Kamp-Bornhofen am Mittelrhein

Zur Geschichte von Kamp-Bornhofen

Kloster Bornhofen

Die Gemeinde Camp, das heutige Kamp-Bornhofen, wird 1138 in einem Güterverzeichnis des Abtes des Stiftes St. Goar, Godefridus von Prüm erstmals urkundlich erwähnt. Darin heißt es, dass der Frankenherzog Hermann von Schaben (gest. 10.12.949) als Stifter von Weinbergen in Kamp aufgetreten war, die nach seinem Tod an die Propstei St. Goar gingen. Den Ort muss es also bereits in seiner Regierungszeit von 926 bis 949 n. Chr. gegeben haben. Der Ortsnamen Camp, seit 1936 Kamp, leitet sich wohl vom lateinischen "campus" (Feld) ab. Weitere historische Namensvarianten der Gemeinde sind Chambo, Cambo und Campf.

Die Gemeinde Bornhofen wird in der ältesten bekannten Urkunde vom 12. Juni 1110 "Burenhoven" genannt. Auch überliefert sind die Namensformen Burginhovin, Burnhoven, Burnehoven und Bornhoven. Die ältesten Bezeichnungen des Ortes lassen vermuten, dass er aus der Burgsiedlung der nahe gelegenen Burgen Sterrenberg oder Liebenstein entstand. Der Probst Richwien von St. Martin zu Worms übergab im 12. Jhd. mit Zustimmung des Königs Heinrich V. auf Bitten des Erzbischofs Bruno von Trier den Kanonikern des St. Martinsstifts den Fruchtzehnten in Burgenhoven. Aus der Bezeichnung Burgenhofen entstand später der Name Bornhofen. Der Ort Bornhofen wird als solcher in einem Lehenbrief von 1294, wodurch die benachtbarte Burg Liebenstein zur Hälfte und ein Viertel der unter der Burg gelegenen Ortschaft übertragen wird, ausdrücklich erwähnt: Cum quarta parte suburbii sive civitatis.

Der Ort fiel um 1312 wie das gesamte Bopparder Reich an das Kurfürstentum Trier. Diese Zugehörigkeit blieb bestehen, bis nach der Auflösung des Kurstaates Kamp(-Bornhofen) im Jahr 1803 an das Herzogtum Nassau fiel. Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen des Jahres 1866 wurden Kamp und Bornhofen Bestandteile des Königtums Preußen. Ende des 19. Jahrhunderts bildete Bornhofen keine geschlossene Ortschaft mehr, sondern wuchs mit Kamp zusammen. So entstand 1948 die Gemeinde Kamp-Bornhofen.

Ende des 19. Jahrhunderts zwangen die Verbreitung der Reblaus und der damit verbundene Ertragsrückgang die Landwirte dazu, neben dem traditionellen Wein auch Süßkirschen, Erdbeeren, Äpfel, Birnen und Aprikosen anzubauen. Kamper Obst wurde berühmt und in andere Landesteile exportiert. Sinkende Preise bewirkten in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts allerdings einen schnellen Niedergang des Obstanbaus. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Flößerei auf dem Rhein ihren Höhepunkt. Allein 60 Männer waren 1870 bei nur einer Firma als Flößer beschäftigt. Die zunehmende Motorisierung der Frachtschiffe auf dem Rhein in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts machte die Flößerei zunehmend überflüssig. Im Jahr 1965 wurde das letzte Floß den Rhein hinunter geflößt.

Im heutigen Rathaus von Kamp-Bornhofen befindet sich im 1. Obergeschoss ein Flößer- und Schiffermuseum. Das 2. Obergeschoss beherbergt ein allgemeines heimatgeschichtliches Museum, welches vom Verein für Heimatgeschichte Kamp-Bornhofen e. V. 1985 getragen wird.

Nachweise

Verfasser: Dr. Stefan Grathoff und Dominik Kasper

Verwendete Literatur:

  • Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz Saarland. Bearb. von Hans Caspary u.a. Darmstadt 1985.
  • Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. Bearb. von Magnus Backes 2., bearb. Aufl. München 1982.
  • Fuchs, P. Damasus: Bornhofen am Rhein. Geschichte des Ortes, der Kirche, des Klosters und der Wallfahrt. Fulda 1937.
  • Monschauer, Winfried: Kamp-Bornhofen: Die Chronik. Kamp-Bornhofen 2000.
  • Website der Gemeinde Kamp-Bornhofen
  • Website des Vereins für Heimatgeschichte Kamp-Bornhofen e. V.: Kamp-Bornhofen im Wandel der Geschichte (PDF) 

Geändert: 22.12.09