Reitzenhain am Mittelrhein

Zur Geschichte von Reitzenhain

Die Herren von Isenburg besaßen als Nachfolger der Arnsteiner Grafen die Vogtei und Grundherrschaft im Gericht Niederwallmenach, zu dem auch das Dorf Reitzenhain gehörte. Die Isenburger verlehnten ihren Besitz 1283 an den Ritter Simon von Heppenheft. Im Jahr 1379 erwarb Wilhelm II. von Katzenelnbogen alle Güter und Rechte, die Antonius und Ulman von Montfort u.a. in Reitzenhain besaßen. 1416 gelang es den Katzenenbogen, Reitzenhain ganz in ihren Lehensbesitz zu bringen. Im Jahre 1416 verkaufte Graf Phillipp von Nassau-Saarbrücken die Dörfer zu Wallmenach und "Rytzenhan", die er zwei Jahre zuvor für 1100 Gulden von Philipp von Isenburg erworben hatte, für 1200 Gulden an Johann II. von Katzenelnbogen. Reitzenhain war damit Bestandteil der Niedergrafschaft Katzenelnbogen, die vom Schloss Rheinfels aus verwaltet wurde. Nach dem Aussterben der Katzenelnbogen traten 1479 die Landgrafen von Hessen das Erbe an. Bis 1626 wurde Reitzenhain von der Linie Hessen-Kassel regiert, dann während der Kämpfe im Landgrafenhaus von Hessen-Darmstadt erobert, 1647 von Hessen-Kassel zurückerobert. Im Jahr 1648 wurde der Besitz dem Landgrafen Ernst von Hessen-Rotenburg übergeben. Die Landesherrschaft der Rotenburger währte bis 1794. Die Herrschaft des Hessischen Hauses über die Niedergarfschaft Katzenelnbogen endete im Jahr 1806. Im 18. Jahrhundert entstanden zahlreiche verputzte Fachwerkhäuser, die bis heute das Bild des Straßendorfs bestimmen, obwohl der Brand vom 2. Juli 1803 das halbe Dorf mit Backhaus und Schule in Schutt und Asche legte.

Quelle: Homepage der Verbandsgemeinde; dort auch weitere Informationen zur Ortsgeschichte; redakt. Bearb. S.G.