Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein

Historischer Sachbuchpreis

Neue Formen der Information haben die Bücher nicht in den Schatten gestellt. Bedeutende Buchausstellungen zeigen: Das Kulturgut Buch wird auf Dauer Bestand haben!

Mit dem Heimat-Literaturpreis, der erstmals 1958 verliehen wurde, hat unsere Vereinigung individuelle Leistungen für den heimatlichen Raum in der Schriftform eingeführt und gefördert. Wir haben diese Initiative erweitert um die Auszeichnung heimatbezogener Bücher in Form eines besonderen Buchpreises. Die Vereinigung der Heimatfreunde am Mitterhein, kulturhistorische Gemeinschaft im Landkreis Mainz-Bingen, vergab im Jahre 2003 erstmals den

Gedanken zur erstmaligen Verleihung des Historischen Sachbuchpreises am 12. Juni 2003 - Ansprache von Alfons Molitor:

Es steht einer Vereinigung wie der unsrigen, den Heimatfreunden am Mittelrhein, gut an, wenn sie, wie es jetzt geschieht, mit der Verleihung eines Historischen Sachbuchpreises an die Öffentlichkeit tritt und damit die Aufarbeitung von Geschichte und Kultur würdigt, ihre Bedeutung heraushebt und den Nutzen für die Menschen der Gegenwart und der Zukunft unterstreicht. Das Sachbuch, so die Intension der Heimatfreunde, angeregt durch Heimatfreund Erich Hinkel, und unter anderem neben dem Vorsitzenden Adam Schmitt kommentiert von dem Gründungsmitglied der Vereinigung, Kreisverwaltungsdirektor im Ruhestand, Claus Palm, der mit seinen bald 89 Jahren die Arbeit der Vereinigung immer noch kreativ-aktiv mitgestaltet, ja inspiriert, geht es bei den Sachbüchern um Vergangenheit und Gegenwart, Natur und Kultur des historischen und modernen mittelrheinischen Raumes im Bereich des Landkreises Mainz-Bingen zwischen Guntersblum und Bacharach entlang des Rheins, mit dessen Teilgebieten und lokalen Betrachtungen und die Berührung von Heimat und Weite. Aus dem Blickwinkel der Heimat, der wir verwurzelt sind, die Weite sehen und begreifen im Bewusstsein des völkerverbindenden Miteinanders auf europäischer Ebene, einer Heimat aller Europäer, die unsere Heimat der Geborgenheit beherbergt, sie einbindet und uns im europäischen Konzertsaal die Nische des zeitweiligen Rückzugs zum Kräftesammeln bietet. In der Umgangssprache, die so treffend im Stande ist, Gefühlswelten und Ereignisse zu definieren, beschreiben wir dieses Bedürfnis auch als Geheimnis, das der Mensch sucht und braucht. Für die Heimatfreunde heißt es aber auch, dem neu erwachten Heimatbewusstsein Aufmerksamkeit zu schenken, es zu fördern und schnell zu mehr Ansehen zu verhelfen. Und hier passt zueinander, dass Heimat und Literatur wieder erfreulich an Bedeutung und Wertigkeit in unserer Gesellschaft gewinnen. Die Zurückstufung ins Provinzhafte, wie über Jahrzehnte hinweg der Modetrend vorgab, und das damit verbundene Belächeln sogenannter lokaler nicht ernst zu nehmender Literatur gegenüber der großen oder Weltliteratur nimmt begrüßenswert ab. Trotz eines globalisierten Weltgeschehens, weltweiter Vernetzungen in der Kommunikation und der zeitlichen Kürze von Reisewegen mit dem belieben Verkehrsmittel Flugzeug, interessiert den Bürger vordergründig -natürlich gibt es da auch die Ausnahmen - das, was um ihn herum passiert, was er da persönlich und aktuell wahrnimmt, was ihm täglich begegnet, wo er sich wiederfindet in der Einschätzung, Handlungsweise und Reaktion. Das fasziniert ihn, beschäftigt ihn, lässt ihn sein wahres Ich entdecken und ausleben. Man ist bereit, wieder den wahren Wert von Heimat für sich zu beanspruchen. Gemäß dem selbst erteilten Auftrag der Vereinigung geht es beim Sachbeitrag oder -buch nicht um ausschmückende Belletristik, möglicherweise mit der sogenannten dichterischen Freiheit im Text durchsetzt, nein, um die Sache, um Fakten, Vorhandenes, Gewesenes, Ereignisse und Persönlichkeiten, die prägend zu ihrer Zeit waren, die sie vielleicht auch als Begleiterscheinungen des Zeitgeistes bestätigen, deren Verständnis wir nur aus dem Begreifen dieser Zeit zu beurteilen vermögen. Und alle tun gut daran, der objektiven Sichtweise wegen, sich hieran zu halten und zu orientieren. Zeitepochen haben ihre eigene Denkweise und ihr eigenes Verhältnis der Menschen zueinander und zu ihrem Umfeld. Das Geschriebene jeder Zeit und ebenso die Kunst richten sich nach der vorherrschenden geistigen Bewertung durch die Gesellschaft aus, lassen Generationen später die Wissen-schaft ohne ein Datum zu kennen, Texte und Kunstwerke der jeweiligen Zeitepoche zuordnen. Die Arbeit der Heimatfreunde, ihrer Autoren, ihr Schaffen auf der kulturhistorischen Basis, ist der heute herauszustellende Sachbeitrag. Sie vermitteln das Wissenswerte. Und begreifen wir den Literatur als Sprachkunstwerk, so ist es im Sachbuchbereich die klare und jederfrau/mann verständliche Aussage, die Beschreibung, die im Stande ist, beim Lesen nachzuempfinden, Fantasie anzuregen, und gleichsam die umfassende Information in der kürzesten Fassung. Heimatfreund zu sein ist daher keine Sentimentalität, sondern eine kulturelle Herausforderung an die Frische der Beweglichkeit des Geistes, eine Bestätigung von Lebensinhalt und -wert. Heimatfreund ist kein Glaubensbekenntnis. Aber ein Bekenntnis zum Glauben an die Kraft, die uns durch Heimat, ihre Menschen und die sie prägende Landschaft vermittelt wird. Das Betätigungsfeld Heimat, auch im Sachbereich, ist ein nie versiegender Quell, der immer wieder Neues zu Tage bringt und anregt zu Interpretations-Sichtweisen der unterschiedlichsten Art, der Lebendigkeit von Men-schen und einer Landschaft maximiert, ein kaum zu erschöpfendes interessantes Element geistiger Auseinandersetzungsmöglichkeiten innerhalb einer zusammengehörenden Region, wobei die Priorität der Wertigkeit stets subjektiv und nach Bedarf gesehen wird. Ich bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit und wünsche der Vereinigung, dass unter den Gästen und Bewerbern das Interesse für die Heimatfreunde und ihre Arbeit geweckt bzw. gestärkt wird, man sich vielleicht auch zu aktivem Mitmachen bereit findet.