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Johann Eberhard Schlosser aus Hamm/Sieg

von Annette Röcher

Bei meiner Suche nach Hinweisen zu den Familien Schlosser aus Scheidt stieß ich auf einen Stammbaum Stangier, in dem ein Johann Eberhard Schlösser - geboren am 20.4.1726 in Hamm/Sieg, gestorben am 29.9.1789 - in Holpe genannt wurde. Er war gelernter Gerber und später Schöffe in Morsbach. Am 4.7.1752 heiratete er in Holpe Anna Maria Stangier, geboren am 14.10.1725 in Morsbach, Vater: Johann Peter Stangier, Mutter: Anna Gertrud Quast.

Zu der Zeit sagte mir weder der Name Eberhard Schlösser, noch der Hinweis auf einen Gerber etwas. In einem kleinen Buch, dass Herr Josef Heer aus Wissen mir vor vielen Jahren geschenkt hatte, schrieb er über »Die Läderer im Wisserland«. Darin wurde die Familie Wilhelm Schlösser als Gerber erwähnt, die einen Vertrag mit dem Freiherrn Melchior Gottfried von Hatzfeldt hatten, der ihnen den Bau einer Lohmühle in Wissen erlaubte. Er nannte »Eberhard Schlösser, tätig in Friesenhagen und in diesen Verwandtenkreis gehörend«, und erwähnte, dass Gerber, laut ihrer Zunftordnung, »auf die Walz« gingen. Das war zunächst sehr verwirrend; gleiche Vornamen, der Wechsel von Hamm zu Wissen und von Schlosser zu Schlösser.

Im Familienbuch für Hamm wurde Johann Eberhard Schlosser damals noch nicht genannt. Bei der Suche stellte sich folgendes heraus: Johann Eberhard Schlosser wurde am 20.Juni 1726 im Kloster Marienthal getauft. Seine Eltern, die 1722 in Marienthal getraut wurden, waren Johann Roderich Schlosser, Sohn des Wilhelm Schlosser aus Wissen, und Anna Maria Thal aus Hamm. Seine Paten waren u.a. Johann Anton Thal aus Hamm und Eberhard Schlösser aus Friesenhagen. Sein Großvater Emanuel Thal, der eine Gerberei in Hamm besaß, hatte dazu das Amt eines Syndicus, des »geistigen Vaters« , im Kloster Marienthal inne. ... Johann Roderich Schlosser, sein Vater, würde sich an der Gerberei beteiligen und sie vielleicht vergrößern. Sein Onkel Johann Anton Thal würde als Missionspastor in Rosbach und später in Holpe tätig sein. Einer seiner Brüder würde die Gerberei übernehmen und ... . Doch zunächst wuchs Eberhard in Hamm auf und erlernte sicher hier, im Familienbetrieb, den Beruf des Gerbers.

Trotz vieler Stunden in der katholischen Kirche in Wissen, die ihre alten Kirchenbücher noch haben, und den Daten eines Familienforschers konnte das Verhältnis der Wissener und Hammer Gerber-Familien Schlosser bisher nicht eindeutig geklärt werden.

Aus der Chronik Morsbach:

... Eine ähnliche Schöffenreihe kommt aus der Sippe Stangier ... Johann Peter Stangier, der zunächst in Solseifen und etwa ab 1753 in Morsbach wohnt, ist schon 1731 Schöffe, denn auch er ist bei der Erbhuldigung dabei. Sein Bruder Lorenz Stangier wird ihn auf der Schöffenbank abgelöst haben. Dann folgt Johann Heinrich Stangier, ein Sohn des Peter Stangier, geboren in Solseifen, getauft am 1.1.1731 in Morsbach. 

