Historische Gesellschaft Bingen

Tausend und eine Flaschenpost: Sonderausstellung vom 18. April bis 1. November 2015

Eine Installation von Joachim Römer

„Es gab Tage, da habe ich am Stammheimer Ufer 25 Flaschenposten gefunden"

Seit einigen Jahren sammelt der Kölner Künstler Joachim Römer Flaschenposten aus dem Rhein: Die Botschaften, die dem Sehnsuchtsfluss der Romantiker anvertraut worden sind, findet er besonders bei Niedrigwasser auf ausgedehnten Wanderungen entlang der Ufer. Römers Sammlung, die u.a. dem Deutschlandfunk und der dpa schon einen Bericht wert waren, umfasst inzwischen mehr als 1100 Exemplare, wobei jede Flaschenpost ihre ganz eigene Geschichte erzählt: Es geht den Absendern um Hoffnung und Trauer, immer wieder um (enttäuschte) Liebe, auch um Materielles — kurz: um die großen Fragen des Lebens. Römer hat die schwimmenden Botschaften in anonymer Form vollständig katalogisiert und transkribiert. In einem großen, begehbaren Kreisregal, das den gesamten Sonderausstellungsraum des Binger Museums am Strom (mit Blick auf den Rhein!) umfasst, werden die Flaschenposten in edler, aber zurückhaltender Inszenierung erstmals öffentlich präsentiert. Eine Dokumentation ermöglicht es den Besuchern, Inhalt und Geschichte einer jeden Flaschenpost zu erschließen. Ein Erzähl-Kunstwerk nimmt so Gestalt an.