Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein

.1.Tätigkeitsbericht der "Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein" für die Zeit vom 1. Juli 2000 bis zum 30. Juni 2001

Im Mittelpunkt des Berichtsjahres standen die Jahreshauptversammlung und damit verbunden die Neuwahlen zu unseren Vereinsorganen. Es galt die Nachfolge unseres verstorbenen Vorsitzenden Jürgen Bastian zu regeln, aber auch ein Zeichen zu setzen für das nächste Jahrtausend. Mit neuen, jungen Verantwortungsträgern haben wir Zeichen setzen können, dass auch im kommenden Jahrtausend mit den Heimatfreunden am Mittelrhein, der kulturhistorischen Vereinigung im Landkreis Mainz-Bingen, weiterhin gerechnet werden darf. Diese Feststellung wird unterstrichen durch das große Echo, dass unser Heimatjahrbuch 2001 erneut gefunden hat. Lassen Sie uns im Bericht über die Ereignisse des zurückliegenden Jahres die Schwerpunkte unserer Arbeit in Erinnerung rufen.

1.Exkursionen

Die Herbstexkursion 2000 war mit unserer Jahreshauptversammlung in Bacharach verbunden. Am Grab unseres verstorbenen Vorsitzenden Jürgen Bastian legten wir ein Blumengebinde nieder und begaben uns dann ins historische Rathaus der Stadt. Hier begrüßte uns der Beigeordnete Werner Reiter mit einem funkelnden Stahlecker Riesling, gab einen Abriss über die Geschichte und stellte die Stadt vor. Bei einem Rundgang wurde der restaurierte Münzturm besichtigt; ein Spazierweg über die Stadtmauer schloss sich an, bei dem historisches Wissen und Informationen zur Stadterneuerung vermittelt wurden. Im historischen Posthof fand die Jahreshauptversammlung statt. Nach den Regularien wurde ein neuer Vorstand und Beirat gewählt. An der Spitze der Vereinigung steht jetzt Adam J. Schmitt, ihm zur Seite Klaus Penzer und Dr. Hildegard Fries als Stellvertreter Schriftführer und Archivar Winfried Arnold wurde ebenso wie Schatzmeister Erich Hinkel im Amt bestätigt. Beisitzer sind Claus Plam und Robert Ernst Hammer ( kooptierte Mitglieder ), ferner Erich Naujack, Herbert Huff, Alfons Molitor, Joachim Junker und Monika Nickels ( HJB 2001, 315 ). Erfreulich waren die statistischen Angaben: 342 Mitglieder zählt die Vereinigung, darunter nahezu alle Kommunen im Kreis, Sparkassen, Banken und Wirtschaftsunternehmen, die die Ziele und Aufgabenstellung der Heimatfreunde immer wieder unterstützen. Die Frühjahrsexkursion im Mai führte uns in die Pfalz. Bei strahlendem Sonnenschein war Speyer erstes Ziel. Der ehemalige Leiter des Landesarchivs Dr. Debus, entbot uns ein herzliches Willkommen und eröffnete uns Blicke "hinter die Kulissen" des Landesarchives. Höhepunkt waren zweifelsohne die einzigartigen Urkunden des Gatterer-Apparats ( vgl. HJB 2001, 148 ff. ), die hautnah zu bewundern waren. Nach einer verdienten Mittagspause stieg man in Neustadt an der Weinstraße zum Hambach Schloß auf. Eine beeindruckende Führung vermittelte Erkenntnisse, die gerade nicht in den Objektbeschreibungen nachzulesen sind. Die akustische Vermittlung der Freiheitsbewegung durch "Lieder aus dem Vormärz" bereicherte die Informationen über die Geschichte des Liberalismus und die "Symbolkraft des Schlosses für die deutsche Demokratie". Zum Abschluss besuchte man die älteste pfälzische Dorfkirche, St. Peter in Bubenheim ( Zellertal ), wo Orgelklänge die Heimatfreunde verabschiedeten.

