Odenbach in der Pfalz

Odenbach

0.1.Allgemeine Angaben

An der Mündung des Odenbachs in den Glan

Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Lauterecken

Einwohner (1966): 1164, davon etwa 80 % evangelisch, 20 % katholisch, der Anteil der über 60-jährigen liegt bei 23 %, jener der Jugendlichen bis 17 Jahren etwa bei 20 %

Einwohner (2007): 924 

Einwohner (2010): 940 

Gemarkung: 800 ha, davon entfallen auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche 465 ha, auf den Wald  233 ha (Anteil der Ortsgemeinde 54 ha), auf Siedlungs-und Verkehrsflächen 83 ha, auf Erholungsfläche  8 ha, auf Wasserfläche 11 ha.

0.2.Lage

Der Ort liegt links und rechts des Glans im Mündungsgebiet des Odenbachs auf einer Tal-Fläche von 155 Metern über NN. Die Täler werden eingeengt durch eine Reihe von Bergen, links des Glans durch den Bennerberg (308 m), den Bornberg mit seinen Ausläufern gegen Meisenheim, rechts des Glans durch den Galgenberg (326 m über NN) und das Hagelkreuz (357 m) und im Dreieck zwischen Glan und Odenbach die Hochebene des Hellerwaldes und der Streit. Östliche Länge 34 Grad, nördliche Breite 55 Grad.  

Lage nach dem Messtischblatt

0.3.Siedlung

Das Ortsbild war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts geprägt durch die Ringmauer mit dem Ober- und dem Untertor, und drei Wehrtürmen. Im Dorfkern blieb das mittelalterliche Straßennetz im wesentlichen bis heute erhalten. Der große Brand von 1733 zerstörte bis auf wenige Ausnahmen die alte Bausubstanz. Die Ringmauer wurde 1828 geschleift. Von der ihr blieben nur noch wenige Abschnitte erhalten. Danach dehnte sich der Ort im Laufe des 19. Jahrhunderts rechts des ehemaligen Dorfgrabens in der neugeschaffenen Grabenstraße, längs der Adenbacher Straße und der Glanstraße aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschloss die Gemeinde drei neue Wohngebiete, das in den Gewannen „Im Schofel“ und „In Kohlenstein“ ab 1953 wenige Jahre später das in der Gewanne „In Burghöhl“ und in den 1970er Jahren dasjenige in der Gewanne „Am Schächerweg“.

 

0.4.Gebäude und besondere Merkmale

Überrest einer mittelalterlichen Tiefburg

Der Weiherturm

Wer sich über die B 240 dem Ort Odenbach nähert, erkennt am südlichen Ortsrand im Mündungsdreiecke von Glan und Odenbach eine Ruine, den Weiherturm. Er ist der Überrest einer mittelalterlichen Tiefburg. Die Burg Odenbach war ehemals bischöflich verdun’scher Besitz, wurde vermutlich um 1180 erbaut und 1303 erstmals urkundlich erwähnt. In einer Lehensurkunde von 1415 wird der Umfang von Burg, Turm, Graben und Vorburg beschrieben. Untersuchungen zu Beginn der 1980er Jahre führten zu der Erkenntnis, dass sich die Gebäulichkeiten vom Weiherturm längs des Weiherpfades bis fast in unmittelbare Nähe der Hauptstraße erstreckt haben. Die Burgengebäude wurden in den Jahren 1620-1623 durch die spanische Besatzung derart ruiniert, dass sie nicht mehr bewohnbar waren. Im Winter 1850/51 stürzte der Rest der Gebäulichkeiten zusammen. Im Jahre 1683 versuchten die französischen Besatzungstruppen ebener Erde ein Loch in den Turm zu sprengen. Da die Sprengladung zu groß bemessen war, fielen große Teile des Turms in sich zusammen.

Die Ringmauer

In unmittelbarer Nähe  nordöstlich des Weiherturmes, etwa 200 Schritte davon entfernt, sind noch Reste der alten Ortsbefestigung zu sehen. Urkundlich wird sie schon 1377 erwähnt. Ungefähr ein Viertel des mittelalterlichen Beringes ist erhalten geblieben.

Das Rathaus

Erbaut wurde es 1570, wie aus einem Beschwerdebrief des damaligen Odenbacher Pfarrers hervorgeht, den dieser 1572 an die Verwaltung richtete. Als Stolz der Gemeinde und Zeichen ihres damaligen Selbstbewusstseins diente es in früheren Jahren nicht nur der Verwaltung, es war auch Mittelpunkt des dörflichen Lebens, indem dort Hochzeiten u.a. gefeiert wurden. Der zweistöckige Bau mit Giebel zur Straßenseite war ursprünglich mit einem Erker versehen. Im Erdgeschoss befand sich eine Halle mit Flachdecke, die auf zwei Steinsäulen ruhte. Die Giebelseite war mit zwei und je einer Seitenfront mit einem gekehlten Rundbogen versehen, spätbarocke hölzerne Türen wurden beim Umbau 1950 entfernt. Das Obergeschoss war ehemals mit Renaissancefenstern ausgestattet, von denen jetzt noch zwei erhalten sind. Bei Umbauarbeiten gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Maßfenster durch oval angeschnittene Fenster ersetzt und der Erker entfernt.

