Rheinhessen

Vortrag "Ich bin ganz allein in Europa"

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(c) Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

(c) Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

Jüdische Kinder und Jugendliche in den Lagern für Displaced Persons

Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz lädt am Montag, 11. Dezember 2017 um 18.30 Uhr in die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert bei Hermeskeil zu einem Vortrag ein. Anhand von Originalakten verbindet Dr. Susanne Urban die Stimmen der Überlebenden mit dem Alltag des Lagerlebens. Der Eintritt ist frei!

 

Zum Thema

1,5 Millionen jüdische Kinder wurden von den Nazis und ihren Helfern während der Shoah ermordet.

Die überlebenden jüdischen Kinder und Jugendlichen wurden von Todesmärschen und aus Lagern befreit. Einige verließen ihre jahrelange Verstecke. In "Camps für Displaced Persons" (DPs), von den Alliierten in Deutschland, Österreich und Italien eingerichtet, warteten sie auf die Emigration - ins spätere Israel, in die USA, Australien, wo auch immer es noch Verwandte oder eine Zukunft gab. Doch das Warten mussten die Überlebenden oft in schwierigen Verhältnissen überstehen. Zu den "DPs" gehörten außer den Überlebenden der Shoa auch ehemalige Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, ehemalige Konzentrationslagerhäftlinge und Osteuropäer, die nach Kriegsbeginn entweder freiwillig in Deutschland eine Arbeit aufgenommen hatten oder 1944 vor der sowjetischen Armee geflüchtet waren.  Anhand von Originalakten werden Abläufe und Fürsorge nachgezeichnet und mit Stimmen der Überlebenden verwoben.

Dr. Susanne Urban
ist seit November 2015 Geschäftsführerin der SchUM-Städte e.V. Davor wirkte sie u.a. in der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, in Yad Vashem, im Jüdischen Museum Frankfurt a. M. sowie von 2009-2015 als Leiterin der Abteilung Forschung und Bildung im ITS/ Arolsen.
Ihre Forschungsschwerpunkte sind Child Survivors (überlebende Kinder), die Jugend-Aliyah (eine jüdische Organisation, die versuchte, möglichst viele Kinder und Jugendliche in der Nazi-Zeit nach Palästina in Sicherheit zu bringen), die Bricha (eine Untergrundbewegung, die von 1944-48 Juden bei Flucht und Einwanderung nach Palästina half), aber auch Erinnerungsstrukturen sowie die Gestaltung von Erinnerung.

Mehr Informationen zur Gedenkstätte finden Sie hier.