Damscheid am Mittelrhein

Damscheid - römischer Ort unter den Merowingern erneuert

[Bild: Imhof-Verlag]

Die Gemarkung Damscheid war, wie Reste von römischen Gebäuden und einer Wasserleitung zeigen, bereits in römischer Zeit besiedelt. Nach dem Abzug der Römer besiedelten fränkische Stämme das Land. Damals wird Damscheid entstanden sein. Erstmals urkundlich erwähnt wird Damscheid allerdings erst im Jahr 1256 mit der Nennung eines Joh(ann)es de Damescheit. Der Ort selbst findet erstmals 1385 als Damescheid Erwähnung. Etymologisch leitet sich der Ortsname von mittelhochdeutsch dame "Damhirsch" und scheid  "bewaldeter Höhenrücken" ab. Damscheid lag in einem Rodungsgebiet, das ursprünglich zu einem Fiskalbezirk um Oberwesel gehörte und von dort aus besiedelt wurde. Damscheid gehörte zum Amt Oberwesel im Oberamt Boppard. Die Einwohner unterstanden der Landeshoheit der Trierer Erzbischöfe. Im Jahr 1563 zählte man 42 kurtrierische Bürger, zwei Untertanen der Herren von Winneburg, sieben pfalzggräfliche Untertanen (zusammen mit Birkheim). Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) brandschatzten zunächst spanische, danach schwedische Soldaten den Ort. Mehr als 100 Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges hatte sich der Ort noch nicht von den Folgen der Zerstörung erholt. 1759 hatte Damscheid nur 30 Feuerstellen und etwa 200 Einwohner. Seit 1716 gab es in Damscheid eine Schule. Der örtliche Markt wird erstmals in einer Oberweseler Ratsordnung von 1767 erwähnt. Bei der französischen Verwaltungsreform von 1798 wird die Gemeinde commune im Kanton Bacharach (Arrondissement Simmern), 1800 der Mairie Wiebelsheim zugeteilt. An 1816 gehörte die preußische Bürgermeisterei Damscheid zum Amt Oberwesel, 1948 zum Amt Oberwesel im Landkreis St. Goar und 1969/70 zur Verbandsgemeinde Oberwesel. Seit 1972 ist Damscheid Teil der Verbandsgemeinde St.Goar-Oberwesel.

Grundbesitzer in Damscheid

Der gesamte geistliche Besitz betrug um 1720 insgesamt 24.832 Weinstöcke, 9.600 Ruten Ackerland und 4.810 Ruten Wiesenland. Der gesamte adlige Besitz belief sich auf 82.800 Weinstöcke, 5.380 Ruten Acker- und 5.000 Ruten Wiesenland.

Grafen von der Leyen

Die Grafen hatten im 18. Jahrhundert einen Hof (Wüstung Udenweiler). Ihr Besitz wurde Ende des 18. Jahrhunderts von den Franzosen eingezogen, 1811 wurde davon ein Objekt versteigert.

Johann Osen von Oberwesel

1477 werden Güter zu Damscheid erwähnt.

Herren v. Heydeck (Reichsritterschaft)

1724 wird ein Hof der Maria Eleonore von Heydeck genannt.

Jesuiten/Köln

Die Kölner Jesuiten werden 1702 als Grundbesitzer geführt

Kloster Allerheiligen/Oberwesel

Das Kloster war zeitweise in Damscheid begütert

Kloster St. Martin/Oberwesel

1796 nannte das Kloster zwei Äcker und zwei Wiesen sein Eigen. Der Besitz wurde Ende des 18. Jahrhunderts von der französischen Verwaltung eingezogen. Im Jahr 1805 kam ein Objekt davon zur Versteigerung.

Kurtrier

Das Erzstift besaß 1473 und 1587 Wiesen in der Gemarkung. Um 1720 war Kurtrier mit 82.800 Weinstöcken der größte Grundbesitzer im Ort. Der Besitz wurde Ende des 18. Jahrhunderts von der französischen Verwaltung eingezogen. 1804-1811 kam es zur Versteigerung von 6 Objekten.

Stift Liebfrauen/Oberwesel

Der Besitz des Stiftes wurde Ende des 18. Jahrhunderts von den Franzosen eingezogen. Davon kamen 1811 zwei Objekte zur Versteigerung.

Stift St. Martin/Worms

1650 werden Zinseinkünfte der Präsenz des Stifts genannt.

Zehntrechte

1258 war der Dekan von Liebfrauen in Oberwesel Inhaber des Weinzehnten. 1303 besaß das Stift St. Martin/Oberwesel den Fruchtzehnten (großer und kleiner Weinzehnt – Rimpenzehnt, Fruchtzehnt, Haferzehnt);  1406 war der Zehnt zu Damscheid Kisselbach und Lingerhahn als kurtrierisches Lehen im Besitz von Paul von Waldeck. Um 1600 besaßen die Dechanten von Liebfrauen und St. Martin in Oberwesel den kleinen Weinzehnten (Rimpenzehnt) gemeinsam. Nach sind 1610 Bernhard von Metzenhausen, 1641 der Dekan von Liebfrauen (großer Frucht- und großer Weinzehnt) als zehntherren genannt. 1796 besaß der Pfarrer von St. Martin den Kornzehnten (¼ vom geistlichen  Haufen) (Kohlsamenzehnt, Blutzehnt, Gemüsezehnt), Weinzehnt.

Quelle: Rettinger, Historisches Ortslexikon (s. rechte Spalte)Homepage der Verbandsgemeinde; redakt. Bearb. S.G.