Hinweise

Literaturtipps

  • W. Bornheim gen. Schilling: Zur Geschichte der ehemals mainzisch-rheinischen Burgen Heimburg, Ehrenfels und des Mäuseturms bei Bingen. In: Universitas. Festschrift für Albert Stohr. Mainz 1960, S.337-345.
  • J.A. Schmitt-Kraemer: Burg Hohneck und Niederheimbach. In: Heimatjahrbuch Landkreis Bingen 3 (1959).
  • V. Reuschel: Zwischen Nahe und Heimbach mit den Burgen Rheinstein, Reichenstein, Sooneck und Heimburg. In: Heimatjahrbuch Mainz-Bingen 1978, S.26.
  • D.J. Decker: Die rheinischen Ortschaften Niederheimbach und Trechtingshausen. In: Trierer Archiv 19 (1912), S.93-153.

Burg Heimburg (Hohneck)

Ludwig der Fromme schenkte 815 das Gebiet um Niederheimbach der Benediktinerabtei Cornelimünster. Im Jahr 983 war Heimbach nördlicher Eckpunkt der berühmten 'Binger Schenkung' Kaiser Otto II. an den Mainzer Erzbischof Willigis. Im Jahr 1092 schenkte Erzbischof Ruthard die Vogtei über das Dorf Heimbach der Mainzer Martinskirche.

Als einflussreiche Vögte der Mainzer Vögte amtierten auf den nahen Burgen Reichenstein und Sooneck zunächst die Rheinboden von Bingen und ab 1213 die Herren von Bolanden. In Heimbach musste im Jahr 1219 Wildgraf Konrad auf die dortige Vogtei verzichten, da er sie an sich gerissen hatte und deswegen exkommuniziert worden war. 1245 übertrug das Kloster Cornelimünster den Schutz seines Fernbesitzes in Heimbach dem Mainzer Erzbischof. 1270 verkaufte Cornelimünster dann seine Besitzungen zu gleichen Teilen dem Mainzer Erzbischof, dem Mainzer Domkapitel und – als Inhaber des Kirchenpatronats - dem Mariengredenstift zu Mainz. (siehe Reichenstein und Burg Sooneck)

Angeblich soll Erzbischof Werner im Jahr 1271 - so berichtet es der Historiker Bodmann - Philipp d.Ä. von (Bolanden-)Hohenfels die Burgen Reichenstein und Sooneck sowie die Dörfer Trechtingshausen und Heimbach zu Lehen gegeben haben.

Erzbischof Werner schenkte im Jahr 1272 dem Mainzer Domkapitel „das Gebiet zwischen den Rheinzuflüssen Heimbach und Mogenbach, zu dem neben den Orten Trechtingshausen, Ober- und Niederheimbach auch Weiler bei Bingerbrück gehörte“. Die Hohenfelser scheinen sich in ihrer Stellung bedroht gefühlt zu haben, denn 1290 verkaufte Dietrich von Hohenfels den Burgberg zu Reichenstein und die Vogtei über Trechtingshausen und zu Ober- und Niederheimbach, die allesamt mainzische Lehen waren, dem Pfalzgrafen Ludwig. Jetzt musste Mainz reagieren. Der Erzbischof wollte verhindern, dass Pfalzgraf Ludwig von den Burg Reichenstein, Fürstenberg und Stahleck aus seinen Einflussbereich auf das dazwischen liegende Niederheimbach ausdehnen konnte. Deshalb scheint Erzbischof Gerhards (1294-1305) zwischen 1290-1305 die Heimburg errichtet zu haben. Auch die nahe Burg Fürsteneck wurde in dieser Zeit errichtet. Nach anderer Ansicht entstand die Heimburg erst unter Erzbischof Peter (1308-1320). Möglich ist auch, dass die Burg seit 1320 vom erzbischöflichen Bauverwalter Simon von Rüdesheim erbaut worden ist. Denn er hat nachweislich zwischen 1326-1328 Bauarbeiten an der Burg durchführen lassen, 1331 ist er auch als erster Burgmann auf der Burg bezeugt.

Der Name Heimburg

Die Heimburg wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder etwas anders geschrieben: 1305 Haineck; 1331/50 Heyenburg; 1344 Heimburg; 1350 zu Heymberg, Hoh(e)neck. Etymologische Erklärung des Burgnames: Haineck, Heimburg und Heimberg sind Klammerformen aus Hein(bach)eck und Hein(bach)burg/‑berg.

Baubeschreibung

Die Heimburg liegt auf einem niedrigen Bergvorsprung. Die nahezu quadratische Anlage verfügt über zwei unterschiedlich hohe Rundtürme, welche die bogenförmig vortretende Schildmauer einfassen. Erhalten sind auch einige geringe Reste der an die Burg anschließenden Ortsbefestigung.

