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Glossar historischer Fachbegriffe

Hier entsteht eine Sammlung von Fachbegriffen aus Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie und verwandten Wissenschaften. Als Quellen wurden eigene Recherchen, einschlägige Lexika (Lexikon des Mittelalters; Haberkern/Wallach; Fuchs/Raab) sowie Internetseiten anderer Bearbeiter genutzt.
Vorschläge für Ergänzungen und Verbesserungen nehmen wir gerne entgegen.


Aal
Definition:Schlangenförmiger Fisch aus der Familie der Knochenfische.

Der Aal ist ein schlangenförmiger Fisch aus der Familie der Knochenfische ...mehr

Abakus
Definition:Seit der Antike verwendetes Rechenbrett, mit dem durch Verschieben frei beweglicher Rechensteine addiert und subtrahiert wurde.

1.) ursprünglich jede viereckige Platte, speziell die quadratische Säulendeckplatte, die den Übergang vom Kapitell zum Architrav bildet. Bei der dorischen Säulenordnung verlaufen die Seitenkanten des Abakus senkrecht zur Bodenfläche, bei der ionischen und korinthischen leicht geschweift.

2.) Seit der Antike verwendetes Rechenbrett, mit dem durch Verschieben frei beweglicher Rechensteine addiert und subtrahiert wurde. Im Mittelalter dienten die Rechenbretter vor allem zum Umrechnen unterschiedlicher Maß- und Münzsysteme. Europäer berichteten im 20. Jahrhundert, dass Händler in ostasiatischen Ländern mit dem Abakus rascher Währungen umrechneten, als ihnen dies mit dem Taschenrechner möglich war.

abgegangene Burg
Definition:Eine verschwundene, nicht mehr bestehende Burg.

Unter eine "abgegangenen Burg" versteht man eine nicht mehr existente Burg, von der nur noch eine schriftliche oder mündliche Überlieferung kündet. Auch wenn noch geringe Geländespuren von der ehemaligen Burg zeugen, kann man durchaus von "abgegangen" sprechen.

Ablass
Definition: Erlass von Sündenstrafen (Begriff aus der Geschichte der katholischen Kirche)

Seit dem 6. Jahrhundert handelt es sich dabei um den Nachlass öffentlicher Kirchenbußen in der katholischen Kirche.
Diese Bußpraxis erweiterte sich im 11. Jahrhundert, sodass die Gläubigen unter gewissen Voraussetzungen die Vergebung ihrer begangenen Sünden, bei vorangehender Bußgesinnung, erlangen konnten. Dabei musste der bereuende Sünder ein Bußwerk ableisten, bei welchem es sich zu dieser Zeit meist um eine gemeinnützige Tätigkeit (z.B. Beitrag zum Bau einer Kirche, Teilnahme an einem Kreuzzug) handelte, die zur Tilgung zeitlicher Sündenstrafen diente.
Vor allem im Spätmittelalter wurde der Ablass allerdings in Form von Geld und Almosenspenden erlangt. Hieraus entstand ein reger Missbrauch von kirchlicher Seite aus, da der Ablass nun als Geldquelle zweckentfremdet und auch theologisch missdeutet wurde. Es entwickelte sich ein regelrechter Ablasshandel.
Dieser wurde zu einem Hauptkritikpunkt an der katholischen Kirche während der Reformation im 15. Jahrhundert, welche den Ablass generell ablehnte.

Aborterker
Definition:Toilette einer mittelalterlichen Befestigung.

In den Quellen auch als "Haymlichkeit" oder "haymlich gemach" bezeichnet. Abort(erker) sind typisch für die mittelalterliche Burg oder Wohntürme, meist in Form eines Erkers auf Konsolen über dem Graben oder einer abgelegenen Stelle der Burgmauer.

Absage
Definition:Begriff aus dem Fehdewesen.

Die Fehde musste durch eine förmliche Kriegserklärung, die sog. Absage oder Auf- bzw. Widersage, eröffnet werden... mehr

Abschließung des Ritterstandes
Definition:Die Ritterschaft als Geburtsstand.

Um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert wurde die Ritterschaft zu einem Geburtsstand. Nun konnte nur noch Ritter werden, wer von einem Ritter abstammte, also ritterbürtig war. Dieser Vorgang wird als "Abschließung des Ritterstandes" bezeichnet.

Abschnittsbefestigung
Definition:Burganlage mit mehreren unabhängig voneinander zu verteidigenden Abschnitten oder Verteidigungslinien.

Abschnittsbefestigungen waren wegen des großen Geländebedarfes und des enormen Bauaufwandes im mittelalterlichen deutschen Burgenbau nicht allzu häufig zu finden.

Absolutismus
Definition:Staatsform, die einem Monarchen den absoluten Führungs- und Machtanspruch zugesteht.

Der absolutistische Herrscher verfügte theoretisch über eine unumschränkte Machtfülle in Gesetzgebung und Verwaltung. Er ist bei der Ausübung seiner Herrschaft nicht durch Mitwirkungs- oder Kontrollbefugnisse anderer Organe beschränkt und somit den bestehenden Gesetzen nicht unterworfen. Die Entstehung einer absoluten Herrschaft setzt die Anschauung voraus, dass der Herrscher eine göttliche Weihe besitzt. Im engeren Sinne wird unter Absolutismus die bestimmende europäische Staatsform des 17. und 18. Jahrhunderts verstanden.

Abt
Definition:Vorsteher einer klösterlichen oder klosterähnlichen Gemeinschaft.

Der Abt (von aramäisch ,Abba' = Vater. lat. Abbas) ist der Vorsteher einer klösterlichen oder klosterähnlichen Gemeinschaft (Abtei) ...mehr

Abtei
Definition:Klöster, die von einem Abt geleitet wurden, werden seit dem 11. Jahrhundert Abteien genannt.

Benediktiner- und Zisterzienserklöster, deren Gemeinschaften mehr als zwölf Mönche hatten, wurden traditionellerweise zu Abteien erhoben. Durch das Gelübde der Beständigkeit (stabilitas) sind die Mönche an die Abtei gebunden. Die Mönche ihrerseits wählen den Abt, ihren Vorsteher. Eine Abtei ist "exemt", d. h. in sich selbstständig, sie untersteht also nicht dem Bischof. Der Begriff bezeichnet gleichermaßen die Personengemeinschaft, die Wohneinheit und den Besitz.

Abzugsgeld
Definition:Abgabe an den Herrn bei Wegzug.

Abgabe (Zehnter Pfennig) eines Hörigen, Erbuntertanen und dergleichen an den Grundherren, der ihm im Gegenzug dann den Umzug in den Herrschaftsbereich eines anderen Herrn erlaubte (Gewährung des Zugrechts). Daraufhin erhielt er einen Abzugsschein. (Vgl. auch Anzugsgeld).
Vgl. dazu Anzugsgeld.

Accise (Akzise)
Definition:Bezeichung für eine mittelalterliche städtische Steuer.

Seit dem 13. Jahrhundert Bezeichnung für Steuern und Zölle aller Art, vor allem für städtische Verbrauchssteuern, die meist als Ungeld bezeichnet wurden.

Acht
Definition:Strafe bei schweren Missetaten.

Die Acht wurde nach germanischem Recht bei schweren Missetaten und im Ungehorsamsfall verhängt, wodurch der Geächtete friedlos und rechtlos wurde, als wolfsfrei, vogelfrei, unheilig galt und von jedermann bußlos getötet werden konnte. Wer ihn aufnahm oder verpflegte, verfiel selbst der Acht. Sein Hab und Gut wurde beschlagnahmt. Die Acht war ursprünglich unsühnbar, doch wurde schon früh zwischen einer sühnbaren und einer unsühnbaren Acht unterschieden. Doch auch die letztere, die bei schweren Friedensbrüchen verhängt wurde, konnte später durch eine Buße abgelöst werden. In der Regel galt die Acht nur in einem bestimmten Bezirk, konnte aber auf das ganze Land ausgedehnt werden (Landesacht). Die Reichsacht wurde für das gesamte Reichsgebiet verhängt, Blieb jemand "Jahr und Tag" in der Reichsacht, so verfiel er der eigentlichen Acht, jetzt Oberacht (Aberacht) genannt. Sie musste durch besondere Sentenz verhängt werden und war wie die Reichsacht ein Reservatrecht des Königs. Seit 1495 konnte auch das Reichskammergericht die Reichsacht verhängen.

Adel
Definition:Auffgrund ihrer Abstammung und ihres Ansehens bevorrechtete Bevölkerungsschicht.

Als Adel bezeichnet man eine Bevölkerungsschicht, die aufgrund ihrer hohen Abstammung und ihres Ansehens gegenüber dem Rest der Bevölkerung bevorrechtet war. ...mehr

Adjunkt
Definition:Von der Regierung ernannter Gehilfe und Vertreter.

In Frankreich seit 1800 dem Maire (Bürgermeister) beigegebener, von der Regierung ernannter Gehilfe und Vertreter. 1807 und in den folgenden Jahren wurden mit dem Maire auch die Adjunkten in einem Teil Deutschlands eingeführt und blieben teilweise auch nach 1814 mit wesentlich gleichen Befugnissen bestehen. Der Ausdruck Adjunkt hat sich nur in der Pfalz für den (seit 1869 gewählten) Beigeordneten erhalten.

Adlerzange
Definition:Vorrichtung zum Aufziehen von Quadern.

Seit dem 11. Jahrhundert am Bau verwendete Vorrichtung zum Aufziehen von Quadern. (siehe auch Baukräne)

Aehrenmauerwerk
Definition:Gemusterter Mauerverband.

Bei den Römern, hauptsächlich aber im frühen Mittelalter üblicher Mauerverband, bei dem die Steinlagen fischgrätförmig gelegt sind. Auch bei den Burgen wurde vereinzelt Steine in Ähren- oder Fischgrätmuster (Ährenmauerwerk) verarbeitet. ...mehr

Aehrenmonat
Definition:Alte Monatsnamenbezeichnung.

Alte Monatsnamenbezeichnung.

Aes
Definition:Römische Münze.

Bezeichnung für eine alte römische Münze...mehr

Afterlehen
Definition:Vom Lehnsmann an einen Aftervasallen weitergegebenes Lehen.

Von einem Lehensmann an einen Dritte ausgegebenes Lehen. Letzterer wurde dann Unter(lehns-)herr, Afterlehnsherr oder Zwischen(lehns-)herr genannt. Lehen durften im Allgemeinen ohne Einwilligung des Oberlehensherrn afterverlehnt werden.

Agnaten
Definition:Männliche Verwandten.

Auch Schwertmagen, Speermagen und Magen genannt. Nach germanischem Recht die männlichen Verwandten des Mannesstammes. Nach langobardischem Lehensrecht waren die Agnaten Seitenverwandte.

Ahnenprobe
Definition:Urkundlich belegter Abstammungsnachweis.

Urkundlich belegter Abstammungsnachweis von einer bestimmten Anzahl meist adliger Ahnen, bestehend aus dem Nachweis der Ritterbürtigkeit der einzelnen Vorfahren (Ritterprobe) und der Rechtmäßigkeit der betroffenen Ehen (Filiationsprobe).
Ahnenproben lassen sich in Deutschland seit dem 12./13. Jahrhundert nachweisen. So legte z. B. der "Sachsenspiegel" fest, dass die Zugehörigkeit zu einem Stand den Nachweis von vier Ahnen erfordere. Ahnenproben waren Voraussetzung eines Adelsbeweises, für die Fähigkeit zum gerichtlichen Zweikampf, zur Aufnahme in Orden, Stifte oder Domkapitel, für die Zulassung zu Turnieren, sowie für die Landtagsfähigkeit und zur Erlangung bestimmter Hofämter. Die Zahl der geforderten Ahnen war örtlich verschieden und hatte bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts eher steigende Tendenz. Sie schwankte zwischen 4 und 32. Als Ahnenprobe diente zumeist eine Ahnentafel, in welcher sämtliche zu beweisenden Ahnen mit Vor- und Zunamen sowie dem Wappen aufgeführt und die Filiation aus einer rechtmäßigen Ehe urkundlich nachgewiesen sein musste. Mit der Säkularisation der Kirchengüter zu Beginn des 19. Jahrhunderts verloren die Ahnenproben ihre rechtliche Bedeutung.

Akanthus
Definition:Bauplastisches Motiv besonders am Kapitell.

Akanthus, oft irrtümlich mit Diestel oder Bärenklau übersetzter Name einer Pflanze, deren schöne Blattform in der Bauplastik, bes. beim korinthischen Kapitell seit etwa 420 v. Christi und bei dessen römischen Abwandlungen (z.B. Kompositkapitell) verwendet wird. Die Romanik stilisiert den Akanthus oft stark um, Renaissance und Barock nehmen ihn in seiner antiken Form wieder auf.

Albus
Definition:Mittelalterliche Münzeinheit.

Mittelalterliche Münzeinheit...mehr

Alkoven
Definition:Bettnische.

Von arab. al kubba, "Höhlung", "Nische". In der maurischen Architektur eine als Bettstatt dienende überwölbte Mauernische. Davon abgeleitet, im Abendland ein fensterloser Nebenraum, der zumeist als Schlafgemach Verwendung findet.

Allianzwappen
Definition:Verbindung zweier Wappenschilde.