Das ehemalige Erkerhaus

In dem Wohnhaus gegenüber dem Rathaus ist im halbovalen Türsturz der Scheitelstein des ehemaligen Torbogens das noch erhaltene Wappen der Herren von Fürstenwärther, Burgsassen zu Odenbach zu sehen, zwei gegenüber gestellte Pfälzische Löwen. Das alte Gebäude wurde im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts erbaut und diente als Vogteisitz. Durch eine Verfügung des Herzogs Friedrich Ludwig von Pfalz-Zweibrücken ging 1675 das Haus an seine Kinder aus einer morganatischen Ehe über. Im Jahre 1906 erwarben die Brüder Leo und Emanuel Löb das Gebäude, rissen es ab und errichteten 1907 an gleicher Stelle das heutige Anwesen.

 

Das ehemalige Pfarrhaus

 

Durch das Hochwasser in dem strengen Winter 1784/84 wurde das damalige Pfarrhaus schwer geschädigt und unbewohnbar. An gleicher Stelle entstand in den Jahren 1788/89 der von dem pfalz-zweibrückischen "Land- und Chausseedirektor" Gerhard Friedrich Wahl entworfene zweistöckige klassizistische Bau, der durch seine gestrafften geometrischen Formen und seine Einfachheit besticht. Zum Wohnhaus gehörten auch eine Scheune, Stall und Backhaus sowie eine offene Remise, deren Dach auf zwei hölzernen Pfeilern ruht, alles im Geviert hingestellt, so dass ein geschlossener Hofraum entstand. Zu Beginn der 1960er Jahre erwarb die Kreissparkasse Kusel das Anwesen und richtete in dem unteren Stockwerk Geschäftsräume ein, die am 1. 12. 1965 feierlich für den Publikumsverkehr freigegeben wurden.

 

Die Bergkeller am Waldweg

 

Etwas außerhalb des Ortes, jenseits des Odenbachs, liegen linker Hand eines Flurweges, der nach Cronenberg führt, etwa 40 Bergkeller. Als in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts durch die Maßnahmen des weitsichtigen Fürsten Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken die Landwirtschaft umwälzende Veränderungen erfuhr, vor allem durch den Anbau von Kartoffeln und Futterrüben, mussten auch Vorratsräume für diese Früchte erstellt werden. Im Ort selbst war kaum ein unterkellertes Haus vorhanden. Der einzige Ausweg, diesem Missstand abzuhelfen, bot sich in der Anlegung von Bergkellern. Der tonige Mergel am Steilhang des Waldweges eignete sich für diesen Zweck am besten. Geschulte Bergleute, die hier im Ort zahlreich vorhanden waren, legten gegen Ende des 18.Jahrhunderts eine Vielzahl von Kellern an. Eine besondere Eigenart des Besitzes dieser Keller wäre zu erwähnen. Das Eigentum ist in keinem Grundbuch eingetragen oder in einem Kataster vermerkt. Die Übereignung wurde durch eine formlose Quittung bestätigt.

 

Kirche und Synagoge s. u. „Religiöse Verhältnisse“

0.5.Gemarkung

Der lehm- u. lößreiche Talgrund des Glans wie auch das Höhengebiet gegen die Gemeinde Roth hin bildeten eine hervorragende Voraussetzung für die Landwirtschaft. Die Berghänge links des Glans und rechts des Odenbach (Gewanne „Igelsbach“) boten für den Weinbau, der bereits 893 erwähnt wurde, die beste Chancen. Zu Ende des 19.Jahrhunderts betrug  die Anbaufläche der Wingerte etwa 10 % der Gemarkung. Bedingt durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft kam der Weinbau in den 1960er Jahren zum Erliegen.

Das Waldgebiet innerhalb der Gemarkung, das immerhin etwa 1/3 der Gesamtfläche ausmacht, diente vor dem Ersten Weltkrieg den Bauern als zweites Standbein. Der Wald lieferte in erster Linie den notwendigen Bedarf an Brennholz für den eigenen Betrieb, wurde zur Lohrindengewinnung genutzt, lieferte Bauholz und Nutzholz für das holzverarbeitende Handwerk. Durch die Umstellung auf andere Energiequellen hat der Wald, abgesehen von der ökologischen Bedeutung, seinen Wert verloren.

0.6.Name

Der älteste überlieferte Name ist durch die Bachlage bedingt und vermutlich auf den vorgermanischen Gewässernamen „Audina“ Odenbach  zurückzuführen.  Nach Dolch/Greule 1990 erfolgte die Ersterwähnung in einer Urkunde von 841 als „Uotenbach“. Weitere Nennungen u. a.: 893 de Odenbahc, 1194 de Ottenbach, 1222 Odenbach. Demnach wäre dem Grundwort -bach ein Personenname als Bestimmungswort beigefügt, in diesem Falle Odo bzw. Otto. Nach dieser Interpretation wurde der Ort ursprünglich als die Siedlung eines Mannes mit dem Namen Otto gegründet.

[Zwei Blätter, Plan 1805 und Plan 1990, liegen vor]

0.7.Wappen

Das Wappen wurde nach dem Abdruck des schon 1490 benutzten Gerichtssiegels gestaltet. Es zeigt im grünen Felde, das mit Reben berankt ist, eine schräg gestellte silberne Wellendeichsel, die den Zusammenfluss von Glan und Odenbach symbolisiert. Die Genehmigung zum Führen des Wappens wurde der Gemeinde am 19.Oktober 1853 durch den bayerischen König Maximilian erteilt.

