Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein

.1.Tätigkeitsbericht der „Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein“ für die Zeit vom 1. Juli 2005 bis zum 30. Juni 2006

Unser Heimatjahrbuch, das sie in den Händen halten, befasst sich mit dem Thema „Höhenflüge“. Was waren die Hintergründe für diese merkwürdig anmutende Aufgabenstellung werden Sie sicher fragen. Wahrscheinlich waren es mehrere Ursachen und nicht nur die Absicht unsere Heimat  aus der Höhe zu betrachten. Auch der Blick in die Ferne, was wir gerne unter dem Arbeitstitel „Heimat und Weite“ sehen, fällt darunter. Und es war sicher noch mehr. Nehmen wir  unsere Informationsgesellschaft in der wir leben. Sie erweitert unsere Wahrnehmungen, wir sehen kaum noch unsere Nachbarschaft, registrieren nur noch wenig was in unserer Heimat geschieht, blicken dafür aber intensiver in entfernte Länder, etwa Afghanistan, Südamerika oder China. Auch die  Zunahme der Reisegeschwindigkeit lässt die Dimensionen von Nähe und Ferne verschwinden.
Unsere Lebenskreise, in denen jeder in einer bestimmten Kultur zu leben gewohnt ist, haben sich erweitert, für die, die per Flugzeug  rund um die Welt unterwegs sind. Aber auch der Tourismus bringt dies für einen stetig wachsenden Teil der Bevölkerung mit sich.
Die momentane Ausweitung dessen, was ursprünglich Nähe war, ist aber nur teilweise dem  Effekt zunehmender  Reisegeschwindigkeit zuzuschreiben.  Mit Abstand dürfte die rasante Entwicklung der Mikroelektronik die Hauptursache sein. Wenn man sich früher am Brunnen oder unter der Linde traf, so findet man sich abends im Internet. Die Welt des Virtuellen ist für viele Zeitgenossen schon eine Art Ersatzheimat und Betroffene schildern intensiv das Gefühl der Heimkehr, wenn sie endlich in ihrem chat-room angelangt  sind. Ob man dies noch als Heimat, als Gebundenheit an ein Stück Natur bezeichnen kann, diese Frage lassen wir bewusst offen. Sie liebe Leser mögen dies, jeder für sich, überdenken und beantworten.
Von diesen Gedanken wollen wir einen weiten Bogen schlagen, wobei uns ein Zitat von Gerhard Uhlenbruck hilfreich erscheint, um wieder den festen Boden eines Jahresberichtes unter die Füße bekommen, der da meinte „Das Schwierigste bei einem Höhenflug ist die Landung“. Wie immer man dies interpretieren könnte, wir jedenfalls sind bei unseren Rechenschaftsbericht angekommen, der fester Bestandteil auch dieses Heimatjahrbuches ist.Die Organe unserer kulturhistorischen Vereinigung, Vorstand, Beirat und Redaktionsausschuss sind im Berichtszeitraum zu ihren satzungsgemäßen Treffen  zusammengekommen. Über ihre Arbeit geben wir pflichtgemäß Bericht.

1.Exkursionen

Die Herbstexkursion führte uns in die alte Reichsstadt Oppenheim. Stadtbürgermeister Marcus Held gab unserer Vereinigung einen Empfang im Rathaus und bat zu einem Begrüßungstrunk, ehe sich eine stattliche Teilnehmerschar zu einer fachkundigen Führung in das Kellerlabyrinth in zwei Gruppen aufteilen musste. Für mobilitätseingeschränkte Teilnehmer war die Fahrt mit einem Aufzug in den Untergrund ermöglicht worden. Nach einem äußerst informativen Rundgang durch die mehrgeschossige Unterwelt und Jahrhunderte der Stadtgeschichte, war Gelegenheit geboten einen Blick in die berühmte Katharinenkirche zu werfen, über den Katharinenmarkt zu schlendern, oder, was viele vorzogen, bei einem Glas edlen Oppenheimer Weines eine Vesper zu sich zu nehmen. Am Abend ging die Gruppe, reich an neuen Informationen aus der Weinstadt auseinander.
Im Frühjahr waren wir in dem rheinhessischen Weindorf Hillesheim, das seit 1972 zur Verbandsgemeinde Guntersblum gehört, zu Gast. Ortsbürgermeister Helmut Schmitt stellte uns seine 650 Einwohner zählende Gemeinde, die reiche Geschichte und die beeindruckenden    Denkmäler des Ortes vor. Besonders gefiel die Bergkirche mit ihrem Wehrturm, die gut erhaltende Grabplatten aus dem 12. Jahrhundert und eine Stummorgel von 1750 birgt. Wenn in einer Gemarkung von 552 ha insgesamt, 481 ha landwirtschaftlich genutzt werden und zwar zu 1/3 für den Weinbau, dann war es keine Frage, dass  der Abschluss dieser Exkursion auch mit einem guten Hillesheimer Tropfen begangen wurde und eine zünftige Brotzeit war hierin eingeschlossen.

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2.Mitgliederversammlungen

Mit der Exkursionen nach Hillesheim war auch eine außerordentliche Mitgliederversammlungen verbunden, die über die Verleihung der Heimatliteraturpreise 2006 und 2007 befand.

