Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein

Heimatliteratur-Preis

Anläßlich des Heimattages in Heidesheim am 22. Juni 1958 beschloß die Generalversammlung, einen Heimat-Literaturpreis zu stiften. Er sollte mit keiner Geldprämie verbunden sein und kein Preisträger sollte auf ein hohes Podest hinaufgelobt werden, von welchem er allzu leicht wieder herunterpurzeln kann. Die Verleihung sollte eine kleine Geste für das unermüdliche Schaffen sein, das von unserer pluralistischen Gesellschaft nicht mehr übersehen werden darf.

Die Stiftungsurkunde hat folgenden Wortlaut:

Stiftung des "HEIMATLITERATUR-PREISES DES BINGER LANDES"
Die literarische Arbeit ist ein Spiegelbild der Heimatforschung und Heimatpflege. Um sie zu fördern und zu beleben stiftet der Kreisverband der Heimatfreunde "Binger Land" hiermit den
"HEIMATLITERATUR-PREIS DES BINGER LANDES"

mit folgender Widmung:

1) Die Auszeichnung wird alljährlich beim Heimattag an eine Persönlichkeit verliehen, deren literarisches Schaffen der lokalen und regionalen Geschichte und Kultur im Landkreis Bingen sowie im historischen Raum des Binger Landes dient.

2) Gewertet werden die veröffentlichten Arbeiten der letzten Kalenderjahre.

3) Die Auswahl erfolgt durch einen vom Vorstand des Preisverbandes einzuberufenden Stiftungsausschuß, dem angehören:

a) die Vorsitzenden und der Literatur- und Pressewart des Kreisverbandes der Heimatfreunde "Binger Land"
b) der Landrat und ein Mitglied des Kreisausschusses
c) ein Vertreter der Volkshochschulen im Landkreis Bingen und ein Mitglied des Kreisvolkshochschulwerkes
d) ein Mitglied des "Historischen Vereins" Ingelheim

Die Verleihung erfolgt außerhalb des Rechtsweges in Form einer künstlerischen Urkunde, die vom 1. Vorsitzenden des Kreisverbandes der Heimatfreunde "Binger Land" zu unterzeichnen ist.

Nach der Kreisreform wurden die Regularien geändert, indem nun die Mitgliederversammlung über die Verleihung des Heimat-Literaturpreises der Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein entscheidet. Es war die erste Stiftung dieser Art im Lande Rheinland-Pfalz. Josef Loos schrieb Ende der 1970er Jahre an den Grafenstein-Verlag in München, der sich über den Heimatliteratur-Preis erkundigte:

Nachdem ich im Jahre 1972 1. Vorsitzender der Vereinigung geworden bin, habe ich dafür Sorge getragen, daß der alljährliche Modus in einen solchen mit unregelmäßiger Folge umgewandelt wurde, weil ich von den Voraussetzung ausging, daß man solche Dinge sparsam weggeben soll. Und so sind wir einvernehmlich - nämlich Vorstand und Beirat unserer Vereinigung, dazu gekommen, daß ein größerer Zwischenraum eingeschaltet wird. Die Literaturpreisträger und alle Autoren haben mitgeholfen, unserer Literatur Bestand und Rang zu sichern. Dazu drei Hinweise: Zahlreiche Bibliotheken im deutschsprachigen Raum erwarten das Heimatjahrbuch seit Jahrzehnten für ihre Bestände.

Seit 1979 erscheint unser Preis auch im Handbuch der Kulturpreise, das im Dumont-Verlag regelmäßig erscheint. Im vergangenen Jahrzehnt öffnete sich die Rheinland-pfälzische Bibliographie in den Jahresbänden der Rheinischen Landesbibliothek und im Internet ausgewählten Beiträgen unserer Veröffentlichungen. Verfasser und Themen sind somit einsehbar und abrufbar.

25 Persönlichkeiten wurden bisher mit dieser hohen Auszeichnung geehrt.

Preisträger:

1. Claus Palm

Kommunalbeamter, Bingen am Rhein, am 10. Mai 1959.

Für seine tiefgründige und vielseitige schriftstellerische Tätigkeit auf dem Gebiet der Heimatpflege und der heimatlichen Geschichte mit ihren weiten Beziehungen und Ausstrahlungen. (Text der Verleihungsurkunde)


2. Josef Adolf Schmitt-Krämer

Journalist, Ehrenbürger der Stadt Bingen am Rhein, Bingen am Rhein, am 8. Mai 1960

Der Literaturpreis wurde dem unermüdlichen und verdienstvollen Künder und Forscher heimatlicher Kultur und Geschichte zuerkannt. (Heimatjahrbuch 1961, S. 109) Er arbeitete mehrere Jahre für die Beilage Heimat am Mittelrhein und im Vorstand verantwortlich mit u.a. als Literaturberater.


3. Andreas Saalwächter

Sparkassendirektor, Offenbach am Main, am 8. Oktober 1961

Er wurde aufgrund seiner reichen schriftstellerischen Tätigkeit mit den Themen der Ingelheimer Geschichte und seiner Umgebung ausgezeichnet.