Ehewappen, Heiratswappen. Verbindung zweier Wappenschilde, z. B. von Ehepaaren, bei denen beide Partner über ein Familienwappen verfügen. Die Bezeichnung Allianzwappen erfährt heute eine Neubelebung durch die Gepflogenheit, Partnerstädte zu suchen und die Wappen beider Städte gemeinsam wiederzugeben.

Allmende
Definition:Gemeisnchaftlicher Besitz einer Siedlungsgeminschaft.

Nach älterer umstrittener Auffassung bei den Germanen das Gesamtvermögen eines Dorfes bzw. in späterer Zeit auch der Stadt, soweit es nach der Verteilung zu Sondereigentum übrig blieb und das von der Markgenossenschaft gemeinsam genutzte Land, die gemeine Mark bildete. Gehörte das Land einem Grundherrn, so blieb die Allmende entweder in seinem Besitz und die Bauern waren nur nutzungsberechtigt oder er war Glied er Markgenossenschaft.

Im Laufe der Zeit verengerte sich der Begriff Allmende teils auf das Weideland oder auch auf die aus der Weide entstandenen Äcker, teils erweiterte er sich auf alles, was in gemeiner Nutzung steht (z.B. Wege). Als zur Allmende gehörig (Markgut) wurden manchmal auch Sachen betrachtet, die sich auf privatem Grund und Boden befanden (z.B. Eichen und Buchen). Da die Allmende schon frühzeitig meist nur noch aus Wald bestand, so wurden häufig Ausdrücke, die an sich nur diesen bezeichneten (z.B. gemeiner Wald, Markholz, Waldmark) für die Allmende überhaupt gebraucht. Von diesen Waldungen wurden seit dem 13. Jahrhundert große Teile in Forste verwandelt.

Heute bedeutet Allmende die im Eigentum von Gemeinden oder ähnlichen Korporationen befindlichen Liegenschaften, soweit sie von den Mitgliedern genutzt werden.

Allod
Definition:Eigengut (im Gegensatz besonders zum Lehen).

Im Gebiet fränkischen Rechts ursprünglich die Erbschaft, dann das Erbgut im Gegensatz zum Kaufgut, schließlich das Eigentum im Gegensatz besonders zum Lehen.

Almanach
Definition:Kalender(tafel) mit Informationen über Feiertage, Feste und Markttage.

Ursprünglich Bezeichnung für kalenderähnliche Tafeln mehrerer Jahre, mit astronomischen oder astrologischen Angaben, wie sie schon von den Römern verwendet wurden. Seit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts gedruckte astronomische Kalender, mit Informationen über Feiertage, Feste und Markttage, manchmal auch mit Horoskopen. Seit dem 18. Jahrhundert meist mit Abbildungen versehenes kalendarisch angelegtes Jahrbuch.

Alraune
Definition:Rübenähnliche Wurzel mit symbolisch-magischer Kraft.

Von althochdt. alb, "Geistwesen", und althochdt. runen, "flüstern", "raunen". Bezeichnung für eine rübenähnliche Wurzel, deren Wuchs der Gestalt eines kleinen Menschen ähnelt. Im 16./17. Jahrhundert vermutete man, dass solche Wurzeln von Pflanzen stammten, die unter dem Galgen wuchsen und mit dem Urin oder dem Sperma eines Gehenkten in Berührung gekommen seien. Die Wurzeln hießen daher im Volksmund auch "Galgenmännlein", und man sagte ihnen eine glücksbringende und aphrodisische Wirkung nach. Die begehrten Alraunen sind die Wurzeln des im Mittelmeerraum heimischen Nachtschattengewächses. Die Alraune ist das Symbol der Zauberin Kirke

Altan
Definition:Balkonartigen Anbau (Söller).

Von lat. altus, "hoch". Bezeichnung für einen balkonartigen Anbau. Zum Unterschied vom Balkon wird der Altan von einem darunter liegenden Gebäudeteil oder von Säulen, Konsolen bzw. Pfeilern getragen. Er ist mit oder ohne Dach zu finden. (Synonym für Söller).

Altar
Definition:Aufsatz auf dem Opfertisch.

Von lat. altaria, "Aufsatz auf dem Opfertisch", später abgeleitet von lat. altus, "hochragend", "erhaben", "geheim"... mehr

Altarnische (Burg)
Definition:Zimmernische besoners im "Großen Saal" im Palas.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Burgkapelle.

Altdeutscher Stil
Definition:Sammelname für einen in der 2. Hälfte 19. Jahrhundert üblichen historisierenden Möbelstil.

In der Romantik in Deutschland übliche Bezeichnung für Werke der Bildenden Kunst, die aus dem Mittelalter oder der Renaissance stammen, vornehmlich aus dem 15. und frühen 16. Jahrhundert. Besonders die Theoretiker des Klassizismus verwendeten den Ausdruck statt der Bezeichnung "gotisch", da dieses Wort ursprünglich mit "barbarisch" und "geschmacklos" gleichgesetzt wurde.
Sammelname für einen in der 2. Hälfte 19. Jahrhundert üblichen historisierenden Möbelstil. Die so genannten altdeutschen Möbel sind eine Mischung aus Elementen der Spätgotik, der Renaissance und des Barock. Altdeutsche Kästen weisen vielfach einen Architekturdekor auf und haben häufig in einfachem Wund gedrechselte Säulen sowie vollplastische, kreiselförmig gedrechselte Zierstücke, die an erhöhten Teilen als Bekrönung fungieren. Typisch sind auch die als Relief gestalteten aufgesetzten Dekorstücke in neobarocker Manier.

Altritter
Definition:Stadium des Ritterdaseins.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Ritter.

Amethyst
Definition:Schmuckstein.

Von griech. amethystos, "dem Rausche widerstehend". Der Schmuckstein ist eine Abart des Quarzes. Der Amethyst galt von der Antike bis zum Mittelalter als Mittel gegen Gift und gegen die Trunkenheit. Da der Stein die Farbe des "bescheidenen" Veilchens hat, stellt er in der christlichen Symbolsprache ein Sinnbild der Demut dar und wurde bereits im Mittelalter in Bischofsringen gefasst.

Ancien régime
Definition:Zeit der Bourbonenherrschaft vor 1789.

Französisch: "alte Regierungsform". Der Terminus wird meist für die Zeit der Bourbonenherrschaft vor der Französischen Revolution (1789) verwendet, manchmal auch allgemein für die europäische Gesellschaftsordnung von der Mitte des 17. bis zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.

Anerbenrecht
Definition:Form des bäuerlichen Erbrechtes.

Bäuerliches Erbrecht, das darauf zielte, den Hof auf einen von mehreren Erben (Anerben) übergehen zu lassen. Das ältere Aanerbenrecht (bis 1800) schloss ein Testament über den Hof aus; das jüngere (nach 1800) trat ein, wenn der Bauer keinen Hoferben ausgewählt hatte. Die übrigen Erben erhielten eine angemessene Abfindung.

Angelstein
Definition:Besonders geformter Stein zur Aufnahme der Torangel.

Aus der Mauer vorkragender oder in der Laibung des Tores eingefügter Stein mit einem Loch oder einer Pfanne zur Aufnahme der Torangel.

Anglikanische Kirche
Definition:Offizeille Kirche Englands.

Die Anglikanische Kirche (v. lat.: anglicanus = englisch), offiziell Episcopal Church of England, entstand unter König Heinrich VIII. Sie vereinigt in ihrer Tradition evangelische und römisch-katholische Glaubenselemente, wobei die römisch-katholische Tradition im Ritual etwas dominanter ist, aber die evangelische in der Theologie. Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Reformation.

Angstloch
Definition:Deckenöffnung im Untergeschoss des Bergfrieds.

Kreisförmige oder quadratische Öffnung, die als senkrechter Einstieg in die unteren Turmräume diente. Oft als Burggefängnis angesehen diente der Raum eher als Vorratslager. Mangels Treppen oder Leitern mussten die Gefangenen abgeseilt werden.

Ankerbalken
Definition:Holzbalken zur Versteifung bzw. "Verankerung" des Mauerwerks.

In Längsrichtung einer Mauer eingemauerter starker Holzbalken zur Versteifung bzw. "Verankerung" des Mauerwerks. Ankerbalken fanden vor allem im Hochmittelalter Verwendung.

Ansage
Definition:Ansage einer Fehde.

Ansage bedeutet im Allgemeinen Ansage einer Fehde, im besonderen das Recht des Lehensherrn sowie des Lehnsmannes, das Treueverhältnis einseitig zu kündigen. Die Folgen waren dieselben wie bei der Felonie.

Antependium
Definition:Altarvorsatz.

Antealtare, Antemensale, Frontale. Bezeichnung für den Altarvorsatz, von lat. ante, "vor", und pendere, "hängen", mit der Bedeutung "Vorhang", ursprünglich aus Stoff bestehende Verkleidung der Vorderseite des Stipes, des Trägers der Mensa (Altarplatte).
Das Antependium war in der Ostkirche seit dem 4. Jahrhundert, im Westen seit dem 5. Jahrhundert gebräuchlich. Gewöhnlich wurde die Vorderseite, manchmal aber auch die beiden Schmalseiten und die Rückseite des Altartisches mit Stoff bespannt. Seit dem 8. Jahrhundert sind feste Verkleidungen des Altarunterbaus üblich. Meist aus Holz bestehend, wurden aber auch Metallverkleidungen samt Emailverzierimg üblich. Die Rückwand des Altarunterbaus heißt Dorsale bzw. Dossierung. Seit 1570 war das Antependium, im Gegensatz zu den protestantischen Kirchen, in katholischen Gotteshäusern zwingend vorgeschrieben.

Antichambre
Definition:Vorzimmer.

Vorzimmer, von lat. ante = vor, davor; frz. chambre = Zimmer; davon: "antichambrieren".

Antoniter
Definition:Christlicher Orden.

Der Antoniusorden, die Antoniter oder Antonianer, wurde 1059 in St. Didier-de-la-Motte in der Dauphiné in Südfrankreich gegründet. Das Stammkloster befindet sich in St. Antoine zwischen Grenoble und Valence. Der französische Edelmann Gaston soll ihn als Dank für die Heilung seines Sohnes vom "Antoniusfeuer", einer im Mittelalter in Europa verbreiteten ansteckenden Seuche, gestiftet haben. Der Name erinnert an Antonius den Großen, den Vater des Möchtums. Papst Urban II. bestätigte 1095 den Orden als Laienbruderschaft, Papst Bonifatius VIII. wandelte ihn 1298 in einen Chorherrenorden um. Von 1217 an widmeten sich die Antoniterchorherrenstifte besonders der Krankenpflege, 365 Spitäler wurden in den drei folgenden Jahrhunderten gezählt.
Antoniter tragen über schwarzem Chorkleid einen schwarzen Mantel mit hellblauem T-Kreuz.

Antoniusfeuer
Definition:Im Mittelalter auftretende tödliche Krankheit.

Auch "heiliges Feuer" oder ignis infernalis, "Höllenfeuer", genannt. Vor allem im Mittelalter aufgetretene tödliche Krankheit. Wer davon befallen war, meinte, von einem inneren Feuer aufgezehrt zu werden. Die Menschen schrieen und krümmten sich vor Schmerzen. Um das Jahr 1100 sollen allein in Limoges/Frankreich 40.000 Menschen am Antoniusfeuer gestorben sein. Nach dem Volksglauben sollte die Krankheit durch Gebete zum hl. Antonius Eremita geheilt werden. Heute weiß man, dass die Krankheit durch den Genuss von Mutterkorn, einem auf Getreideähren schmarotzenden Pilz, ausgelöst wird. Durch moderne Getreidereinigungsverfahren ist die Gefahr des Antoniusfeuer gebannt. Die letzte bekannte Massenerkrankung ereignete sich 1951 in Frankreich. Damals wurden mehr als 200 Menschen mit Mutterkorn vergiftet, vier davon starben. In der christlichen Kunst sind bisweilen vom Antoniusfeuer Befallene wiedergegeben, aus deren Leib kleine Flammen züngeln.

Antwerk
Definition:Begriff aus de mittelalterlichen Belagerungstechnik.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Anzugsgeld
Definition:Abgabe an den Herrn beim Herzug.

Im Mittelalter eine übliche Abgabe für das Recht, sich an einem bestimmten Ort wohnlich niederlassen zu dürfen. Dem Anzugsgeld entsprach das Abzugsgeld beim Verlassen des Ortes.

Appelation
Definition:Anrufung einer höheren gerichtlichen Instanz.

Die Kurfürsten und die meisten großen Fürsten des Reiches erwarben sog. "Appellationsprivilegien" ("privilegia de non appellando"), d.h. der Kaiser verlieh ihnen das Recht, ihren Untertanen die Appellation an ein kaiserliches Gericht zu versagen. Darüber hinaus verlieh er "privilegia de non evocando", d.h. der Kaiser selbst durfte keine Prozesse vom Gericht des betreffenden Landesherrn mehr vor sein eigenes Gericht ziehen. Das machte die landesherrlichen Gerichte zu den höchsten Gerichtsinstanzen in dem betreffenden Land und war ein wesentlicher Schritt zur einheitlichen fürstlichen Territorialherrschaft.
(Text: Uni Münster)

April
Definition:Monatsname.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Monatsnamen.

Apsis
Definition:Halbrunder Abschluss des Kirchenchors.

