Hunsrück

Tiefenbach, Erzgrube

Funde aus keltischer Zeit (5.-1. Jh. vor Christus) lassen auf frühe Formen des Erzabbaus und der Eisenverhüttung am nördlichen Soonwaldrand schließen. Hinweis über den Erzabbau an der Grube Märkerei finden sich zurück bis ins 18. Jahrhundert. Hier wie im benachbarten Argenthal (Grube Neufund –Waldsee) wurde für die Rheinböllerhütte Erz geschürft. Die Bewohner des Dorfes Tiefenbach fanden als Grubenarbeiter Beschäftigung. Zudem fanden bei den Hüttenbesitzern Abnahme für Gruben- und Kohlholz, manchmal waren die Hüttenbesitzer auch Jagdpächter.

Nach dem Ersten Weltrkieg (1914-1918) wurden die Gruben am nördlichen Soonwaldrand wieder aktiviert und blieben bis ca. 1930 in Betrieb. Auch im Zuge der NS-Autarkiepolitik (1933-1945: Produktion im eigenen Land ohne Zukauf von außen) wurden die Gruben kurzzeitig wieder ausgebeutet.
Von der Grube Märkerei führte ein Seilbahn zum früheren Bahnhof Tiefenbach, von wo aus das Erz über die Strecke Simmern-Gemünden abtransportiert wurde.
Der Ezbergbau und die damit verbundene Köhlerei waren im 17. und 18. Jahrhundert eine starke Belastung für den Wald. Damals dachte man noch nicht an systematische und nachhaltige Aufforstung. Ganze Teile des Soonwaldrückens waren durch diese Nutzungsform des Waldes kahl geschlagen. Erst seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich unter preußischer Verwaltung eine Forstwirtschaft im uns bekannten Sinne.

 

Literaturhinweis:

Fritz Schellack, Chronik Tiefenbach. Simmern 2007.