4. Franz Josef Spang

Schulrat, Gau-Bickelheim, am 14. Juni 1962

Die kulturhistorische Gemeinschaft des Landkreises Bingen würdigt damit das verantwortliche Mühen eines Pädagogen, der in einem überschaubaren Lebenswerk die bedeutsamen Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Geschichtsforschung der Jugend und der Heimat in Wort und Schrift lebendig und deutend anvertraute. (Text der Verleihungsurkunde)


5. Philipp Krämer

Lehrer, Ingelheim am Rhein, am 14. Juni 1963

Die kultur-historische Gemeinschaft des Landkreises Bingen würdigt damit die bleibenden Verdienste, die er sich durch jahrzehntelangen Forschungen über die Ingelheimer Geschichte und die daraus erwachsenen Veröffentlichungen erworben hat. (Text der Verleihungsurkunde)


6. Franz Weyell

Lehrer a. D., Ingelheim am Rhein, am 20. Januar 1964

Ein Pädagoge, der die Heimatkunde vorbildlich förderte und durch bedeutende Publikationen die heimatgeschichtliche Literatur bereicherte. (Bericht im Heimatjahrbuch 1966, S. 159). Er hat sich besonders durch Veröffentlichungen in der Schrift Beiträge zur Ingelheimer Geschichte des Historischen Vereins Ingelheim und durch seine Mitwirkung beim Entstehen der Ortssippenbücher von Ober- und Nieder-Ingelheim Verdienste erworben.


7. Prof. Dr. Ernst Emmerling

Kunsthistoriker, Ingelheim am Rhein, am 7. November 1965

Die kulturhistorische Gemeinschaft des Landkreises Bingen ehrt auf solche Weise die beachtenswerten und bleibenden Verdienste, die er sich durch seine kunstgeschichtlichen Beiträge über bedeutsame Bauwerke des Landkreises unter besonderer Berücksichtigung seiner Heimatstadt Ingelheim, seine historischen Essays, seine Würdigung von Persönlichkeiten, die sich für kulturelle Fragen aufgeschlossen gezeigt haben, erworben hat. (Text der Verleihungsurkunde)


8. Prof. Dr. Dr. Anton Philipp Brück

Päpstlicher Prälat, Mainz, am 10. Juli 1966

Die kulturhistorische Gemeinschaft des Landkreises Bingen würdigt damit das kulturelle Wirken einer Persönlichkeit, die seit frühester Jugend die Geschichte der Heimat erforscht, dieser als Wissenschaftler von internationalem Rang die Treue hält und in wegweisenden literarischen Arbeiten lokaler und regionaler Art von ihrem kulturellen Reichtum kündet. (Text der Verleihungsurkunde)


9. Prof. Giovanni Dean

Germanist und Historiker, Ehrenbürger der Stadt Bingen am Rhein, Verona, am 22. Oktober 1967

Die kulturhistorische Gemeinschaft im Landkreis Bingen würdigt damit die vielseitigen literarischen Bemühungen eines schlichten, begeisterten Europäers, der in langjähriger Verbundenheit mit uns in seiner Heimat forschend und übersetzend Geschichte und Kultur des Binger Landes in deutscher und italienischer Sprache anschaulich dargestellt hat.


10. Robert Ernst Hammer

Journalist, Bingen am Rhein, am 29. Juli 1968

Die kulturhistorische Gemeinschaft des Landkreises Bingen würdigt mit dieser Auszeichnung einen angesehenen Journalisten, der in vier Jahrzehnten unserer mittelrheinischen Landschaft beruflich diente und über die tägliche Pflicht hinaus schöpferisch die Heimatliteratur bereicherte und förderte. (Text der Verleihungsurkunde)


11. Peter Welter

Schriftsteller, Bingen am Rhein, am 26. März 1969

Als freier Schriftsteller und Mitarbeiter mehrerer Zeitungen hat er sich um die Heimatliteratur verdient gemacht. In der Wiederaufbauphase Bingens hat er wesentlichen Anteil an der Rettung der Bücher Stefan Georges.


12. Dr. Peter Paul Nahm

Staatssekretär a. D., am 20. Mai 1974

Die kulturhistorische Gemeinschaft des Landkreises Bingen würdigt damit das Lebenswerk eines verdienten Journalisten und politischen Beamten, der an den Ufern des oberen Mittelrheins bleibendes der Feder anvertraute und in der Bundesrepublik "Heimat" als geschichtliche und soziale Verpflichtung bewußt machte. (Text der Verleihungsurkunde)


13. Robert Wolff

Oberstudiendirektor a. D., Bingen am Rhein, am 7. Dezember 1976

Die kulturhistorische Gemeinschaft im Landkreis Mainz-Bingen würdigt damit die hingebenden und sachkundigen Bemühungen, die der Repräsentant des Stefan-George-Gymnasiums dem Werk und dem Andenken des Dichters Stefan George literarisch gewidmet hat und beim Aufbau und in der Pflege einer Stefan-George-Gedenkstätte in Bingen widmet, und so die Heimat des Dichters zu einem Zentrum weltweiter Interpretation in einer Zeit macht, die eine mitmenschliche Gesellschaft mit Gewinn aus dem Georgeschen Gedankengut kritisch schöpfen kann. (Text der Verleihungsurkunde)


14. Josef Loos

Beigeordneter a. D. , Ehrenbürger der Stadt Bingen am Rhein, Bingen am Rhein, im März 1979

Die kulturhistorische Gemeinschaft anerkennt damit das unaufdringliche literarische Wirken ihres Vorsitzenden. Aus einer reifen Geschichte hat er im Zeitfeld einer Generation kenntnisreich und intuitiv in zahlreichen Veröffentlichungen Grundlinien einer lebendigen Tradition im Spiegel historischer Gestalten und Geschehnisse freigelegt und im Um- und Überblick werttragend im Sinne einer vergangenen weltoffenen Heimatpflege begeistert gedeutet.