Von griech.: "hapsís", "hapsidos" ("Verknüpfung", "Bogen", "Wölbung").

Die Ostseite einer Kirche oder Basilika ist hinter dem Chor mit einem halbrunden Anbau abgeschlossen, der Apsis. Sie ist meist von einem ebenfalls halbrunden Überbau, der Apsiskalotte bzw. Konche (später wurde der Begriff Konche auf die Apsis übertragen), bedeckt. Bei den römischen Basiliken konnte es auch vorkommen, dass am Querschiff oder an den Nebenchören kleinere Apsiden anschlossen. Dadurch entsteht z.B. ein Dreiapsidenchor. Auch war es möglich, dass bei einigen einschiffigen römischen Kirchen, seltener bei Basiliken, keine Apsis vorhanden war. Hierbei handelte es sich dann um einen sogenannten "platten Chorschluss".

Im Westen Europas wurde die Apsis - infolge des Übergangs in die Gotik - von Glasmalereien und Skulpuren abgelöst, während im italienischen und byzantinisch-ostchristlichen Kirchenbau die Apsis erhalten blieb.

Aquädukt
Definition:Steinbauwerk (Wasserleitung) auf Pfeiler- und Bogenkonstruktionen.

Römisch antike, brückenartige Steinbauwerke aus Pfeiler- und Bogenkonstruktionen, die das Wasser in einem offenen oder überdeckten Rinne (Kanal) im natürlichen Gefälle über Flüsse und Täler vom Land in die Siedlung leiteten. Der Aquädukt bezeichnet auch das gesamte Wasserführungssystem, zu dem die Quellenfassung, die mit Überlauf- und Schiebertechnik ausgestattete Verteilungskammer, das Divisorium (lat. divisio = Verteilung) und die Verbrauchsstelle (Thermen, Brunnen, Paläste) gehören. Der Wasserkanal, im Querschnitt ca. 0,80 x 1,60 m war mit hydraulischem, gut abdichtenden Kalkmörtel (Mörtel) ausgekleidet, mit großen Steinplatten gegen Verschmutzung (und ,Wasserdiebstahl' durch die Bauern) abgedeckt. Die bedeutendsten Aquädukte für die Wasserversorgung Roms wurden in der Campagna gebaut, der erste 312 v. Chr. von Appius Claudius. In der spätrömischen Kaiserzeit gab es ein Anlagen mit z. T. fast hundert Kilometern langen Kanalsystem. Aquädukte wurden noch im 19. Jahrhundert bis zur allgemeinen Einführung des Druckwasserleitungsystems (Wasserwerke, Wassertürme u. Dampfdruckausgleichstürme) gebaut.

Ar
Definition:Flächenmaß.

Näheres zu diesem Flächemaß finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte.

Aranmanoth
Definition:Alter Montatsname.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Monatsnamen.

Architrav
Definition:Tragender Hauptbalken in der Architektur.

von griech. archi-, "ober-", "erster", und lat. trabs, "Balken", (gleichbedeutend griech. Epistylion). Bezeichnung für den waagrechten tragenden Hauptbalken (Bindebalken), der Säulen, Pfeiler oder Bogen überspannt. Architrave sind oft friesförmig verziert und dienen als Auflage, als Träger des Gebälks.

Arcuballista
Definition:Mittelalterliche Handwaffe.

Arcuballista bezeichnet eine Bogenschleuder, die als Handwaffe getragen oder auf Rädern fortbewegt werden konnte...mehr

Argentum
Definition:Begriff aus dem Münzwesen.

Mehr zu diesem Begriff erfahren Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte.

Arkade
Definition:In der Architektur ein(e) auf Pfeilern oder Säulen ruhende(r) Bogenreihe.

(lateinische arcus = Bogen). Ein auf Pfeilern oder Säulen ruhender Bogen bzw. eine Reihe von Bögen (Arkatur) in der Front von Fassaden, in Innenhöfen oder in Verbindung mit einem offenen Gang als Bogengang, Wandelgang oder Laubengang, Galerie oder Loggia.

Blendarkade
Die Blendarkade öffnet die Wand nicht, sie gliedert sie nur dekorativ. Die Blendarkade ist ein vorgebauter Bogen, der keine Maueröffnung umschließt. Die Bögen sind oft zu einer Blendarkade gereiht.

Zwergarkade
Zwergarkaden (auf zierlichen Säulchen) bilden unter dem Hauptgesims romanischer Choranlagen einen nach außen geöffneten Laufgang, die Zwerggalerie.

Arkadenfenster
Definition:Fensterform.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Fenster.

Arkebuse
Definition:Handfeuerwaffe des 15. Jahrhunderts.

Die Arkebuse war eine schwere, geschmiedete Handfeuerwaffen des 15. Jahrhunderts...mehr

Armarium
Definition:Im Kloster Aufbewahrungsort der hl. Bücher.

Das Armarium (lat. Waffenschrank) war der Raum, in dem man im Kloster die (heiligen) Büchern aufbewahrte. Bücher wurden in diesem Zusammenhang als "Waffen' des Geistes" betrachtet.

Armbrust
Definition:Handwaffe des Mittelalters.

Eine Armbrust ist eine bogenähnliche Waffe, die Pfeile oder Bolzen aus Metall verschießt...mehr

Arminsmonat
Definition:Alter Monatsname.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Monatsnamen.

Arrondierung
Definition:Abrundung eines Streubesitzes durch Kauf und Tausch.

Abrundung eines Streubesitzes durch Kauf und Tausch. Ziel war es, Herrschaft über ein möglichst geschlossenes Gebiet zu erlangen.

Artes liberales
Definition:Die sieben "freien Künste".

Seit dem Altertum üblicher Terminus für die "Sieben freien Künste" (lat. septem artes liberales), d. h. die Bildungsziele der freien Bürger. Der Terminus war auch im Mittelalter für die Ausbildung des freien Mannes üblich, der nicht auf materiellen Broterwerb angewiesen war. Die von Martianus Capella stammenden Schrift "De nuptiis Mercurii et Philologiae" (Von der Hochzeit Merkurs mit der Philologie) aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. überliefert die Disziplinen des Bildungswesens der Antike. Das Mittelalter übernahm die Artes liberales An den Universitäten wurden sie in die drei unteren Fächer, das Trivium, zu dt. "Dreiweg" (Grammatik, Dialektik, Rhetorik), und in die vier höheren Fächer, das sogen. Quadrivium, zu dt. "Vierweg" (Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie), unterteilt. Als Symbol für die Artes liberales diente oft eine siebensprossige Leiter. Während die septem Artes liberales, die "sieben freien Künste", im Alterum den Freigeborenen vorbehalten waren, durften die mit körperlicher Arbeit verbundenen mechanischen bzw. schmutzigen Künste auch Unfreie ausüben. Im Mittelalter zählten zu den Artes mechanicae auch die Bildende Kunst mit der Baukunst sowie die Angewandte Kunst.

Artusritter (Turnier)
Definition:Adelsturniere, die den Tjosten der sagenhaften Artusritter nachempfunden waren.

Siehe Turnier.

Arx
Definition:Lateinische Bezeichnung für eine befestigte Anhöhe, Schutzwehr oder ein Bollwerk.

Arx war ursprünglich die lateinische Bezeichnung für eine befestigte Anhöhe, Schutzwehr oder ein Bollwerk. Die "arx" konnte Teil eines "oppidum" oder einer befestigten "urbs" sein. In karolingischer Zeit (751-814) wurden sogar Herrenhöfe und befestigte Gutshöfe "arx" genannt.

As
Definition:Alte Bezeichnung für eine Münze bzw. eine Gewichtseinheit.

Mehr zu den beiden Bedeutungen finden sie unter dem Stichwort Münzen bzw. Gewichte .

Aschkenasisch
Definition:Die Weltjudenheit teilt sich heute hauptsächlich in aschkenasische und sefardische Juden.

Die Weltjudenheit teilt sich heute hauptsächlich in aschkenasische und sefardische Juden. "Aschkenas" ist seit der talmudischen Zeit die hebräische Bezeichnung für Deutschland. Die aschkenasischen Juden stammen aus Mittel- und Osteuropa. Das aschkenasische Judentum stellt weltweit über drei Viertel, in Israel etwa die Hälfte der jüdischen Gesamtbevölkerung.

Atlant
Definition:Gewölbe- oder Gebälkstütze in Form einer männlichen Steinfigur.

Gewölbe- oder Gebälkstütze in Form einer männlichen Steinfigur; benannt nach dem Titan Atlas, der nach der griechischen Mythologie das Himmelsgewölbe stützt.

Attische Basis
Definition:Bezeichnung für die attisch-ionische Form der Säulenbasis.

Bezeichnung für die attisch-ionische Form der Säulenbasis, bestehend aus zwei horizontal verlaufenden halbrunden Wülsten, mit einer Hohlkehle in der Mitte.

Au(g)(u)st, Auchst
Definition:Montasname.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Monatsnamen.

Auditorium
Definition:Versammlungsraum im Kloster.

Das Auditorium (lat. audire = hören, anhören) war ein Versammlungsraum im Kloster.

Aufgehendes Mauerwerk
Definition:Noch sichtbares Mauerwerk eines Kulturdenkmals.

Sammelbegriff in der Archäologie und zur Baubeschreibung für alle flächenhaft aufsteigenden, vertikal oder auch leicht geböschten, konstruktiven Mauerwerke aus Ziegel oder Naturstein, insbesondere die sichtbaren Partien oberhalb der Fundamente.

Aufklärung
Definition:Hauptsächlich Bezeichnung einer Epoche.

Unter Aufklärung versteht der Duden heute die "Darlegung, die über bisher unbekannte Zusammenhänge aufklärt, über etwas, jemanden den gewünschten Aufschluss gibt". Zugleich bezeichnet das Wort eine ganze Epoche: die von Rationalismus und Fortschrittsglauben bestimmte europäische Bewegung des 17. und vor allem des 18. Jahrhunderts, die sich gegen Aberglauben, Vorurteile und Autoritätsdenken richtete. Der Begriff Aufklärung kam im Zuge dieser Strömung im 18. Jahrhundert auf und bezeichnete "den Erkenntnisprozess, der gerichtet ist auf die Befreiung von Traditionen, Institutionen, Konventionen und Normen, die nicht vernunftgemäß begründet werden können" (Meyers Neues Lexikon). Für Immanuel Kant ist Aufklärung "die Maxime, jederzeit selbst zu denken". Der Philosoph schrieb: "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit." (Quelle: FR Wörterbuch) ...mehr.

Auflassung
Definition:Rechtsform der Überlassung eines Grundstücks o.a.

Rechtakt, durch den die Übertragung eines Grundstücks (Lehen) aufgrund eines Gerichtsurteils erfolgte, zuerst nur vor den Königsgerichten, dann auch vor den Volksgerichten. Durch das Urteil erlangte der Erwerber unmittelbar die Sachherrschaft (Gewere), auch wenn die Besitzeinweisung erst später erfolgte. Seit dem 14. Jahrhundert wurde die gerichtliche Auflassung teils durch die Siegelurkunde bzw. das Notariatsinstrument, teils durch die Eintragung in die Stadtbücher usw. verdrängt. Zum Schluss trat die Eintragung ins Grundbuch an die Stelle der Auflassung.

Augustiner
Definition:Sammelbegriff für zwei Gemeinschaften: die Augustiner-Chorherren und die Augustiner-Eremiten.

Der Sammelbegriff "Augustiner" bezeichnet im engeren Sinn vor allem zwei Gemeinschaften: die Augustiner-Chorherren und die Augustiner-Eremiten...mehr

Aula regia
Definition:"Königshalle" als Versammlungsort.

Die Aula Regia ersetzte ab dem 7. Jh. den germanischen Senatus als politische Versammlung. Den Mittelpunkt der Aula Regia bildeten das Palatinum und der Königshof. In Strafsachen sowie bei Prozessen waren die Mitglieder dieser Versammlung uund ihre Familien privilegiert.

Aureus
Definition:Alte Münzeinheit.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte.

Ausfallpforte
Definition:Versteckt liegendes (geschütztes) kleines Tor in der Burg- oder Stadtmauer.

Die Poterne, auch Geheimpforte, Ausfallpforte, Schlupftür oder Schleichpforte genannt (Poterne, von lateinisch porta secreta = geheimes Tor bzw. poterula = Ausfalltor) war eine versteckt liegendes, von der Grabenschere geschütztes kleines Tor, das man in Burg- und Stadtmauern findet. Poternen dienten als Nebenausgang, der einen Umweg über das Haupttor ersparte, als Notausgang in Belagerungsfällen oder als Ausfalltor für nächtliche Kommandounternehmungen, um den Belagerern und ihrem Belagerungsgerät Schaden zuzufügen. Als Grabenschere bezeichnet man einen kleinen winkeligen Vorwall, der zum Schutz der Poterne angelegt war. Er wurde wohl auch als Sammelplatz für Ausfalltruppen benutzt. Immer wieder werden Poternen mit geheimen unterirdischen Gängen in Verbindung gebracht, die angeblich an solchen Ausfalltoren endeten. Darstellung einer Ausfallpforte (Nr.4).

Auskragung
Definition:Vorspringen eines Bauteils aus der Wandflucht.

