Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein

.1.Tätigkeitsbericht der "Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein" für die Zeit vom 1. Juli 2004 bis zum 30. Juni 2005

Unsere Heimatjahrbücher behandeln seit vielen Jahren ein Schwerpunktthema, ohne die liebgewordene Gliederung nach Themengruppen, die unser Buch auszeichnet, zu verändern. Mit der „Emigration und Migration“ hatten wir uns ein sehr aktuelles Thema gewählt. Gerade mit der weiteren Öffnung Europas nach Osten haben sich neue Herausforderungen ergeben, denen wir uns stellen müssen. Ohne den Anspruch zu erheben, ein Rezept für die Lösung der gesellschaftspolitischen Fragen zu geben, sind wir das Thema angegangen. Ausgehend von unserer reichen Geschichte wurden Denkanstöße gegeben und neue Aspekte aufzeigen können, die bereits ein „Feedback“ folgen ließen. Reaktionen, die wir nicht erwartet hätten, haben uns gefreut. Darunter waren auch Menschen, die mit unseren Zielsetzungen als kulturhistorische Gemeinschaft „nur wenig am Hut haben“. So dürfen wir mit Stolz, aber auch Dankbarkeit den 50. Jahrgang unserer Heimatjahrbücher angehen.  Redaktionsleiter Günter F. Hattemer und seine Mitarbeiter im Redaktionsausschuss haben wieder einmal feines Gespür gezeigt und ganze Arbeit geleistet. Dafür gilt Ihnen unser Dank.
In der Jubiläumsausgabe unseres neuen Heimatjahrbuches wollen wir Rückschau halten und hierauf gründend Zeichen für die Zukunft setzen. Dies will auch der Bericht über unsere Arbeit im Vorstand und den übrigen Vereinsorganen.

1.Exkursionen

Die Exkursion im Herbst 2004 führte uns zur Marksburg und Philippsburg  nach Braubach am Rhein, wo wir einer Einladung des Leiters des Europäischen Burgeninstituts Dr. Reinhard Friedrich folgten. Die Marksburg ist die einzige mittelalterliche Höhenburg am Mittelrhein, die nie zerstört wurde, sodass sie vom 12. Jahrhundert bis in diese Tage eine „Zeugin der Jahrhunderte“ für das alltägliche Leben auf der Burg sein kann. Für die Gruppe war es ein ereignisreicher und eindrucksvoller Tag, der mit einer fachkundigen Führung durch das Europäische Burgeninstitut seinen Abschluss fand.
Im Frühjahr 2005 waren wir in der Weinbaugemeinde Münster-Sarmsheim zu Gast. Am „Tor zum Nahetal“ begrüßte uns Ortsbürgermeister Walter Heinz mit einem guten Münsterer Tropfen im Glase. Nach einem Abriss über die Geschichte der Doppelgemeinde führte ein überaus informativer Rundgang zu historischen Orten und Denkmälern. Hierbei wurden Vergangenheit und Gegenwart vortrefflich vermittelt und die Aufgaben und Herausforderungen für die Zukunft aufgezeigt.

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2.Heimatjahrbuch

Foto: Pia Steinbauer

Die Präsentation des Heimatjahrbuches 2005 war organisatorisch von Frau Ute Krebber, Kulturbeauftragte im Landkreis, vorbereitet und mit folkloristischen Beiträgen der Musikschule Nieder-Olm stilvoll gestaltet worden. Es wurde ein neuer Besucherrekord aufgestellt, der Umfang des Buches mit 352 Seiten blieb nur um 14 Seiten unter dem Rekord des Vorjahres. Nach dem Willkommensgruß von Landrat Claus Schick gab der Leiter des Redaktionsausschusses Günter F. Hattemer einen Überblick zum Inhalt, den mehr als 60 Text- und Bildautoren geliefert hatten. Das Werk habe insgesamt und nicht nur im Themenschwerpunkt eine redaktionelle Vielfalt und Farbigkeit. Da die Geschäftsführerin des Verlages Dagmar E. Hilden - Kuntz nicht anwesend war, überreichte der Vorsitzende der Vereinigung das 1. Exemplar des Heimatjahrbuches an Landrat Claus Schick, der von dem gelungenen Werk beeindruckt war. In seinem Grußwort stellte der Vorsitzende der Heimatfreunde fest, dass das Heimatjahrbuch helfen solle, Vorurteile abzubauen, das Verhältnis zur Menschen aus anderen Kulturkreisen neu zu überdenken, Ideen zu wecken und Lösungswege des Miteinander aufzuzeigen. Zuwanderung könne Belastung aber auch Bereicherung sein. Letzteres werde zum Teil schon nicht mehr wahrgenommen. Deutschland sei das bunteste und offenste Land der Erde, denn man habe durch andere Völker und andere Sitten auch Lockerheit und Erfahrung gewonnen.