0.8.Abriss der Ortsgeschichte

0.8.1.Vor- und Frühgeschichte, Römerzeit

Erste Spuren einer Besiedelung in und um Odenbach lassen sich bereits in der Jungsteinzeit nachweisen. Archäologische Funde aus der anschließenden Bronzezeit zeigen sich nur spärlich. Während sie sich mit dem Aufkommen der keltischen Volksgruppe wieder verdichten. Aus der Periode der frühen Eisenzeit (Hallstattzeit, ca.800-500 v.Chr.) wurde auf dem Galgenberg ein Gräberfeld freigelegt. 1934 entdeckte man bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz "Hellerwald" ein Gräberfeld aus der jüngeren Eisenzeit (Latènezeit, ca.500 v. Chr. bis Jahr 0), das einem Gehöft in der Gewanne „Im hintern Spitzwasen“ zuzurechnen ist, dessen Fundamentreste bekannt sind. Durch Münzfunde ist belegt, dass ein ununterbrochener Übergang von der keltischen in die römische Zeit stattgefunden hat. In der Gewanne „Im Neuberg“ wurde bei Rodungsarbeiten einer der bedeutendsten Hortfunde entdeckt, etwa 150 Goldmünzen, die dem ostkeltischen Stamm der Leuker zugeordnet werden. Nach der Eroberung Galliens durch Cäsar nahm die Bevölkerung römische Kultur an. Das Landesmuseum in Speyer bewahrt eine bronzene Statuette der Minerva, Fundort Adenbach, und eine solche des Merkur, Fundort Odenbach, auf. In der Völkerwanderungszeit - in der Periode etwa zwischen 375 bis 550 n.Chr. - muss der Raum Medard und Odenbach ein Refugium gewesen sein. 

0.8.2.Mittelalter

Nach dem Abschluss der fränkischen Landnahme schenkte ein Merowingerfürst etwa um 600 n.Chr. dem Maasbistum Verdun die Grundherrschaft St. Medard. Während für die missionarischen Bemühungen der Kirche St. Medard das Zentrum bildete, war Odenbach der Mittelpunkt der Verwaltung. Aus der Vogtei der Grundherrschaft entwickelte sich allmählich das Gericht Odenbach, das später mit den Ämtern Odenbach und Lauterecken identisch war. Nach der fränkischen Reichsteilungen von 842 und 870 hatte das Maasbistum Schwierigkeiten, den ostfränkischen Besitz zu behaupten. Beim Amtsantritt des Verduner Bischofs Albert I. von Marcey garantierte Kaiser Friedrich I. 1156 die Verduner Rechte. Um den Besitz der Grundherrschaft zu sichern, wurde im Mündungsdreieck des Odenbachs noch im selben Jahrhundert die Wasserburg errichtet, deren Gebäulichkeiten im Dreißigjährigen Krieg durch die spanische Besatzung demoliert wurden und Mitte des 19.Jahrhunderts zusammenfielen. Ein letzter Rest, die Ruine des Weiherturms ragt heute noch in den Himmel. Der Verduner Besitz um Medard und Odenbach bildete schließlich mit demjenigen um Baumholder, Wolfersweiler, mit dem Remigiusland und dem Amt Veldenz an der Mosel die Grafschaft Veldenz. Dem Wittelsbacher Pfalzgrafen Stephan gelang es durch Einheirat diesen Komplex zu vereinnahmen, der dann durch die Vereinigung mit der Grafschaft Zweibrücken das Stammgebiet des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken bildete. Die Herrschaft Pfalz-Zweibrücken fand 1798 ihr Ende.

Rathaus aus dem 16. Jahrhundert

0.8.3.Neuzeit

1579 wurden die Odenbacher Bürger von der Leibeigenschaft befreit, erhielten Stadtrechte, und 1596 Marktrechte, 1798 annektierten die französischen Revolutionstruppen das Land. Verwaltungsmäßig bildete Odenbach mit den Orten Adenbach, Ginsweiler, Reiffelbach und Schmittweiler eine Mairie, gehörte dem Canton Lauterecken, dem Arrondissement Kaiserslautern und dem Département Donnersberg an. Nach der Niederlage Frankreichs kam Odenbach im Range einer Bürgermeisterei 1816 zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1970 wurde die l000-jährige Verwaltungseinheit Odenbach aufgelöst. Der Ort kam zur Verbandsgemeinde Lauterecken.

0.9.Wahlergebnisse (Auswahl) in Prozent, Bundestag Zweitstimmen

CDU SPD FDP Grüne Linke Sonstige
Landtag 2001 22,0 57,4 7,2 2,2 --- 11,2
Landtag 2006 58,5 17,8 6,3 3,2 5,6 8,6
Landtag 2011 51,1 20.9 2,6 14,1 6,3 5,0
Bundestag 2002 26,2 50,9 8,4 4,5 --- 10,0
Bundestag 2005 24,8 40,4 10,8 7,3 8,9 7,9
Bundestag 2009 21,3 29,7 11,4 9,4 18,4 9,9
Bundestag 2013 32,9 37,7 2,2 9,0 6,0 12,1

