Jugenheim in Rheinhessen

Zur Geschichte von Jugenheim

Blick von Partenheim auf Jugenheim.[Bild: Harald Strube]

1924 wurde südlich des Dorfes ein fränkischer Friedhof entdeckt. Dieser Fund und die Endung des Ortsnamens auf -heim lassen darauf schließen, dass Jugenheim eine fränkische Gründung des 5./6. Jahrhunderts n. Chr. (in der Landnahmezeit) war. 767 wird im Lorscher Codex ein Ort namens "Gaginheim" erwähnt. Es ist umstritten, ob es sich hierbei bereits um Jugenheim handelt. Im Jahr 966 veräußerte Kaiser Otto I. verschiedene Güter zu Gogenheim, das damals in der Grafschaft des Emicho lag, an die St. Moritzkirche zu Magdeburg. 1112 gelangte Jugenheim (damals noch Guginheim oder Gugenheym) durch einen Gütertausch an den Mainzer Erzbischof. 1190 hatte Werner II. von Bolanden, so steht es in seinem berühmten Lehnbuch, Güter in Jugenheim als Lehen von Kaiser Friedrich I. Noch 1260 waren die Bolanden in Jugenheim begütert, als sie den Ritter Heinrich von Ockenheim belehnten. Im Laufe der Jahre kam Jugenheim in den Besitz der Raugrafen, die aber immer wieder Güter an andere Herren, wie etwa die Herren von Bechtolsheim (1325), gaben. 1325 bzw. 1365 gelangten die Herren von Sponheim mit Zustimmung Kaiser Karls IV. in den alleinigen Besitz Jugenheims. Im Jahr 1393 ging Jugenheim nach dem Tod des Grafen Heinrich II. von Sponheim an Graf Philipp I. von Nassau-Saarbrücken über. Es blieb ab jetzt im gemeinschaftlichen Besitz der verschiedenen Linien des Hauses Nassau bis zu den Teilungen der Jahre 1629 (an die Saarbrücker Linie) und 1659 (an die Ottweiler Linie). Nach verschiedenen Streitigkeiten innerhalb der Großfamilie fiel Jugenheim im 18. Jahrhundert endgültig an die Saarbrücker Linie. Mit dem Eroberungszug der Franzosen Ende des 18. Jahrhunderts teilte Jugenheim das politische Schicksal der übrigen rheinhessischen Gemeinden.

Jüdischer Friedhof


Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Anne-Kathrin Zehender

Verwendete Literatur:

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Burgen und Klöster der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. gießen 1905.

Aktualisiert am: 20.05.2016