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Mit einer Wunde als Wort. Verfolgte jüdische Dichterinnen

Datum: 07.11.2007 bis 26.01.2008

Literarischer Vortrag mit Musik, Mittwoch, 7. November 2007, 19.00 Uhr Synagoge Mainz-Weisenau und Samstag, 26.Januar 2008, 19.00 Uhr Synagoge Worms

"Man muss immer denken und man muss sprechen."

Diese Lebensmaxime der Else Lasker-Schüler ist hochaktuell. Auch bei uns in Deutschland, wo menschliches Miteinander in den letzten jahren mitunter erschreckend unmenschlich aussieht. Dieser Vortrag spricht deshalb von einer Zeit, in der in Deutschland schon einmal Menschen verachtet, vertrieben und vernichtet wurden. Als Zeitzeuginnen kommen Rose Ausländer, Gertrud Kolmar, Else Lasker-Schüler und Nelly Sachs mit Auszügen aus ihrem poetischen Werk zu Wort.

Bei aller Unterschiedlichkeit haben diese vier Frauen eines gemeinsam: Sie waren Jüdinnen und wurden von den Nationalsozialisten verfolgt. In ihren Gedichten ist dieses Schicksal Sprache geworden, beschwörende, eindringliche, geradezu magische Sprache. Worte, um es mit Nelly Sachs zu formulieren, die wie "von Sehnsucht angezündet" sind. Wiederkehrende Motive sind Fremdheit im eigenen Land, Verlassenheit, Überleben im Exil, Geborgenheit in der Muttersprache.

Anders ausgedrückt: Die Gedichte erzählen von der Suche nach Liebe, von Wahrhaftigkeit und von Menschlichkeit. Die Dringlickeit dieser poetischen Appelle und ihre teilweise erschütternde Aktualität in einer Zeit alarmierender Zeichen lassen doppelt aufhorchen.

Veranstalter: Erbacher Hof, Nibelungenstadt Worms

Vortrag mit Rezitation: Dr. Petra Urban, Bingen

Musikalische Gestaltung: Guido Blume, Mainz