Hangen-Weisheim in Rheinhessen

Zur Geschichte von Hangen-Weisheim

Altes Pfarrhaus mit evangelischer Kirche.[Bild: Harald Strube]

Hangen-Weisheim wird im Jahr 773 erstmals in Lorscher Urkunden als Witzum genannt. Daneben gibt es andere Schreibweisen: Wiszenheim (1283), Wissenheim (1284), Wiszen (1308), Wissen (1311), Wishem (1341), Wißheym (1378), Hangenden Wiesheim (1483), Hangendten Weysheim (1496), Hangendweißheim (1538) und Hangen-Weißheim (1577).
Obwohl Hangen-Weisheim schon so früh genannt wird, ist über die Frühgeschichte des Ortes nichts bekannt. Im Jahr 1283 erteilte der Abt von Ellwangen seine Genehmigung, dass der Ritter Konrad von Reichenbach und die drei Söhne des Ritters Wernher Gauwer den Zehnten in Hangen-Weisheim, den sie von ihm zu Lehen erhalten hatten, an das Wormser Domkapitel verkauften. Aufgrund dieses Zehnten und des Kirchenbaus entstand zwischen dem Domstift in Worms einerseits und dem Schultheißen und der Gemeinde andererseits ein Streit, der im Jahr 1583 von Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz geschlichtet wurde. Kurpfalz muss schon damals die Ortsherrschaft innegehabt haben, gleichwohl wird es 1577 noch unter den pfälzischen Ausdörfern aufgeführt. Hangen-Weisheim blieb bei Kurpfalz bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.
Der Malteser-Orden besaß im Ort einen Meierhof, der vermutlich von den Herren von Bolanden zusammen mit anderen Gütern in Oberflörsheim und Osthofen an den Orden gekommen war.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Stefan Grathoff, Sarah Traub

Verwendete Literatur:

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Gießen 1905.
  • Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen, geographisch-historischen Beschreibung der kurfürstlichen Pfalz am Rheine. Frankfurt und Leipzig 1786-1788.

Bild: Harald Strube

 

Aktualisiert am: 11.04.2016