15. Hermann-Josef Stipp

Arbeitsgerichtsdirektor, Ehrenbürger der Gemeinde Weiler, Koblenz, am 2. Juli 1983

Für seine heimatkundliche Veröffentlichungen, insbesondere im Bereich seiner Heimatgemeinde Weiler.


16. Karl Heinz Henn

Grundschulrektor, Ingelheim am Rhein, am 2. Juni 1987

Man habe einen Historiker geehrt, der sich bei der Veröffentlichung historischer Fakten, Vorgänge und Geschehnisse große Verdienste erworben habe. Der Name Karl Heinz Henn stehe stets unter Beiträgen für die Allgemeine Zeitung - Beilage - Heimat am Mittelrhein - ebenso, wie für das Heimatjahrbuch, die Zeitschrift "Lebendiges Rheinland-Pfalz", für die Lokalseite der Allgemeinen Zeitung - Ausgabe Ingelheim - zu bedeutsamen geschichtlichen Ereignissen in Ingelheim. (Jahresbericht der Vereinigung im Heimatjahrbuch 1988, S. 158)


17. Dr. Karl Greifenstein

Volkshochschuldirektor, Ingelheim am Rhein, am 7. April 1989

Er wurde für sein heimatpflegerisches, kulturpolitisches und literaturwissenschaftliches Schaffen ausgezeichnet. (Josef Loos: in Heimatjahrbuch 1990, S. 140)


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19. Heinrich Jakob Maurer

Journalist, Engelstadt, am 6. März 1992

Die kulturhistorische Gemeinschaft für den Kreis Mainz-Bingen würdigt damit eine Persönlichkeit, die im Ingelheimer, Sprendlinger und Binger Raum anerkannt literarisch tätig ist und die unsere heimatliche Literatur als Autor begleitet und bereichert hat. (Text der Verleihungsurkunde)


20. Fritz Gaul

Winzermeister, Horrweiler, am 27. April 1996

Die kulturhistorische Gemeinschaft im Landkreis Mainz-Bingen würdigt damit die schriftstellerischen Leistungen einer angesehenen Persönlichkeit: in seinem Beruf, für seine Heimat und den Wein. Was er in den Rebzeilen und in der Atmosphäre des Kellers erfuhr und aus der Kulturgeschichte des Weines schöpfte, hat Fritz Gaul, philosophisch überhöht, aussagekräftig zahlreichen Beiträgen und eigenen Schriften anvertraut, und im Filter der Erlebnisse und Leiden seiner Kriegsgeneration zum lebensbejahenden Zeitdokumenten gestaltet. (Text der Verleihungsurkunde)


21. Prof. Dr. Franz Staab

Historiker, Stadecken-Elsheim, am 14. Juni 1998

Unsere kultur-historische Gemeinschaft im Landkreis Mainz-Bingen würdigt damit die Verdienste eines Historikers von europäischem Rang, der sich unserem Ruf zur aktiven Mitarbeit in der heimatlichen Literatur begeistert öffnete, die Zusammenarbeit mit den raumbezogenen Laien vorbildlich pflegt, grundlegende Phasen und Detaillbegriffe der rheinischen Landeskunde und Geschichte in hoher Qualität anschaulich darstellt und vermittelt, und so mithilft, unserem Heimatschrifttum zwischen Guntersblum und Bacharach Resonanz und Ansehen zu sichern. (Text der Verleihungsurkunde)


