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2. Nohfelder Geschichtsabend: Sötern: ein Ort als Heimat zweier Adelsgeschlechter

Datum: 16.11.2007

Freitag, 16. November, 19.00 Uhr

Referent: Johannes Naumann
Veranstalter: Gemeinde Nohfelden


Näheres:

In dem Dörfchen Niedersötern, südwestlich von Birkenfeld im Hochwald gelegen, besaßen zwei Rittergeschlechter in enger Gemeinschaft, die beide den Namen „von Sötern“ führten. Eines Stammes scheinen sie nicht gewesen zu sein, da sie verschiedene Wappen trugen, doch beschworen Angehörige beider Familien den gleichen Burgfrieden und nennen sich stellen-weise Vettern, sodass zweifellos eine Verschwägerung vorlag. Um etwa 1380 tritt für die eine Sippe der unterscheidende Beiname „Mohr“ (Moir) auf. Bis dahin sind diese Familien ohne Kenntnis ihrer Wappensiegel kaum auseinander zu halten. Daher hat auch Humbracht sie sehr durcheinander gemischt. Seine Tafel 68 ist gänzlich unbrauchbar. Die Tafel im Rheinischen Antiquarius Abt. II Bd. 18 Seite 683 ist zwar etwas besser, bedarf jedoch auch noch mancher Berichtigungen.
Das Geschlecht  derer von Sötern ohne Beinamen spaltete sich schon um die Mitte des 13. Jahrhunderts in mehrere Zweige, die jedoch bis auf einen alsbald wieder eingingen. Es pflanzte sich nun bis gegen Ende des 14. Jahrhunderts in nur einer Linie fort, um sich dann erst in zwei Ästen auszubreiten. Der jüngere Stamm, von Heinrich dem Alten descendierende, starb im Mannesstamm mit dessen gleichnamigen Enkel im Jahr 1545 aus, der ältere erhielt sich bis zum Jahre 1729. Der Zusammenhang ist überall durch Urkunden und Ahnenproben des Koblenzer Archivs einwandfrei nachweisbar. Nur bei Anna von Ingelheim, die laut Humbracht die Gemahlin von Heinrich dem Alten gewesen sein soll, sind Zweifel angebracht. Man kann feststellen, das dieser Heinrich mit Maria Margarethe, einer Tochter des Johann von Elter zu Lare, verheiratet war.
Die Genealogie der Familie Mohr von Sötern war schwieriger zu ordnen und beruht im Wesentlichen auf den Burgfriedensprotokollen, so dass leider die Namen der meisten Frauen fehlen. Die Gattin von Thomas II.  war eine von der Leyen bei Ürzig, da ihr Sohn Eberhard 1361 als des Heinrich von der Leyen Schwestersohn genannt wird. Nach dem Tod von Thomas II. nannte sie sich Frau von Eschweiler, ein Ort zwischen Bitsch und Hornbach, und verehelichte sich wieder mit Godelmann Vinchel von Lichtenberg, der 1376 als Eberhards Stiefvater erscheint, siehe Pöhlmann, „Veldenzer Regesten“, Johann Mohr von Sötern der letzte dieses Stammes, kann die Elisabeth von Elter, Tochter des Johann von Elter Herr zu Vogelsang, erst nach dem Tode ihres ersten Mannes, Heinrich von Rollingen, also nach 1503, geheiratet haben. Seine schon 1489 genannten Töchter Catharina und Rosina, stammen demnach aus einer früheren Ehe.

Die sogenannte Herrschaft Sötern war anfänglich ein Trierer Afterlehen der Herren von Vinstingen, später ein gemeinschaftlicher Besitz des Erzstiftes Trier und der beiden Geschlechter. Das Erbe derer von Mohr ging um 1520 durch die vorgenannten Erbtöchter auf die von Schwarzenberg und die von Hagen, dann auf die Vögte von Hunolstein über.

Beide Stämme besaßen das Patronat zu Baumholder gemeinsam, über den Kirchsatz zu Sötern scheint jedoch der Mohrenstamm allein verfügt haben.
Bedeutendster Vertreter der anderen Familie von Sötern war Christoph Philipp von Sötern + 1652, Erzbischof und Kurfürst zu Trier.