Bornich am Mittelrhein

Zur Geschichte von Bornich

Die Loreley von Astudin

Bornich wird erstmals in einer auf das Jahr 1138 datierten Urkunde als Bornacho erwähnt. Später heißt der Ort auch Burniche (1277), seit 1530 Bornig und danach Bornich.

Die Urkunde von 1138 ist aber nicht die älteste Nachricht zur Geschichte von Bornich. Im 7. Jahrhundert (Merowingerzeit) war das Trierer Kloster Oeren in Bornich begütert gewesen, ebenso später das Kloster Prüm und die Grafen von Arnstein. Als deren Erben übten im 13. Jahrhundert die Grafen von Isenburg die Ortsherrschaft in Bornich aus. Ludwig von Isenburg übergab im Jahr 1276/77 das Gericht und den Ort Bornich (zum Gericht gehörten auch St. Goarshausen, Patersberg und Offenthal) seiner Tochter Irmgard als Heiratsgut. Irmgard heiratete 1284 Graf Wilhelm von Katzenelnbogen. So wurde Bornich Bestandteil der Niedergrafschaft Katzenelnbogen. Als die Grafen von Katzenelnbogen 1479 im Mannesstamm ausstarben, fiel das Familienerbe und damit auch Bornich an die Landgrafschaft Hessen-Kassel. Am 20. Oktober 1518 wurde Bornich im Verlauf einer Fehde zwischen Franz von Sickingen und Philip von Schwarzenberg mit Landgraf Philip von Hessen mitsamt der Kirche durch sickingische Truppen niedergebrannt. In den Jahren 1556, 1559 und 1590 wüteten verheerende Brände im Ort. Bei der Feuersbrunst von 1559 brannte das Dorf bis auf die Kirche, das Rathaus und drei steinernde Häuser völlig nieder. Aus diesem Grund wurde beim Neuaufbau des Ortes zur Verminderung der Brandgefahr eine besondere Scheunenstraße rings um Bornich angelegt. Diese ist heute noch in Teilen erhalten.

Die baulichen Entwicklungen werden seit Anfang des 17. Jahrhunderts durch Pläne, Bilder und Aufzeichnungen näher belegt. Wie die Dillicher Landtafel von 1600 zeigt, war die Bebauung zu dieser Zeit noch sehr locker und das Dorf ringförmig von einer Mauer und einem Graben umschlossen. Nach einem weiteren Brand im Jahr 1708 wurden die Scheunen, die man als Hauptbrandherde erkannt hatte, aus dem Ortskern entfernt und in einem Kranz um den Ort herum wieder errichtet. Einige wenige sind noch heute mit Jahreszahlen (zwischen 1711 und 1796) erhalten. Man zählte zu dieser Zeit ungefähr 140 Gebäude im Ort, der laut einer Skizze von 1730 durch drei Tore erreicht werden konnte.

1789 lebten in Bornich 130 Männer , 15 Witwer, 188 Söhne, 7 Knechte, Gesellen und Lehrjungen, 1 Pfarren, 2 Lehrer, 129 "Weibspersonen", 33 Witwen, 190 Töchter, 17 Mägde, 21 Juden (4 Familien mit Kindern und einer Magd), insgesamt 740 Menschen (Im Vergleich dazu in St. Goarshausen 411 Personen). Mit der Zeit wurde die Bebauung immer dichter: schon 1873 zählte das Dorf ca. 300 Häuser. Diese Tendenz hielt bis ins 20. Jahrhundert an, und so versuchte man 1950 das überbevölkerte und zu dicht bebaute Dorf durch Aussiedlungen aufzulockern.

Quelle: Rang, Schick, Dehio, rhein-lahn-info und Homepage der Gemeinde; redakt. Bearb. S.G., D.S., D.B.