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Laudatio für Alfons Molitor

Die literarische Arbeit ist ein Spiegelbild der Heimatforschung und Heimatpflege. Um sie zu fördern und zu beleben, stiftete der Kreisverband der Heimatfreunde "Binger Land" den Heimat-Literaturpreis. Im Mai 1959, vor 45 Jahren also, wurde die Auszeichnung zum ersten Male überreicht. Claus Palm war der erste Preisträger. Heute verleiht die "Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein" den Heimatliteraturpreis zum 25. Male. Der zu Ehrende ist Alfons Molitor aus Gau-Algesheim. Die Mitgliederversammlung der Heimatfreunde hat ihn auf einstimmigen Vorschlag des Vorstands einmütig für würdig befunden, sich an prominenter Stelle in die Reihe der Literaturpreisträger einzuordnen. Ich schließe mich diesem Votum sehr gerne an, denn Alfons Molitor ist einer der kreativsten und fleißigsten Autoren, die ich kenne. Es gibt nur wenige, die so viel gute und vielgestaltige Literatur schaffen. Darüber wird noch zu sprechen sein. Zunächst möchte ich jedoch ein bisschen über den Menschen Alfons Molitor erzählen, dem ich von Kindesbeinen an verbunden bin - mal näher, mal ferner, die meiste Zeit jedoch sehr nahe. Beginnen will ich mit einer Episode, die selbst ihm bisher nicht bekannt ist. Sie spielt in seiner pränatalen Phase. Im Spätsommer 1940 war es, als der liebe Gott seine Schritte zum Embryonen-Teich lenkte. Als er den kleinen Alfons sah, ließ er ihn zu sich ans Ufer kommen und verkündete ihm: "Du bist jetzt lange genug hier. Du wirst am 24. Oktober in Bingen Dein irdisches Leben beginnen." Das war dem kleinen Alfons gar nicht recht. "Warum dann in Binge?", wollte er wissen. "Viel lieber wär mir Aljesem." "Nichts da", sagte der liebe Gott. "Gau-Algesheim wird Dich noch lange genug haben, geboren wird in Bingen! Und damit Du später Gau-Algesheim als Paradies der Eue zu schätzen weißt, gehst Du erst noch fünf Jahre ins Fegefeuer!"
So kam es, dass Alfons seine Vorschulzeit in Ockenheim verbrachte. Klein-Alfons war trotzdem noch etwas aufmüpfig. Bingen als Geburtsort wollte ihm gar nicht zusagen, auch dann nicht, als der liebe Gott ihm versprach: "Du bekommst auch beim Grünewald Heinz ein geschnitztes Fass mit Deinem Konterfei!" Als Klein-Alfons immer noch nicht so richtig glücklich war, packte der liebe Gott sein bestes Argument aus: "Du weißt, dass ich Wein in mein Blut verwandelt habe, dass also Wein eine besondere Bedeutung für die ganze Welt hat. Und Bingen ist ein Zentrum des Weines. Die Stadt selbst und die meisten Stadtteile gehören zu Rheinhessen, Bingerbrück zum Weinanbaugebiet Nahe, ein Katzensprung führt zum Mittelrhein und mit dem Boot ist man ganz schnell im Rheingau. Geballte Weinkompetenz also! In Bingen wirst Du geboren. Amen!" Plötzlich dachte Klein-Alfons an die wunderbaren Weinlagen wie Binger "Schlossberg-Schwätzerchen", Bingerbrücker "Abtei Ruppertsberg", Niederheimbacher "Froher Weingarten" und Geisenheimer "Mönchspfad". "Ein Büdesheimer Schelmenstück ist das", hatte er noch einzuwenden, aber das Wasser lief ihm im Mund zusammen. Er leckte sich die Lippen, schnalzte mit der Zunge und nahm sein Schicksal an. "Halleluja" rief er laut. Und: "O Herr, Dein Wille geschehe!" So kam es, dass Alfons Molitor in Bingen geboren wurde. Sein weiteres Leben verlief geradlinig: acht Jahre Volksschule in Gau-Algesheim, zwei Jahre Handelsschule in Mainz, im Frühjahr 1960 schließlich Kaufmannsgehilfenprüfung bei der IHK Bingen, deren Leiter der spätere Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs war. Wegen des Mauerbaues in Berlin dauerte sein Wehrdienst 15 statt 12 Monate. Sein weiterer beruflicher Werdegang wurde stark beeinflusst von seiner Lust am Schreiben. Schon ab 1952 schrieb er seine Büttenreden selbst, zunächst für die närrischen Kindersitzungen des CVGA, und auch eine Episode aus der Schulzeit verdient hier Erwähnung. Fasziniert von Karl-May-Büchern, überraschte er seinen Lehrer Michael Hellmeister in der achten Klasse mit einem Aufsatz zum Thema "Eine Reise in den amerikanischen Westen". Er füllte fast ein komplettes Schulheft und brachte ihm ein Sonderlob ein.
Wer den gestrengen "Michel" kannte, der auch sehr schnell mit dem Rohrstock bei der Hand war, weiß, wie hoch ein solches Lob zu bewerten ist! Die Lust am Schreiben war es auch, die Alfons Molitor zum freien Mitarbeiter verschiedener Medien machte. Der "Landbote" und die Fachzeitschrift "Der Deutsche Weinbau", Radio RPR und der frühere Südwestfunk zählen ebenso dazu wie - an vorderster Stelle - die Allgemeine Zeitung, der er bis zum heutigen Tage die Treue hält, zur Freude der Redakteure und der Leser, die seine Arbeit hoch schätzen. Sein Schreibtalent führte ihn auch zur Kreisverwaltung Mainz-Bingen, in der er zunächst die Öffentlichkeitsarbeit besorgte, bevor er - bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand vor wenigen Wochen - das Amt des Kulturbeauftragten bekleidete. In der Verwaltung war er zuständig für die Koordinierung von Beiträgen und den Verkauf des Heimatjahrbuchs, das er auch mit eigenen Beiträgen regelmäßig bestückt. Zuschüsse und Förderungen für Kunst und Kultur liefen ebenso über seinen Tisch wie die Organisation der Kreis-Fastnachts-Sitzung. Apropos Fassenacht! Es hieße, den Till in die Eulenbütt tragen, wenn man Molitors vielfältigste Aktivitäten auf diesem Sektor nicht wenigstens am Rande erwähnen würde: Seit 1950 steht er auf der närrischen Rostra, seit 1956 ist er Mitglied des CVGA und heute Ehrenkomiteeter. Er verdiente sich Meriten als Liederdichter, Gulaschsänger, Redner, Protokoller, Mitwirkender bei Eröffnungsspielen, in Zwie- und Tri-Gesprächen. Über zwei Jahrzehnte fungierte er als Sitzungspräsident, über zwei Jahrzehnte war er Zweiter Vorsitzender des CVGA, seit 1999 ist er Erster Vorsitzender. Zwischenzeitlich diente er Gott Jokus drei Jahre lang im MCC. So würdigte Ministerpräsident Kurt Beck, der ihm vor wenigen Tagen die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz überreichen ließ, neben seinem literarischen Talent und seiner Heimatverbundenheit auch sein fastnachtliches Können. Dass Alfons Molitor sich auch 14 Jahre lang engagiert und selbstlos als Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins für seine Vaterstadt Gau-Algesheim einsetzte, dem Fest des jungen Weines einprägsam Außenwirkung verlieh und einem Stadtprospekt seinen Stempel aufdrückte, darf an dieser Stelle nicht vergessen werden. Sein Einsatz für die Allgemeinheit, sein Wirken für die Gesellschaft wäre allerdings kaum möglich, wenn seine Familie nicht mitspielen würde.
Es war wohl im Sommer 1977, als er sein Herz verlor. Eine gewisse Jutta Dielmann fand es im Taubertsbergbad in Mainz - und wollte es partout nicht mehr herausrücken. Kurze Zeit nach dem ersten Kennenlernen sprach sie den folgenschweren Satz im Schwimmbecken: "Borsch, wann de mer jetz koon Heiratsantrag machst, werste gedunkt." Was blieb dem Alfons übrig? Das Wasser stand ihm ja bis zum Hals. Und wie schon damals im Embryonenteich sagte er: "Dein Wille geschehe!" So hätte sich - mit ein bisschen Phantasie - das Ganze abspielen können. Am 5. Mai 1978 jedenfalls, also gestern vor 26 Jahren, läuteten die Hochzeitsglocken - der Beginn einer Ehe ohne großes Theater. Ihr Theater verlegten die beiden in den "fröhlichen Weinberg" der Nackenheimer Carl-Zuckmayer-Gesellschaft. Die stabile, glückliche Ehe wurde 1987 gekrönt mit der Geburt des Sohnes Julian, der inzwischen das Stefan-George-Gymnasium in Bingen besucht. Alfons Molitor ist ein Mann mit Charakter, humorvoll und direkt. Stets handelt er nach der Devise: "Sag mir ehrlich, was Du von mir hältst und ich sage Dir ehrlich, was Du mich kannst!" Heute erhält er nun den Heimat-Literaturpreis der Heimatfreunde. Verdientermaßen, muss ich sagen und knüpfe damit an den Beginn dieser Laudatio an. Es geht also um sein literarisches Schaffen, das ich schon einmal - im Vorwort zu seinem ersten, im Dezember 2000 erschienenen Buch "Ebbes vum Alfons" - würdigen durfte. Ich möchte die damals getroffene Wertung heute noch einmal untermauern. Es ist das große Verdienst des Autors, Episoden über die Zeit zu retten, Stickelcher, die längst vergessen wären, hätte er sie nicht in einem wertvollen literarischen Schatzkästlein bewahrt. Alfons Molitor reicht es allerdings nicht, Erlebnisse einfach nachzuerzählen. Bei ihm wird ein Ereignis lebendig, verliert oft den subjektiven Anlass und erhöht sich in objektiver Pointierung. Er schreibt "auf den Punkt". Er bewahrt nicht nur Episoden, sondern durch gepflegte Mundart auch den lebendigsten Teil unserer Sprache. Er schreibt, wie "die Leit" babbele. Mundartdichtung droht sich häufig in den Themen Rhein, Wein und Landschaft zu verlieren. Bei Alfons Molitor ist das anders. Er setzt sich mit Problemen unserer Zeit auseinander, kommentiert Misstände. Er beobachtet genau, reflektiert gründlich, formuliert sorgsam und verständlich. Er denkt und animiert zum Nach-Denken. "In Platt klingt manche Kritik weniger verletzend als im Hochdeutschen", ist eine seiner Lebensdevisen, die er überzeugend vertritt. Wie sehr "die Leit" das schätzen, hat sich in vielen Mundartwettbewerben dokumentiert, in denen Alfons Molitor stets in der Liste der Sieger zu finden war. Zuweilen erinnert der Ductus seiner Sprache an Wilhelm Busch, zuweilen auch an Carl Zuckmayer. Mit beiden hat er gemein, dass er "de Leit uff´s Maul guckt" und alles, was er erfährt, kunstvoll in Geschichten und Gedichten bindet. Er markiert auch die kleinen Fehler, die den Menschen so liebenswert machen. Er wahrt Distanz zu seiner Umwelt und steckt doch mittendrin. Er ist einer von ihnen, von "de Leit". Man spürt seine Verbundenheit zur Heimat, vor allem zu "seinem" Aljesem, der kleinen Stadt, in der Alfons Molitor Kraft, Zeit und Liebe investiert. Davon profitieren letztendlich auch die Heimatfreunde.