Zu dieser Sippe gehört auch der Schwiegersohn des Johann Peter Stangier,[Anm. 1] der am 20.4.1726 in Hamm an der Sieg geborene Johann Eberhard Schlösser. Von Beruf ein Gerber, wird er nach der Heirat mit der Anna Maria Stangier (1752) nach Holpe gezogen sein. Sein Grabstein aus Sandstein steht vor der katholischen Kirche in Holpe mit der rückseitigen Inschrift: ANNO 1789 (den) 29TEN SEPTEM IST GESTORBEN UND ITEM (1.) OCTOBER ALHIER BEGRABEN WORTEN JOHANNES EVERHARTUS SCHLÖSSER VON HOLPE; SEINES ALDERS 63 JAHR, GEWESENER GEREICHTS SCHEPEN ZV MORSBACH VUND HOLPE R I P .

Sein Sohn Johann Anton Schlösser (1752- 1836) schließt am 14.11.1793 die Ehe mit Maria Josefa Diederich aus Übersetzig (1774- 1813). In der Franzosenzeit ist er Maire der Mairie Morsbach.

Deren Sohn Franz Josef Schlösser (1797- 1874) heiratet am 15.1.1824 in Rösrath seine Cousine Anna Dorothea Gammersbach und wird Bürgermeister der Gemeinde Morsbach. Wie aus dem Schultheiß ein Maire, so wurde aus dem Schöffen ein Munizipalrath.

Der Bürgermeister blieb zunächst in preußischer Zeit Johann Anton Schlösser bis 1815, von 1816 bis 1822 Johann Wilhelm Garenfeld[Anm. 2] und ab 1823 Franz Josef Schlösser, der seinen Amtssitz in Holpe einrichtete. Der Bürgermeister wurde im Jahre 1831 wiederum von 42 Wahlberechtigten der Gemeinde Morsbach einstimmig gewählt. Es war Franz Josef Schlösser. Sein Nachfolger wurde 1857 Bürgermeister Thoenes. (S. 169 und S. 215)

Innerhalb weniger Sätze von Eberhard Schlösser zum Enkel Franz Josef Schlösser, der seine Cousine in Rösrath heiratet, war sehr überraschend, bestätigte aber die Angaben aus dem Stammbaum. Für die Recherche beschloss ich, zunächst die Daten der Geschwister zu prüfen, ob sich dabei eine Verbindung nach Rösrath ergab. Dass der Verbleib des Eberhard Schlosser aus Hamm geklärt war, wäre das befriedigende Ergebnis gewesen - wenn da nicht die Neugier wäre.

Eberhard Schlösser, Friesenhagen (Wissen)

Die Taufe des Eberhard Schlösser, Sohn des Gerbers Wilhelm Schlösser in Wissen, wurde im November 1688 in der katholischen Kirche in Wissen eingetragen. Ob dieser Eberhard identisch mit dem Paten aus Friesenhagen war und vor allen Dingen, warum er dort tätig war, bedarf weiterer Klärung. Weitere Daten waren nicht bekannt, aber in dem Buch von Hermann Stausberg »Hof und Geschlecht Stausberg« wurde ich fündig:

Weber in Gerndorf, Vater: Johann Adam Weber -Elisabeth Weber, geboren zu Friesenhagen Taufe am 5.2.1690, gestorben am 18.3.1723 zu Friesenhagen, heiratet am 8.11.1712 Gerber Eberhard Schlösser, Sohn des Wilhelm Schlösser in Friesenhagen. - Der Bruder Johann Weber wird als Dominus/Syndicus in Friesenhagen angegeben. 

Vater: Johann Solbach - Agnes Elisabeth Solbach, geboren zu Gösingen Taufe am 9.5.1700, heiratet in 1. Ehe am 31.8.1723 Eberhard Schlößer, zünftigen Gerbermeister in Friesenhagen, Witwer der Elisabeth Weber.

Heirat in 2. Ehe am 19.8.1732 Johann Wilhelm Hermanus, Sohn des verstorbenen Michael Hermanus in Eisern, Pfarrei Rödgen, Fürstentum Siegen und der Agnes ...

