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Literaturtipps

  • Horst Reber: Goethe: "Die Belagerung von Mainz 1793" Ursachen und Auswirkungen. Mit Beiträgen von Helmut Mathy, Regina E. Schwertfeger, Uwe Böhm, Jürgen Wilke, Frank Förster, Barbara Weber und Karl Otmar Freiherr von Aretin. Mainz 1993.

Belagerung von Mainz 1793

Nach der Einnahme Frankfurts durch deutsche Truppen am 2. Dezember 1792 ließ Custine das rechtsrheinische Kastel zu einer eigenständigen Festung ausbauen. Mainz wurde am 13. Dezember 1792 in den Verteidungszustand und am 26. Januar 1793 in den Belagerungszustand versetzt.

Am 22.3.1793 erklärte die Reichsversammlung in Regensburg - noch ganz unter dem Eindruck der der Hinrichtung König Ludwigs XVI. - Frankreich den Reichskrieg. Zu diesem Zeitpunkt hatte die preußische Armee bereits begonnen, Mainz zu umschließen und zu belagern.

Während der französische Kommandant General d'Oyré nichts unterlassen hatte, um Mainz und die Rheininseln zu verstärken und Kastel zu einer regelrechten Festung auszubauen, ordnete der König erst am 8.4.1793 aus seinem Hauptquartier Guntersblum Einzelheiten zur Durchführung der Belagerung von Mainz an. Er übertrug das Kommando dem Generalleutnant Friedrich Adolf Graf von Kalkreuth. Etwa 23.000 Franzosen wurden anfangs von ca. 35.000 Mann belagert. Später standen 44.000 Preußen, Österreicher, Sachsen, Bayern und Hessen vor der Stadt.

Anfang Mai hatte sich der Belagerungsring entgültig geschlossen. In der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 1793 begannen die Belagerer von dere Anhöhe vor Weisenau aus mit der Beschießung der Stadt und rückten immer dichter an die Festungsmauer heran. Am 27. Juni 1793 setzten die Belagerer erstmals schweres Geschütz ein. In der Nach vom 28. auf den 29. Juni 1793 wurden zahlreiche Kirchen und Gebäude zerstört, kam es zu verheerenden Bränden.

Die Belagerung, vor allem aber die Kannonade im Juni/Juli war ein Medienereignis. Von weither kamen Schaulustige - auch Goethe war damals in Mainz.

Die französischen Truppen unter General Custine kapitulierten am 22. Juli 1793 kampflos. Die 18.000 Mann Besatzung erhielten freien Abzug, mussten aber ihre Geschütze zurücklassen. Am 24. Juli marschierte die erste Kolonne der Besatzung (8000 Mann) und am 25. Juli die zweite Kolonne aus Mainz ab. Mit ihnen zogen, teilweise in französischer Uniform teilweise in Zivil, die Mainzer Bürger, die sich aktiv an der "Mainzer Republik" beteiligt hatten (Clubbisten). Am 26. Juli besetzte das hessisch-kasselsche Corps unter Generalleutnant von Biesenrodt die befreite Stadt.

Redakt. Bearb. S.G.