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3.Heimat am Mittelrhein

Unsere AZ-Beilage hat neue Interessen geweckt, es gibt positive Rückmeldungen wie seit vielen Jahren nicht mehr. Auch Beiträge erreichen uns  zahlreich, wodurch es unserem Redaktionsleiter Günter F. Hattemer gelingt, farbige und an Themen vielfältige Ausgaben zusammenzustellen, 6 Ausgaben im Berichtszeitraum.  Die Monatsblätter für Kultur- und Heimatpflege, zusammen mit der Allgemeinen Zeitung in Bingen und Ingelheim, herausgegeben werden, sind ein fester Bestandteil heimatkundlicher Literaturangebote. Wir danken den Verantwortlichen des Verlages für diese Bereitschaft.  
Die Beilagen zum Amtsblatt der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim konnten auch in 2004, Dank der freundlichen Unterstützung von Bürgermeister Dieter Link und seinem Sachgebietsleiter S. Petry im Zusammenwirken mit unserem Schatzmeister Erich Hinkel unseren Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden.

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4.Historischer Sachbuchpreis Mittelrhein 2005

Adam J. Schmitt , Vorsitzender der Heimatfreunde (l.), und Joachim Junkers (3.v.r.) zeichneten die Preisträger Willi Geisenhof, Thomas Ehlke, Erich Hinkel und Heinrich Stüber (v.l.) aus. Foto: Pia Steinbauer

Zum zweiten Male hatte unsere Vereinigung diesen Preis ausgeschrieben. Es waren Autoren und Verlage aufgefordert, historische und kulturhistorische Sachbücher, die sich mit der Geschichte, der Kultur und Natur des Mittelrheins beschäftigen, einzureichen. Insgesamt 7 Beiträge lagen der sechsköpfigen Jury aus Historikern, Kunsthistorikern, Redakteuren und heimatgeschichtliche Literaten vor. Nach Sichtung der Arbeiten und deren Prüfung wurde über die Preisvergabe entschieden. Die Feierstunde zur Preisübergabe fand anlässlich des 650 jährigen Stadtjubiläums in Gau-Algesheim statt,  Stadtbürgermeister Dieter Faust dankte den Heimatfreunden, dass sie mit diesem Preis Literaten der Heimat, aber auch Geschichte und Kultur der Region dokumentieren. Nach dem Dank an die Jurymitglieder wurden die Beiträge „Der jüdische Friedhof in Guntersblum“ von Dieter Michaelis und Jutta Hager-Latz, „Bubenheim – ein Dorf kämpft um die Reichsverfassung“ von Erich Hinkel, „Heidesheim 1945 – 1970. Zeit des Aufbruchs – Jahre des Aufbaus“ von Willi Geisenhof und Walter Schleuß sowie die Broschüre „Rheindichterinnen, Badenixen und reisende Frauen“ von Bettina Bab und Katharina Regenbrecht mit einem vierten Preis ausgezeichnet. Der dritte Preis ging an Heinrich Stüber für „Burg Stahleck über Bacharach“, mit dem zweiten Preis wurde Erich Hinkel für „Appenheim – Geschichte in Bildern und Dokumenten“ bedacht. Gewinner des Wettbewerbs wurde Thomas Ehlke mit „Die unterirdische Stadt Oppenheim“. Die Laudationes auf die Preisträger hatten Mitglieder der Jury übernommen.  Alfons Molitor mit heimatliterarischen Anmerkungen und Ulrike Nerath mit den Rheingauer Mundartfreunden in Text und Prosa,  gestalteten einen einrucksvollen Abend im „Kronenhof“, der ein herrliches Ambiente für diese Veranstaltung gab.

