Kestert am Mittelrhein

Zur Geschichte von Kestert

Kestert

Im Jahre 755 kam die Abtei Fulda in den Besitz einiger Weinberge, die in "Marcu Bodobigrinse ultra Rhenum ad Castrionis" gelegen waren. In dieser Schenkungsurkunde wird mit dem lateinischen Begriff "ad Castrionis" Kestert erstmals urkundlich genannt. Durch den Fund einiger Münzen und Mauerreste (am Kirchenköppel) aus der Römerzeit liegt die Vermutung nahe, dass in den ersten Jahrhunderten hier eine Ortsgründung in Form eines römischen Vorpostens stattgefunden haben muss. Im Jahr 1110 schenkte Erzbischof Bruno von Trier dem Koblenzer Hospital vier Wingerte in „Kestene“. Den Zehnten im Ort vereinnahmte um 1190 - das geht aus seinem berühmten Lehnsbuch hervor - der Reichsministeriale Werner II. von Bolanden. Dieser Zehnt, ein Lehen der Wormser Kirche, wurde später an die Herren von Sterrenberg weiterverlehnt. 1327 musste sich Kestert dem Trierer Kurfürsten unterwerfen, dessen Nachfolger dann bis 1803 die Landeshoheit innehatten.
Einem kirchlichen Visitationsprotokoll ist zu entnehmen, dass nach den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) im Jahr 1682 nur 22 Familien in Nieder- und 10 Familien in Oberkestert wohnten.
Im 19. Jahrhundert hingegen kann die Gemeinde Kestert ein rasantes Wachstum verzeichnen, da durch die Rheinschifffahrt, die Inbetriebnahme der Eisenbahn und den Weinbau neue Arbeitsmöglichkeiten entstanden.
Im Jahr 1803 wurde Kestert im Rahmen der territorialen Neuordnung durch den Reichsdeputationshauptschluß dem Fürstentum Nassau-Weilburg zugeteilt.
Seit der Bildung des Herzogtums Nassau (1806) und des Amtes St. Goarshausen (1816) unterliegt Kestert den gleichen politischen Veränderungen wie die übrigen Gemeinden der heutigen Verbandsgemeinde Loreley.

Quelle: Homepage der Gemeinde; rhein-lahn-info; redakt. Bearb. D.B., D.S., S.G.