Durch die Arbeit von Herrn Stausberg er gab sich noch etwas anderes:

Friesenhagen: Stammort ist anscheinend der Wieserhof in Friesenhagen. Es gab nur wenige Familien dieses Namens. Nach 1750 sind die Friesenhagen in Wildenburg schon ausgestorben. Gertrud Friesenhagen, geboren zu Friesenhagen Taufe 16.2.1652, gestorben zu Friesenhagen am 20.10.1702, heiratet am 29.7.1674 Johann Adam Weber, geboren zu Gerndorf, Taufe am 21.10.1646, Schuhmacher.

Johann Daniel Stangier zu Friesenhagen Taufe 20.4.1670, Dominus, Praetor in der Burg Wildenburg, Kirchengutpächter, heiratet am 8.11.1695 Anna Lucia Weber geboren zu Friesenhagen, Taufe am 19.5.1675, Tochter des Johann Adam Weber.

Die Daten von Daniel Stangier, Vater von Johann Peter Stangier, stimmen mit den bisher veröffentlichten Daten überein, in denen auch Gertrud Friesenhagen genannt wurde. Es zeigt sich, dass Anna Lucia Weber, die Frau von Daniel Stangier, und Elisabeth Weber, die erste Frau von Eberhard Schlösser, Schwestern waren und Eberhard Schlösser durch die Heirat ein Schwager des Daniel Stangier wurde.[Anm. 3]

Johann Eberhard Schlosser, Hamm

Zu Eberhard Schlosser gab es in Hamm keine weiteren Hinweise. Inwieweit die Verwandtschaft seines Paten, der laut den Heiratsdaten vor August 1732 verstarb, Einfluss auf seinen Werdegang hatte, ist nicht bekannt. Nach seiner Heirat 1752 erschienen Eberhard und seine Frau mehrfach bei Taufen und Hochzeiten seiner Geschwister in Hamm - Eberhard u.a. 1753, 1764, 1775 -Anna Maria, seine Frau u.a. 1769, 1771.

Die Daten einer Tochter der Eheleute fand ich bei Herrn Stausberg unter:

Koch, eine kleine Familie, die um 1700 zum ersten Male in Weierseifen genannt wird. Vater Johann Wilhelm Koch: Johann Thomas Koch, Dominus, heiratete am 10.9.1793 Anna Dorothea Sophia Schlösser, Tochter des Johann Eberhard Schlösser in Holpe und Anna Maria Stangier (getraut in der Burgkapelle zu Crottdorf). Er heiratete in zweiter Ehe am 26.2.1805 Anna Christina Brühl aus Schönbach.

Anna Dorothea Sophia Schlösser muss demnach vor Februar 1805 gestorben sein.

Der Sohn von Eberhard Schlösser und Anna Maria Stangier, Johann Anton, wurde am 15.1.1760 in Morsbach getauft und verstarb ... 1836 in Morsbach oder Holpe. Er heiratete am 14.11.1793 in Holpe Maria Josefa Diederich, geboren ... 1774 in Übersetzig, gestorben ... 1813 in Holpe. [Anm. 4]

Der Sohn von Johann Anton Schlösser und Maria Josefa Diederich, Franz Josef Schlösser wurde ... 1797 in Holpe getauft und starb 1874 in Holpe. Er heiratete am 15.1.1824 in Rösrath Anna Dorothea Gammersbach. (Daten aus dem Stammbaum)

Adressbuch 1836 für Morsbach: Schlösser Franz Josef, Bürgermeister, Rotgerber, Mühlen-und Gutsbesitzer.[Anm. 5]