26. Dr. Helmuth Neubach

Begrüßungsansprache

zur Feierstunde anlässlich der Verleihung des

Heimatliteraturpreis 2006

an Herrn Dr. Helmut Neubach am 2. Juli 2006

 

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Es ist besser, Ehrungen zu verdienen und nicht geehrt zu sein, als geehrt zu sein und es nicht zu verdienen.

Dies hat einmal Mark Twain, der amerikanische Erzähler, geäußert, als man ihn mit einer staatlichen Auszeichnung bedachte.  Dies mag im staatlichen Bereich wohl hin und wieder einmal der Fall sein, wenngleich Ausnahmen die Regel bestätigen.

Ganz anders aber ist dies bei einer kulturhistorischen Gesellschaft, wie der Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein.

Wenn wir eine Auszeichnung verleihen, dann belegt zum einen die nicht regelmäßige Verleihung deren Besonderheit, die kleine Zahl der Preisträger das Außergewöhnliche.

Der Kreisverband der Heimatfreunde "Binger Land" - Vorgänger unserer kultur-historischen Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein - stiftete 1959 den Heimatliteraturpreis, um dem ohnehin regen heimatlichen Schaffen noch einen besonderer Akzent zu verleihen.

Mit keiner Geldprämie verbunden, soll mit diesem Literaturpreis kein Wirkender auf ein hohes Podest hinaufgelobt werden, von dem man allzu leicht wieder herunterpurzeln kann, so hat der Preisträger Karl Greifenstein einmal treffend bemerkt. Hierbei hatte er sicher den ironischen Kommentar von Richard W. Eichler, einem Kunstkritiker der fünfziger und sechziger Jahre im Hinterkopf "Viel Gunst für schlechte Kunst".