Das Vorspringen ("Vorkragen") eines Kragsteins, eines Gesimses oder Erkers aus der Bauflucht bzw. das Vorspringen eines Fachwerkgeschosses, mit dem Ziel, den Wohnraum zu erweitern oder/und ein Gegengewicht (Konterlast) für Zwischendecken-Belastungen zu bilden.

Avers (Münze)
Definition:Kopf- Bild-, Vorder- oder Hauptseite einer Münze oder Medaille.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte.

Baccalaureus
Definition:Akademische Würde.

Gelehrter, der die unterste der akademischen Würden erlangt hat.

Backsteinbau
Definition:Aus gebrannte Ziegelsteinen errichteter Bau.

In den steinarmen Gebieten griff man häufig auf gebrannte Ziegelsteine aus Ton oder Lehm,  wetterfest gehärtet (gebrannt) als Baumaterial zurück...mehr.

Backsteingotik
Definition:In der Zeit der Gotik in Norddeutschland bevorzugte Baumode.

Backsteinbauten bestehen aus unverputzten, ausgefugten, gebrannten Ziegelsteinen, oft auch durch glasierte, verschiedenfarbige Ziegel oder Klinker belebt. Zierglieder sind aus so genannten Formsteinen zusammengefügt. Schon im 4. Jahrtausend v. Chr. wurden Backsteine in Mesopotamien verwendet. Im deutschen Bereich wurden sie erst in der Zeit der Gotik im norddeutschen Raum zur architektonischen Mode. Viele Städte Norddeutschlands sind von der so genannten norddeutschen Backsteingotik geprägt (u. a. Lübeck, Wismar, Neubrandenburg). Die Wrangel-Kapelle ist das südlichste Zeugnis der norddeutschen Backsteingotik.

Baeuerliches Turnier
Definition:Nicht ritterliches Turnier.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnier.

Baie
Definition:Alter Ausdruck für Fensternische oder Fenster auf Burgen.

Alter Ausdruck für Fensternische oder Fenster auf Burgen.

Baldachin
Definition:Prunkhimmel aus Stoff über dem Thron.

Ursp. kostbarer Seidenstoff aus Baldacco = ital. Bezeichnung für Bagdad, dann Prunkhimmel aus Stoff über dem Thron, Bischofsstuhl, Altar, Bett oder, an Stangen tragbar, über dem Allerheiligsten bei Prozessionen. Baldachin wird auch das kleine steinerne, schirmartige Schutz- und Prunkdach über (gotischen) Statuen und über Kanzeln genannt.

Balkenlöcher
Definition:Löcher im Mauerwerk .

Löcher im Mauerwerk sind häufig Spuren des Baugerüstetes, sie können aber auch von Deckenbalkenlagen stammen.

Balkenriegel
Definition:Verbindungshölzer im Fachwerkbau.

Verbindungshölzer im Fachwerkbau.

Ballei (Burghof)
Definition:Burghof (eigentlich umpfählter Ort).

Spätmittelalterliche Bezeichnung für Burghof (eigentlich umpfählter Ort).

Ballei (Deutscher Orden)
Definition:Provinz des Deutschen Ordens.

Bezeichnung für eine Provinz des Deutschen Ordens. Dieser Begriff wird seit dem 13. Jahrhundert gelegentlich und seit dem 14. Jahrhundert regelmäßig verwendet. Er ist wahrscheinlich romanischen Vorbildern, insbesondere der Verwaltungsorganisation Siziliens, nachgebildet. Die Verwaltung einer Ballei leitete der Landkomtur. Insgesamt gab es im Deutschen Orden 12 Balleien.

Ballisten
Definition:Mittelalterliche Belagerungsmaschine.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Bankarmbrust
Definition:Mittelalterliche Belagerungsmaschine.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Bankert
Definition:Uneheliches Kind.

Uneheliches Kind, "auf der Bank geboren", im Gegensatz zum im Ehebett geboren. Andere Ausdrücke waren Winkelkind, Kegelsohn ("Kind und Kegel"), Stichling, Krebskind, Hübsch- oder Liebeskind.

Bann
Definition:Recht der Obrigkeit, zu gebieten und zu verbieten.

Unter Bann versteht man zunächst das Recht der Obrigkeit, insbesondere des Königs (Königsbann), zu gebieten und zu verbieten (Banngewalt). Dann bezeichnet Bann auch die Strafe, die bei Verletzung des Bannes eintritt (Bannbrüche, Bannbuße), Schließlich beschreibt Bann das Gebiet der geltenden Banngewalt (Bannbezirk). Je nach dem Tätigkeitsgebiet unterscheidet man verschiedene Einzelbänne, meistens den Friedensbann, den Verwaltungsbann und den Verordnungsbann. Der Bann kann übertragen werden (Bannleihe), wobei sich der Bann entweder auf einen geschlossenen Bezirk (Stadtfriede) bezieht oder Zubehör eines Gutes ist. Ein solches Bannrecht kann sich auch nur auf besondere Gerechtsame beziehen und die dazu nötige zwingende Gewalt (z.B. Burgbann (Aufbietung zum Burgdienst), Forstbann, Gewerbebann u.ä..

Baptisterium
Definition:Taufbereich im Kirchengebäude.

Das Baptisterium (lat. Taufgebäude) ist ein Taufort, der im Frühmittelalter vom eigentlichen Kirchenbau abgetrennt war, sich aber stets in unmittelbarer Nähe befand. Das Baptisterium war ein abgeteilter Raum oder Anbau bzw. ein selbständiger, häufig achteckiger Zentralbau, der in einer Distanz von maximal 25 Meter zur Kirche stand . In altchristlicher und mittelalterlicher Zeit (4.-15 Jahrhundert) wurde er meist westlich von einer Bischofskirche errichtet. Im Taufbecken (Piscina), das in der Mitte des Raumes stand, wurden die Täuflinge untergetaucht. Mit dem Verschwinden dieses Brauches setzte sich der Taufstein in der Kirche durch.

Barbakane
Definition:Dem Tor gegenüberliegendes Verteidigungswerk bei Burg- und Stadtbefestigungen.

Während der Kreuzzüge lernten die Kreuzfahrer im Nahen Osten eine besondere Form der Außentorsicherung kennen: die Barbakane. Eine Barbarkane war ein dem Tor gegenüberliegendes Verteidigungswerk und sollte das Tor bzw. die zum Tor führende Brücke zusätzlich schützen. Barbakanen waren mit einem Hof, Wehrgängen und einem Zugang zum Tor ausgestattet. Zur Burg hin waren Barbakanen offen, damit sie im Fall ihrer Eroberung dem Feind keinen Schutz bieten konnten. In der näheren Umgebung finden sich solche Vorbefestigung etwa auf Burg Windstein und Burg Alzey. Häufiger fanden Barbakanen bei Stadttoren Verwendung.

Barock
Definition:(Kunst)Epoche zwischen etwa 1570/1600 und 1750.

Abgeleitet vom portugiesischen "barroco" (sonderbar geformte Perle) und vom französischen "baroque" (sonderbar). Das Barock wurde von den Zeitgenossen des 17. Jahrhunderts tatsächlich auch gegenüber der vorangegangenen Renaissance als sehr sonderbar empfunden. Der Stil ist eine Übersteigerung, der italienischen Hochrenaissance, kam im deutschen Bereich aber erst nach dem Dreißigjährigen Krieg zur Blüte. Die Endphase des Barock wird Rokoko genannt. Es ist die Kunst des Absolutismus und des aufkommenden Manufakturbürgertums. Die Barockkunst ist prunkvoll und grandios, lebensfroh, aber auch melancholisch; heiter und verspielt; voller Schnörkel und Verzierungen. In der Architektur des Barock gibt es Rundungen, Kuppelbauten, glockenförmige Turm-Dachhauben (wie das kleine Türmchen zwischen den beiden Türmen der Stephani-Kirche), dazu viele Plastiken und Bilder.
Der Epochen- und Stilbegriff leitet sich vom portugiesischen Wort "barroco" mit der Bedeutung "unregelmäßig" her, ursprünglich bezogen auf die Oberfläche einer Perle.
Die Barockzeit ist vielgestaltig und spiegelt hierdurch die konfessionellen und politischen Gegensätze in Europa wider: Die protestantische Republik Holland und die katholische absolutistische Monarchie Frankreich, das päpstliche Rom und das kaiserliche Wien oder das kursächsische Dresden sind Schauplätze der barocken Kultur, die allenfalls auf einem sehr allgemeinen Nenner Gemeinsamkeiten aufweisen. Hierzu gehört insbesondere das Bewusstsein, dass die Welt und das Leben von unversöhnlichen Gegensätzen bestimmt sind.
Die statische Harmonie der Renaissance wird in eine dynamische verwandelt. Die Bewegung ist ein Grundelement des Barock. Dies wird besonders bei den vielen Heiligenfiguren deutlich, die in voller weiblicher Schönheit oder männlich muskelbepackt, mit wehenden und wallenden Gewändern, mitten in großen Gebärden dargestellt werden. Kreisende Formen, die Kurve, die Ellipse werden zu Hauptformen architektonischer Gestaltung. Der Raum in seiner Gesamtheit ist das Ziel. Er wird durch verschiedenste Perspektiven, ein ausgeklügeltes System von Licht und Schatten, durch Unterbrechungen und überraschende Durchblicke zu einem Erlebnis, das einen Einblick in das Unendliche, in den Himmel geben soll. Es gibt keine Mauern mehr zwischen drinnen und draußen und das oben und unten erwischt sich. Pausbäckige Engel und nackte Putten besorgen das Geschäft zwischen Erde und Himme. Die Stukkateure gewinnen im Barock eine große Bedeutung. Ihr Bandelwerk (vielleicht mit Girlanden zu übersetzen) aus floralen oder auch geometrischen Motiven macht aus den Räumen Festsäle.
In Süddeutschland hat der barocke Stil seine ganz eigene, herausragende Ausformung erfahren. Seine besondere Bedeutung wird natürlich auch durch die Vielzahl barocker oder zumindest barockisierter Kirchen- und Klosterbauten unterstrichen. Überall in Allgäu/Bayerisch-Schwaben, auch in den kleinsten Dörfern, ragen die Zwiebeltürme, die ´welschen´ Hauben, wie sie wegen ihrer Herkunft aus Italien auch genannt werden. Die Epoche des Barock war die Zeit der Glaubenskriege, des Dreißigjährigen Krieges, der Gegenreformation, des fürstlichen Absolutismus.

Basilika
Definition:Kirchenbaus, bei der das Mittelschiff höher (und oft breiter) ist als die Seitenschiffe.

Kennzeichen dieses altchristlichen Kirchenbaus ist, dass das Mittelschiff einer drei-, fünf- oder mehrschiffige Kirche höher (und oft breiter) ist als die Seitenschiffe. Das Mittelschiff wird zudem dabei durch eigene Fenster beleuchtet (durchfensterter Obergaden, Lichtgaden). Wenn über den Seitenschiffen Emporen zu finden sind, nennt man das Ensemble Emporenbasilika. Sind keine Fenster im Mittelschiff vorhanden spricht man von einer Pseudobasilika.
Man unterscheidet daneben die Säulenbasilika (Säulen als Stützen) und die Pfeilerbasilika (Pfeiler als Stützen). In der Spätgotik verliert die Basilika durch die Hallenkirche, in Renaissance und Barock durch Zentralbau und Saalkirche an Bedeutung. Ursprünglich war die Basilika das Amtsgebäude des Archon Basileus auf dem Markt von Athen. Im alten Rom nannte man die Markt- oder Gerichtshalle Basilika. Sie war gewöhnlich von Seitenschiffen flankiert und endete zuweilen in einer halbrunden Tribuna (Apsis).

Basiliske
Definition:Sagenhafte Schlange mit tödlichem Blick.

Im Altertum geflügelte Schlange mit tödlichem Blick; Im Mittelalter auch Bezeichnung für ein schweres Feldgeschütz.

Bastard
Definition:Uneheliches Kind.

Uneheliches Kind, "auf der Bank geboren", im Gegensatz zum im Ehebett geboren. Andere Ausdrücke waren Winkelkind, Kegelsohn ("Kind und Kegel"), Stichling, Krebskind, Hübsch- oder Liebeskind.

Bastei
Definition:Halbrunder Wehrbau an der äußeren Mauer.

Halbrunder Wehrbau an der äußeren Mauer, der eine bessere Verteidigung gegen Wurfmaschinen und Mineure erlaubte.

Bastion
Definition:Mauervorbau zum Aufstellen von Geschützen.

Mauervorbau zum Aufstellen von Geschützen. Dann seit ca. 1450 rundliches, zur Flankenverteidigung vorgeschobenes Werk aus Balken, Flechtwerk und Erde (Bollwerk). Später meist fünfeckiger Mauerbau, seit dem 16. Jahrhundert auch Bastei genannt.

Batzen
Definition:Mittelalterliches Zahlungsmittel.

Näheres zu dieser Münzheit finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte.

Baubestimmungen (Burgen)
Definition:Recht des Königs, Befestigungen zu errichten.

Ursprünglich stand nur dem König das Recht zu, Befestigungen zu errichten (Burgbauregal) oder Adligen eine entsprechende Genehmigung zu erteilen. ...mehr

Baufuge/Baunaht
Definition:Sichtbare Stelle eines Bauwerks, an der zwei Mauerzüge unverzahnt aufeinandertreffen.

Oft deutlich sichtbare Stelle eines Bauwerks, an der zwei unterschiedliche, meist zeitlich verschiedene Mauern unverzahnt aufeinandertreffen.

