Publikationen von Vereinsmitgliedern
Karl Müller: Geschichte von Erbes-Büdesheim
Das Werk von Pfarrer Müller, an dem er seit über 24 Jahren gearbeitet hat, stellt die Geschichte Erbes-Büdesheims und Nacks, das bis zur Selbstständigkeit 1821 einen Ortsteil von Erbes-Büdesheim bildete, von der Erd- und Vorgeschichte bis in die Gegenwart dar. Es enthält eine ausführliche Kirchengeschichte beider großer Konfessionen - einschließlich der 127 Jahre gemeinsamer Kirchengeschichte von Erbes-Büdesheim und Ensheim-, die Geschichte der Mennonitengemeinde, der jüdischen Gemeinde, der Mühlen und ihrer Bewohner, der Quecksilberbergwerke, des Weißen Schlosses mit seinen 32 Besitzern und das Rätsel der Blauen Burg. Alles, was über die untergegangenen Dörfer Aulheim, Eiche und Riede entdeckt wurde, wird vor dem Leser entfaltet. Über 700 Flurnamen werden dargeboten, sowie Listen mit den Namen aller noch faßbaren Einwohner, Bürgermeister, ev. u. kath. Pfarrer und Lehrer Erbes-Büdesheims und Nacks seit dem Frühmittelalter bis z.Z. Napoleons.
Karl Müller, Geschichte von Erbes-Büdesheim (Alzeyer Geschichtsblätter, Sonderheft 16), Alzey: Verlag der Rheinhessischen Druckwerkstätte Alzey, 2001. ISBN 3-87854-159-7. Seiten XVII+1191. 41 EURO. Über den Buchhandel zu beziehen.
Gottfried Kneib: Zornheim. Einwohner und Gehöfte im 18. und 19. Jahrhundert

- Zornheim
Das Buch behandelt die Bevölkerungsentwicklung Zornheims von 1550 bis 2000, das Ortsbild und die bauliche Entwicklung seit dem 18. Jahrhundert.
Gottfried Kneib, Zornheim. Einwohner und Gehöfte im 18. und 19. Jahrhundert, Zornheim: Gemeindeverwaltung Zornheim. 414 Seiten. 27 EURO.
Das Buch listet die Zornheimer Familien von 1700 bis 1908 auf und führt alle Amtsinhaber sowie die Gehöfte und ihre Besitzer auf.
Monika Lange: Das fränkische Gräberfeld von Flomborn in Rheinhessen
(= Der Wormsgau, Beiheft 38), Lindenberg: Kunstverlag Josef Fink, 2004. 262 Seiten, 54 Abb., 3 Pläne. 16 EURO.
Rezension von Karl Viktor Decker
Das Gräberfeld von Flomborn wurde Mitte des 19. Jahrhunderts beim Ausbau des Straßennetzes östlich des Ortes entdeckt. Erste Funde kamen zwischen 1844 und 1850 als Geschenke in das Altertumsmuseum Mainz. 1888 wurden zwei weitere Gräber beim Umroden eines Ackers entdeckt. Daraufhin unternahm der neugegründete Altertumsverein Worms unter der Leitung von Sanitätsrat Dr. Koehl Ausgrabungen, die sich bis 1892 hinzogen, ohne dass der Friedhof in seiner Gesamtheit erfasst worden wäre. Alle Grabungsfunde gelangten in das Museum Worms. Etwa 10 Jahre später entdeckte man beim Ausgraben des bekannten bandkeramischen Gräberfeldes nordwestlich dieser Fundstelle weitere frühmittelalterliche Gräber. Eine wissenschaftliche Bearbeitung der Funde unterblieb und nur kleine Ensembles wurden sporadisch publiziert. Nach einer Sichtung durch A. Wieczorek hat Monika Lange das gesamte Material in einer Magisterarbeit vorgelegt, die durch die Initiative von Dr. Mathilde Grünewald, der Direktorin des Wormser Museums, als Beiheft 38 der Zeitschrift "Der Wormsgau" publiziert wurde. M. Lange erzielt trotz der ungünstigen Quellenlage detaillierte Ergebnisse zu Belegungsbeginn, Belegungsablauf und -dauer des Gräberfeldes, das im südwestlichen Rheinhessen den größten bisher bekannten Gräberkomplex darstellt. 121 geschlosene Grabinventare kann M. Lange anhand von Koehlschen Handskizzen, Inventarskizzen und erhaltenen Funden vorlegen. M. Lange kann anhand der Beigaben und Bestattungssitten aufzeigen, dass die fränkischen Siedler von Flomborn ("Flanos Brunnen") vom Ende des 5. bis Anfang des 8. Jahrhunderts n. Chr. Einflüssen aus verschiedenen Kulturkreisen ausgesetzt waren. Wie in ganz Rheinhessen mischen sich Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. germanische Elemente mit spätrömischem Substrat. Nach dem Ende der römischen Herrschaft verblieben also eine Anzahl von Menschen in der Region und arrangierten sich mit den neuen Machthabern. An der Gründung des fränkischen Weilers Flomborn waren demnach auch Germanen beteiligt, die zuvor im Dienst des römischen Militärs gestanden hatten. DIe zweite Siedlergeneration des fränkischen Flomborn zeigt in ihrem Grabinventar auch thüringisch-mitteldeutsche Einflüsse. Unik in dieser Generation ist die Beisetzung einer Dame in angelsächsischer Tracht. Ab Mitte des 6. Jahrhunderts n. Chr. zeichnet sich eine gewisse dörfliche Einheit ab. Das Material entspricht den in den Rheinlanden üblichen fränkischen Funden. Erst im fortgeschrittenen 7. Jahrhundert n. Chr. zeigt sich ein stärkerer Kulturkontakt zum südlichen alamannisch-langobardischen Kulturkreis. Ab der Mitte des 7. Jahrhunderts n. Chr. erlischt allmählich die Beigabensitte. Dennoch zeigt die Zahl der beigabenlosen Gräber, dass noch weitere Generationen auf diesem Friedhof bestattet wurden.

