05 einige Leute gehabt, die den Nazis nahestanden und auch dadurch avanciert sind, aber es hat sich trotzdem nicht so krass bemerkbar gemacht wir scheinbar irgendwo anders.“[Anm. 26] Dazu kommt, dass bei der Generalversammlung am 8. August 1933 auffallende wenige Mitglieder teilgenommen hatten.

Insgesamt ist die Beurteilung der Haltung des Vereins – solange keine gesicherten Ergebnisse vorliegen – ambivalent. Die Autoren des Jubiläumsbuches von 2005 schreiben: „Die Tatsache, dass Mainz 05 als erster Verein des Gaues dem „nunmehr nationalsozialistischen deutschen Sportbund“ beitrat, könnte als Indiz für einen besonderen Eifer der Vereinsoberen gewertet werden. Ob dies schnelle Anpassung an die neuen Verhältnisse unter Druck der Nazis erfolgte, ob sie Zeichen eines ausgeprägten Opportunismus war oder ob die Menschen, die zuvor die Geschicke des Vereins gemeinsam mit den verdienten jüdischen Mitgliedern lenkten, nun innerhalb weniger Monate zu glühenden Nationalsozialisten mutierten, die Frage bleibt unbeantwortet.“[Anm. 27] Sicher ist: Die Politik der Nationalsozialisten stürzte den Verein in die Krise.

Dem sportlichen Aufstieg in den 20er Jahren folgte der Einbruch in den 30er Jahren. Weitere Bemerkungen zur Vereinsentwicklung nach 1933…

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0.1.1.Neubeginn im Schatten von Kaiserslautern - die Zeit nach 1945

0.1.2.Der Aufstieg zum Bundesligaclub

Nachweise

Verfasser: Elmar Rettinger

Erstellt am: 28.1.2017, zuletzt aktualisiert am 20.2.2017

 

Literatur:

1. FSV Mainz 05: 100 Jahre. Das Buch zum Jubiläum. Hg. vom 1. FSV Mainz 05. Mainz 2005.

25 Jahre 1. Mainzer Fußball- und Sportverein 05 e.V. Mainz 1930.

Bahro, Berno: "Kleine Inseln in einem Meer von Vergessen" : spätes und schwieriges Erinnern an die NS-Vergangenheit in Sportvereinen. Vergessene Rekorde : jüdische Leichtathletinnen vor und nach 1933. Berlin: Bundeszentrale für politische Bildung (Verlag), (2009), S. 182-189. (Inhalt siehe: http://d-nb.info/994179812/04).

Bauer, Thomas: Der Frankfurter Fußball 1933 bis 1945: "Von Tschammer und Osten, dein Pokal soll verrosten!" In: Peiffer, Lorenz; Schulze-Marmeling, Dietrich (Hgg.): Hakenkreuz und rundes Leder : Fußball im Nationalsozialismus. Hildesheim 2008, S. 386-395.

Dietz-Lenssen, Matthias: Von der Realität eingeholt. Ernüchterung bei den 05-Fans. In: Mainz: Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte; 31 (2011) 4, S.116ff.

Festschrift zum 20jährigen Bestehen des 1. Mainzer Fußball- und Sportverein 05 e.V. 1905-1925. Mainz 1925.

Goch, Stefan/ Silberbach, Norbert: Zwischen Blau und Weiß liegt Grau. Der FC Schalke 04 im Nationalsozialismus. Essen 2005.

Havemann, Nils: Fußball unterm Hakenkreuz. Der DFB zwischen Sport, Politik und Kommerz. Frankfurt 2005.

Höllein, Werner u.a.: Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum 1905-1955. Mainz 1955.

Koch, Konrad: Die Geschichte des Fussballs im Altertum und in der Neuzeit. 2. Auflage Berlin 1895 (Nachdruck: Münster 1983).

Kolbe Gerd: Borussia Dortmund im Nationalsozialismus. In: Dembowski, Gerd; Scheidle, Jürgen (Hgg.): Tatort Stadion : Rassismus, Antisemitismus und Sexismus im Fußball. Köln 2002, S. 31-43.

Kolbe, Gerd: Der BVB in der NS-Zeit. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2002.

Niem, Christina: "Die Macht aus Rheinhessen“. In: Rheinhessen – Identität – Geschichte – Kultur. Hg. von Franz J. Felten und Michael Matheus. Stuttgart 2016 (Geschichtliche Landeskunde, Bd. 72), S. 165-176.