Wenn man alle Kinder von Eberhard, Sohn Johann Anton und Enkel Franz Josef aufführen könnte, würde dies den Rahmen der Arbeit übersteigen. Da sich bei den Geschwistern keine Hinweise nach Rösrath ergeben hatten, versuchte ich mehr über den Namen Gammersbach herauszufinden.[Anm. 6] In der Ortschronik Morsbach werden auf S. 141 »als tätige Missionare/Pfarrer in Holpe u.a. Dahl aus Marienthal 1762«, - Johann Anton Thal aus Hamm, der Onkel von Eberhard Schlösser sowie »Hermann Josef Heinrich Gammersbach 1783-1809« genannt. S.251: »Von 1782-1812 war Hermann Heinrich Gammersbach Missionar in Holpe. Er ist hier gestorben und begraben worden.«

In Rösrath fand ich den »Geschichtsverein Rösrath«, ansässig im Haus Eulenbroich; dieser bietet eine Vielzahl von Büchern an, die zur Geschichte Rösraths herausgebracht wurden. Auf Anfrage zu Anna Dorothea Gammersbach wurde mir das Buch »Herrschaft der Höfe« empfohlen, um mich darin zu nächst zu informieren und dann verbleibende Fragen zu klären. Die entsprechende Ausarbeitung darin war Haus Steeg, Rösraths erstes Bürgermeisterbüro[Anm. 7]

... Einzelheiten zu Hof Steeg[Anm. 8] erfahren wir erst nach dieser Zeit, als Johann Heinrich Gammersbach und seine junge Familie die neuen Bewohner werden. Vier Generationen lang wird die Familie Gammersbach auf dem Steegerhof arbeiten und wirken. Irgendwann in dieser Zeit ist das Gehöft in das Eigentum der Familie übergegangen, möglicherweise hat Johann Heinrich es bereits 1680 erworben oder, was natürlich auch denkbar ist, geerbt ...

... Bei der Niederschrift einer Urkunde war der Schöffe Johann Heinrich Gammersbach als Zeuge anwesend. Weil er aber »Schriebens unerfahren« war, unterschrieb der Schöffe Michael Dreesbach für ihn die Urkunde. Rund 100 Jahre später wird sein Urenkel als promovierter Jurist auf dem selben Hof arbeiten, wie wir noch sehen werden ...

... Lothar Heinrich, geboren 1717, und Anna Catharina Vilckerath aus Bergisch Gladbach, Heirat 1742, waren nicht nur Eigentümer des Steegerhofes; auf der anderen Seite der Sülz nannten sie noch einen Hof ihr eigen, ein »Erbgütchen«, im Krühmerich gelegen. Wer es erbte und mit in die Ehe brachte, ist nicht bekannt. Sehr klein war dieser Hof allerdings nicht; zu Haus, Stall und Scheunen gesellten sich noch 8 Morgen Ackerland und 14 Morgen Eichenbestand.

Am Heiligabend 1768 überschrieben Heinrich und Anna Catharina dieses »Gütchen«, das einen Wert von 800 Reichstalern hatte, ihrem Sohn Heinrich Hermann, der zu diesem Zeitpunkt kurz vor seiner Priesterweihe stand. In der Schenkungsurkunde wurde ausdrücklich erwähnt, dass er den anderen Kindern dadurch nicht »vervortheilt« würde. Danach kann man davon ausgehen, dass Heinrich und Anna Catharina recht betuchte Eheleute waren. Anna Catharina verstarb recht jung mit 55 Jahren (28.12.1773); Heinrich überlebte sie um acht Jahre (Sterbedatum 2.11.1781).

Der bereits erwähnte Heinrich Hermann wurde am 18. Juni 1769 zum Priester geweiht; war bis 1782 Pastor in Wesseling, danach in Holpe, gelegen in der Gemeinde Morsbach an der Sieg, einer kleinen katholischen Enklave, wo er bis zu seinem Tode seelsorgerisch tätig war. Hier ist er auch beerdigt worden.

