Dorf- und Geschichtsverein Essenheim

Essenheim. Geschichte und Geschichten

Buchvorstellung am 29. Oktober 2013 im Kunstforum Essenheim

Mit einem solchen Andrang hatten selbst Optimisten des Essenheimer Dorf- und Geschichtsvereins nicht gerechnet: im vollbesetzten Kunstforum wurde das soeben erschienene Buch von Stefan Mossel, „Essenheim. Geschichte und Geschichten“ dem interessierten Publikum vorgestellt.

Der Vorsitzende des Dorf- und Geschichtsvereins, Stefan Mossel, begrüßte unter den Gästen Verbandsbürgermeister Ralph Spiegler, Ortsbürgermeister Hans-Erich Blodt, Pfarrer Simon Meister und die Verlegerin des Buches, Frau Schulz-Parthu, vom Ingelheimer Leinpfad Verlag.

Im Mittelpunkt des von Rudolf Blank moderierten abwechslungsreichen Abends standen die Autoren des Buches und die Essenheimer Zeitzeugen, deren Erinnerungen einen wesentlichen Teil des Buches ausmachen und ihm ein ganz besonderes Gepräge geben.

Stefan Mossel berichtete, wie er schon als Kind und Jugendlicher gespannt den Erzählungen im Familienkreis folgte und bald begann, sich selbst um die Geschichte seines Heimatortes zu kümmern, historische Materialien zu sammeln und Familiengeschichte zu erforschen. Durch viele Jahre und in vielen tausend Stunden seiner Freizeit  entstand so dieses Buch, das auf 300 Seiten die Geschichte Essenheims von den frühesten Anfängen bis zur Gegenwart darstellt. Vor dem kurz geschilderten Hintergrund der nationalen und internationalen Ereignisse ist zu lesen und zu sehen, wie die Menschen in diesem rheinhessischen Dorf die Geschichte am eigenen Leib erlebten und erlitten. Komplettiert werden die Beschreibungen durch Beiträge von Adam Braunewell (zur Entwicklung der Landwirtschaft und des Weinbaus in Essenheim), von Emil Weichlein (zur Geschichte der deutsch-französischen Partnerschaft Essenheims mit Gemeinden in der Champagne und zur Geschichte von Handel und Gewerbe in Essenheim) und von Dr. Markus Würz (zu den Anfängen des Nationalsozialismus in Essenheim).

Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt von drei Zeitzeuginnen: Gretel Wolf erzählte die anrührende Geschichte vom „blinden Schmitt“, einem Opfer des 1.Weltkriegs, Eva Betz beeindruckte mit ihren Erinnerungen an die Schändung der Synagoge und Elsa Schmahl brachte die Besucher zum Schmunzeln mit der Geschichte des von den Amerikanern eingesetzten ersten Essenheimer Nachkriegsbürgermeisters, einem Herrn Schnell, der nach einer sogenannten „provisorischen Hochzeit“ schnell auch wieder aus dem Dorf verschwand.

Verbandsbürgermeister Ralph Spiegler lobte das Engagement des Dorf- und Geschichtsvereins als Herausgeber des Buches und dankte allen Mitwirkenden für ihr ehrenamtliches Engagement.

Ortsbürgermeister Hans-Erich Blodt überreichte von der Gemeinde Essenheim jedem der Zeitzeugen das neue Buch.