Glossar historischer Fachbegriffe
Hier entsteht eine Sammlung von Fachbegriffen aus Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie und verwandten Wissenschaften. Als Quellen wurden eigene Recherchen, einschlägige Lexika (Lexikon des Mittelalters; Haberkern/Wallach; Fuchs/Raab) sowie Internetseiten anderer Bearbeiter genutzt.
Vorschläge für Ergänzungen und Verbesserungen nehmen wir gerne entgegen.
- Maurer
- Definition:
Die Maurer wurden auf zeitgenössischen Darstellungen mit ihren wichtigsten Handwerkzeugen abgebildet: Lotwaage, Senkel mit Abstandholz, Holzwinkel, Hammer, Kelle und auch die sog. "leche" zum Nacharbeiten der Quader.
Die Bruchsteinmaurer gehörten wie die sog. Putzmaurer zu den eher untergeordneten und schlecht bezahlten Handwerkern auf den Burgbaustellen. Doch in Gebieten, wo die überwiegende Verwendung von Backsteinmauerwerk den Steinmetzen überflüssig machte, standen die Maurer rangmäßig über den anderen Handwerkern.
Die Maurer schichteten die von den Steinmetzen behauenen Steine trocken aufeinander oder setzten sie mit Kelle und Hammer in den Mörtel. Ihre Fertigkeit bestand darin, mit den teilweise unförmigen und verschieden großen Steinen lotgerechte und stabile Mauern zu errichten. Zur Kontrolle der Maueroberflächen benutzten sie das Lot und gelegentlich Lotwaagen.
Die sog. Bruchsteinmaurer waren auch verantwortlich für die Verfüllung des Zwischenraums bei den in Schalentechnik hergestellten Mauern. Das Füllmauerwerk zwischen den beiden Futtermauern bestand entweder aus Lagen von Bruchsteinen und Mörtel oder aus einer Art Gußmauerwerk. Dieses setzte sich aus einer Mischung von Kalkmörtel, Bruchsteinen, Geröllschutt und Grobkies zusammen. Wer es sich leicht machen wollte, kippte einfach Bauschutt und Lehm in den Zwischenraum.