Unser Heimatliteraturpreis erfolgt durch die Verleihung einer künstlerisch gestalteten Urkunde und soll eine bescheidene Geste darstellen, die in unserer Region deutlich machen soll, dass sich eine Person um die Heimat, die wir alle lieben und mögen, die uns viel wert ist, besondere Verdienste erworben hat, ein überaus aktiver Mensch, der enge örtliche und rein zweckbetonte Interessen nicht kennt.

Hier sehen wir den Begriff der Heimat nicht nur ortbezogen, nein, gerade in Zeiten, in den Europa noch enger zusammenwächst, auch andere Regionen unter dem Dach Heimat.

Mit diesem Preis zeichnen wir neben der Anerkennung heimatbezogener und Literatur immer zugleich auch den Menschen selbst aus:

Allein Menschen untereinander können noch die Kontakte schaffen, die wir im technischen Jahrhundert auch morgen und übermorgen für ein Gespräch nötig haben.

Und dass wir diese Begegnung, das Gespräch nach einer solchen Feierstunde pflegen, beweist  die Anwesenheit vieler Gäste und Besucher, trotz den Strapazen einer WM und einen Fülle von Veranstaltungen, die zeitgleich stattfinden. Sie alle darf ich sehr herzlich begrüßen.

Heute, zu diesem besonderen Anlass zuvorderst,  unseren geschätzten Heimatfreund Dr. Helmut Neubach und seine Frau, seine liebe Familie, mit besonders engen Freunden und Bekannten.

Ebenso heiße ich herzlich willkommen,

den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm und Hausherr Ralph Spiegler,

den Ortsbürgermeister von Zornheim, Herrn Dr. Dahmen,

die Laudatoren, die die Person des Preisträgers betrachten, würdigen und sicherlich auch treffend  skizzieren wird. Da das literarische Schaffen unseres Preisträgers sich auf zwei Kulturkreise stützt, so haben sich diese Aufgabe geteilt.

Herr Detlef Bojak, Vizepräsident aD des Landtags RLP und

Herr Prof. Dr. Wolfgang Stribrny

Sie haben sich in  Kenntnis des Wortes von Max Frisch, der einmal treffend bemerkt: Nichts ist schwieriger als loben, dieser Aufgabe unterzogen, wofür ich ihnen ganz herzlich danke.

Ich grüße ebenso herzlich die Bürgermeister aus Verbandsgemeinden, Städten  und Ortsgemeinden und Beigeordneten aus unserem Landkreis.

Mit besonderer Herzlichkeit heiße ich unsere Ehrenmitglieder willkommen und die Literaturpreisträger unserer Vereinigung. Sie haben in Jahren und Jahrzehnten beispielhaftes geleistet.

Schließlich darf ich die lieben Heimatfreunde aus Vorstand, Beirat und Redaktionsausschuss begrüßen und eine große Zahl von Mitgliedern. Ihnen sind wir dankbar für ihre Treue, für ihre Aktivitäten, mit der sie unsere Arbeit tragen und unterstützen, so auch heute an unserer Feierstunde teilnehmen.

Ich freue mich, dass die Musikfreunde Zornheim durch ihre musikalische Mitgestaltung der Feier ihrem Mitbürger Dr. Neubach diese Ehre erweisen; auch ihnen herzlich willkommen.

Last but not least die Presse, die unsere Arbeit der Bevölkerung vermittelt.

Grüße haben übermittelt, LR und Beig. Malkmus, die anderen Terminpflichten nachkommen.

Den Ablauf unserer Feierstunde wollen Sie bitte der ausliegenden Programmfolge entnehmen, sodass wir Ihnen die An- und Absagen ersparen können.

Ich darf Sie alle, auch die ich nicht ausdrücklich ansprechen konnte, willkommen heißen und mich für Ihre Anwesenheit ganz herzlich bedanken.

 

 

 

 

Schlusswort

zur Feierstunde anlässlich der Verleihung des

Heimatliteraturpreis 2006

am 2. Juli  2006 

Am Ende unserer Feierstunde bleibt mir die Aufgabe ein Schlusswort zu sprechen, an dessen Anfang naturgemäß der Dank stehen muss. 

Danken darf ich unseren  Laudatoren, dass sie so vortrefflich die Person des Preisträgers gezeichnet haben. Nicht mit der kritischen Bemerkung des Journalisten Wolfram Weidner, der einmal meinte: Die Laudatio erklärt dem Preisträger sein Werk, sondern mit Würdigung seines schriftstellerischen Schaffens und der Auszeichnung der Persönlichkeit des Geehrten. Herzlichen Dank hierfür. Wir möchten dies mit einem Weingruß unterstreichen.

Dank auch allen, die Grußworte entboten haben, dem Bürgermeister und dem Ortsbürgermeister. Ihnen Herr Bürgermeister Spiegler danke ich besonders herzlich für die Bereitstellung des Rathaussaales, dass wir hier zu Gast sein durften und Ihren Mitarbeitern für die nette Betreuung und Unterstützung, das war großartig. 

Ich darf ebenso herzlich danken den Zornheimer Musikfreunden, die diese Feier musikalisch umrahmt haben. Die Beiträge haben uns gut gefallen und zugleich unterstrichen, dass wir als Heimatfreunde aufgeschlossen nicht nur für die Geschichte sondern auch der Gegenwart und Zukunft der Musik.