0.10.Zeittafel

800 v.Chr.- 0 Keltische Gräberfunde, Münzhortfund römische Besiedlung
um 600 Durch die Schenkung eines Merowinger-Fürsten kam die Grundherrschaft St. Medard an das Bistum Verdun. Der Hofbezirk bestand aus den heutigen Gemarkungen der Gemeinden Medard, Lauterecken, Lohnweiler, Heinzenhausen, Berschweiler (Ortsteil v. Wiesweiler), Odenbach, Adenbach, Ginsweiler, Cronenberg und Becherbach.
841 Erste urkundliche Erwähnung von Odenbach
893 Im Urbar des karolingischen Reichsklosters Prüm (893), welches 1222 von dem Exabt des Klosters, Caesarius von Heisterbach, kopiert und kommentiert wurde, findet sich der Nachweis über Klosterbesitz und eine Kirche in Odenbach
Mitte 12 .Jhd. Aufgrund des verduner Eigenkirchenrechts und den Reichsteilungen von 842 und 870 wurde die Kirche der Jurisdiktion des Erzstiftes Mainz unterstellt und kam so mit der von Medard 1190 in die Hände des Klosters Disibodenberg.
1190 Der Ritter "Eberhardus de Ottenbach" wird im Lehensverzeichnis des Reichsministerialen Werner von Bolanden als Lehensträger genannt.Um diese Zeit (etwa 1180) dürfte die Niederburg errichtet worden sein.
1360 Amt Odenbach
1367 Separation der Kirche von Odenbach von "St.Medard" und Erhebung zur selbständigen Pfarrkirche.
1377 Veste Odenbach. Im Laufe des 14.Jahrhunderts Bau der Ringmauer
1387 Glanmühle Odenbach
1441 Die Herren und Ritter "von Odenbach" sterben in der männlichen Linie aus.
1444 Das "Amt Odenbach" fällt an das Haus Pfalz-Zweibrücken
1566 Anlegung des Friedhofs an der Glanstraße
1579 Befreiung der Bürger von der Leibeigenschaft, Verleihung der Stadtrechte
1596 Verleihung der Marktrechte
1603 Bergbau auf Steinkohle im "Leckberg“
1607 Beschreibung der Grenzen des "gesambten Ambtes Odenbach"
1620 Kampflose Übergabe der "Veste Odenbach" an die Truppen des Generals Spinola.
1648 Ende des Dreißigjährigen Krieges. Die Einwohnerschaft ist auf ein Viertel des Vorkriegsstandes reduziert, große Gebäuderverluste.
1733 Ein großer Brand zerstört fast das ganze Dorf
1752 Errichtung der Mühle am Odenbach, Bau der Synagoge.
1760 Errichtung eines"Steinkohlenwerkes am Hagelkreuz".
1763/64 Bau der spätbarocken Hallenkirche
1776 Steinkohlenwerk "Blochersberg".
1798-1814 Französische Verwaltung --Glan als-Grenze, Mairie Odenbach, Kanton Lauterecken,Arron-dissement Kaiserslautern,Departement Donnersberg
1800 Einnehmereibezirk Odenbach
1816 Anschluß an Königreich Bayern
1883 Stillegung der vom bayerischen Staat betriebenen Steinkohlengruben "Blochersberg"
1883 Stilllegung der vom bayerischen Staat betriebenen Steinkohlengruben "Hottenbusch","Igelsgraben","Pickelwies","Hagelkreuz" und "Schinn".
1896 Einweihung der Bahnlinie Lauterecken-Staudernheim.
1904 Ausbau der zweigleisigen strategischen Bahnlinie Staudernheim-Homburd/Saar Wasserleitungsbau und Erstellung des Hochbehälters in der "Igelsbach".
1920/21 Elektrisches Licht
1923 Abwehrkampf gegen "Rheinische Separatisten" ums Rathaus (18. und 19. November)
1945 Sprengung der Glanbrücke 19. März Einmarsch amerikanischer Truppen. Zu Ende des Zweiten Weltkrieges waren 53 Gefallene und Kriegstote zu verzeichnen.
1947 Verfassung von Rheinland-Pfalz angenommen
1953 Beginn des Häuserbaues in den Gewannnen "In Schottel" und "Auf Quaderstein" und in "In Burghöhl".
1960 Bau der Spannbetonbrücke über den Glan
1970 Anlegung des Friedhofes in der Gewanne "Hinterm Flecken", Neubau eines Wasserpumpwerkes "In Schottel" und des Hochbehälters "In Hörn". Bildung der Verbandsgemeinde Lauterecken und Auflösung der Bürgermeisterei Odenbach. Nach etwa 1000 Jahren hört die alte Verwaltungseinheit auf zu bestehen.
1972 Odenbach Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Lauterecken
1986 Einstellung des Personenverkehrs auf der Glantalbahn (30. Mai)

0.11.Religiöse Verhältnisse

Malereien in der ehemaligen Synagoge

Im Urbar des Klosters Prüm von 893 wird erstmalig eine Kirche erwähnt, die das Peters-Patrozinium trug. Sie ist eine der ältesten im gesamten Glantal. 1683 fiel die Kapelle wegen Baufälligkeit der Spitzhacke zum Opfer. An gleicher Stelle erbaute man in den Jahren 1763/64 die spätbarocke Hallenkirche. Der Kirchturm entstand in drei Etappen: im 13.Jahrhundert der unterste Stock, 1508 das Zweite und 1666 das dritte Stockwerk mit seinen drei übereinander stehenden achteckigen Kuppeln. Die Prümer Eigenkirche verlor vermutlich unter dem Erzbischof Adalbert II. von Mainz (1138-1141) ihre Selbstständigkeit, wurde aufgrund des Verduner Eigenkirchenrechtes und bedingt durch die fränkischen Reichsteilungen im 9. Jahrhundert der Jurisdiktion der Mainzer Kirche unterstellt. Damit kamen beide Kirchen, sowohl die von Medard als auch die von Odenbach in die Hände des Klosters Disibodenberg. Unter Erzbischof Gerlach von Mainz

(1353-1371) erhielt die Odenbacher Kirche am 15. Juni 1367 wieder ihre Selbstständigkeit, die sie bis heute ununterbrochen weiter führen konnte.