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2.Heimatjahrbuch

Die Präsentation des Heimatjahrbuches 2001 im November in der Kreisverwaltung fand große Beachtung. Redaktionsleiter Günther F. Hattemer stellte das Buch nach einem Willkommensgruß von Landrat Claus Schick vor. Das 320 Seiten umfassende Buch gliedert sich in zwölf Themenbereiche, wobei die Abschnitte "Geschichte - Fundament der Heimat" - "Land und Leute" und "Menschen der Heimat" breiten Raum einnehmen. Im Grußwort des Vorsitzenden der Heimatfreunde stellte Adam J. Schmitt fest, dass das Heimatjahrbuch, trotz veränderter Medienlandschaft und sich wandelnder Freizeitinteressen, seinen Leserstamm erweitere. Das Buch sei eine höchst interessante Lektüre, ein liebgewordener Begleiter durchs Jahr. Die Geschäftsführerin des Verlages Dagmar E. Hilden - Kuntz überreichte das 1. Exemplar des Heimatjahrbuches 2000 an Landrat Claus Schick, der sich über das gelungene Werk heimatkundlichen Schaffens freute. Mit der Vorstellung war auch eine Ausstellung von Zeichnungen der Künstlerin Charlotte Waterbeck verbunden, deren Werk in einer Sonderschrift unserer Vereinigung gewürdigt werden wird. Im Rahmen der Präsentation wurde auch die Jubiläumsbroschüre der Vereinigung vorgestellt, die in Text und Bild die Höhepunkte unserer Feier zum 50 jährigen Bestehen dokumentiert. Dieses Heft wurde allen Mitgliedern mit der Weihnachtspost übersandt. Für das Heimatjahrbuch 2002 konnten wir einen lebhaften Eingang der Beiträge feststellen, die unser Redaktionsleiter Günter F. Hattemer sichtete und mit seinen Gremien thematisch vorbereitete. Die Drucklegung konnte noch im September anlaufen. Wir dürfen erneut auf ein überaus interessantes Buch gespannt sein, in dessen Mittelpunkt natürlich das 50 jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen dem Landkreis Mainz-Bingen und der Provinz Verona steht.

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3.Heimat am Mittelrhein

Mit großem persönlichen Einsatz der Verantwortlichen konnten im Berichtszeitraum 6 Ausgaben der Monatsblätter für Kultur- und Heimatpflege, zusammen mit der Allgemeinen Zeitung in Bingen und Ingelheim, herausgegeben werden. Unserem Redaktionsteam unter Heríbert Ertel gilt unser Dank. Wir wiederholen die Bitte an alle Mitglieder, Textbeiträge für diese Beilage bereitzustellen, denn wir sprechen hierdurch einen großen Leserkreis an und habe die große Chance für unsere Aufgaben und Ziele zu werben. Die Beilagen zum Amtsblatt der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim konnten auch im vergangenen Jahr, Dank der freundlichen Unterstützung von Bürgermeister Karl-Heinz Pfaender und Schatzmeister Erich Hinkel unseren Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden.

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4.Partnerschaft und Kulturaustausch mit der Provinz Verona

Dass uns die Partnerschaft zwischen der Provinz Verona und dem Landkreis Bingen ein stetes Anliegen ist, kam dadurch zum Ausdruck, dass am 14. Juni das Standbild der Julia auf dem kleinen Platz Ecke Rathausstraße / Basilikastraße in der Stadt Bingen mit einem Blumenstrauß geschmückt wurde. Die Aktivitäten in Gemeinden und Vereinen im Kreis sind spürbar; sie sind die Stützen der Partnerschaft nach Verona. Die Vorbereitungen für das Partnerschaftsjubiläum im Jahr 2002 laufen. Eine Fülle von Veranstaltungen, auch unserer Vereinigung, sind geplant. Wir werden als Wegbereiter dieser ersten kommunalen Partnerschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, dieses Jubiläum in gebührender Weise begehen, auch mit besonderen Themenkreisen in unserem neuen Heimatjahrbuch.

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5.Von und über unsere Mitglieder

Eine Reihe unserer Mitglieder durften besondere Geburtstage feiern, hierzu haben wir unsere Glückwünsche übermittelt. Gratuliert haben wir unseren Heimatfreunden Hansjochem Schrader und Claus Schick zu ihrer Wiederwahl als Landrat im Kreis Alzey-Worms bzw. Mainz-Bingen. Unser Mitglied Dieter Link wurde zum neuen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim gewählt. Unser Mitglied Johann Baptist Rösler konnte seine goldene Hochzeit feiern. Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt Friedrich Hinze aus Ingelheim und Franz Gerstl, Ehrenvorsitzender der Historischen Gesellschaft Bingen, wurde mit dem ältesten Stadtsiegel der Stadt Bingen in Bronze geehrt. Wir dürfen allen, den im Heimatjahrbuch und den im vorliegenden Tätigkeitsbericht genannten Persönlichkeiten, aber auch allen hier nicht Genannten, herzlich gratulieren. Im letzten Jahr haben uns Persönlichkeiten verlassen, die für unsere Vereinigung beispielhaft gewirkt, für das kulturelle Leben im Kreis gearbeitet und mit künstlerischem und literarischen Schaffen herausgetreten sind. Die Kunstmalerin Anneliese Reichmann, Literaturpreisträger Dr. Karl Greifenstein und unser Mitglied Herbert Knittel haben Zeichen gesetzt, mit ihrem Wirken und Schaffen unsere Vereinigung bereichert. Wir sind ihnen tiefen Dank schuldig. In ihren Werken werden sie uns verbunden bleiben.

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6.Danke

Viele haben im Berichtszeitraum für unsere Ziele und Aufgaben gewirkt. Ihnen allen gilt unser Dank, den Mitgliedern des Vorstandes, dem Beirat und dem Redaktionsausschuss für die Mitarbeit und ihre Unterstützung und nicht zuletzt allen Mitgliedern, die unsere gemeinsame Arbeit mittragen.

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