Baugerüst
Definition:Arbeitsplattform aus Holzböcken und Bohlen.

Waren die Fundamente gesetzt, begann man zunächst auf dem Boden stehend zu mauern. Ab einer gewissen Höhe baute man eine Arbeitsplattform aus Holzböcken und Bohlen. Wuchs die Mauer in die Höhe, musste ein Baugerüst gezimmert werden. Dazu benutzte man meist sog. Auslegergerüste, später auch Stangen- oder Standgerüste.
Auslegergerüste wurden in die Mauer integriert. Beim Hochmauern wurden Rund- oder Kanthölzer (Rüsthölzer) in bestimmten Abständen waagerecht so eingemauert, dass ihr längeres Ende nach außen hervorragte. Waren die Balken fest verankert, legte man darauf Bohlen und konnte auf diesem Laufsteg weiterarbeiten. Nach unten wurde die Konstruktion zusätzlich mit Pfosten gegen die Mauer abgestützt. Nach Beendigung der Maurerarbeiten wurden die Bohlen entfernt und die Rüsthölzer aus der Mauer gezogen. Die so entstandenen Löcher wurden nicht zugemauert, sondern blieben offen und sind noch heute an vielen Burgmauern zu sehen. Stangen- oder Standgerüste ähneln unseren heutigen Baugerüsten. Man trieb lange Stangen in den Boden, von denen jeweils zwei in Arbeitshöhe mit waagerecht angebrachten Streichstangen verbunden wurden. Über diese mit Stricken verzurrten Querhölzer legte man die Bohlen.
Bei der Errichtung von Gebäuden, vor allem Bergfried und Türmen, scheint man anders vorgegangen zu sein. Diese wurden wohl von innen heraus hochgemauer und dabei die eingezogenen Decken und Treppen als Arbeitsplattform genutzt. Ein Baugerüst war in diesem Fall nicht unbedingt erforderlich.
Arbeiten wie Verputzen, Anstreichen und Ausbessern konnten von Hängegerüsten aus erledigt werden, die man von den Mauerkronen herabließ.

Bauhütte
Definition:Werkstatt, später die Gemeinschaft der Bauleute und Steinmetzen.

Ursprünglich die Werkstatt, später die Gemeinschaft der Bauleute und Steinmetzen an einem mittelalterlichen Kirchenbau (in Deutschland, Frankreich, England seit dem 13.Jh). Aus dem Zusammenwirken von Architekt, Maurer und Bildhauer erklärt sich der einheitliche Eindruck mittelalterlicher Kathedralen. Aus den deutschen Haupthütten in Straßburg, Köln, Wien, Regensburg und Bern und ihren zahlreichen unterstellten kleineren Bauhütten gehen die Anfänge der "Freimaurer" (Zunftfreiheit!) hervor. Mit dem Rückgang des Kathedralbaus im 15. Jahrhundert wird die Bauhütte von den Zünften verdrängt. (siehe auch Baumeister)

Baukräne
Definition:Hebevorrichtung auf Baustellen.

Kleinere Lasten wurden in Körben, Kiepen oder Mulden von Trägern über Leitern oder Treppen nach oben befördert. Bei schweren Lasten war es dagegen einfacher, sie auf schiefen Ebenen nach oben zu tragen. Hier konnten auch Esel als Trag- und Zugtiere eingesetzt werden. ...mehr

Baumeister (Burgen)
Definition:Verantwortlicher auf der Baustelle.

Die meisten Burgenbauer waren Bauherr und Baumeister in einer Person. ...mehr

Beckenhaube
Definition:Die Beckenhaube war ursprünglich eine eiserne Kappe unter dem Topfhelm.

Die Beckenhaube war ursprünglich eine eiserne Kappe unter dem Topfhelm...mehr

Bede
Definition:Steuer des Landesherrn.

Bede ist die etwa seit dem 12. Jahrhundert in allen deutschen Territorien eingeführte Steuer, vom Landesherrn (s. Landeshoheit) erhoben, ursprünglich freiwillige Leistung und wahrscheinlich zurückgehend auf den Grafenschatz (von allen Freien, außer Rittern, dem Grafen erbrachte Abgabe), aber schon in der ersten Zeit regelmäßige, jährlich ein- bis dreimal gezahlte Abgabe. Vermögenssteuer, aber tatsächlich nur auf dem Grundbesitz lastend, wobei die Güter der Ritter ganz, die der Geistlichen zum Teil bedefrei waren. Seit dem 15. Jahrhundert wurden aber auch die Güter des Adels mehr und mehr mit der Bede belastet; auch bäuerliche Lehnsleute waren in älterer Zeit frei, außerdem kamen andere Befreiungen vor.
Bedepflichtig waren die einzelnen Bürger und Bauern, erhoben wurde die Bede jedoch von der Gemeinde, die sie ihrerseits repartierte. Im Allgemeinen zählten die Städte weniger als das Land. Die Reichsstädte zahlten die Bede an den Kaiser. Bede nennt man auch die von den Grundherren von ihren abhängigen Bauern erhobene Abgabe, für die z.T. auch andere Bezeichnungen üblich waren. Namen wie Bedehafer, Kuhbede oder Pflichtkorn rühren von der Art des Dienstes, Namen wie Herbstbede, Pfingstkuh von der Fälligkeit der Bede her.

Beginen
Definition:Frauen, die ohne Klostergelübde ein kontemplatives Leben führen.

Beginen sind Frauen, die unter einer frei gewählten Vorsteherin ohne Klostergelübde in "Beginenhöfen" ein andächtiges Leben führen, ohne einem Orden im eigentlichen Sinne anzugehören. Ihre Blütezeit war das 13. und 14. Jahrhundert in Westeuropa, einzelne Beginenhäuser bestehen heute noch in Belgien und Holland.

Belagerungsmaschinen
Definition:

Mit einfachen Mitteln war einer gut befestigten Burg nicht beizukommen. Dies änderte sich, wenn die Angreifer schweres Belagerungsgerät in Stellung bringen konnten. Die Burgbewohner hatten große Schwierigkeiten, sich gegen diese Ungetüme zu wehren. Umstritten ist allerdings, ob in Deutschland der Einsatz schweren Belagerungsgerätes nur eine Ausnahme oder die Regel war. Um näheren Aufschluss darüber zu erhalten, muss man sich fragen, ob
1. die zumeist aus der römischen Tradition herrührenden Maschinen (Antwerk) im Mittelalter überall bekannt waren (Probleme der Überlieferung)
2. deutsche Burgbelagerer in der Lage waren, komplizierte und teure Belagerungsmaschinen zu bauen und
3. die Geländeverhältnisse bestimmter Regionen schweres Gerät überhaupt zuließen. ...mehr

Benediktiner
Definition:Vom hl. Benedikt 529 gestifteter Orden

Der Ordensgründer St. Benedikt wurde um das Jahr 480 in Nursia in Mittelitalien geboren. Als junger Mann brach er sein Studium in Rom ab und lebte einige Zeit in einer Asketengemeinschaft in Effide und dann drei Jahre als Einsiedler in der Höhle von Subiaco. Dort sammelten sich später Schüler um ihn, die unter seiner Leitung in zwölf kleinen Klöstern lebten. Um 529 siedelte er mit seinen Mönchen nach Montecassino über. Hier vollendete er seine berühmte Mönchsregel, von der Papst Gregor der Große bestätigt, dass sie sich durch weise Mäßigung auszeichne. St. Benedikt starb am 21. März 547 und wurde in Montecassino bestattet. Benediktiner (lat. Ordo Sancti Benedicti, OSB),) sind Mönche und Nonnen, die die Regel des Benedikt von Nursai befolgen.
Die ersten zwölf Benediktinerklöster wurden im frühen 6. Jahrhundert in Subiaco bei Rom gegründet. Benedikt stiftete 529 das berühmte Kloster von Montecassino, wo er die Mönchsregel verfasste, durch die das gesamte abendländische Klosterleben organisiert und wiederbelebt wurde. Gemessen an den Normen der Zeit forderte die Benediktinerregel keine besonders ausgeprägte Strenge und Askese. Der Jahreszeit sowie den begangenen Feierlichkeiten entsprechend wurde den Benediktinern eine Periode von vier bis acht Stunden täglich für Gebete und von sieben bis acht Stunden für den Schlaf eingeräumt. Die restliche Zeit wurde zu gleichen Teilen auf die Arbeit - gewöhnlich Gartenarbeit - und auf religiöse Lektüre und Studien verwendet. Dem Abt wurden patriarchische Vollmachten über die Gemeinschaft übertragen, wobei er selbst der Regel unterstand und wichtige Entscheidungen mit den Mitgliedern der Gemeinschaft beraten musste.
Zu Lebzeiten Benedikts verbreiteten seine Schüler seine Lehre in den Ländern Mittel- und Westeuropas. Der Orden wurde schon bald zum wichtigsten der katholischen Kirche. Diese Vorrangstellung verlor er erst mit der Durchsetzung des augustinischen Kanons im 11. Jahrhundert und der Gründung der Bettelorden im 13. Jahrhundert. Gregor I. war der fünfte von 50 Benediktinern, die den Papststuhl bestiegen. Die bedeutendsten unter diesen waren Leo IV., Gregor VII., Pius VII. und Gregor XVI. Im 14. Jahrhundert gehörten dem Orden 37.000 Mitglieder an, im 15. Jahrhundert nur noch knapp die Hälfte, zur Reformationszeit zählte der Orden gerade noch 5.000 Mitglieder.
Benediktiner tragen schwarze, gegürtete Tunika, schwarzes Skapulier mit Kapuze und schwarze Flocke. Die Mitgliedszahlen stiegen wieder an, der Orden umfasst inzwischen etwa 11.000 Männer und 25.000 Frauen. In Deutschland stehen die Benediktiner weiter an erster Stelle: in 37 Niederlassungen von 28 rechtlich selbständigen Abteien und Prioraten lebten 1998 insgesamt 957 Mitglieder.

Berdish
Definition:Langstielige Streitaxt

Ein Berdish ist eine langstielige Streitaxt mit großem, halbmondförmigen Axtblatt und wurde vor allem von der Palastgarde der russischen Fürsten im Spätmittelalter verwendet. Siehe auch Handwaffen.

Bergfried
Definition:Hauptturm einer Burg

Die frühen Burgen besaßen keinen zentralen Turm. Schon im frühen 11. Jahrhundert verfügten die Burgen im sächsisch-thüringischen Raum über einen Bergfried, während er in West- und südwestdeutschen Raum erst im 12. Jahrhundert aufkam. Die Bergfriede des 11. und frühen 12.Jahrhunderts, die noch sowohl Wehr- als auch Wohnfunktionen hatten, wurden aus mächtigen Quadern errichtet und bildeten den alles überragenden wehrhaften Mittelpunkt der Burganlage...mehr

Bergrecht
Definition:Juristische Satzungen. die den Bergbau regeln sollten.

Auf Bergregal, Bergbaufreiheit und Berkwerkseigentum als Formen des Unternehmensrechts aufbauende Satzungen, die die Gewinnung und Aufbereitung bestimmter Minerale juristisch regelten. Das Bergregal stand ursprünglich dem König, seit dem 13. Jh. dem Landesherren (in der "Goldenen Bulle" 1356 dem Kurfürsten zugesprochen) zu. Es trennte die Bodenschätze vom Grundeigentum und wurde gegen Abgaben als Recht zum Abbau der Bodenschätze verliehen. Die Grundherren konnten, soweit sie nicht selber abbauten, zur Vergabe dieses Rechtes gezwungen werden. Das führte zur Bergbaufreiheit, aus der sich das Erstfinderrecht als unentziehbares Aneignungsrecht entwickelte (Muter). Das Herrschaftsrecht an Unternehmen, die ein Aneignungsrecht an bestimmten Materialien und ein Nutzungsrecht am Grundstück besaßen, war als Bergwerkseigentum in das Berggrundbuch eingetragen. Als Betriebsform bildete sich im 13. Jh. die Gewerkschaft heraus. Die Arbeiter wurden zu Lehnhäuern; die Kapitalisten bildeten zunehmend allein die Gewerken. Ihr ideeller Anteil am Bergwerk (Kuxe) wurde ins Berggegenbuch (Gegenschreiber) eingetragen.

Bering
Definition:Ummauerung (Mantelmauer) der Burg

Von Mantelmauer, auch bezeichnet als Burgmantel, Hoher Mantel, Ringmauer, Zingel oder Hemd, spricht man, wenn Teile der Ringmauer besonders hoch und massiv erbaut waren. Der Hohe Mantel ist anders als die Schildmauer kein eigenständiger Verteidigungsbau, sondern diente dem besonderen Schutz besonders gefährdeter Gebäude und Mauerteile. Viele Mantelmauern entstanden erst im Laufe der Zeit durch Erhöhung einfacher Ringmauern. Teilweise konnten solche Hohen Mäntel die ganze Burg umfassen. Die Schildmauer überragte Ringmauer und Mantelmauer an Höhe und Mächtigkeit.

Berme
Definition:Horizontale Fläche zwischen Mauer und Graben bzw. zwischen Graben und Wall

Horizontale Fläche zwischen Mauer und Graben bzw. zwischen Graben und Wall zur Verbreiterung der Verteidigungszone bei Burgen und Stadtmauern.