1548 übernahm die Kirchengemeinde das lutherische und 1588 das reformierte Glaubensbekenntnis. Durch die Einwanderung von Katholiken und Lutheranern im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts bildeten sich innerhalb des Ortes sowohl eine katholische als auch eine lutherische Kirchengemeinde, die beide das Simultaneum anstrebten. Die Streitigkeiten wurden durch die entsprechenden Klauseln des Friedens zu Rijswijk (30.10.1697) unterbunden, aber die Gegensätze zwischen Lutheranern und Reformierten fanden erst 1818 ihr Ende, indem sich beide Konfessionen in der "Union" zur Pfälzischen Landeskirche vereinigten. Seit 1970 ist die evangelische Pfarrei Odenbach (Odenbach, Adenbach, Ginsweiler) mit der Pfarrei Gangloff (Gangloff, Roth, Reiffelbach, Becherbach) vereinigt. Mehrere Geistliche erlangten überörtliche Bedeutung. (s. Persönlichkeiten)

Der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Odenbach war zeitweise groß. Nach dem großen Brand von 1733 erwarb der pfalz-zweibrückische Judenschultheiß Salomon Meyer in der Kirchhofstraße einen eingeäscherten Platz und errichtete daselbst eine Betstube. Nach dem Tode des Salomon Meyer verkaufte seine Witwe im Jahre 1802 das Gebäude an die isrealitische Kultusgemeinde, die es bis 1938 für kultische Zwecke nutzte. 1989 erwarb der "Förderverein zur Erhaltung der Synagoge" das heruntergekommene Gebäude aus Privatbesitz, das inzwischen unter Denkmalschutz gestellt worden war, und restaurierte es mit eigenen und staatlichen Mitteln. Sehenswert sind die wieder ans Tageslicht geförderten Wandmalereien.

0.12.Bevölkerung

Im Jahr 1566 wurden zu Odenbach 69 und 1609 62 Familien registriert, wobei 1609 genannt wurden: ein Wirt, zwölf Handwerker, vierzehn Landwirte, elf Weinbauern, fünf Tagelöhner, zwei Hirten, zwei Pförtner. Die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges führten zu erheblichen Menschen- und Substanzverlusten, 1656 wurden nur noch 23 Familien gezählt. Anlässlich der Volkszählung von 1719 notierte man 344 Seelen (etwa 76 Familien), davon 30 Katholiken, 243 Reformierte, 71 Lutheraner, wozu noch vier jüdische Familien kamen. Eine enorme demographische Entwicklung führte in etwas mehr als 120 Jahren zu einer Verdreifachung der Bevölkerung. 1843 wurden 1079 Seelen gezählt, wovon 110 Personen Juden waren. Mit einigen geringen Schwankungen nach oben und unten wurde der Bevölkerungsstand bis zum heutigen Tag gehalten. Der Gleichstand konnte sich nur Einpendeln durch die Auswanderung vieler Bürger nach Übersee, vor allem in die USA, durch eine vermehrte Binnenwanderung in die großen Städte und die Industriezentren. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren etwa 1/3 der Bevölkerung Landwirte mit einem Grundbesitz von fünf bis 20 ha,

1/3 gewerblich tätig und das letzte Drittel setzte sich aus geschulten Facharbeitern und Taglöhnern zusammen. Heute sind nur noch 12 Gewerbebetriebe ansässig, bei denen es sich überwiegend um Familien- und Kleinbetriebe handelt. Der größte Teil der Erwerbstätigen arbeitet außerhalb von Odenbach. An landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben sind nur noch zwei anzutreffen.

0.13.Bevölkerungsentwicklung (nach Alter 1994)

1825 1835 1871 1905 1939 1961 1999 2007
gesamt 878 1113 1951 1069 1025 1095 1105 924
kath. 39 126
evang. 765 965
isr. 74 2

0.14.Schule, Kultur, Vereinswesen

0.14.1.Schulen

Herzog Alexander von Pfalz-Zweibrücken erlässt 1505 eine Verordnung, dass die Untertanen ihre Kinder "zu schulen thun laßen lern schreiben und leßen, aber nit über XIII jare des schulers alters ..". Der erste nachweisbare Schuldiener wird 1566 erwähnt. Kurze Zeit später errichtete die Gemeinde in der Kirchhofstraße ein Schulgebäude, das bis zum Jahre 1828 benutzt wurde. Um 1710 stellte die lutherische Gemeinde ebenfalls einen Lehrer an. Den Unterricht erteilte der Lehrer zunächst im Rathaus bis zum Erwerb eines geeigneten Gebäudes in der Kirchhofstraße. Nach der „Union“ 1818 wurde in dem ehemaligen reformierten Schulgebäude eine Knabenschule und in dem lutherischen eine Mädchenschule etabliert.

