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Kategorie: Rheinhessen, Mittelrhein, Ausstellung

IGL-Ausstellung "Gonsenheimer Erinnerungen. Jüdische Nachbarinnen und Nachbarn" im Stadtteiltreff Gonsenheim

  • Beginn: Mittwoch, 13.09.2017
  • Ende: Freitag, 13.10.2017
  • Ort: Stadtteiltreff Gonsenheim, Mainz-Gonsenheim, Am Sportfeld 7G (Elsa-Einkaufszentrum)
  • Veranstalter: Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V., Stadtteiltreff Gonsenheim
Beschreibung: 

Nach der Eröffnung und dem regen Besucherzuspruch in den Räumen der VR-Bank Mainz in Gonsenheim kann die Wanderausstellung nun ab dem 13. September im Stadtteiltreff Gonsenheim (Am Sportfeld 7G, im Elsa-Einkaufszentrum) zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden (Mo-Do 14-17 Uhr). Zur großen Eröffnungsfeier am Mittwoch, 13. September 2017 ab 18.30 Uhr sind alle Interessenten herzlich in die Räume des Stadtteiltreffs eingeladen.

Die Ortsvorsteherin von Gonsenheim, Frau Sabine Flegel (CDU), wird ein Grußwort halten und den Startschuss für die nächste Station der Wanderausstellung geben. Außerdem finden am Sonntag, 17. September ab 15 Uhr eine szenische Lesung und ein Gespräch mit den Zeitzeugen Franz Becker, Joe Ludwig und Johannes Schüler statt.

 

Das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. hat auf Initiative des Heimat- und Geschichtsvereins Gonsenheim und in Kooperation mit zahlreichen Partnern die bislang wenig erforschten Lebensgeschichten der Gonsenheimer Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus in einem Ausstellungsprojekt erarbeitet. Zahlreiche Zeitzeugeninterviews wurden geführt, die ein sehr detailreiches, aber auch emotionales Bild der Zeit abbilden.

1945 endeten mit dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft auch die unmenschlichen Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung Europas. Doch erst lange danach machten politische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Terrors und des Völkermordes an den Juden in ihrer ganzen Dimension möglich. Dieser Prozess vollzieht sich noch immer – und noch immer sind einzelne Kapitel dieser Geschichte nicht hinreichend erforscht.

In Gonsenheim, das 1938 als bis dahin selbständige Gemeinde durch die Nationalsozialisten nach Mainz eingemeindet wurde, lebten ebenfalls mehrere jüdische Familien. Die individuellen Geschichten ihrer Demütigungen, ihrer Deportation und ihrer Ermordung sind bislang noch nicht Gegenstand einer differenzierten und gründlichen historischen Aufarbeitung geworden. Durch private Nachforschungen konnte in den letzten Jahren ein ergiebiges und aussagekräftiges Quellenmaterial zusammengetragen werden, auf dessen Grundlage sich nunmehr diese Schicksale der Gonsenheimer Jüdinnen und Juden in jenen Jahren sehr viel besser nachvollziehen lassen.

In Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein Gonsenheim, der Evangelischen Kirchengemeinde Gonsenheim, der katholischen Kirchengemeinde St. Stephan sowie der im Gonsenheimer Ortsbeirat vertretenen Parteien SPD, ÖDP, Bündnis90/Die Grünen, FDP und CDU sowie verschiedenen Privatpersonen und nicht zuletzt durch die Förderung einzelner Unternehmen wie der VR-Bank Mainz, ist es nun möglich, dieses Kapitel der Gonsenheimer Geschichte der Öffentlichkeit zu präsentieren.