Türme
Türme sind das Erkennungszeichen der mittelalterlichen Burg. Besonders der Bergfried ist das Symbol der Burg schlechthin. Seine Größe und Höhe verkörpern den Machtanspruch und das Prestigebedürfnis des Burgherrn. Neben dem zentralen Hauptturm findet sich auf den Burggelände eine unterschiedliche Anzahl von Türmen mit verschiedenen Funktionen. So gab es Türme, die als Verstärkung der Ringmauer oder der Zwingermauer dienten und ähnlich wie die Hurden als Kampfhäuschen anzusehen sind. Burgtore konnten zusätzlich durch einen Torturm geschützt sein. Es gab Treppentürme und Brunnentürme, vereinzelt auch Küchentürme.
Warttürme auf benachbarten Anhöhen gehören eigentlich nicht mehr zur Burg, bilden mit ihr aber gelegentlich eine gemeinsame Wehreinheit. Die Entwicklung der Feuerwaffen schließlich zwang gegen Ende des 15. Jahrhunderts zum Bau niedriger Geschütztürme.
Flankierungstürme
Halbrunder oder eckiger, aus der Ringmauer oder Zwingermauer vortretender Turm, von dem aus die Ringmauer und die benachbarten Türme seitlich mit Geschossen bestrichen werden konnten. Flankierungstürme sind seit den Kreuzzügen in Deutschland üblich
Schalentürme
Wehrturm in der Ringmauer einer Burg, der an der Innenseite offen ist. Dadurch konnten Angreifer, die bereits den Turm erobert hatten, vom Hof aus wirkungsvoll beschossen werden. Sein Wehrgang ist im Regelfall mit dem Wehrgang der Burgmauern verbunden.
Brunnentürme
Der Brunnen war eines der wichtigsten Anlagen in der Burg. Man achtete darauf, dass er möglichst an geschützter Stelle innerhalb des engeren Burgberings lag. Wenn er sich außerhalb von Gebäuden befand, war er überdacht oder sogar von einem massiven Brunnenhaus umgeben, um Verunreinigungen im Fall einer Belagerung zu vermeiden. Zwangen aber die Boden- und Geländeverhältnisse den Burgherrn dazu, den Brunnen außerhalb der schützenden Ringmauer anzulegen, musste er mit einer besonderen Verteidigungsanlage versehen werden. Am besten sicherte dann ein eigener Brunnenturm diese Anlage. Ein bekannter Brunnenturm ist etwa auf dem Trifels erhalten.
Treppentürme
Treppentürme sind auf mittelalterlichen Burgen selten. Sie wurden an Wohn- und Palasgebäuden sowie gelegentlich an Wohntürmen: Bei diesen Gebäuden stand der Wehraspekt im Hintergrund; ein bequemer Zugang wurde als unproblematisch erachtete. Deshalb sind Treppentürme an Bergfrieden eher die Ausnahme. Solche Anlagen wurden erst in den Zeiten errichtet, in denen die Burg ihre militärische Funktion bereits weitgehend verloren hatte. Richtige Bedeutung erlangten Treppentürme erst beim Schlossbau. Hier wurden sie dann in mannigfaltiger Weise künstlerisch ausgestaltet.