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Baukräne

Auf zeitgenössischen Bildern sieht man häufig, daß Lasten mit Hilfe von verschiedenen Kränen gehoben wurden.
Der einfache Kran bestand aus einer Balkenkonstruktion unterschiedlicher Bauart, an deren Spitze stets eine Seilrolle befestigt war. Mit einem Handseil konnten die Bauarbeiter Steine und andere Baumaterialien leicht hochziehen. Bei schweren Lasten erleichterte man sich die Arbeit, indem man das Seil über Umlenkrollen zu einem am Boden verankerten und drehbaren Haspel führte, auf dem sich das Seil aufwickelte. Die langen Griffhebel an dem Haspel wurden von mehreren Männern bedient.
Tiere konnte man auf hohen und engen Gebäuden zu diesen Arbeiten kaum einsetzen, weil sie bei einer Zughöhe von 30 Metern einen Laufweg von 50 Metern benötigten und dieser Platz nicht vorhanden war.

Tretrad-Kran

Der Tretrad-Kran, seit der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts auf Baustellen zu finden, bestand hauptsächlich aus einem großen Laufrad, der Tretmühle, in dem mehrere Männer wie Hamster in ihrem Rad liefen. Ein mit der Tretmühle verbundenes Seil verlief über Rollen an einem Ausleger zur Hebelast.
Der größte, heute noch erhaltene Tretradkran steht auf dem nördlichen Turm der Liebfrauenkirche in München und wurde 1480 errichtet. Weitere Treträder stehen auf dem Turm der Liebfrauenkirche in Oberwesel, in Straßburg, Schwäbisch-Gemünd, auf Burg Fleckenstein und in Frankreich auf dem Mont St. Michel.

Steinzange

Es gab mehrere Möglichkeiten, die Seile an den Lasten zu befestigen. Das Zugseil wurde entweder um die Quadern geschlungen oder diese, seit dem frühen 13. Jahrhundert, mit Hilfe einer am Seilende angebrachten Steinzange (Hebeklaue, Greifschere) gepackt. Deren Zangenbacken griffen in die dafür vorgesehenen Löcher (Kropf-, Adler oder Teufelszangenlöcher) der Quader und klemmten sich beim Hochhieven darin so fest, daß ein Abrutschen unmöglich war. Diese Zangenlöcher, die von den Steinmetzen eingemeißelt wurden, sind an vielen Quadern noch heute zu erkennen.

Wolf

Die römische Aufhängevorrichtung, der sog. Wolf, bei dem ein Eisenstück am Ende des Seils in einem speziellen Bohrloch des Quaders verkeilt wurde, ist für den Burgenbau nur selten zu belegen.
Das Wolfsverfahren ist häufiger beim Kirchenbau zu finden. "Der Wolf besteht aus einem geraden Eisenstück und zwei keilförmigen Beistücken, die mit einem Bolzen zu einer schwalbenschwanzartigen Metallklaue verriegelt werden. Diese Klaue wird in eine der Quaderoberfläche eingemeißelte, gleichfalls schwalbenschwanzartige Vertiefung eingefügt [...] Beim Anziehen der Last verklemmen sich die Keilflächen des Wolfes fest im Quader."