Literaturtipps

  • Udo Liessem: Die "Alte Burg" in Koblenz. In: Burgen und Schlösser 16 (1975), S. 21-33.
  • Geschichte der Stadt Koblenz. 2 Bde. Hrsg. v. der Energieversorgung Mittelrhein GmbH). Gesamtredaktion: Ingrid Bátori in Verbindung mit Dieter Kerber und Hans Josef Schmidt. Stuttgart 1992-1993.
  • Erich Keyser (Hrsg.): Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland. (= Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. IV Südwestdeutschland.5). Stuttgart 1964.
  • Die Kunstdenkmäler der Stadt Koblenz. Die profanen Denkmäler und die Vororte (= Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz). Hrsg. v. Landesamt für Denkmalpflege. Unveränderter Nachdruck der Ausgabe 1954. München-Berlin 1986.
  • Ingeborg Scholz: Erzbischof Balduin von Luxemburg (1307-1354) als Bauherr von Landesburgen im Erzstift Trier. Phil. Diss. Marburg 2003.

Alte Burg

Alte Burg in Koblenz

Die alte Burg ist eine ehemalige kurfürstliche Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert und war ehedem von einem breiten Wassergraben mit Ringmauer umzogen. Eine Familie von Arken errichtete auf den Resten eines römischen Rundturms um 1885 einen romanischen Wohnbau. Erzbischof Heinrich II. von Finstigen (1260-1286) ließ ab 1277 aus dem Arkenschen Wohnbau den Kernbau der Alten Burg anlegen. Von diesem Kernbau stammt der auf den römischen Mauern aufsitzende untere Teil der Moselfront zwischen den beiden Türmen. Der Rundbogenfries über dem 2. Geschoss bezeichnet die ursprüngliche Höhe. Der Ostturm ist im Unterbau vielleicht noch römisch. Direkt neben der Burg wurde 1342 unter Kurfürst Balduin von Luxemburg mit dem Bau der Balduinsbrücke über die Mosel begonnen. Unter Erzbischof Otto von Ziegenhain (1418-1430) entstand im Ostturm das achteckige, rippengewölbte, als Kapelle dienende Obergeschoss. Otto ließ in Verbindung mit dem ehemaligen benachbarten Brückentor den schmaleren, ursprünglich freistehende Westturm errichten.

Unter den Erzbischöfen Johann VI. von der Leyen (1556-1567) und Johann VIII. von Orsbeck (1676-1711) fanden weitere Erweiterungen und Umbaumaßnahmen statt. Die östliche Hälfte der Stadtseite stammt aus der Zeit Johanns VI. von der Leyen: gepaarte Rechteckfenster, Tür und Kellereingang mit muschelgefüllten Giebelbekrönungen, der Treppenturm mit abschließendem Maßwerkfries, Renaissanceportal und reich ornamentierte Spindel (1557 bezeichnet) mit Geländer (1599 bezeichnet).
Die Westhälfte der Stadtseite, die Westseite und die Fenster der Moselfront gehören zum Erweiterungsbau Johanns VIII. von Orsbeck von 1680-1682, für den der Hofbaumeister Johann Christoph Sebastiani und der Maurermeisters Jeremias Dekatusch verantwortlich zeichnen. Von Sebastiani stammen auch das Dach und die Haubenbekrönungen der Türme.

Alte Burg in Koblenz

Nach Tillmann erlitt die Burg 1688 und 1794 beim Einmarsch der französischen Revolutionstruppen Beschädigungen.
Während der französischen Herrschaft am Rhein zog im Jahre 1806 eine Blechwaren-Fabrik in das Gebäude ein. 1897 schloss die Fabrik und das Burggebäude wurde an die Stadt Koblenz verkauft. Ab 1938 wurde die Burg von der Gebietsführung der Hitlerjugend genutzt. In den Jahren 1960-1962 wurden die geringen Schäden des 2. Weltkriegs beseitigt und das Gebäude vollständig restauriert. Seit 2002 ist die Alte Burg Teil des von der UNESCO ausgezeichneten Weltkulturerbes "Oberes Mittelrheintal“.
Die Alte Burg ist der einzige mittelalterliche Bau in Koblenz, der die Zeiten überdauert hat. Im alten Burghaus ist heute das Stadtarchiv bzw. die Stadtbibliothek von Koblenz untergebracht.

Quelle: Dehio; wikipedia.org; Tillmann; Bilder: wikipedia; Birgit Herkersdorf; Stefan Grathoff; redakt. Bearb. S.G.

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