Hunsrück

Pfalzfeld, Bahnhof

Der Bahnhof Pfalzfeld liegt in schöner Lage oberhalb der Ortschaft Pfalzfeld. Die Bahnhofsanlage entspricht ganz dem Baustill wie Alterkülz,  Ebschied und Lingerhahn. Dazu kommt ein schöner Wasserturm über den Gleisanlagen im Berghang. Abweichend ist auch das Empfangsgebäude.

Nach der Eröffnung Kastellaun-Pfalzfeld  am 01.Okt.1906 endeten die Züge von Simmern in Pfalzfeld. Gleichzeitig wurde der Bau nach Boppard weiter betrieben. Das Empfangsgebäude (Mittleres Empfangsgebäude) ist ein wenig größer als auf den restlichen Stationen. Zu finden ist das Gebäude z.B. in Windesheim, Argenthal, Sohren oder Hirschfeld. Aber auch an der Nahe in Niederhausen wurde der Bauplan angewandt.  Zwei Wasserkräne , das typische Nebengebäude vervollständigten das Bild. Wieso die Station Pfalzfeld ein besseres Gebäude erhielt wie die restlichen Ortschaften konnte mit 100% Sicherheit noch nicht geklärt werden. Folgende Fakten sprechen aber für Pfalzfeld: Es ist der höchste Punkt der Hunsrückbahn Simmern - Boppard und die Ortschaft Pfalzfeld war um 1900 die zweitgrößte Ortschaft an der gesamten Strecke. Ebenfalls 1906 vermerkt sind Einfahrsignale und eine mechanische Schranke an der Straße Pfalzfeld - Lingerhahn im Bahnhofsbereich.  Auf einem alten Bild (siehe Bildergalerie) ist gut der Verschlag vor der Güterabfertigung zu erkennen, der bis um 1950 das Stellwerk schützte.
Erst beim Bau der Hunsrückhöhenstraße (1938) kam es zu Modernisierungen. Sie waren zwar nicht so umfangreich wie an der Querbahn, aber neue Signaltechnik, bessere Verladerampen und ein verbesserter Oberbau wurden eingebaut.
Nach dem 2 Weltkrieg wurden die betrieblichen Anlagen 1952 wieder auf den modernsten Stand der damaligen Zeit gebracht. Eine Rückfallweichenanlage ersetzte den örtlichen Fahrdienstleiter. Aber das bedeutete für Pfalzfeld nicht das Ende einer Besetzung durch Bahnmitarbeiter. Die Schrankenanlage am östlichen Bahnhofskopf (Richtung Emmelshausen) musste weiterhin bedient werden. Erhalten geblieben sind die Unterlagen des Zugleitbahnhofs Kastellaun aus dem Jahre 1958, wo sehr schön die Meldungen des Schrankenwärters Pfalzfeld eingetragen sind. Erst 1961 (ggf auch 1 oder 2 Jahre später) wurde die Schrankenanlage durch eine Blicklichtanlage ersetzt. Der Schrankenwärter verlor seinen Dienstposten. Ebenfalls zu dieser Zeit schloss wohl die Fahrkartenausgabe die vom Wärter mit betreut wurde.
Die komplette Bahnhofsanlage blieb bis zum Juni 1983 erhalten  ohne große Änderungen. Noch Heute gibt es eine baugleiche Anlage in FUNKTION im Bf Ulmen in der Eifel. In Sachen Zugleitbetrieb tat sich die BD Trier besonders hervor. Hatte sie doch in ihrem Bezirk einige Strecken die nur geringen Verkehr hatten. Besonders in Eifel und Hunsrück wurden deshalb die Strecken auf Zugleitbetrieb (BND) in den 50igern umgestellt. Sobald einige andere Projekte abgeschlossen sind, gibt es einen kleine Seite zum Thema Zugleitbetrieb bei der BD Trier/Saarbrücken.
In den ersten 50 Jahren galt ein fast immer gleicher Fahrplan. (Siehe Unterlagen) Erst in den 1950igern Jahren verschlechterte sich das Angebot. Bis auf 4 Zugpaare täglich schrumpfte das Angebot bis in die 1960iger Jahre. Erst durch mehr Schüler wurden einzelne zusätzliche Züge ab Mitte der 60iger Jahre ab Pfalzfeld eingesetzt.  Bis 1983 verkehrt ein morgendlicher Schülerzug ab Pfalzfeld nach Boppard. Zum Schulschluss verkehrt dann wieder ein Schülerzug nach Pfalzfeld, der dies aber nur an Schultagen tat. Besonders am frühen Morgen wurde in Pfalzfeld was geboten. Dazu demnächst mehr :-)  Zum Teil wurde aber auch schon Ende der 60iger dem Ausflugsverkehr Rechnung getragen.
 Der Güterverkehr war hier vom Holz- und Landhandel geprägt.
Lingerhahn - Pfalzfeld war der zweite Anschnitt, der im Gesamtverkehr eingestellt wurde. 1988 nach Ende der Holzabfuhraktion Wiebke, wurde das Streckengleis wegen Oberbaumängel gesperrt. Die Gleise wurden beim Abbau 1998 entfernt.
Heute erinnern ausgemusterte Bauzugwagen im Bahnhof Pfalzfeld an eine bessere Zeit. Das Gebäude befindet sich in einem ansprechenden Zustand und dient als Gaststätte.

 

Quellenhinweis:

Markus Gödert: www.hunsrueck-querbahn.de