In dieser Generation rücken die Bewohner von Haus Steeg zusammen. Erstmals finden auf dem Steeger Hof zwei Familien ihr Zuhause, die der Söhne Adolf und Franz Wilhelm. Doch 1810 verlässt Adolf den Hof, um mit seiner Ehefrau Josefa Karthausen, gebürtig aus Deutz, in Rösrath eine Gastwirtschaft zu eröffnen. Franz Wilhelm wird der Alleineigentümer von Haus Steeg und erbt das Gut.[Anm. 9]

... Franz Wilhelm und Ehefrau Anna Catharina Schlösser sind die vierte und damit letzte Generation Gammersbach auf dem Steegerhof. Mit ihnen erhält der Hof einen Besitzer, der die Chance bekommt zu studieren, weit über die Gemeindegrenzen hinaus zu schauen und den man wohl als weltoffen bezeichnen kann. Er wurde am 14. Juni 1762 geboren, besuchte das Gymnasium Laurentianum in Köln, studierte Rechtswissenschaften in Köln und Heidelberg und schloss sein Studium mit einem Doktortitel ab.

Bei seinen brüderlichen Besuchen in Holpe dürfte er hier die Anna Catharina Schlösser kennen gelernt haben; die Tochter des Gerbers und Landwirts Johann Eberhard Schlösser und dessen Ehefrau Anna Maria Stangier. Geheiratet haben die beiden am 2. August 1791 in Holpe, wobei Bruder Heinrich Hermann die Ehe einsegnete.

... Der Innenminister in Düsseldorf er nannte Franz Wilhelm als ersten Bürgermeister - damals noch Maire genannt - in Rösrath Die Voraussetzungen für dieses Amt waren die Ortsansässigkeit, ein ausreichendes Vermögen und eine gesicherte Lebensstellung. Es handelte sich aber um eine ehrenamtliche Tätigkeit; Franz Wilhelm wurde nicht für diese Arbeit bezahlt und musste weiter in seinem Beruf arbeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Erst 1818 bekam ein Bürgermeister Gehalt. Das Büro wurde in einem Zimmer in Haus Steeg eingerichtet, das damit zum ersten »Bürgermeisterbüro« Rösraths avancierte ...

Ende 1812 war der Hass auf die Besatzungsmacht so groß, dass Gruppen von be waffneten Widerstandskämpfern - Knüppelrussen genannt - in die Gemeindeämter ein fielen und u.a. französische Akten vernichteten. Auch Franz Wilhelm erlitt dieses Schicksal. In einem Bericht an den Bezirkspräfekten in Mülheim berichtete er am 4. Februar 1813: ... überfielen mein Büro so überraschend, daß es mir nicht möglich war, außer einigen der schätzbarsten Stücke auf Seite zu bringen ( ... ), so sind die Register des Personenstands vom laufenden Jahr ganz alle und von den vorigen Jahren auch die Publikation zerstört worden ( ... ) ich darf ohne Regung des Gemüths nicht an die Szene mehr denken, in der ich habe zusehen müssen, daß so ein Auswurf von dollkühnen Menschen ein werthes Stück nach dem anderen herauswarfen und in voller Raserei vernichteten und zerfetzten.

Als nach der Franzosen-Zeit Rösrath zu einer preußischen Gemeinde wurde, blieb Franz Wilhelm Gammersbach noch bis Februar 1833 Bürgermeister, dann wurde er von seinem Schwiegersohn Finkelnburg abgelöst. Mittlerweile befand sich das Bürgermeisteramt im zentraler gelegenen Haus Vernauen, und auch Franz Wilhelm war mit seiner Familie in diese Villa eingezogen. Nach dem Tode seiner Ehefrau Anna Catharina (1834) beschloss er, den Steegerhof zu verkaufen ... am 29. Mai 1837, starb Franz Wilhelm Gammersbach in Vernauen, wo er in den letzten Jahren seines Lebens noch als Notar tätig gewesen war.

