Büdesheim in Rheinhessen

Zur Geschichte von Büdesheim

Das Bild zeigt St. Auraeus in Büdesheim
St. Auraeus in Büdesheim[Bild: Harald Strube]

Auf eine frühe Besiedlung der späteren Gemarkung Büdesheim weisen Funde aus römischer Zeit hin. Unterhalb des Scharlachberges kam im Zuge des Ausbaus der Saarlandstraße ein mit Hangschutt überdeckter Rest eines quadratischen Ziegelbrennofens zutage (mit den Maßen 2,10x2,10m). Unter dem noch erhaltenen Brennraumboden (Tenne) mit seinen Heißluftlöchern lag der Heizraum, der aus einem Hauptkanal und zwei Nebenkanälen bestand. Der Ofen gehört aufgrund der in der Umgebung gemachten Lesefunde ins 2.-3. Jahrhundert n. Chr.

Der Ort Büdesheim kommt urkundlich erstmals im Jahr 1074 vor. Die Hoheit über den Ort scheint im Jahr 983 an das Mainzer Erzstift (Ottonische Schenkung) gekommen zu sein, doch beanspruchte diese Herrschaft im 13. Jahrhundert das Stift St. Stephan zu Mainz, welches bedeutende Güter in der Gemarkung besaß. 1346 finden wir die Herren von Hohenfels im Besitz der Vogtei. Über die Vogtei entstanden zahlreiche Streitigkeiten zwischen dem Erzstift und dem Stift St. Stephan, in den 1363 sogar Kaiser Karl IV. zugunsten des Mainzer Erzbischofs eingriff.
Büdesheim war von einer schwachen Mauer mit 4 Toren umwehrt. In Kriegszeiten nahmen die Büdesheimer aber Zuflucht in Bingen. Dafür mussten sie bei der Verteidigung helfen und einen Teil der Stadtmauer (Büdesheimer Turm) baulich instand halten und mit Wächtern versehen.
Die Streitigkeiten zwischen Kurmainz und St. Stephan dauerten noch im 18. Jahrhundert an. Büdesheim blieb bis zur Auflösung des Kurstaates bei Mainz und gehörte zum Amt Algesheim.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Stefan Grathoff, Anne-Kathrin Zehender, Sarah Traub

Verwendete Literatur:

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Gießen 1905.
  • Heinz Cüppers: Die Römer in Rheinland-Pfalz. Stuttgart 1990.

Aktualisiert am: 1.4.2016