Besonders danke ich unserem Preisträger Dr. Helmut Neubach, denn ohne ihn hätten wir heute nicht zusammentreffen können. Er war die Hauptperson des Tages.

Lieber Herr Dr. Neubach, Ihren zahlreichen Auszeichnungen, darunter Stipendien der FU Berlin, der Deutschen Forschungsgemeinschaft,  Förderpreise der Stadt Goslar und des Oberschlesischen Kulturkreises, um nur einige zu nennen, wurde mit der heutigen Auszeichnung eine Ehrung hinzugefügt, auf die sie, aber auch ihr Heimat Rheinhessen, besonders stolz sind.

Wir wünschen Ihnen noch viele schaffensfrohe Jahre im Kreise Ihrer Familie und den Heimatfreunden und aller, die sich heute mit ihm verbunden zeigten.

Eine mit einer Ehrung bedachte Person bittet man üblicherweise weiter um Engagement für die Sache. Ich möchte dies in einem Zitat einer unbekannten Autorin tun, die da treffend sagt:

Deine beste Zeit war nicht, und deine beste Zeit kommt nicht. Jetzt ist deine beste Zeit.

Und hieran möchte ich den Wunsch der Heimatfreunde anfügen, sie möge noch lange, lange dauern.

Auf eine gute Zukunft für Sie, für ihr heimatliterarisches Schaffen. 

Herzlichen Dank für Ihr Kommen und noch gute Begegnungen im Anschluss.

 

27. Erich Naujack

Im alten Testament heißt es: Zu viel Honig essen ist nicht gut, ebenso spare mit ehrenden Worten.

Viele aus den Generationen der hier Anwesenden haben zu den biblischen Ratschlägen und Anmerkungen  noch eine Beziehung, einige halten es noch mit Worten aus den Büchern der Weisheit, der Sprüche oder den Psalmen.

Alles dies, wollen wir zu dieser Feierstunde einmal beiseite schieben, denn wir sind zu einer Ehrung zusammengekommen, um mit Dank und Anerkennung nicht zu sparen. 

 

Konrad Adenauer hat einmal treffend formuliert: Ehrung, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihre liebenswürdigen Tage hat.

 

Zu einem solchen liebenswürdigen Tag, liebe Familie Naujack,  darf ich Sie vorab ganz herzlich  begrüßen.

 

Dieses Zitat stammt von einem  Mann der Geschichte geschrieben hat und sich zweifelsohne durch seine Ämter, aber auch seine Persönlichkeit bleibende Verdienste erwarb.

Nicht viel anders ist es mit den Preisträgern des Heimatliteraturpreises der Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein. 

 

Der Kreisverband der Heimatfreunde "Binger Land" - Vorgänger unserer kultur-historischen Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein - stiftete 1959 den Heimatliteraturpreis, um dem ohnehin regen heimatlichen Schaffen noch einen besonderer Akzent zu verleihen.

 

Mit keiner Geldprämie verbunden, soll mit diesem Literaturpreis kein Wirkender auf ein hohes Podest hinaufgelobt werden, von dem man allzu leicht wieder herunterpurzeln kann, so hat der Preisträger Karl Greifenstein einmal treffend bemerkt.

 

Unser Heimatliteraturpreis wird als künstlerisch gestaltete Urkunde verliehen und soll eine bescheidene Geste darstellen, die in unserer Region deutlich machen soll, dass sich eine Person um diese Heimat, die wir alle lieben und mögen, die uns viel wert ist, besondere Verdienste erworben hat, ein überaus aktiver Mensch, der enge örtliche und rein zweckbetonte Interessen nicht kennt.

 

Mit diesem Preis zeichnen wir neben der Anerkennung heimatbezogener und Literatur immer zugleich auch den Menschen selbst aus:

Allein Menschen untereinander können noch die Kontakte schaffen, die wir im technischen Jahrhundert auch morgen und übermorgen für ein Gespräch nötig haben.

 

Und dass wir diese Begegnung - und hierzu zähle ich auch das Gespräch nach einer solchen Feierstunde - pflegen, beweist  die Anwesenheit vieler Gäste und Besucher, von denen ich namentlich sehr herzlich begrüßen darf 

 

  • Heute, zu diesem besonderen Anlass zuvorderst,  unseren geschätzten Heimatfreund Oberbürgermeister a.D. Erich Naujack und seine liebe Familie, mit besonders engen Freunden, Bekannten und Weggefährten.

 

Ebenso heiße ich mit besonderer Herzlichkeit willkommen,

 

·                     den ehemaligen Präsidenten  des Verfassungsgerichtshofes und Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz, Staatsminister a.D. und erster Landrat des 1969 neu geschaffenen Landkreises Mainz-Bingen, Herrn Prof. Dr. Heribert Bickel. Er ist unserer Vereinigung nach wie vor und unserem Preisträger in besonderer Weise verbunden.  Er wird die Laudatio halten, die Person des Preisträgers betrachten, würdigen und sicherlich auch treffend skizzieren wird. Er hat in Kenntnis des Wortes von Max Frisch, der einmal treffend bemerkt: Nichts ist schwieriger als loben, diese Aufgabe übernommen, wofür ich ihm ganz herzlich danke.

 

·                     die Oberbürgermeisterin der Stadt Bingen, Frau Birgit Collin-Langen, die im Amt des Stadtoberhauptes Erich Naujack folgte. Wir freuen uns sehr, Frau Oberbürgermeisterin, dass Sie heute unter uns sind. 