... Von den vier Kindern, die in der Zeit von 1793 bis 1805 in Steeg geboren wurden und das Erwachsenenalter erreichten, hatte Tochter Sophia ihren Vetter, den Bürgermeister von Morsbach, Franz Schlösser geheiratet und wohnte dort. Der Sohn Ferdinand war Kreisinspektor in Rheinbach, die unverheiratete Schwester Friederike wohnte bei ihm im Hause, und Isabella hatte den Bürgermeister Joseph Wilhelm Finkelnburg geheiratet und wohnte in Vernauen ...

Der Bericht geht noch ca. zehn Seiten weiter und enthält Angaben zum Verkauf und die weiteren Besitzer. Die oben genannte Sophia hieß mit vollständigem Namen: Anna Dorothea Sophia Gammersbach, geboren in Haus Steeg, getauft am 24.5.1796, als Taufort wurde Holpe angegeben.[Anm. 10] Die Heirat war am 15.1.1824 in Altenrath.[Anm. 11]

In dieser Ausarbeitung wurden drei Kinder von Eberhard Schlösser erwähnt - weitere wurden nicht recherchiert. - Die Tochter Maria Anna Catharina heiratete 1791, die Tochter Anna Dorothea Sophia und der Sohn Johann Anton heirateten 1793. Diese und weitere Heiraten seiner Nachkommen erlebte Eberhard Schlösser nicht mehr, da er am 29. September 1789 starb. Sein Grabstein ist erhalten geblieben und steht in den Veröffentlichungen für sein Leben und die Geschichte seiner Kinder und Enkel.

Quellen

  • Stausberg, Hermann: Hof und Geschlecht Stausberg, Ein Beitrag zur Geschichte des Wildenburger Landes, 1932 Verlag für Sippenforschung C. A. Starke Görlitz
  • Über "Fernleihe", z. B. Evangelische Bücherei Hamm/Sieg oder Kreisarchiv Altenkirchen.
  • Morsbach - Chronik einer oberbergischen Gemeinde Band I. Ausgabe 1987 - Band I u. II. im Kreisarchiv Altenkirchen.
  • www.stangier-net.de/Stammbaum/starr oder Google: stammbaum.stangier.
  • Herrschaft der Höfe, Von der einstigen Bedeutung der Höfe rings um Rösrath, Hoffnungsthal und Forsbach, Herausgeber: Geschichtsverein Rösrath E.V ., Band 38, 2008.
  • Daten aus dem Kirchenbuch des Klosters Marienthal Hamm/Sieg, bearbeitet von Herrn Kunibert Stock, im FB Hamm/Sieg 1670-1870 von Herrn Hartmut Paul, veröffentlicht über ArGeWe Westerwald /Internet.
  • Informationen zu Emanuel Thal, Johann Anton Thal u.a. aus meiner Ausarbeitung "Familie Thal in Hamm/Sieg"
  • Ehe von Maria Regina Garenfeld im evangelischen FB Hamm/Sieg von Herrn Strombach und Herrn Geilhausen.

Ich danke Herrn Jacek Swiderski vom Kreisarchiv Altenkirchen für seine kompetente, freundliche Beratung und Hilfestellung.

Anmerkungen:

  1. Johann Peter Stangier, Sohn von Daniel Stangier, Taufe 1.3.1699 Friesenhagen, †27.6.1770 in Morsbach. In erster Ehe: Anna Gertrud Quast † 9.9.1741 in Morsbach. In zweiter Ehe nach 4.1742: AnnaMargaretha Wirths, Tochter des Philipp Pampus aus Ellingshagen?, war die zweite Frau - Heirat um 1723 - von Heinrich Wilhelm Wirths aus Erblingen, Geschworener und Kirchspielsvogt, der 4.1742 starb und am 22.4.1742 in Holpe beerdigt wurde. Stammbaum Stangier: Daten der ersten Frau s.o., »2. oo Pampus« - In der Ortschronik Morsbach S.139: ... Frau des Peter Stangier, Anna Margarethe geb. Pampus, Witwe des Heinrich Wilhelm Wirths ... . Die Herkunft und Geburt von Anna Gertrud Quast sind nicht bekannt. - Daten für Heinrich Wilhelm Wirths: FB Hamm/Sieg von Hartmut Paul. Praetor Vogt, Vorsteher der Gemeinde, Schultheiß. Zurück
  2. Johann Wilhelm Garenfeld (1768-1822) wurde in Odenspiel als Sohn von Johann Peter Garenfeld - 1751-1801 Hilfsprediger und Pfarrer in Odenspiel - und Maria Katharina Wilhelmi geboren. Seine Tante, die Schwester von Johann Peter Garenfeld, Maria Regina Garenfeld heiratete 1774 Johann Konrad Seippel, Pastor in Hamm von 1774-1794. Zurück
  3. Ich habe oben das »System« von Herrn Stausberg beibehalten, so stand die erste Ehe von Eberhard Schlösser unter »Weber«, die zweite unter »Solbach« usw. Zurück
  4. Das Geburtsdatum aus Stammbaum Stangier 1760, in der Ortschronik 1752. Zurück
  5. Mühle und Gut existieren lt. Auskunft nicht mehr. Zurück
  6. Die vollständigen Namen lauteten: Franz Wilhelm Gammersbach – Franz Wilhelm Anton Gammersbach - Anna Catharina Schlösser – Maria Anna Catharina Schlösser - Ferdinand Gammersbach – Carl Ferdinand Gammersbach, die unverheiratete Schwester Friederike – Friederike Louise Gammersbach - Isabella, die Frau von Bürgermeister Johann Wilhelm Joseph Finkelnburg – Isabella Gertrud (Petronella) Gammersbach - Pfarrer Hermann Heinrich Gammersbach – Hermann Josef Heinrich Gammersbach - Franz Wilhelm Anton Gammersbach, 1808–1815 Bürgermeister der „Munzipalität“, 1815–1833 der Stadt Rösrath - Karl Ferdinand Gammersbach (1793–1870) 1818–1819 Landrat (kommissarisch) des Kreises Rheinbach (beide Angaben: Gammersbach Wiki) Johann Wilhelm Joseph Finkelnburg April 1833 – Juli 1841 (Liste der Bürgermeister von Rösrath). Zurück
  7. von Elisabeth Klein, Auszug ab S. 131. Zurück
  8. Auch wenn wir so gut wie nichts über die Erbauer von Haus Steeg wissen, so steht doch fest, dass es in den Jahren 1577/78 errichtet worden ist. Laut dendrochronologischem Gutachten ist dieses Kleinod oberhalb des Sülztals im Rösrather Stadtteil Rambrücken eines der ältesten Fachwerkhäuser des Bergischen Landes. Ebenso eindeutig lässt sich der Name von Haus Steeg erklären: Die erste Bezeichnung dieses Gehöftes lautet »zum Stegh«, genauso wie die Parzelle rechts und links der Sülz. Damit ist eine schmale Fußgängerbrücke belegt zwischen der Ram brücker Mühle und der Ortschaft Rambrücken, die erst vor einigen Jahren verschwand und weiter nördlich durch eine neue Fußgängerbrücke ersetzt wurde, über die die Bewohner von Rambrücken heute ins Rösrather Gewerbegebiet gelangen. (www.gv.roesrath.de oder Haus Steeg Rösrath Wikipedia) Zurück
  9. Auf der linken Seite des Textes befindet sich ein kleines Foto -das mir mehr als bekannt vorkam - mit dem Text: Grabkreuz für Johann Eberhard Schlösser, Schwiegervater von Bürgermeister Franz Wilhelm Gammersbach. Zurück
  10. Familienbuch Altenrath, Distrikt Lülsdorf S. 137, Zurück
  11. Familienbuch Altenrath S. 676, Angaben: Frau Elisabeth KleinZurück