Beschlagwerk
Definition:Von der Spätrenaissance bis zum Frühbarock verbreitetes Ziermotiv

Ein Beschalgwerk besteht aus symmetrisch angeordneten Bändern, Leisten oder Rosetten. Ähnlich den Metallbeschlägen weist das Beschlagwerk oft kleine runde Erhöhungen oder Vertiefungen auf, die Nietspuren vortäuschen sollen. Die Bezeichnung Beschlagwerk geht auf das 1565 erschienene Architekturbuch des niederländischen Architekten, Malers und Ornamentstechers Hans Vredeman de Vries zurück. Neben dem Kunsthandwerk verwendete man das Beschlagwerk auch in der Architektur, wo es in der Spätrenaissance in Deutschland und in den Niederlanden zu einem beliebten Dekorelement wurde.

Quelle: H. WICHMANN, Die Ornamentfibel, München 1977.

Beständer
Definition:Pächter

Unter Bestand versteht man ein Pachtverhältnis. Der Pächter wird folglich auch Beständer genannt.

Besthaupt
Definition:Abgabe an den Herrn im Todesfall.

Abgabe an den Herrn im Todesfall. Der Herr konnt von seinem Eigenmann das beste Stück (Vieh, Gewand, Acker, Weide) beanspruchen.

Beunde
Definition:Besonderes Grundstück in Dorfnähe

Grundstück, das in der Regel in der Nähe des Dorfes liegt, stets eingehegt ist und nicht dem Flurzwang unterworfen ist bzw. war. Es dient meist nicht dem Ackerbau, sondern Spezialkulturen, auch dem Weinbau. Gehörte die Beunde zu einem Fronhof, so bildete sie einen Teil des Sallandes und trug daher auch z.T. die Bezeichnungen für dasselbe, während andererseits das Salland auch Bunde genannt wurde. Da die Beunde infolge ihrer Einhegung von dem ebenfalls eingehegten Bifang sich in neuerer Zeit kaum unterscheidet, werden die Bezeichnungen für beide vielfach wechselseitig verwendet.

Biblia
Definition:Mittelalterliche Belagerungsmaschine

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen

Bidenhänder
Definition:Schwert mit langer Klinge, die beidhändig geführt werden musste

Bidenhänder oder auch Zweihänder genannt,sind Schwerter mit außergewöhnlich langer Klinge (140-200 cm)...mehr

Biedermeier
Definition:Das Biedermeier ist die Bezeichnung für den Lebens- und Wohnstil im deutschen "Vormärz" (1815-1848).

Das Wort "Biedermeier" ist eine scherzhafte Verbindung von V. v. Scheffels "Biedermann" und "Bummelmaier", zwei deutsche Philistertypen (1848 in den "Fliegenden Blättern").
Das Biedermeier ist die Bezeichnung für den Lebens- und Wohnstil im deutschen "Vormärz" (1815-1848). Das Biedermeier entwickelt zwar keine eigene Architektur oder Großplastik, wohl aber eigene Möbelkunst und Malerei. Das klassizistische Empire-Möbel wird zweckmäßig vereinfacht, vorzügliche Verarbeitung gemaserter Hölzer (Kirsche, Mahagoni, hell getönt) und gestreifter oder geblümter Bezugsstoffe sowie ein weicher Schwung der Linien geben ihm das bis heute beliebte Gepräge. In der Malerei vertreten Spitzwegs gütiger Kleinstadt-Humor, Waldmüllers unpathetische Naturbilder und Oldachs Bildnisse gediegener Bürgertypen den Biedermeierstil.

Bifang
Definition:Besonderes eingehegtes und vom Flurzwang befreites Grundstück

Von einem irgendwie dazu Berechtigten, z.B. einem Markgenossen gerodetes Grundstück, das durch Einhegung zu einem Sondereigentum wurde und den wirtschaftlichen Beschränkungen wie etwa dem Flurzwang nicht unterlag. Im Allgemeinen sind die Bifänge z.T. erheblich jünger als die Beunden, doch gehen, da beide eingehegt sind, Bifang und Beunde sowohl sachlich als auch in ihren Bezeichnungen ineinander über.

Biforenfenster
Definition:Ein durch eine Säule zweigeteiltes Fenster mit je einem rundbogigen Abschluss.

Auch Zwillingsfenster genannt, ein durch eine Säule zweigeteiltes Fenster mit je einem rundbogigen Abschluss. Diese Fensterform war in der Romanik und der Frühgotik üblich. (vgl. auch Fenster)

Bischof
Definition:"Aufseher" seiner Kirchenprovinz

Der Begriff "Bischof" ist vom griechischen "episkopos" abgeleitet und bedeutet wörtlich übersetzt "Aufseher". ...mehr

Bistum
Definition:Sprengel eines Bischofs

Der Ausdruck Bistum bzw. das mittelhochdeutsche "bischoftuom" kam im Laufe des Mittelalters als Synonym zu dem Begriff Diözese auf, der im lateinischen Westen ab dem 5. Jahrhundert zur Bezeichnung eines Bischofssprengels verwendet wurde, ursprünglich aus dessen Stadt und dem umgebenden Land bestehend. Mehrere Diözesen sind einer Erzdiözese zugeordnet. Das Gebiet der Diözese wiederum ist in Pfarreien und Dekanate aufgegliedert.
In der protestantischen Kirche ist Diözese der Bezirk eines Dekans oder Superindenten, neben dem ein Diözesanausschuss aus Geistlichen und Laien steht.

Bleikugeln
Definition:Munition der frühneuzeitlichen Feuerwaffen

Die ersten Bleikugeln sollen der Düringschen Chronik zufolge im Jahr 1365 vom Herzog von Braunschweig benutzt worden sein...mehr

Blendarkade
Definition:Besondere Form der Arkade

(lateinische arcus = Bogen). Ein auf Pfeilern oder Säulen ruhender Bogen bzw. eine Reihe von Bögen (Arkatur) in der Front von Fassaden, in Innenhöfen oder in Verbindung mit einem offenen Gang als Bogengang, Wandelgang oder Laubengang, Galerie oder Loggia.

Blendarkade
Die Blendarkade öffnet die Wand nicht, sie gliedert sie nur dekorativ. Die Blendarkade ist ein vorgebauter Bogen, der keine Maueröffnung umschließt. Die Bögen sind oft zu einer Blendarkade gereiht.

Zwergarkade
Zwergarkaden (auf zierlichen Säulchen) bilden unter dem Hauptgesims romanischer Choranlagen einen nach außen geöffneten Laufgang, die Zwerggalerie.

Blende (Mauer)
Definition:Leicht zurückversetztes Feld in einer Mauer

In der Oberfläche leicht zurückversetzte Felder zur unverrückbaren Aufnahme von Torflügeln und Läden, oder als Zierde und zur Architekturgliederung; meist farbig abgesetzter Flächenteil einer Fassade als Reliefform sonst vollplastischer Teile.

Blendfassade
Definition:Fassade, die einem unbefriedigend proportionierten Bau dekorativ vorgeblendet ist.

Fassade, die einem unbefriedigend proportionierten Bau dekorativ vorgeblendet ist. Sie überragt diesen oft seitlich oder in der Höhe.

Blendmaßwerk
Definition:Blendmaßwerk ist einer geschlossenen Wand vorgeblendet.

Ornamentales, meist aus geometrischen Figuren entwickeltes Schmuckwerk, vor allem in gotischen Fenstern und Portalen, auf Silhouettenwirkung berechnet, in Blenden als Relief verwendet.
Bauornament aus geometrischen Grundformen, besonders aus Kreis, Paß, Blatt, Schneuß, Wabe und in deren Öffnungen ein- springende Nasen. Ursprünglich als Lochformen im steinernen Bogenfeld über zwei, von einem gemeinsamen Bogen überfangenen Fenstern ("negatives" Maßwerk) oder als Radfenster schon seit der Spätromanik. Seit der Hochgotik aus gebogenen, bes. in der (engl.) Spätgotik auch geraden Profilsteinen. Diese sind gleichdick oder dünner als das Stabwerk ( Fenster) im unteren Fensterteil. Maßwerk dient auch der Gliederung von Rundfenstern, Giebeln, Wimpergen, Brüstungen, Turmhelmen.
Blendmaßwerk ist einer geschlossenen Wand vorgeblendet.
Schleierwerk nennt man freistehendes, offenes Maßwerk vor einer Wand oder Nische.

Blutgericht
Definition:Hohe Gerichtsbarkeit im Mittelalter

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Recht im Mittelalter

Blutrache
Definition:Vorgerichtliche Form des Streites

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Fehde

Bogen (Waffe)
Definition:Eine der ältesten Schusswaffen der Menschheit

Pfeil und Bogen gehören zu den ältesten Schusswaffen der Menschheit und wurden sowohl für die Jagd als auch die Kriegsführung verwendet...mehr

Bogenfenster
Definition:Fensterform

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Fenster

Bollwerk
Definition:Verteidigungswerk der Festung

Seit Aufkommen der Pulvergeschütze entwickeltes, meist rundes, aus der Mauer vortretendes Werk aus Balken, Flechtwerk und Erde, zur Flankenverteidigung der Mauern. (Vgl. auch Bastion)

Bombarde
Definition:Feuerwaffe

Die Bombarde (Donnerbüchse) war aus geschmiedetem Eisen...mehr

Bossen
Definition:"Kissen" eines Buckelquaders

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Buckelquader

Brechscheibe
Definition:Teil der Turnierrüstung

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnierrüstung

Bresche legen
Definition:Zerstörung eines Teils der Ringmauer durch Einsatz von Kriegsmaschinen.

Zerstörung eines Teils der Ringmauer durch Einsatz von Kriegsmaschinen. Durch die Bresche konnte dann der Sturmangriff vorgetragen werden.

Breschhütte
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen

Bretesche
Definition:Pechnase, Pfefferbüchse

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Pechnase

Briefadel
Definition:Adel, der durch förmliche Urkunde verliehen werden kann.

Adel, der seit Kaiser Karl IV. (1346-1378) durch förmliche Urkunde ("Adelsbrief") verliehen werden kann (Erhebung in den Adelsstand, Nobilitierung). Der älteste erhaltene Adelsbrief ist der für den Mainzer Scholaster Wicker Frosch vom 30. September 1360. Die Nobilitierung ist Privatrecht des Kaisers, sie kann auch durch kaiserliche Hofpfalzgrafen erfolgen. Siehe auch unter dem Stichwort Adel

Bruchsteinmauerwerk
Definition:

Viele Burgenbauer des 11. und 12. Jahrhunderts verwendeten Findlinge, Feld- oder Bruchsteine für die Mauern. Fast alle harten Steinsorten, vor allem Schiefer, Basalt und Muschelkalk, kamen dafür in Frage. ...mehr

Bruchsteinmaurer
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Maurer

Bruderschaft
Definition:Vereinigung von Gläubigen

Bruderschaften (lat. confraternitates) sind kirchlich anerkannte Vereinigungen von Gläubigen zur Pflege von freiwilligen Werken der Frömmigkeit und sozial karitativer Tätigkeit.

Brunnen
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Wasserversorgung

Brunnenhaus (Kloster)
Definition:

Das Brunnenhaus - gelegentlich fälschlich als "Brunnenkapelle" bezeichnet - stand im Kreuzhof des Klosters und bot Gelegenheit zur Reinigung der Hände. Der Brunnen stand stets gegenüber dem Refektorium.

Brunnentürme
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Türme

Brustwehr
Definition:Schutzwand auf der Ringmauer oder an der Wehrplatte

Etwa brusthohe Schutzwand auf der Ringmauer oder an der Wehrplatte eines Turmes bei Burgen und Stadtmauern, hinter der die Verteidiger Schutz vor Geschossen finden konnten. Gegen Ende des Mittelalters oft in Blockbau aus Balken hergestellt, da bei Beschuss die Splitterwirkung in Holz geringer war als am Stein.

Buckelquader
Definition:Besonderer Quaderbaustein

Im Zusammenhang mit der Quaderbauweise der staufischen Zeit (1138-1250/54) kam in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts auch der sog. Buckelquader (Bossenquader) auf, der fast ausschließlich im Burgenbau verwendet wurde. ...mehr

Buegelhaken
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnierrüstung

Buergertum
Definition:Stadtbewohner als eigenständiger Stand

Vom Bürger als eigenständigem Stand spricht man ab dem 11. Jahrhundert. Zeitgleich löste das Wort "stat" das ältere Wort "burg" ab. Als Bürger bezeichnete man einen Stadtbewohner. Man differenzierte zwischen den "burgaere", welcher alle politischen Rechte besaß, und dem "medewoner" (Einwohner), welcher keine politischen Rechte besaß. Alle Stadtbewohner waren aber im Gegensatz zur der Landbevölkerung frei.

Löste sich eine Person aus der Landbevölkerung von seinem Grundherrn und wanderte ab in die Stadt, so konnte er das Bürgerrecht erlangen, vorausgesetzt sein Grundherrschaft machte keine Ansprüche geltend. Um seine persönliche Freiheit zu erlangen musste er im allgemeinen ein Jahr und einen Tag in der Stadt leben. Das volle Bürgerrecht erlangte er jedoch erst, wenn er den Bürgereid leistete und sich verpflichtete seine bürgerlichen Pflichten zu beachten. In der Neuzeit änderte sich die Bedeutung des Wortes "Bürger". Einmal bedeutet es "Staatsbürger", dann auch Angehöriger der Mittelschicht, der "bürgerlichen" Klasse.

