Evangelische Stiftskirche

Außenansicht der Evangelischen Stiftskirche St. Goar

Über der Goarskapelle des Heiligen Goar (6. Jahrhundert) hatte Abt Asuer von Prüm um 765 eine Kirche bauen lassen, die Ende des 11. Jahrhunderts durch eine größere ersetzt wurde (aus dieser Zeit stammt die Krypta). Bis zur Einführung der Reformation im Jahr 1527 durch Landgraf Philipp d.Ä. von Hessen gehörte die Pfarrkirche zur Abtei Prüm.

Vom Vorgängerbau des 8. Jahrhunderts haben sich keine Reste erhalten. Archäologische Befunde liegen nicht vor. Es ist anzunehmen, dass die Kirche eine Krypta, wohl eine in dieser Zeit übliche Ringkrypta, oder eine Außenkrypta besaß, in der das Grab des hl. Goar aufgestellt war.

Den ältesten Teil der heutigen Kirche bildet die romanische Hallenkrypta, die aufgrund der Hanglage wie das Untergeschoss für den spätromanisch-frühgotischen Chor und somit wie eine Unterkirche wirkt. An den Chor schließen sich heute ungleich hohe Flankentürme an, die den Chor umrahmen und akzentuieren. Mächtig wirkt das steile gotische Dachmit der spätgotischen, dreischiffigen Emporenhalle, an die sich der größtenteils eingebaute Westturm mit Zinnenkranz und steilem Helm anschließt. Ursprünglich schlossen nach Süden zusätzlich ein Kreuzgangund nach Norden zwei Kirchhöfe an die Stiftskirche an. Anstelle der früheren Stiftsgebäude blieb als historischer Nachfolgebau das 1724 erbaute ehemalige reformierte Schulhaus, ein langgestreckter Barockbau,erhalten.

Ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt die Stiftskirche Graf Philipp dem Älteren, der seinen Werkmeister Hans Wynt beauftragte, diese repräsentative dreischiffige Emporenhalle zu errichten.

Quelle: M. Imhof; Dehio; redakt. Bearb. A.R. und S.G.