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3.Mundartabend

Im Mai hatten wir zu einem "1. Rheinhessisch-Rheingauer Mundart-Obend" in den Hildegardishof nach Bingen-Büdesheim  eingeladen. Unser stellvertretender Vorsitzender Alfons Molitor war Initiator und Ideengeber für diese Premiere. Junge und alte Autoren rechts und links des Rheins boten "Stickelcher", Volkstümliches, Nachdenkliches und Humorvolles in Vers und Prosa. Besonders der Mundart-Nachwuchs aus dem Rheingau, die „Schlappmäulcher“ bewiesen, dass die Pflege der Mundart "hiwwe un driwwe" nicht nur Spaß macht, sondern auch, wie es der Vorsitzender der Heimatfreunde Adam J. Schmitt nannte, ein regionales Merkmal der Persönlichkeitsbildung ist.

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4.Heimatjahrbuch

Präsentation des Heimatjahrbuches 2007 in der Kreisverwaltung Ingelheim. Foto: Pia Steinbauer

Die Präsentation des Heimatjahrbuches 2006 im November führte eine Rekordzahl von Mitgliedern und Besuchern in die Kreisverwaltung nach Ingelheim, galt es doch das 50. Heimatjahrbuch zu präsentieren.  Landrat Claus Schick entbot einen herzlichen Willkommensgruß und richtete Worte des Dankes an die Heimatfreunde, die im 50. Jahr dieses Buch begleiten. Diese ehrenamtlichen Leistungen seien vorbildlich, der Jubiläumsband ein Glanzstück. Redaktionsleiter Günter F. Hattemer gab einen Überblick zum 358 Seiten umfassenden Buch, zu dem mehr als 70 Text- und Bildautoren beigetragen haben, mit einer bestechenden Vielfalt an Themen und Beiträgen. Im Mittelpunkt der Feier standen Gedanken des Journalisten Günter Schenk, der sich in einem historischen Rückblick mit dem Begriff „Was ist Heimat?“ befasste und den weiten Bogen bis in die aktuelle Gegenwart schlug. Seine Ausführungen fanden begeisterte Aufnahme und gaben der Feierstunde eine ganz besondere Note. In seinem Grußwort stellte der  Vorsitzende der Heimatfreunde Adam J. Schmitt fest, dass das Heimatjahrbuch, das beste Sachbuch der Region sei, ein Nachschlagewerk für Heimatgeschichte, Brauchtum und Heimatpflege. Die Geschäftsführerin des Verlages Dagmar E. Hilden – Kuntz überreichte das 1. Exemplar des Heimatjahrbuches an Landrat Claus Schick, der von der gelungenen Jubiläumsausgabe überaus beeindruckt war. Musikalische Beiträge aus 5 Jahrzehnten brachten die Alagast-Singers aus Gau-Algesheim zu Gehör, womit die Feier auch musikalisch eine besondere Umrahmung erfuhr.

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5.Heimat am Mittelrhein

Mit großem persönlichen Einsatz der Verantwortlichen konnten im Berichtszeitraum wiederum 6 Ausgaben der Monatsblätter für Kultur- und Heimatpflege, zusammen mit der Allgemeinen Zeitung in Bingen und Ingelheim, herausgegeben werden. Unserem Redaktionsteam unter Günter F. Hattemer gilt unser besonderer Dank. Wir wiederholen die Bitte an alle, uns für diese werbewirksame Zeitungsbeilage Textbeiträge zu überlassen.
Die Beilagen zum Amtsblatt der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim konnten auch in 2005, Dank der freundlichen Unterstützung von Bürgermeister Dieter Linck und Heimatfreund Stefan Petry, unseren Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden.

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6.Von und über unsere Mitglieder

Eine Reihe unserer Mitglieder durften besondere Geburtstage feiern, hierzu haben wir unsere Glückwünsche übermittelt. Eine Reihe von Mitgliedern wurden mit hohen Staatlichen Ehrungen, Verdienstorden und kommunalen Auszeichnungen aber auch  von Verbänden und Organisationen bedacht, sie sind an anderer Stelle dieses Heimatjahrbuches aufgelistet.  Ihnen gelten unsere herzlichen Glückwünsche. Einige unserer Mitglieder haben Schriften, Bildbände und heimatgeschichtliche Werke herausgegeben, Heimatvereine, die unserer Vereinigung angehören geben Nachrichten zur Heimatgeschichte und dem Ortsgeschehen heraus. Wir dürfen ihnen unsere hohe Anerkennung für diese besondere Art heimatkundlicher Pflege zollen.
Im letzten Jahr haben uns Persönlichkeiten verlassen, die für unsere Vereinigung beispielhaft gewirkt und für das kulturelle Leben im Landkreis Mainz-Bingen gearbeitet haben. Sie haben Zeichen gesetzt, mit ihrem Wirken und Schaffen die Arbeit unserer Vereinigung bereichert. Wir sind ihnen tiefen Dank schuldig.

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7.Danke

Viele haben im Berichtszeitraum für unsere Vereinsziele gewirkt und gearbeitet. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank, besonders den Mitgliedern des Vorstandes, dem Beirat und dem Redaktionsausschuss für deren engagierte  Mitarbeit und nicht zuletzt allen Mitgliedern, die unsere gemeinsame Arbeit mittragen und begleiten. In den Dank schließen wir ausdrücklich Herrn Landrat Claus Schick und die Kreisverwaltung Mainz-Bingen sowie die Kulturbeauftragte Ute Krebber mit ein, wo wir stets ein offenes Ohr finden, wo uns Unterstützung und Hilfe zuteil wird. Dieses partnerschaftliche Miteinander ist sicher auch ein Erfolgsrezept für jetzt 50 Jahre Heimatjahrbuch im Landkreis Mainz-Bingen.

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