Die Lokalitäten entsprachen bald nicht mehr den Erfordernissen, wie aus einem Bericht zu ersehen ist: „In Odenbach befinden sich zwey Schulhäuser, von denen das eine für den Unterricht der Knaben, das andere für jenen der Mädchen bestimmt ist. Beyde sind dem Bedürfnisse nicht entsprechend; aber vorzüglich schlecht ist das Locale der Mädchenschule, das nur eine Stube und eine finstere Küche enthält. Dieses Zimmer dient zugleich als Lehrsaal und Wohnzimmer für den Schullehrer mit fünf Kindern, einer Magd und öfters auch als Küche.“ Die Gemeinde errichtete 1828 in der Untergasse ein geräumiges Schulhaus mit zwei Lehrsälen und entsprechenden Lehrerdienstwohnungen. Da man 1862 eine dritte Lehrstelle einrichtete, erwarb die Gemeinde in der Grabenstraße ein Gebäude, das nach seinem Umbau als "Kleines Schulhaus" benannt wurde. 1960 verlegte man alle Volksschulklassen in das neu errichtete Schulgebäude in der Gewanne „Auf dem Hubacker“. Heute werden dort nur noch die Grundschulklassen unterrichtet.

 

 

Katholische Schule

In der Zeit des Herzogs Gustav Samuel (1718-1731) stellte die katholische Kirchengemeinde einen Schullehrer an. Da die Gemeinde zahlenmäßig klein war, konnten die Mittel zur Weiterführung der Schule nicht aufgebracht werden. Nach kurzer Zeit wurde der Unterricht eingestellt.

0.14.2.Volksfeste, kulturelle Einrichtungen

Die „Kerb“ oder Kirchweih fand am dritten Sonntag vor Bartholomä statt. Vor einigen Jahren änderte der Gemeinderat das althergebrachte Brauchtum und legte es auf den dritten Sonntag im August. Nach einem Umzug der Dorfjugend wird auf dem Kerbeplatz die „Straußpredigt“ gehalten, in der in gereimter Form die Dorfereignisse des voran gegangenen Jahres vorgetragen werden.

Am Martinstag wird am späten Nachmittag der Martinsumzug gehalten, der auch von vielen auswärtigen Kindern besucht wird.

Um den ersten Advent veranstaltet die Vereinsgemeinschaft einen Weihnachtsmarkt.

Die Turnhalle der Grundschule dient zur Abhaltung von feierlichen Veranstaltungen und Konzerten.

0.14.3.Vereine

Angelsportverein, Hundeverein, Karnevalverein, Landfrauenverein, Männergesangverein/Gemischter Chor, Musikverein, Protestantischer Kirchenchor, Schützenverein „Edelweiß“, Turn- und Sportverein, Verkehrsverein, Förderverein zur Erhaltung der Synagoge, Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt, VdK, Förderverein Freiwillige Feuerwehr.

0.15.Gesundheits- und Sozialwesen

Im Ort befindet sich kein niedergelassener Arzt, und es gibt auch keine Apotheke. Für die medizinische Versorgung sind die Ärzte in Meisenheim, Lauterecken und Nußbach und das Städtische Krankenhaus Meisenheim zuständig.

0.15.1.Wirtschaft und Verkehr

Verkehr
Schon in keltischer Zeit muss ein Saumpfad von Trier in Richtung Worms über Odenbach bestanden haben. An das römische Verbindungsstraßennetz war der Ort angeschlossen über Becherbach zur "Hochstrooß" (Hohe Straße), die von Kreuznach nach Otterberg führte, ebenso über eine solche aus Richtung Kreuznach über die "Hub" nach Baumholder, die so genannte "Grumbacher Straße". Ein Verbindungsweg über den Hellerwald verband Odenbach mit Otterberg. Alle diese Straßenverbindungen bestanden bis ins vorige Jahrhundert. Ihre Bedeutung verloren sie durch den Ausbau der Talstraßen im Laufe des 18.Jahrhunderts. Die Trassierung der Odenbachtalstraße wurde 1835 von Schneckenhausen aus begonnen und zehn Jahre später in Odenbach beendet. Die Ortsverbindungsstraße nach Roth und Reiffelbach bekam 1885 eine neue Trasse. 1938 wurde aus militärischen Gründen die heutige B 420 ausgebaut. 1896 kam die Eisenbahnverbindung Lauterecken-Staudernheim zu Stande, die dann 1903/04 aus strategischen Gründen zweigleisig durch das ganze Glantal ausgebaut wurde. Der Personenverkehr kam 1986 zum Erliegen und einige Jahre später auch der Güterverkehr.

 

Wirtschaft
Im vergangenen Jahrhundert war das Dorf geprägt durch die folgenden Wirtschaftsfaktoren:

 

Landwirtschaft
Wichtig war vor allem die florierende Rindviehzucht der Glan-Donnersberger-Rasse. Weinbau wurde an den Hängen des Benner-, Neu- und Bornberges betrieben, auch Obstbau. Die begehrten Winteräpfel und besonders die Glanzwetschgen wurden in den Monaten September/Oktober waggonweise bis nach Hamburg versandt.


Steinkohlenbergbau

Gruben gab es links und rechts des Glans. Zum ersten Mal wurde 1607 über die Gewinnung von Steinkohle im „Leckberg“ unterhalb der „Hohl“ berichtet. Der Beginn des Bergbaus in der hiesigen Gegend ist aber wesentlich früher anzusetzen, denn in der „Musterungsrolle“ von 1453 werden schon Bergleute erwähnt. In den Gruben um Odenbach und Roth, zu denen die Grubenstollen im Blochersberg, Igelsgraben, Pickelwiese, Hagelkreuz und Schinn zählten, wurden in den Jahren von 1821 bis 1880  insgesamt 583 154 Tonnen Steinkohle gefördert. Ein Bericht über die Fördermenge der "Carlsgrube", die in der Gewanne „In Dämm“ lag, auch immer von 1788-1865 von Privatleuten betrieben wurde, liegt nicht vor. Die erstgenannten staatlichen Betriebe im Besitz des bayerischen Staates wurden 1885 geschlossen.

