Siegfried I. von Eppstein, Mainzer Erzbischof 1060-1084 – von Stephanie Haarländer
Siegfried war zuerst Benediktinermönch in Fulda gewesen, bevor er, begünstigt durch Kaiserin Agnes, auf den Mainzer Erzstuhl gelangte. Problematisch waren die vielen Pilgerreisen, die ihn immer wieder für längere Zeit von Mainz fernhielten. Im Jahre 1072 versuchte er, seinen Amtsgeschäften zu entfliehen und in das burgundische Reformkloster Cluny einzutreten, von wo ihn Papst, Klerus und Volk von Mainz - mit Erfolg - zurückriefen. Siegfried hat als Erzbischof die Kanoniker gefördert und bei seinem Klerus den Zölibat eingeschärft, ist aber keineswegs als enger Gefolgsmann Gregors VII. anzusehen. Zunächst trug er den Absagebrief von Worms des Jahres 1076 mit und wurde deshalb von Gregor VII. exkommuniziert und suspendiert. Später lenkte er aber ein und verweigerte auch 1080 dem königlichen Gegenpapst Clemens III. die Unterstützung. 1081 war er an der Königserhebung des Gegenkönigs Hermann von Salm beteiligt; bald darauf zog er sich nach Hasungen zurück, wo er am 16.2.1084 starb.
Quelle: 2000 Jahre Mainz - Geschichte der Stadt digital
