Nach Region
Nach Veranstaltungstyp
Nach Monaten
- 2007
- Januar (12)
- Februar (11)
- März (17)
- April (18)
- Mai (17)
- Juni (26)
- Juli (9)
- August (11)
- September (30)
- Oktober (41)
- November (46)
- Dezember (15)
- 2008
- Januar (15)
- Februar (8)
- März (14)
- April (19)
- Mai (11)
- Juni (12)
- Juli (5)
- August (12)
- September (17)
- Oktober (7)
- November (9)
- Dezember (1)
- 2009
- Januar (1)
- Februar (1)
Keltische Fürsten auf dem Hunnenring?
Kategorie: Veranstaltungshinweis, Saarlandportal, Vorträge
Datum: 14.11.2007
Dr. Sabine Hornung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Vor- und Frühgeschichte. Neue Forschungen zu Gesellschaft, Handel und Wirtschaft der Eisenzeit.
Uhrzeit: 19h
Schon um 400 v. Chr., in der frühen Latènezeit, ist für das Gebiet zwischen Hochwald und Nahe eine bemerkenswerte Entwicklung zu verzeichnen. Prunkvoll ausgestattete Fürstengräber, wie z. B. die beiden Bestattungen aus Schwarzenbach, und eindrucksvolle Befestigungsanlagen deuten auf die Existenz einer komplexen Gesellschaft mit mächtigen Anführern, Kriegern, Handwerkern, Arbeitern und Sklaven. Über die Hintergründe und wirtschaftlichen Grundlagen, die zur Herausbildung dieser sozialer Hierarchien führten, konnte bislang nur spekuliert werden.
Ein 2006 von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Zusammenarbeit mit der Terrex gGmbH und der Gemeinde Nonnweiler sowie der Europäischen Akademie Otzenhausen initiiertes Forschungsprojekt hat zum Ziel, den Fragen nach einer Nutzung natürlicher Rohstoffe, nach Landwirtschaft und Handel in keltischer Zeit nachzugehen. In Zusammenarbeit mit zahlreichen naturwissenschaftlichen Disziplinen sollen Modelle zur Erklärung dieser frühen wirtschaftlichen Blütezeit der Region zwischen Hochwald und Nahe entwickelt werden. Aber auch die Frage nach den Ursachen für einen schnellen Niedergang der frühlatènezeitlichen Kultur bereits wenig später bzw. eine erneute Festigung gesellschaftlicher Strukturen in spätkeltischer Zeit spielen eine wichtige Rolle für unser Verständnis der Abhängigkeit des Menschen von natürlichen Gegebenheiten wie Klima, Vegetation und der Verfügbarkeit natürlicher Rohstoffe wie beispielsweise Eisen und Kupfer.
Im Rahmen des Vortrages werden aktuelle archäologische Forschungen der Universität Mainz vorgestellt, so vor allem Ausgrabungen im Bereich der westlichen Befestigungsanlagen des Hunnenringes, die neue Erkenntnisse sowohl zur Rekonstruktion der Wehrmauern als auch zum Verständnis der hier ansässigen Gesellschaft gebracht haben. Aber auch erste Ergebnisse aus geologischen, bodenkundlichen und metallurgischen Studien sollen vor dem Hintergrund unseres Verständnisses von Mensch und Umwelt in keltischer Zeit diskutiert werden und so ein lebendiges Bild einer längst vergangenen Gesellschaft zeichnen.
Veranstalter: Gemeinde Nonnweiler in Kooperation mit Verein für Heimatkunde Nonnweiler.