Handel mit Rindvieh, Getreide und Wein, wurde vor allem von den hier ansässigen Juden betrieben. Durch die antijüdische staatliche Gesetzgebung und durch Boykottmaßnahmen im Dritten Reich kam der Handel zum Erliegen.

Handwerk und sonstige Gewerbebetriebe
Bei der Anlegung des Gewerbeanmelderegisters am 1. 1. 1908 wurden 92 Betriebe registriert. Heute sind nur noch etwas über ein Dutzend Gewerbebetriebe zu verzeichnen. Die Glanmühle, die schon 1387 urkundlich erwähnt wurde, zu der einst die Ortschaften Odenbach, Adenbach, Ginsweiler, Cronenberg, Medard, Becherbach, Gangloff und Reiffelbach gebannt waren, stellte nach einer wechselvollen Geschichte 1938 den Betrieb ein. Am Odenbach wurde 1752 die Pletschmühle erbaut, die 1907 zum Erliegen kam.

Steinbruchbetriebe und Steinhauereien
Auf der Gemarkung von Odenbach sind etwa zwölf stillgelegte Sandsteinbrüche zu verzeichnen. Sie legen Zeugnis ab von einem einst blühenden Gewerbe. Besonders hervorzuheben ist die ehemalige Steinhauerei und der Steinbruchbetrieb auf dem Kaiserhof. Der gelbmarmorierte Sandstein aus der Gewanne "In der Hinterwies" war leicht zu bearbeiten und gefragt für Staatsbauten, Rathäuser, Schulhäuser, Geschäftshäuser und Villen. Bis 1914 wurden nahezu 300 Männer in diesem Betrieb beschäftigt. Aus den restlichen Steinbrüchen wurde hauptsächlich das Material gewonnen, das als Hausteine für Fenster- und Türgewänder, für Stürze, auch für die Herstellung von Sauerkrautsteinen, Kelterbütten und Obstmühlen Verwendung fand. Nach einem staatlichen Prüfungszeugnis von 1926 war der Sandstein des Bergrückens zwischen dem Odenbach und dem Glan einer der härtesten in Deutschland. Deshalb wurde er gern als Mühlstein geordert und fand Absatz im Hunsrück bis hin zur Mosel.

0.16.Persönlichkeiten

Fürstenwerther, Ernst Ludwig Ferdinand von (* 1737 Meisenheim †1821 Meisenheim)

War als 11. von 18 Kindern einer gräflichen Familie auch Burgsasse in Odenbach, Angehöriger des Regiments Royal Deux-Ponts im Siebenjährigen Krieg und später Teilnehmer im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, wo er sich zusammen mit seinem Bruder Karl Leopold  große Verdienste erwarb.  Die Brüder wurden von Georg Washington persönlich mit einem hohen Orden ausgezeichnet.

Geyßel, Georg Ulrich  (* 1622 in Schwarzenbach Oberpfalz † 1699 in Odenbach)
1671-1699 Pfarrer in Odenbach, Inspektor der "Claße Meisenheim" und von 1671-1674 sowie von 1678 bis zu seinem Tod (1.Februar 1699) Adjunkt des reformierten Oberkonsistoriums in Zweibrücken.

Müller, Georg Friedrich Ludwig
(* 1734 in Kleeburg  † 1811 in Odenbach)
1760 - 1764 Professor am Gymnasium in Zweibrücken, 1764 - 1811 Pfarrer in Odenbach, 1783 Inspektor der "Claße Meisenheim", 1798 Lokal-Konsistorialpräsident für die Konsistorialkirche Obermoschel und seit 1806 auch Lokal-Konsistorialpräsident in Rockenhausen. Er zählte zu den ersten Köpfen seiner Zeit. Außer der Muttersprache beherrschte er die Altsprachen Latein, Griechisch, Hebräisch, sowie Französisch und einige orientalische Sprachen. Neben der Theologie waren Mathematik, die Astronomie und die Botanik seine favorisierten Wissenschaften. Seine reichhaltige Bibliothek mit 2 580 Bänden - viele Werke stammten aus dem 16. und 17. Jahrhundert, darunter vier Inkunabeln - umfasste nicht nur die Gebiete der Theologie und Philosophie, sondern auch Schriften über verschiedene Natur- und Geisteswissenschaften. Sie ist heute im Besitz der Bibliothek des Evangelischen Landeskirchenrates in Speyer.

Müller, Philipp Wilbrand Jakob (*1771 Odenbach  †1851 Odenbach)

1792-1811  Vikar und 1811-1851  Pfarrer in Odenbach, 1820 Dekan des Dekanats Lauterecken. Zu seiner Nebenbeschäftigung hatte er von Jugend auf die Naturwissenschaften gemacht, besonders die Botanik. Sein Briefwechsel mit dem Botaniker Johann Wilhelm Daniel Koch wird heute im Pfalzmuseum für Naturkunde (Pollichia-Museum) in Bad Dürkheim aufbewahrt. In späteren Jahren widmete er sich mit Vorliebe der Entomologie (Insektenkunde). Verschiedene Veröffentlichungen zeugen von seinem Wirken auf diesem Wissensgebiet. Von den 1803 zu Frankfurt/Main erschienenen "Entomologischen Heften", die als Vorarbeit einer künftigen Beschreibung der Fauna des Departements Donnersberg anzusehen sind, ist er der Verfasser des ganzen ersten Heftes, das eine Monographie der Gattung "Hister" enthält, und im zweiten Heft schrieb er eine Monographie über die "Dorcatomen". Außer den genannten erschien noch eine größere Anzahl von Veröffentlichungen über Käfer- und Insektengattungen. Er war Mitglied einiger naturforschenden Gesellschaften, vor allem der naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig. 1818 gehörte er der Unionssynode an.


