Patersberg am Mittelrhein

Zur Geschichte von Patersberg

Patersberg liegt an einem Verkehrsweg, der wohl schon von den Kelten benutzt wurde. Er führt, vom Rhein kommend, am einem Hang entlang, der nördlich des Orts aus dem Hasenbachtal emporsteigt. Nahe dem Haushecker Wald hat man ein Stück des Weges freigelegt, der von den Römern zu einer "Straße" befestigt worden war, um auch schwere Transporte zu ermöglichen. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort (via Montana) im Jahr 1061 in einem - allerdings gefälschten - Güterverzeichnis des Klosters Bleidenstadt. Das erste zweifelsfrei gesicherte schriftliche Zeugnis zur Ortsgeschichte ist eine Urkunde der Grafen Dieter und Eberhard von Katzenelnbogen. Sie teilten um 1250 die Leibeigenen in einem Gebiet, zu dem auch "Padinsberg" zählte, unter sich auf. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Ortsname über Pfadsberg, Padisberg bis zum heutigen Patersberg. Als die Grafen von Katzenelnbogen ausstarben, erbten die Landgrafen von Hessen ihren Besitz. Ein Großbrand im Jahr 1546 zerstörte das Dorf nahezu vollständig. Dem ebenso verheerenden Feuer vom Karfreitag des Jahres 1584 fiel auch die Kirche zum Opfer. Nur das Gemäuer widerstand den Flammen. Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) bestanden in Patersberg 34 Haushaltungen. Zahllose Bewohner der umliegenden Dörfer fanden hinter den Schutzwehren Patersberg Schutz vor marodierenden Truppen. jedoch nicht vor dem Wüten der Pest. Im Jahre 1632 forderte sie die ersten Opfer in dem übervölkerten Ort. Drei Jahre später verzeichnet das Kirchenbuch von Juni bis Dezember 369 Pesttote, "ohne die, welche in Hecken und Wäldern draußen starben und liegen blieben, weil niemand vorhanden war, der solche beerdigen konnte." Das Dorf Patersberg blieb in diesen schlimmen Jahren vor Zerstörungen bewahrt. Zahlreiche Fachwerkhäuser, die nach dem Brand von 1584 erbaut wurden, bestehen noch heute.

Quelle: Homepage der Verbandsgemeinde mit weiterführenden Informationen zur Ortsgeschichte; redakt. Bearb. S.G.