 

·                     Ich heiße willkommen, den Landtagspräsidenten a.D. Dr. Johann Baptist Rösler, die Vizepräsidentin a.D. des Landtages , Frau Helga Düchting und ehemalige Parlamentsabgeordnete aus Bund und Land

 

·                     Ich grüße ebenso herzlich die Bürgermeister der Verbandsgemeinden, Stadt - und Ortsbürgermeister und Beigeordneten aus unserem Landkreis, Ratsmitglieder aus den Räten der Stadt und der umliegenden Gebietskörperschaften,

 

·                     Pfarrerinnen, Pfarrer, Geistliche Räte, Dekane und Diakone der beiden Kirchen, die in der Stadt und im Binger Land wirken und gewirkt haben und hierin schließ ich auch mit besonderer Freude die Patres vom Rochus- , Jakobsberg und die ehrwürdigen Schwestern aus unserem Heilig-Geist-Hospital und vom Rochusberg.

 

·                     Mitarbeiter und Kollegen aus der Amtszeit von Erich Naujack, Vorsitzende aus Vereinen und Verbänden, Hilfsorganisationen, ferner

 

·                     freut es mich ganz besonders, Ehrenmitglieder und  Literaturpreisträger unserer Vereinigung willkommen heißen zu können,  liebe Freunde aus Vorstand, Beirat und Redaktionsausschuss und eine große Zahl von Mitgliedern. Ihnen sind wir dankbar für ihre Treue, für ihre Aktivitäten, mit der sie unsere Arbeit tragen und unterstützen, so auch heute an unserer Feierstunde teilnehmen.

 

·                     Last not Least die Presse, die unsere Arbeit der Bevölkerung vermittelt.

 

 

Ich darf Sie alle, auch die ich nicht ausdrücklich ansprechen konnte, willkommen heißen und mich für Ihre Anwesenheit ganz herzlich bedanken.

 

28. Dr. Werner Lauter

Landrat Claus Schick, Prior Pater Aurelian Feser, Dr. Werner Lauter, VG-Bürgermeister Dieter Linck, Adam J. Schmitt und Bürgermeister Reinhard Dickescheid bei der Verleihung des Heimat-Literaturpreises | Foto: Pia Steinbauer

Werner Lauter ist der 28. Preisträger des Heimat-Literaturpreises. „Mit seinem literarischen Schaffen setzt er sich unermüdlich für die Heimatforschung und Heimatpflege ein“, würdigte Adam J. Schmitt, Vorsitzender der Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein e.V., den Heimatliteraten Dr. phil. Werner Lauter während einer Feierstunde am 27. April 2008 im Bonifatiussaal des Klosters Jakobsberg. Laudatorin Margot Klug, Oberstudienrätin a.D., zeichnete ein facettenreiches Bild des in Rüdesheim geborenen Preisträgers. Sie berichtete von seinem Studium der Anglistik, Romanistik und Russistik  in Mainz und in Frankreich, seiner Promotion im Jahre 1961 an der Universität Marburg und seiner Lehrtätigkeit an der Herderschule in Frankfurt. Seit seiner Pensionierung im Jahre 1990 habe er sich verstärkt der Heimat und der Hildegard-Forschung gewidmet. „Herausragend ist seine zweibändige Hildegard-Bibliographie aus den Jahren 1970 und 1984, die ihm weltweit ein hohes Renommee einbrachten“, so Margot Klug. Auch Landrat Claus Schick und Verbandsbürgermeister Dieter Linck würdigten das literarische Schaffen des Preisträgers.


29. Winfried Arnold

"Der Wert des Autors Winfried Arnold für die Geschichte, seine Stadt, ist, dass sein Fundus nicht nur Wissen, Beobachtung als Gabe hat. Gar vieles, was er uns geschrieben, das hat sein Auge aufgedeckt, wenn er durch Heimatflur und -mauern, sein' siebten Sinn hat aufgeweckt. In Versform würdigte Laudator Alfons Molitor die Verdienste Winfried Arnolds für die Heimat und ihre Historie. "Unser Heimatliteraturpreis soll eine kleine Geste für das unermüdliche Schaffen sein", ergänzte Adam J. Schmitt, 1. Kreisbeigeordneter und Vorsitzender der Vereinigung.
Im Rahmen einer Feierstunde überreichte der Vorstand der Heimatfreunde am 7. Mai im Binger Hildegardishof Winfried Arnold die künstlerisch gestaltete Urkunde. Mit großer Freude und tief bewegt nahm Winfried Arnold die Auszeichnung entgegen. Grußworte entboten die Oberbürgermeisterin der Stadt Bingen Birigt Collin-Langen und der ehemalige Landtagsabageordnete und langjährige Weggefährte Franz Bischel. Die musikalischen Akzente der Feierstunde setzte Dietmar Göhring.
Winfried Arnold ist der 29. Preisträger, der mit dem Heimatliteraturpreis für sein literarisches Schaffen und seine Verdienste für die Bewahrung der lokalen und regionalen Geschichte und Kultur im Landkreis Bingen sowie im historischen Raum des Binger Landes gewürdigt wird. Er hat sich als kultur-historischer Chronist, als Autor und Literat für die Region verdient gemacht hat. Als "Binger Bub" gehört sein Herz dem Binger Land und so befassen sich viele seine Gedichte und Schriften mit Binger Themen. Winfried Arnold schreibt für die die Heimatjahrbücher des Kreises und die AZ-Beilage "Heimat am Mittelrhein" und ist zudem seit vielen Jahren als Vorstandsmitglied und Archivar der Vereinigung aktiv.