Wahl, Friedrich Gerhard
(*1747 Annweiler † 1826 Kaiserslautern)

Baumeister (Hoch- und Tiefbau) im Dienst des Herzogtums Zweibrücken, verbrachte seine Jugend in Odenbach, verwaltete später das gesamte Straßenwesen des Herzogtums, wurde auch als Kirchenbaumeister berühmt, erbaute u. a. auch die Kirche in Odenbach. 

0.17.Nachweise

Verfasser: Alfred Wendel †

Redaktionelle Bearbeitung: Ernst Schworm

Literatur:

  • Anthes, Günther F.: Die Kasualien der Einwohner von Odenbach, Adenbach, Ginsweiler und Medard in den lutherischen Kirchenbüchern von Meisenheim 1684-1798, in: Meisenheimer Hefte Nr. 5, Meisenheim 1979.
  • Anthes, Günther F.: 1. Kirchenbuch der reformierten Pfarrei Odenbach 1566-1716, Ludwigshafen o. J.
  • Anthes, Günther F.: 2. und 5. Kirchenbuch der reformierten Pfarrei Odenbach 1716-1798, Ludwigshafen o. J.
  • Beurard  J. B.:  Rapport abrege sur les mines de houille des environs de Meisenheim, ci-devant pays Deux- Ponts, in: Journal des mines, Paris 1798, Band VIII, S. 291-297. (Bericht über die bergbaulichen Verhältnisse in Odenbach)
  • Dauber, Otto: Die Separatistenschlacht bei Odenbach, in Heimatblätter für den Bezirk Kusel Jg.1/1953.
  • Dittrich, Dorothee: Die alte Synagoge in Odenbach, Jg. 20, Kusel 1989, S. 54-59.
  • Dittrich, Hilde: Odenbach - Genisa, in: Westricher Heimatblätter Jg. 21, Kusel 1990, S. 132-141.
  • Feick, Siegfried: Der Weiherturm zu Odenbach am Glan, in: Westrich-Kalender Kusel 1983, S.113-117.
  • Häberle, Daniel: Eine eigentümliche Mulde auf der Höhe von Odenbach am Glan, in: Pfälzisches Museum 1931.
  • Keiper, Johann: Die Freiherren von Fürstenwärther, Burgsassen zu Odenbach, in: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz, Band 36/1916.
  • König, Rolf: Zur Deutung der Namen Odenbach und Adenbach, in: Westricher Heimatblätter, Heft 1/1993.
  • Kukatzki, Bernhard: Die Juden von Odenbach - eine historische Skizze, in Rainer Joha Bender (Hrsg.): Pfälzische Juden und ihre Kultureinrichtungen. Institut für Landeskunde und Regionalforschung der Universität Mannheim, Mannheim 1988.
  • Müller, Philipp und Wilbrand Jakob: Kurze Geschichte der Pfarrei Odenbach (unveröffentlicht), in: Archiv der Evangel.Kirche der Pfalz in Speyer. Abt. 44 Odenbach Akt Nr. 14.
  • Müller, Philipp und Wilbrand Jakob: Avis sur une espèce de Bostrich, qui détruit les racines du Trefle des pres, in: Recueil des Memoires et Actes de la Societe des Sciences et Art du département du Mont-Tonnerre, Mainz 1804, Band I.
  • Müller, Philipp und Wilbrand Jakob: Beschreibung der um Odenbach, Departement Donnersberg, vorkommenden Schlammkäfer Limnius Illig, in: Illigers Magazin für Insektenkunde, Braunschweig 1801-1807, Band V, S. 184-206.
  • Weber, H.: Die Merkurstatuette von Odenbach im Historischen Museum der Pfalz, in: Pfälzisches Museum 1913, S. 9 ff.
  • Wendel, Alfred: Ein Beitrag zur Geschichte der Burg Odenbach am Glan, in: Westricher Heimatblätter Jg. 12, Kusel 1981.
  • Wendel, Alfred: Geschichte des Einnehmereiwesens in Odenbach 1798-1972, in:  Meisenheimer-Hefte Nr. 34/1987.
  • Wendel, Alfred: Geschichte der Synagoge von Odenbach, in Rainer Joha Bender (Hrsg.): Pfälzische Juden und ihre Kultureinrichtungen. Institut für Landeskunde und Regionalforschung der Universität Mannheim, Mannheim 1988, S.127 ff.
  • Wendel, Alfred: Die Geschichte der Glocken - die Geschichte des Fleckens Odenbach, in: Westricher Heimatblätter Jg. 22, Kusel 1991.
  • Wendel, Alfred: Wo lag „Glene“ ?  Untersuchungen zur Lokalisation des im Prümer Urbar von 893 erwähnten Ortes „Glene“, in: Westricher Heimatblätter Jg. 26 Heft 2, Kusel 1995.
  • Wendel, Alfred: Juden in Odenbach - Das jüdische Zivilstandsregister der Mairie Odenbach vom 29. - 31.  Oktober 1808, Odenbach 1995. (Eigenverlag)
  • Wiemann, David: Murmeltierfund bei Odenbach am Glan, in: Pfälzisches Museum 1929.