Buettel
Definition:

Fronbote, Gerichtsdiener.
Andere Bezeichnungen: Freibote, Ammann, Heimbürge, Geschworener Bote oder Knecht, Hofmann, Cent-oder Landbüttel, Stadtbüttel oder -knecht, Landknecht, Scherge, Schreier, Selman, Vogt, Weibel.

Buhurt
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnier

Bundestafeln
Definition:Die beiden Moses am Berg Sinai von Gott übergebenen Gesetzestafeln

(Hebr. „Luchot Habrit") Die beiden Moses im Anschluss an die Offenbarung am Berg Sinai von Gott übergebenen Gesetzestafeln (Ex. 34,1;28-29) mit den zehn Geboten (Ex. 20,2-14). Es handelt sich hierbei um die zweiten Gesetzestafeln, da die ersten von ihm nach der Sünde des goldenen Kalbes zerschmettert wurden (Ex. 32,19). Die B. wurden nach Zeugnis der Bibel bis zur Zerstörung des 1. Tempels in der Bundeslade, die sich im Allerheiligsten befand, aufbewahrt. Danach verlieren sich ihre Spuren. Nach talmudischer Tradition wurde die Bundeslade mit den B. vor der Zerstörung des ersten Tempels in den Boden des Tempelberges versenkt (Joma 53b). Im zweiten *Tempel stand das Allerheiligste bereits leer.

Bundschuh
Definition:Kennzeichen der aufständischen Bauernbünde

Kennzeichen, Feldzeichen und Name der aufständischen Bauernbünde in Südwestdeutschland, besonders am Oberrhein, von 1501 - 1517. Die Bundschuh- Aufstände 1501, 1513 und 1517 wurden meist verraten oder blutig unterdrückt.

Burg
Definition:Mittelalterliche befestigte Behausung

Als "Burg" gelten alle bewohnbaren Wehrbauten, die von einer Person oder Gemeinschaft zu ihrem Schutz als ständiger oder zeitweiliger Wohnsitz errichtet wurden. ...mehr

Burg(lehns)gericht
Definition:Schlichtungsinstanz für Burgbewohner

Burgen waren im allgemeinen kein Gerichtsort, sondern nur Sitz eines Lehnsgerichts, das zuständig war für alle Streitigkeiten zwischen dem Lehnsherrn und seinen Mannen, aber auch für Differenzen der Lehnsleute untereinander. Häufig entstand Streit wegen der Vernachlässigung des Lehnsgutes durch den Vasallen oder der verweigerten Rückgabe des Lehens durch den Nachkommen eines verstorbenen Lehnsmannes (Mutungspflicht). Der Vasall mußte sich in Lehnsangelegenheiten der Entscheidung des Lehnsgerichts beugen. Als Richter fungierte entweder der Lehnsherr selbst oder sein Burggraf.
Auch innerburgliche Streitigkeiten konnten auf der Burg von einem Schlichtungsgericht verhandelt werden. Gegen solche Delikte, wie Untreue gegenüber dem Burgherrn, widerrechtliches Verlassen der Burg (Residenzpflicht), Vernachlässigung der Verteidigungspflicht (Burghut), Beleidigung, Körperverletzung oder gar Totschlag, durfte der Burgherr in seiner Eigenschaft als Gerichtsherr selbst vorgehen und mußte kein anderes Gericht bemühen. Die Verhandlungen des Burggerichts fanden entweder vor dem Burgtor oder im Burghof statt. Tagte das Gericht in der Burg mußte das Burgtor geöffnet bleiben, weil die Burg als privates Haus galt und Gerichtsverhandlungen öffentlich sein mußten.

Burgbaurecht
Definition:

De Jure stand nur dem König das Recht zu, Befestigungen zu errichten, doch hatte er dieses Regal schon früh an die Inhaber der Grafschaften delegieren müssen...mehr

Burgenflucht
Definition:Phänomen des 14. und 15. Jahrhunderts

Zwischen Alpen und Rhein dürften im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts rund 75 % der noch um 1300 bewohnten Burgen verlassen und dem Verfall preisgegeben worden sein. Diese "Burgenflucht" hatte wirtschaftliche und gesellschaftliche Ursachen.
Die bedeutenden Landesherren schufen im unmittelbaren Umfeld ihrer Residenz einen beamtenähnlichen Verwaltungsapparat, der zum großen Teil von den Ministerialen getragen wurde. Die neuen Aufgaben erforderten, dass sie nicht mehr nur zeitweise ihrem Herrn zu Diensten sein mussten, sondern sich als 'Beamte' ständig in seiner Umgebung aufzuhalten hatten. Dies bedeutete in der Regel den Umzug von der Ministerialenburg auf dem Lande an den Residenzort des Herrn.
Auch Burgen des hohen Adels wurden aufgeben. Auslöser dieser Entwicklung war der einschneidende Bevölkerungsrückgang aufgrund der schweren Hungersnöte und großen Pestepidemien. Von diesen Plagen, die zwischen 1340 und 1440 mehr als ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinrafften, blieb der Adel nicht verschont. Zum einen wurde er selbst Opfer der Seuchen. Zum anderen sanken seine Einnahmen dramatisch, da er aufgrund der dezimierten Bauernschaft auf einen Großteil der Abgaben aus der Landwirtschaft verzichten musste. Eine Ertragssteigerung durch intensivere Nutzung der Landwirtschaft war zudem mit den damaligen Anbaumethoden nicht möglich. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Waffen, Kleidung und Pferde. Wollte der standesbewusste Adlige weiterhin als Ritter leben, war er auf neue Erwerbsquellen angewiesen. Die Veränderungen im geistigen und gesellschaftlichen Bereich, die Abkehr von den alten Ritteridealen manifestiert sich in der Person Kaiser Maximilians (1486-1519), der als "der letzte Ritter" bezeichnet wird. Er war das Bindeglied zwischen dem alten und dem neuen Weltbild, dem man sich aufgrund der wirtschaftlicher Notwendigkeiten, der sich wandelnden Lebensumstände und des sich wandelnden Lebensgefühls anpassen musste, wenn man nicht scheitern wollte.
Daher verließen viele Herren ihre Burg und traten in den Hof- und Kriegsdienst eines mächtigen und reichen Fürsten ein. Andere beschritten ganz neue Wege und nahmen ein Studium an einer der in dieser Zeit in Deutschland entstehenden Universitäten (Heidelberg, Prag, Krakau) auf, um dann in den Fürstenstädten und -residenzen eine Stellung anzutreten.
Doch nicht wenige Adlige blieben burgsässig. Weder der schwindende Verteidigungswert der Burgen noch ihre Unbequemlichkeit konnten manchen traditionsbewussten und sippenstolzen Adeligen dazu bewegen, die Wohnstatt seiner Väter zu verlassen. Wer von den Adligen auf dem Land blieb, war gezwungen, sich intensiv um die Bewirtschaftung seiner Acker-, Wiesen- und Waldflächen zu kümmern, um einen Ernteüberschuss zu erzielen, den er auf den städtischen Märkten zu Geld machen konnte. Zusätzliche Erwerbsquellen boten die Pferdezucht und die Beteiligung an Montanunternehmungen wie Silberbergwerke und Eisenverarbeitung. Wem es nicht gelang, sich den neuen Anforderungen anzupassen, wählte den gefährlichen Weg des Raubrittertums.

Burgfrauen
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort ...Frauen, Liebe, Minne

Burgfrieden
Definition:Befriedeter Bezirk in einer und um eine Burg

Befriedeter Bezirk in einer und um eine Burg, in welchem Friede und Sicherheit von der Herrschaft garantiert und bei Bruch bestraft wurde. Bei mehrherrigen Burgen war der Burgfrieden die Grundlage des rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenlebens. Die einzelnen Bestimmungen wurden entweder mündlich bewahrt oder in einer Urkunde schriftlich niedergelegt.

Burggarten
Definition:Garten im unmittelbaren Burgbereich

Im Burggarten wurden Gemüse und Kräuter für die Küche des Burgherren angepflanzt. Ein solcher Burggartens ist in der Darstellung einer "Idealen Burg" unter der Nr. 10 zu finden

Burggericht
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Recht im Mittelalter

Burghut
Definition:

Militärisches und verwaltungstechnisches Kommando über eine Burg im Auftrag des Burginhabers. Das zeitlich befristete Amt, anfangs häufig Ministerialen verliehen, ging oft in ein erbliches Lehen über.

Burgkapelle
Definition:Andachtsraum auf der mittelalterlichen Burg

In dem in sich geschlossenen Wohnbezirk der <dfn title="Mittelalterliche befestigte Behausung">Burg</dfn> verlangte die mittelalterliche Auffassung von Religiosität einen Raum oder zumindest einen Kapellenerker für den Gottesdienst. War kein Andachtsraum auf der Burg vorhanden, musste die Burgherrschaft die Pfarrkirche im Ort besuchen...mehr

Burglehen
Definition:Einkunftsquelle des Burgmanns

Der Burginhaber gab seinem Burgmann auf der <dfn title="Mittelalterliche befestigte Behausung">Burg</dfn> ein Grundstück oder eine Einkunftsquelle zu Lehen, damit der Burgmann ein wirtschaftliches Auskommen hatte. Im Gegenzug war der Burgmann verpflichtet, Dienst auf der <dfn title="Mittelalterliche befestigte Behausung">Burg</dfn> zu tun (Residenzpflicht) und sich an der militärischen Verteidigung der <dfn title="Mittelalterliche befestigte Behausung">Burg</dfn> zu beteiligen ( Burgmannen).

Burgmannen
Definition:Bewachungsmannschaft einer Burg

Seit dem 13. Jahrhundert bestellten die Burgherren adlige Burgmannen, die hauptsächlich für die Bewachung (Burghut) und Verteidigung der Anlage dienstverpflichtet wurden. ...mehr

Burgstall
Definition:Burgstelle

Bezeichnung für einen Platz, an der einmal eine (abgegangene) Burg stand, von der sich aber keine Mauerreste mehr erhalten haben. Meist kann man nur mehr an Geländeunebenheiten seine einstige Funktion erkennen. In Urkunden wird der Begriff aber zuweilen auch für eine noch bestehende Burg verwendet.

burgus
Definition:

Die Römer führten die wichtigste Bauform ihres traditionellen Befestigungswesens, den Turm, in Germanien ein. Sie kannten zwei Arten von Türmen: den einfachen Wacht- und Wehrturm (turris speculatoria) und den bewohnten Wachtturm (burgus). ...mehr

Burgwall
Definition:Wallanlage vor der (äußeren) Burgmauer

Das Aussehen der Burgwälle ist je nach Entstehungszeit und Landschaft verschieden. Die Anlagen waren unterschiedlich groß und konnten rechteckige, ovale, trapezförmige oder kreisförmige Grundrisse haben. ...mehr

Buße
Definition:Leistung eines Missetäters an den Kläger

Buße bedeutet in den germanischen Rechten im weitesten Sinne jede Leistung des Missetäters an den Kläger bzw. dessen Sippe, besonders auch das Wergeld; im engeren Sinne ist Buße die Leistung für geringere Vergehen, wobei die Buße hauptsächlich Kränkungsbuße war, doch auch Schadenersatz sein konnte. Da die Buße auch die Fehde ablöste, hieß sie auch Fehdegeld. Im Laufe des Mittelalters verlor die Buße allmählich die Form einer Geldleistung und an deren Stelle trat Stiftungen, Seelmessen, Errichtung von Kreuzen und dergleichen.

Butterfassturm
Definition:Besondere Form des Bergfrieds

Bergfriedform, Rundturm, dessen Obergeschosse einen erheblich geringeren Durchmesser haben als das Untergeschoss, meist mit einer Galerie am Rücksprung. Butterfasstürme sind relativ häufig. Beispiele sind etwa die Marksburg am Rhein, Freudenberg am Main, die Osterburg in Thüringen (Sorbenwarte),  Büdingen, Falkenstein am Harz, Felsberg in Hessen sowie die Taunusburgen Idstein, Kronberg und Homburg. (vgl. auch Bergfried)

Butzenscheiben
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Fenster

Calefaktorium
Definition:Wärmstube des Klosters

Das Calefaktorium (lat. calidus = warm; facere = machen) war die Wärmstube des Klosters, oft der einzige heizbare Raum (außer der Küche). Unter dem Raum befand sich meist die Heizkammer.

Calvinismus
Definition:Glaubensrichtung

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Reformation

camera
Definition:Arbeitsraum des Klosters

Als Camera (lat.. camera, deutsches Lehnwort = Kammer) wird der Arbeitsraum eines Klosters bezeichnet.

caminata (Kemenate)
Definition:Beheizter Raum auf der Burg

Durch einen Kamin, später auch Kachelofen heizbares Bauwerk bzw. heizbarer Raum in einer Burg;. (Vgl. auf dem Plan einer "idealen Burg" Nr.20)

castellum
Definition:Lateinische Bezeichnung der Burg

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Burg

castrum
Definition:Lateinische Bezeichnung für Burg

Als castrum wurde das mit Wall und Gräben befestigte Heerlager der Römer bezeichnet. Es handelte sich ursprünglich um eine meist rechteckige Anlage, die von Graben und Wall umgeben und durch Palisaden geschützt war. Die beiden Haupttore waren durch die Via principalis verbunden. Rechtwinkelig dazu verlief eine zweite Straße, die die beiden anderen Tore verband. Aus zahlreichen dieser castra haben sich in Deutschland in späterer Zeit Städte entwickelt.
Auf römische Garnisonen gehen beispielsweise zurück: die Städte Mainz, Bingen Boppard, Koblenz, Bonn, Köln, Kreuznach, Alzey, Augsburg und Regensburg. Die Bezeichnung castrum hat sich im Mittelalter in lateinischen Texten und Urkunden auf die mittelalterliche Burg übertragen. Auch die befestigte Pfalz taucht in den Quellen gelegentlich als castrum auf. In der Spätzeit wurden sogar Schlösser und Festungen castra genannt.