Peiffer, Lorenz: Gefeiert, verfolgt, ermordet – und dann vergessen? : das Schicksal des Julius Hirsch und anderer jüdischer Sportler. In: Beiträge zur deutschen und jüdischen Geschichte; Jahrbuch des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts, 2008, S. 49-62.

Peiffer, Lorenz: Julius Hirsch, der ermordete Nationalspieler. In: Sportler im "Jahrhundert der Lager" : Profiteure, Widerständler und Opfer. Hildesheim 2012, S. 230-234 (Inhalt siehe: http://d-nb.info/1017946450/04 dort weitere Namen von jüdischen Sportlern – auch Fußballern)

Rehberg, Reinhard / Karn, Christian: Karneval am Bruchweg. Die großen Jahre von Mainz 05. Göttingen 2008.

Rückschau auf das sechzigjährige Vereinsbestehen 1905-1965. Mainz 1965.

Schreiner, Dominic: Spurensuche: Eugen Salomon - das tragische Schicksal des Gründers des 1. FSV Mainz 05. In: Mainz: Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte; 31 (2011) 4, S.70-73.

Skrentny, Werner: Julius Hirsch. Nationalspieler ermordet: Biografie eines jüdischen Fussballers. Hildesheim 2012 (Inhalt siehe http://d-nb.info/1017945101/04).

Skrentny, Werner: Unendlich viel zu verdanken – Jüdische Traditionen im Fußball-Süden, in: Dietrich Schulze-Marmeling (Hrsg.): Davidstern und Lederball, Göttingen 2003.

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Anmerkungen:

  1. Uwe Marx: Sport und Steuer – zwischen Sein und Scheinen. In: http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/sport-und-steuern-zwischen-sein-und-scheinen-12666628.html (aufgerufen am 2.1.2017). - Rafael Buschmann im Gespräch mit Marina Schweizer: http://www.deutschlandfunk.de/steuerskandal-im-fussball-steueroasen-kooperieren-nur-in.1346.de.html?dram:article_id=373041 (aufgerufen am 2.1.2017); Sendung vom 3.12.2016, bis ca. Mitte 2017 in der Mediathek des Deutschlandfunks anzuhören Zurück
  2. Marcus Erberich: Fans in der Bundesliga: Der moderne Fußball wird zum Problem - doch (noch) sind die Stadien voll: http://web.de/magazine/sport/fussball/fans-bundesliga-moderne-fussball-problem-stadien-voll-32021800, aufgerufen am 21.11.2016). Zurück
  3. Robert Manz: Fankultur in Deutschland. http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sport/fussballgeschichte/pwiefankulturindeutschland100.html (aufgerufen am 29.12.2016). Zurück
  4. http://www.niewieder.info/ (aufgerufen am 28.12.2016). Zurück
  5. http://www.ente-bagdad.de/ (aufgerufen am 28.12.2016). Zurück
  6. Im Internet findet sich vieles zur Geschichte des Fußballs, z.B. in der Wikipedia unter https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Fu%C3%9Fballs (aufgerufen am 28.12.2016. - Ein Beitrag von Planet Wissen: Fußballgeschichte, http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sport/fussballgeschichte/index.html (aufgerufen am 29.12.2016). - Ausführliche Informationen bei Florian Reiter: Der Kick mit dem Ball. Die Geschichte des Fußballs. Berlin 2009. - Wolfram Pyta: Der lange Weg zur Bundesliga. Zum Siegeszug des Fußballs in Deutschland. Münster 2004. Seit Oktober 2015 gibt es in Dortmund ein „Deutsches Fußballmuseum“, https://www.fussballmuseum.de/ (aufgerufen am 29.12.2016). Zurück
  7. Allgemein zu Sportvereinen: Bahro, Berno: "Kleine Inseln in einem Meer von Vergessen": spätes und schwieriges Erinnern an die NS-Vergangenheit in Sportvereinen. Vergessene Rekorde: jüdische Leichtathletinnen vor und nach 1933. Berlin: Bundeszentrale für politische Bildung 2009, S. 182-189. - Peiffer, Lorenz: Gefeiert, verfolgt, ermordet – und dann vergessen? Das Schicksal des Julius Hirsch und anderer jüdischer Sportler. In: Beiträge zur deutschen und jüdischen Geschichte. Jahrbuch des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts, 2008, S. 49-62. - Juden und Sport vor dem Holocaust: eine Retrospektive in Bildern: http://www.yadvashem.org/yv/de/exhibitions/sport/index.asp#Zurück
  8. Antrittsvorlesung von Dr. Christa Niem: http://www.magazin.uni-mainz.de/866_DEU_HTML.php zu Mainz 05: https://de.wikipedia.org/wiki/1._FSV_Mainz_05 (aufgerufen am 28.12.2016). - Christina Niem: "Die Macht aus Rheinhessen“. In: Rheinhessen – Identität – Geschichte – Kultur. Hg. von Franz J. Felten und Michael Matheus. Stuttgart 2016 (Geschichtliche Landeskunde, Bd. 72), S. 165-176. Zurück
  9. Fußballgeschichte. In: http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sport/fussballgeschichte/index.html (aufgerufen am 29.12.2016). Zurück
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Ludwig_Jahn (aufgerufen am 28.12.2016). Zurück
  11. Sarah Traub: Die Mainzer Zentraluntersuchungskommission. - Einrichtung einer Zensurbehörde in Mainz (http://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/mainz/einzelaspekte/die-mainzer-zentraluntersuchungskommission.html (aufgerufen am 28.12.2016). Zurück
  12. Zur Demokratieentwicklung vgl. http://www.demokratiegeschichte.euZurück
  13. Zur Demokratieentwicklung vgl. http://www.demokratiegeschichte.eu Zurück
  14. Vgl. Planet Wissen und Wikipedia.  Zurück
  15. Zitiert nach https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Fu%C3%9Fballs#Einf.C3.BChrung_des_Fu.C3.9Fballs_in_Kontinentaleuropa (aufgerufen am 2.1.2017). – Vgl. auch Konrad Koch: Die Geschichte des Fussballs im Altertum und in der Neuzeit. 2. Auflage Berlin 1895 (Nachdruck: Münster 1983). Zurück
  16. http://www.mainzerruderverein.de/verein/gruendungsprotokoll/ (aufgerufen am 28.11.2016).  Zurück
  17. Zur Geschichte von Mainz 05 vergleiche die verschiedenen Festschriften: Festschrift zum 20jährigen Bestehen des 1. Mainzer Fußball- und Sportverein 05 e.V. 1905 – 1925. Mainz 1925. - 25 Jahre 1. Mainzer Fußball- und Sportverein 05 e.V. Mainz 1930. - Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum 1905-1955. Höllein, Werner u.a.. Mainz 1955. - Rückschau auf das sechzigjährige Vereinsbestehen 1905-1965. Mainz 1965. - 1. FSV Mainz 05: 100 Jahre. Das Buch zum Jubiläum. Hg. vom 1. FSV Mainz 05. Mainz 2005. Zurück
  18. 25 Jahre 1. Mainzer Fußball- und Sportverein 05 e.V. Mainz 1930. Zurück
  19. Ebd. Zurück
  20. Büllesbach, Rudolf [u.a.]: Bollwerk Mainz. Die Selzstellung in Rheinhessen. München 2013. – Rudolf Büllesbach: Die Selzstellung in Rheinhessen. In: http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/buellesbach-selzstellung.html (aufgerufen am 27.1.2017) Zurück
  21. Vgl. Nils Havemann: Fußball unterm Hakenkreuz. Der DFB zwischen Sport, Politik und Kommerz. Campus-Verlag: Frankfurt am Main/New York 2005. Zurück
  22. https://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgarter_Erkl%C3%A4rung_(1933). Zurück
  23. 1. FSV Mainz 05: 100 Jahre, 2005, S. 70-81 und Christian Karn/Oliver Heil: Die dunklen Jahre: http://www.nullfuenfmixedzone.de/die-dunklen-jahre Zurück
  24. Mainzer Anzeiger vom 10. August 1933; zit. nach 1. FSV Mainz 05: 100 Jahre, 2005, S. 72.  Zurück
  25. Landesarchiv Speyer, H 53, Nr. 2703; zit. nach 1. FSV Mainz 05: 100 Jahre, 2005, 73.  Zurück
  26. 1. FSV Mainz 05: 100 Jahre, 2005, S. 73.  Zurück
  27. 1. FSV Mainz 05: 100 Jahre, 2005, S. 73.  Zurück