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5.Tafelausstellung zur Partnerschaft mit der Provinz Verona

Die Tafelausstellung der Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein erfreut sich andauernder Beliebtheit. Auch in den vergangenen Monaten war sie zu verschiedenen Anlässen zu sehen.  Das Ziel dieser Tafelausstellung, den Willen zur Partnerschaft, deren Pflege und weiterer Ausbau zu bekunden wird hierdurch in einem weitaus größeren Maße erreicht, als dies absehbar war. Wir freuen uns, dass dieses Werk solche Aufnahme findet.

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6.Von und über unsere Mitglieder

Eine Reihe unserer Mitglieder durften besondere Geburtstage feiern, hierzu haben wir unsere Glückwünsche übermittelt, ebenso haben wir zu besonderen Ehejubiläen gratuliert. Einige Mitglieder wurden mit Staatlichen Ehrungen, Verdienstorden und kommunalen Auszeichnungen bedacht, von Verbänden und Organisationen geehrt.
Eine ganze besondere Auszeichnung konnten wir unserem Mitbegründer Herrn Kreisverwaltungsdirektor a.D. Claus Palm überreichen. Eigens zu seinem 90. Geburtstag haben wir die Ehrenplakette unserer Vereinigung geschaffen, deren höchste Stufe in einer beeindruckenden Feier im Sitzungssaal der Kreisverwaltung verliehen wurde. Der Vorsitzende der Vereinigung hatte in seiner Laudatio den Lebensweg von Claus Palm skizziert, worauf MdL Franz Josef Bischel, Prof. Dr. Heribert Bickel und Johann Wilhelm Römer die Facetten des beruflichen Wirkens und die menschlichen Qualitäten von Claus Palm jeweils aus ihrer Sicht in ihren Laudationes herausstellten. Alfons Molitor und Günter F. Hattemer hatten textliche Einlagen dem Anlass gemäß ausgewählt, während Einspielungen der Christian Erbach Messe und Sätze der Kantate  „Canzoni – ponti dei Popoli“ aus der Feder von Prof. Theo Fischer den würdigen und stilvollen Rahmen dieser Feierstunde abrundeten ( siehe auch Jahresbericht der Kreisverwaltung S. 16). An dieser Stelle dürfen wir dem Inhaber der Ehrenplakette Heimatfreund Claus Palm ganz herzlich gratulieren zu dieser Auszeichnung. Hierin schließen wir auch alle von anderen Institutionen Geehrten ein und übermitteln auf diesem Wege unsere herzlichen Glückwünsche.
Zahlreiche Schriften, Bildbände und heimatgeschichtliche Werke  sind im vergangenen Jahr  herausgegeben wurden. Sie geben Zeugnis von großem Engagement  für unsere Heimat  Wir dürfen den Herausgebern und Autoren unsere Anerkennung hierfür aussprechen.
Im letzten Jahr haben uns liebe Freunde verlassen, die für unsere Vereinigung beispielhaft gewirkt und für das kulturelle Leben im Kreis gearbeitet haben. Sie haben Zeichen gesetzt, mit ihrem Wirken und Schaffen, die Arbeit unserer Vereinigung geprägt und auch bereichert. Wir sind ihnen tiefen Dank schuldig.

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7.Danke

Viele engagierte Heimatfreunde haben im Berichtszeitraum für unsere Vereinsziele gewirkt und gearbeitet, ohne ins Rampenlicht zu treten. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank, den Mitgliedern des Vorstandes, dem Beirat und dem Redaktionsausschuss für deren aktive Mitarbeit und nicht zuletzt allen Mitgliedern, die unsere gemeinsame Arbeit mittragen und begleiten. Auch 2004/ 2005 war ein erfülltes und ausgefülltes Jahr, das von allen Amtsträgern viel forderte und an dessen Ende wir mit Genugtuung und Dankbarkeit auf das Geleistete zurückblicken dürfen.

Adam J. Schmitt

 

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