Mombach in Rheinhessen

Zur Geschichte Mombachs

Luftbildaufnahme Mainz-Mombach.[Bild: Alfons Rath]

Mombach gehörte offenbar früh zur Mainzer Kirche, da keine frühen Schenkungen an Reichsklöster belegt sind und außerdem alle später nachweisbaren Grundherren im Ort entweder Mainzer Kirchen waren oder zu den Lehnsmannen bzw. Ministerialen des Mainzer Erzbischofs gehörten. Für das 13. Jahrhundert belegt ist der bis 1802 nachweisbare Besitz des Klosters Maria Dalheim. Seine Weiderechte in Mombach, um die es nicht nur 1372, sondern auch noch 1477 und 1589 zu Streitigkeiten mit der Gemeinde kam, dürften in Zusammenhang mit den Rechten an einem Gericht im Ort stehen, die das Kloster 1364 von Eberhard von Scharfenstein erwarb. Seit dem 14. Jahrhundert ist auch das Mainzer Domkapitel nicht nur als Orts-, sondern auch als Grundherr in Mombach nachweisbar; es verfügte unter anderem über zwei Mühlen zwischen Mainz und Mombach. Besitz in Mombach hatten außerdem das Mainzer Weißfrauenkloster und die Dominikaner. Der Besitz weltlicher Herren im Ort dürfte durchweg auf Lehen der Mainzer Erzbischöfe zurückgehen.

Ortsherrschaft
Ort und Gericht Mombach wurden stets als Mainzer Lehen betrachtet. Vor 1341 war es in der Hand des Giselbrecht von Selenhofen, danach bei Arnold gen. Unbescheiden von Lechenich, der 1342 versprechen musste, den Ort nach seinem Tod dem Mainzer Domkapitel zu überlassen. Bereits zu seinen Lebzeiten verkaufte er dann seine Rechte an die Dompräsenz für 220 Pfd. Hlr. Seitdem war das Domkapitel Ortsherr in Mombach, für das es jeweils einen Amtmann aus seinen Reihen bestellte. Bei den Gerichtsrechten des Olmer Burggrafen Eberhard von Scharfenstein, die dieser 1364 an Maria Dalheim verkaufte, kann es sich nur um ein altes Hubgericht handeln, von dem weiter keine Nachricht zu finden ist. Die Herrschaft des Mainzer Domkapitels in Mombach blieb bis zum Ende des alten Kurstaates bestehen, von einer stärkeren Eingliederung des Ortes in die Verwaltung des Erzstift ist nichts bekannt.

Nachweise

Verfasser: Sigrid Schmitt

Redaktionelle Bearbeitung: Stefan Grathoff

Verwendete Literatur:

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Gießen 1905.
  • Sigrid Schmitt: Ländliche Rechtsquellen aus den Kurmainzischen Ämtern Olm und Algesheim. Stuttgart 1996 (Geschichtliche Landeskunde.44).

Aktualisiert am: 09.06.2016