Kappeln in der Pfalz

Kappeln

In der Umgebung von Kappeln wurden Fundamente gefunden, die vermutlich zu einer ehemaligen Villa Rustica aus gallo-römischer Zeit stammen. Zudem ist ein erhaltenes steinernes Relief in die Mauer des Pfarrhauses eingesetzt worden. Somit war die Gegend um Kappeln mit Sicherheit besiedelt gewesen.

Die Gemeinde wurde 1319 erstmals als "Cappeln" urkundlich erwähnt und gehörte im 11. Jahrhundert den Grafen im Nahegau an. Ab 1130 kam Kappeln dann in den Besitz der Wildgrafen von Kyrburg. Im 14. Jahrhundert wechselten die Herrschaftsverhältnisse stetig, so dass das Dorf zeitweise in vier Teile aufgeteilt gewesen war. Eine Hälfte von Kappeln ging somit an die Herren von Löwenstein, ein Viertel an die Herren von Greifenclau und das letzte Viertel an die Grafen von Veldenz, die ihren Anteil nach kurzer Zeit an die Herren Boos von Waldeck abgegeben hatten. 1589 erwarben die Herren von Löwenstein den Anteil der Greifenclaus und verkauften ihr Eigentum von Kappeln 1596 an die Wild- und Rheingrafen von Grumbach. Nachdem es zu Streitigkeiten zwischen Grumbach und den Herren Boos von Waldeck um das gesamte Dorf kam, sprach die Pfalzgrafschaft Zweibrücken, die mittlerweile die Lehenshoheit über Kappeln besaß, ein Machtwort und übergab die gesamte Gemeinde an die Grafen von Grumbach. Somit war das Dorf wieder vereint.

Im 17. Jahrhundert hatten die Bewohner von Kappeln sehr unter den Folgen des Dreißigjährigen Kriegs, wie Hungersnot und der Ausbruch der Pest, zu leiden. Daher lebten gegen Ende des 17. Jahrhunderts nur noch vier Personen in dem Dorf. 

In der Zeit von 1801 bis 1814 stand Kappeln unter französischer Herrschaft und war dem Saardepartement, dem Arrondissement Birkenfeld und der Mairie Grumbach zugeteilt. Nach dem Wiener Kongress gründete das Herzogtum Sachsen-Coburg das Fürstentum Lichtenberg, zu dem Kappeln von nun an gehörte. Doch schon 1834 verkaufte Sachsen das Fürstentum an Preußen, das das Fürstentum als Kreis St. Wendel in den preußischen Rheinkreis integrierte. Nach dem Ersten Weltkrieg 1919 wurde dieser aufgetrennt. So ging eine Hälfte an das autonome Saarland, die Andere verblieb als "Restkreis St. Wendel-Baumholder" bei Preußen. 1937 wurde jener mit dem oldenburgischen Kreis Birkenfeld zusammengeschlossen.

Seit der Regional- und Verwaltungsreform im Jahr 1968 ist Kappeln eine eigenständige Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Lauterecken und im Landkreis Kusel.

Nachweise

Redakt. Bearb.: Aileen Schröder

Quelle: Schworm, Ernst: Ortslexikon des Landkreises Kusel.