Heimbach kam in der Folgezeit nicht zur Ruhe. Immer wieder hört man von Streit, Zwist und Hader zwischen dem Mainzer in Niederheimbach und dem Pfalzgrafen in Oberheimbach. So verpflichtete sich Pfalzgraf Ludwig im Jahr 1314 nicht nur, die zwischen Mainz und Kurpfalz umstrittene Burg Reichenstein dem Mainzer zurückzugeben, sondern auch von seinem gewalttätigen Vorgehen in Ober- und Niederheimbach abzulassen. Erzbischof Peter veranlasste 1317 König Ludwig den Bayer, den Bewohnern von Ober- und Niederheimbach und Trechtingshausen zu befehlen, ihm endlich uneingeschränkten Gehorsam entgegen zu bringen. Während auch die Bewohner von Nieder- und Oberheimbach ihre Meinungsverschiedenheiten stellvertretend für ihre jeweiligen Ortsherren austrugen und sich befehdeten, baute Erzbischof Heinrich die Heimburg in Nieder-Heimbach weiter aus (1314) und ließ Wurfmaschinen aufstellen. Als örtlichen „Verwalter“ seiner Interessen diente dem Erzbischof in dieser Zeit Konrad von Heimburg. 1331 ist als Burgmann Ritter Johann Kindelmann von Diebach erwähnt. Anlässlich des großen Schiedstages zwischen Pfalzgraf und Erzbischof, der 1344 den Streit um die vielen von beiden Parteien beanspruchten Besitzungen klären sollte, kamen auch die Verhältnisse in Trechtingshausen und Heimbach zu Sprache. Der Pfalzgraf bestand auf beiden Orten bzw. die Vogtei über beide Gemarkungen, da sie alte Lehen der Abtei Cornelimünster seien. Der Erzbischof müsse sie herausgeben und zusätzlich die Hemburg wieder abbrechen, da sie ihn bei der Ausübung seiner Vogteirechte behindere. Doch der Erzbischof setzte seine Rechtsauffassung durch, die Klage des Pfalzgrafen wurde erfolgreich abgewiesen. Auch Burg Reichenstein wurde dem Erzbischof zugesprochen. Die Heimburg wurde Sitz eines Mainzer Amtmannes und eines Untergerichts. 1347 war auch die Heimburg in der Verfügungsgewalt der Mainzer Stiftsvormünder unter Leitung Kunos von Falkenstein, der die Heimburg dann 1354 zusammen mit den Burgen Reichenstein und Fürsteneck als Pfand erhielt.

1357 kam es zu Streitigkeiten zwischen der Mainzer Dompropstei und den Bewohnern Oberheimbachs u.a. über die Kostenbeteilung am städtischen Befestigungsbau. Erzbischof Gerlach gelang es, erfolgreich zu vermitteln. Im Jahr 1362 wurde die Heimburg vom Mainzer Erzstift wieder ausgelöst. Die Heimburg wurde vom baufreudigen Mainzer Erzbischof Dieter von Isenburg (1459-61; 1475-82) nochmals befestigt. Auch ihm diente sie als Sitz eines Mainzer Untergerichts. Seit dem 16. Jahrhundert geriet die Burg in Verfall und wurde 1689 von den Franzosen zerstört. Nach der Zerstörung diente die Ruine der Bevölkerung als Steinbruch. 1787 wurde Jakob Mertes aus Niederheimbach von Kurmainz mit der Heimburg belehnt, 1808 ging sie in seinen Besitz über. Danach wechselten die Besitzer häufig (Mayor von Barfuß, Gerbott zu Crefeld, Freiherren von Wackerbarth, Baron von Oettinger). Schließlich kaufte Eduard Rabeneck die Burg; er ließ sie prächtig und repräsentativ ausbauen. 1898 wurde Robert Müser Eigentümer der Heimburg. Im Jahr 1920 wurde Hugo Stinnes Burgherr. Er ließ sie als sommersitz in neugotischem Stil repräsentativ ausbauen.  1951 wurde die Burg an die Heimburg GmbH verkauft, 1965 an Paulheinz Kann u.a. Seit 1987 ist Frau Bachmann-Thurn die neue Eigentümerin der Heimburg, die den Baubestand der Anlage aufwendig sicherte. Die Heimburg ist im Privatbesitz und folglich nicht zu besichtigen.

Quelle: Liebeherr; Dehio; Tillmann, RettingerGrathoff; Vogt; Vigener; redakt. Bearb. S.G.