Chartular

Sammlung von Urkundenabschriften in Buchform.

chateau-fort
Definition:

Französische Bezeichnung für Burg.

Chor
Definition:Teil des Kirchenschiffs

Chor nannte man ursprünglich den Platz für Tanz und Sänger im antiken Griechenland. In der christlichen Kirche ist es der Ort für den Chor der Geistlichen.

Chorherren
Definition:Kleriker

Chorherr ist die ab 535 belegte Bezeichnung für Kleriker, die unter einem Bischof oder Erzpriester Gottesdienste abhalten und in der Regel gemeinschaftlich zusammenleben. Mitte des 8. Jahrhunderts verfasste der Metzer Bischof Chrodegang eine für die Chorherren bestimmte Regel. Das Verschwinden des Gemeinschaftslebens und die Aufteilung der Kirchengüter im 10. Jahrhundert entfachte heftige Kontroversen, was dazu führte, dass sich ab dem 11. Jahrhundert viele Chorherren den Regeln des hl. Augustinus (Augustiner-Chorherren) unterwarfen und der Orden der Prämonstratenser entstand (Regularkanoniker). Der Begriff Chorherren bezeichnet zudem die Säkularkanoniker der Kathedralen (Domkapitel) und Kollegiatkirchen (Kollegiatsstifte), die sich den Reformen nicht anschlossen. Siehe auch Kanoniker.

Chronogramm
Definition:

In einer Inschrift durch Hervorhebung einzelner Buchstaben verschlüsselte römische Jahreszahl.

Ciborium
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Ziborium

Cluniazenser
Definition:

Der hochmittelalterliche benediktinische Reformorden ist nach der Abtei Cluny (Saône-et-Loire in Frankreich) benannt. Dort hat er seinen Ursprung und sein Zentrum. Cluny genoss von seiner Gründung (909/910) an eine weitgehende rechtliche Unabhängigkeit. Dieser Umstand begünstigte die Entwicklung der Cluniazenser zu einem einflussreichen Orden. Beherrschendes Element der cluniazensischen Reform war die feierlich ausgestaltete Liturgie. Den Mönchen blieb wenig Zeit zum Studium und zur geistlichen Lesung, auch die körperliche Arbeit trat völlig zurück. Die Pflege des Totengedächtnisses, u.a. die Einführung des Allerseelentages im 11. Jahrhundert, veranlasste den Adel zu reichen Schenkungen an die Cluniazenser. Neugründungen und im Geiste Clunys reformierte Klöster führten zur Entstehung eines von der burgundischen Mutterabtei abhängigen monasterischen Verbands. Seine Grundlage bildeten Priorate, deren Prioren durch den Abt von Cluny frei bestellt wurden. Der Klosterverband der Cluniazenser verbreitete sich über ganz Westeuropa, mit Schwerpunkt im französischen Sprachgebiet.
Bis Mitte des 12. Jahrhunderts übten die Cluniazenser-Priorate einen beträchtlichen Einfluss auf Adel, Gesellschaft und Politik aus. Dieser gründete auf der geographischen Lage der Klöster, der führenden Rolle der Cluniazenser in der Kirchenreform und der Vermittlerrolle, die Cluny selbst während des Investiturstreites zwischen dem Papst und dem Kaiser übernahm. So wurden einige der Kontakte, die schließlich zum Wormser Konkordat von 1122 führten, in Genf und Basel geknüpft. Obwohl viele Schriften und Bauten der Cluniazenser verloren gingen, lässt sich dennoch ermessen, wie groß ihre künstlerische und kulturelle Bedeutung vom Ende des 10. bis Mitte des 12. Jahrhunderts war. ( Quelle: http://www.heiligenlexikon.de)

Contrescarpe (Kontrescarpe)
Definition:Grabenwand

Äußere, vielfach nur geböschte, aber auch oft mit Mauerwerk verkleidete Grabenwand.

Contus
Definition:Lanzenart

Ein Contus ist eine extrem lange Lanzenart, die von römischen und byzantinistischen Kavelleristen verwendet wurde.

Conventualen
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Kloster

Dach
Definition:

Das Dach besteht aus dem Dachstuhl zur Aufnahme der auf das Dach wirkenden Kräfte (Eigengewicht, Wind, Schnee usw.) und der Dachdeckung... ...mehr

Dachdecker
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Zimmerleute

Dacherker
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Erker.

Dachreiter
Definition:

Schlankes (meist hölzernes) Türmchen auf dem Dachfirst. Von den Zisterziensern im 13. Jahrhundert eingeführt, dann auf Predigerkirchen, ersetzt bei den gotischen Kathedralen manchmal den Vierungsturm, weil der Turmbau auf die Westfassade konzentriert wird.

Dansker (Danziger)
Definition:

Aborterker (Abortturm) der Burgen des Deutschen Ordens. Der Dansker befand sich aus hygienischen Gründen außerhalb der eigentlichen Burganlage über einem fließenden Gewässer und war durch einen gesicherten Gang mit der Burg verbunden.

Deambulatorium
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Chor

Deckzeug
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen

Dekan
Definition:Vorsteher einer Gruppe von Mönchen

In der katholischen Kirche war der Dekan ursprünglich der Vorsteher von zehn (lat. decem) Mönchen. Seit dem 9. Jahrhundert steht er an der Spitze des Dekanats. Aus dessen Pfarren wurde er vom Bischof (oft auch vom Domkapitel, im Mittelalter auch vom Archidiakn) ernannt. Er war die Instanz zwischen Bischof und der Pfarrgeistlichkeit, mit der gesamten geistlichen und administrativen Aufsicht betraut, insbesondere Vorsitzender des Landkapitels. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Stellung des Dekans durch den Offizial mehr und mehr eingeschränkt. Von der protestantischen Kirche wurden die Dekane in einigen Ländern übernommen, entsprechen in ihren Befugnissen aber nicht immer den katholischen.

Denar
Definition:Römische bzw. mittelalterliche Münze

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte

Dendrochronologie
Definition:Verfahren der Altersbestimmung

Die Dendrochronologie (vom griechischen dendros = Baum, chronos = Zeit und logos = Kunde) ist ein zu Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entwickeltes Verfahren zur Datierung von Holz unbekannten Alters durch Vergleich seiner Jahresringmuster mit einem "Baumringkalender". ...mehr

deutsch
Definition:

Das Wort "deutsch" leitet sich aus dem lateinischen "theodiscus" oder "teutonicus" ab, was sich mit "Volk" übersetzen läßt und im 9. Jahrhundert für die Sprache des Volkes der Ostfranken, die im Germanischen wurzelte, verwendet wurde. Daraus wurde die Namensbezeichnung für alle Ostfranken, die diese Volkssprache "diutisc" benutzten, die Deutschen.

Deutscher Orden
Definition:Geistlicher Ritterorden

Der Deutsche Orden ist ein 1190 während der Belagerung von Akko im Rahmen des 3. Kreuzzuges von Bremer und Lübecker Kaufleuten gegründeter Krankenpflegeorden, der 1199 in einen geistlichen Ritterorden mit Sitz in Akko umgewandelt wurde. ...mehr

Diakon
Definition:Seelsorger

Nach der Reformation in den protestantischen Kirchen vor allem Armen- und Krankenpfleger, dann überhaupt Organ der inneren Mission, teils Geistlicher zur Hilfe des Pfarrers, teils Laie. Neben den männlichen Diakonen gibt es auch weibliche Diakonissen.
Heute ist der Diakon ein Seelsorger, der zu bestimmten liturgischen Diensten befugt ist. Die Weihe des Diakons erfolgt durch den Bischof. Diakone gibt es als Durchgangsstufe auf dem Weg zur Priesterweihe und als eigenständiges Amt, das auch verheirateten Männern ab 35 offensteht, die dieses Amt haupt- oder nebenamtlich ausführen können.

Diözese
Definition:Sprengel eines Bischofs

Der Ausdruck Bistum bzw. das mittelhochdeutsche "bischoftuom" kam im Laufe des Mittelalters als Synonym zu dem Begriff Diözese auf, der im lateinischen Westen ab dem 5. Jahrhundert zur Bezeichnung eines Bischofssprengels verwendet wurde, ursprünglich aus dessen Stadt und dem umgebenden Land bestehend. Mehrere Diözesen sind einer Erzdiözese zugeordnet. Das Gebiet der Diözese wiederum ist in Pfarreien und Dekanate aufgegliedert.
In der protestantischen Kirche ist Diözese der Bezirk eines Dekans oder Superindenten, neben dem ein Diözesanausschuss aus Geistlichen und Laien steht.

Dirnitz
Definition:Saal einer Burg

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Dürnitz

Divisorium
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Aquädukt.

Dolch
Definition:Handwaffe

Als Dolch bezeichnet man eine zweischneidige Blankwaffe, deren Gesamtlänge 60 cm nicht überschritt...mehr

Dom
Definition:Bischofskirche

(lat. domus Dei = Haus Gottes), Bischofskirche, in Deutschland auch Hauptkirche einer Stadt ohne Bischof. In Süddeutschland auch Münster genannt.

Domäne
Definition:Staatsgut

Eine Domäne ist im Besitz des Staates befindliches Gut. Darunter zählen heute noch zahlreiche Forsten oder auch Weinbaubetriebe. In der Zeit der Säkularisation bestanden die Domänen im Rheinland aus den enteigneten und eingezogenen Gütern der Geistlichkeit, der aufgehobenen und feindlichen Staaten und der Flüchtlinge. Dabei fasste in dieser Zeit die Ordentliche Krondomäne die Besitzungen des Staates zusammen, während die Außerordentliche Krondomäne diejenigen umfasste, über die Kaiser Napoleon I. allein und uneingeschränkt verfügen konnte. (Quelle: nrw2000.de)

Domdekan
Definition:Domdechant

Der Domdechant, meist ein Weihbischof, ist im Domkapitel mit der Seelsorge beauftragt.

Domherr
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Domkapitel

Dominikaner
Definition:Geistlicher Orden

Gründer des Dominikanerordens (lat. Ordo fratrum Praedicatorum, OP) war 1214 der Spanier Dominikus Guzman aus Caleruega (1170-1221). ...mehr

Domkapitel
Definition:An der Bischofskirche wirkender Klerus

Unter einem Domkapitel versteht man die korporativ verfasste Gemeinschaft des an einer Bischofskirche (Kathedrale) wirkenden Klerus. ...mehr

Dompropst
Definition:Vorsteher des Domkapitels

lat. praepositus = Vorgesetzter. Zusammen mit dem Domdechanten (Domdekan) einer der Dignitäre (Würdenträger) des Domkapitels, welchem er vorsteht.

Donjon
Definition:Wohnturm (Burg)

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Wohnturm und Donjon

Doppeladler
Definition:Ornament

Ornament in Form eines Adlers mit zwei voneinander abgewendeten Köpfen. Die älteste bekannte Darstellung eines Doppeladlers befindet sich auf einem babylonischen Rollsiegel (um 2300 v. Chr.). Bei den Hethitern war der Doppeladler gleichfalls üblich, wie Siegelabdrücke erkennen lassen (1250 v. Chr.). Später war der Doppeladler vor allem das Zeichen von Byzanz und kam, etwa durch die Heirat byzantinischen Prinzessinnen, u. a. zu den Seldschuken. Zu finden sind Doppeladler heute noch z. B. in seldschukischen Moscheen (Divrigi/Türkei). Die doppelköpfigen Adler sollten vermutlich eine symbolische Schutz- und Wächterfunktion ausüben und Unbefugte abschrecken. Aus dem Orient gelangte das Motiv durch die Kreuzfahrer nach Europa. Die früheste europäische Darstellung aus der Zeit um 1180 n. Chr. stammt aus dem Kloster St. Emmeram in Regensburg. Die <dfn title="Nach der Habsburg (Schweizer Kanton Aarau) benanntes deutsches Fürstengeschlecht,">Habsburger</dfn> verwendeten den Doppeladler erstmals am 16. März 1365 als Siegel. Seit 1433 war das Wappentier Bestandteil des deutschen Reichswappens. Im 15. Jahrhundert übernahm auch der Zarenhof den Doppeladler als Herrschaftssymbol. In weiterer Folge sind mehr oder weniger stilisierte Doppeladler auf vielen Wappen zu finden; der Doppeladler war auch Symbol des römisch-deutschen Kaiserreichs und der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Doppelhaken
Definition:Geschütztyp

Der Doppelhaken war doppelt so groß wie die einfache Hakenbüchse...mehr

Doppelkapelle
Definition:Kapelle auf der Burg

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