Ebersheim in Rheinhessen

Sieben's Beer

Michael Sieben
Michael Sieben[Bild: Familie Sieben]
Siebens Brauerei in Ebersheim
Siebens Brauerei in Ebersheim[Bild: Siebens Brauerei]
Werbung der Siebenbrauerei
Werbung der Siebens Brauerei[Bild: Siebens Brauerei]
Ebersheim Werbung der Siebens Brauerei
Werbung der Siebens Brauerei in Ebersheim[Bild: Siebens Brauerei]
Ebersheim Gaststube der Brauerei Sieben
Gaststube der Brauerei Sieben in Ebersheim[Bild: Siebens Brauerei]
Ebersheim Biergarten der Siebenbrauerei
Biergarten der Siebens Brauerei in Ebersheim[Bild: Siebens Brauerei]

Die Erfolgsgeschichte des Michael Sieben aus Ebersheim

Vor mehr als 150 Jahren wanderten viele Rheinhessen in den anderen Teil der Welt aus. In Mainz buchten rund 30.000 Auswanderer aus ganz Deutschland zwischen 1856 und 1877 ihre Reise, da die Stadt aufgrund seiner günstigen Verkehrslage Sitz zahlreicher Schiffsagenturen war. Im „Forum für Heimatgeschichte Nieder-Olm“ sind 62 junge Frauen und Männer namentlich benannt, die zwischen 1840 und 1885 auswanderten. Darunter befanden sich Schuhmacher, Küfer, Tagelöhner, Mägde, Knechte, Köche und insgesamt fünf Auswanderer mit dem Namen „Sieben“. Vielleicht durch einen dieser Auswanderer angeregt, machte sich in Ebersheim um das Jahr 1860 der junge Michael Sieben auf den Weg in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ob seine Eltern, Johannes Sieben und Margarethe, geb. Zimmermann, dies unterstützt haben oder den gerade 25 Jahre jungen Michael von der Reise abhalten wollten, ist nicht bekannt. Fest steht allerdings, dass sich für den Urenkel von Johann Phillip und Maria Catharina Sieben in Chicago der typisch amerikanische Traum erfüllte. Als einer der frühen Siedler von Chicago gründete Michael Sieben im Jahre 1865 als „Junge aus dem Weindorf Ebersheim“ ein erfolgreiches Unternehmen: nämlich eine Bierbrauerei.
                „Sieben’s Beer“ wurde in Chicago zu einem beliebten Bier und der Ebersheimer Michael Sieben gehörte im Jahre 1887 zu den Gründern des amerikanischen Brauereiverbandes. Während des amerikanischen Alkoholverbots zwischen 1920 und 1933 geriet die Sieben’s Brauerei in den Sog der großen amerikanischen Politik. In amerikanischen Quellen finden sich Berichte über „the battle between the Chicago Gangs, including the battle over the Sieben’s Brewery“, also dem Kampf zwischen den Chicagoer Gangs und der Schlacht um die Sieben Brauerei. Diese – hier in Deutschland aus mehreren Kinofilmen bekannten - Bandenkriege von Chicago sind eng mit den Namen von Dion O’Bannion, Johnny Torrio oder Al Capone verbunden, von denen letzterer nach verschiedenen Berichten auch Eigentümer der Sieben Brauerei wurde. Nach der Verhaftung und Verurteilung von Al Capone konnte Michael Sieben im Jahre 1933 seine Brauerei wieder übernehmen. Das Bier blieb über viele Jahre ein beliebtes Getränk im Umkreis von Chicago und die von der Familie betriebene „Sieben’s Bier-Stube“ war bis zu ihrer Schließung 1969 für viele deutsche Auswanderfamilien ein Stück Heimat in der neuen Welt. Im Juli 2006 eröffnete Richard Sieben, Nachkomme von Michael Sieben, erneut eine Brauerei in Chicago und verkündete stolz: „The Sieben’s family is back in brewing business.“
Die Erfolgsgeschichte des Michael Sieben und seiner Nachkommen ist eng mit dem Weinbergskreuz in Ebersheim verbunden. 1896 besuchte er mit seinen beiden Söhnen Ebersheim und ließ eine Inschrift im unteren Teil des Kreuzsockels anbringen:

„Wieder erichtet von Nachkommen der Familie Sieben im Jahre 1896“

Frederick T. Sieben, ein weiterer Nachkomme des Michael Sieben, reiste in den 79er Jahren von Chicago nach Ebersheim und fasste seine damaligen Erkenntnisse über die Familiengeschichte auf einer Internetseite zusammen. Der Titel der Seite kann treffender nicht sein: „The Cross In The Vineyards“ -  Das Kreuz in den Weinbergen.

 

 

Nachweise

Verfasser: Rudolf Büllesbach

Redaktionelle Bearbeitung: Ann-Kathrin Zehender

Verwendete Literatur:

Aktualisiert am: 04.06.2014