Ockenheim in Rheinhessen

Die Kriegerdenkmäler in Ockenheim

Das erste Kriegerdenkmal wurde 1905 durch Spenden errichtet und eingeweiht. Es erinnert an die Gefallenen und Kriegsteilnehmer des Deutschen Kriegs (1866) und des Deutsch-Französischen Kriegs (1870-1871). Das Denkmal wurde 1904 von Karl Landvogt (1867–1935) aus Bingen konzipiert und gefertigt. Es handelt sich um einen Obelisken aus rotem Sandstein, der auf einem gegliederten Sockel sitzt.[Anm. 1] Der Obelisk stellt die kostengünstigste Variante unter den Kriegsdenkmälern dar, weil sie seriell hergestellt wurden.[Anm. 2] Am Sockel sind verschiedene Reliefs angebracht, so z.B. das hessische Wappen in einem Siegerkranz. Auf dem Obelisken steht die Inschrift: Zur Erinnerung an die Feldzüge 1866, 1970 71. Am Sockel sind die Namen der Kriegsteilnehmer aus Ockenheim zu sehen. Die Kreuze bei den jeweiligen Namen bezeichnen nicht die Gefallenen, sondern die im Jahr 1905 bereits verstorbenen.[Anm. 3]

Nördlich vom ersten Kriegerdenkmal steht das spätere und zweite Denkmal des Ortes. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) sammelten die Ockenheimer für die Errichtung eines zweiten Kriegerdenkmals, denn es waren 35 Männer des Ortes im Krieg gefallen. Wegen der Inflation wurde das Vorhaben kurz darauf fallengelassen um schließlich nach 1933 wieder aufgenommen zu werden. Ein Ortsausschuss sammelte erneut Geld und man beauftragte zwei Künstler mit der Erstellung von Entwürfen. Die Entscheidung fiel zugunsten von Peter Dienstdorf aus Wiesbaden.[Anm. 4] Am 3. Februar 1934 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung.[Anm. 5] Das neue Ehrenmahl wurde am 1. September 1935 schließlich eingeweiht.[Anm. 6] Die Tafeln mit den Namen der Opfer und Vermissten des Zweiten Weltkriegs fügte man nachträglich hinzu.[Anm. 7] Ebenso eine Tafel mit dem Gedenken an die jüdischen Einwohner Ockenheims und Gau-Algesheims.

Das Denkmal ist eine dreieckige Anlage. Auf einem hohen bossierten Piedestal steht die Rotsandstein-Figur des berittenen Hl. Georg von Kappadokien, der in Begriff ist den unten liegenden Drachen mit seiner Lanze zu erstechen. Die Skulptur ist vom Künstler Dienstdorf signiert und 1935 datiert.[Anm. 8] Die Binger Stadtzeitung beschrieb das Denkmal am 2. Februar 1935: „Der Ritter St. Georg in aufgebäumten Pferd im Kampf mit dem Drachen soll den gigantischen Kampf Deutschlands gegen eine Welt von Feinden und gleichzeitig den christlichen Glauben stilisieren“.[Anm. 9]

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Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Alexander Wißmann M.A.

Verwendete Literatur:

  • Hinkel, Erich: Ockenheim am Fuße des St.-Jakobs-Berges, Geschichte in Bildern und Daten, Horb am Neckar 1998.
  • Krienke, Dieter: „Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an…“. Kriegerehrung und Soldatengrab im nördlichen Rheinhessen, in: Generaldirektion Kulturelles Erbe (Hrsg.): Baudenkmäler in Rheinland-Pfalz 60, Mainz 2005, S. 128–132.
  • Krienke, Dieter: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Mainz-Bingen 18.1, Worms 2007.

Aktualisiert am: 6.05.2016

Anmerkungen:

  1. Siehe Dieter Krienke: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Mainz-Bingen 18.1, Worms 2007, S. 294. Zurück
  2. Siehe Dieter Krienke: „Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an…“. Kriegerehrung und Soldatengrab im nördlichen Rheinhessen, in: Generaldirektion Kulturelles Erbe (Hrsg.): Baudenkmäler in Rheinland-Pfalz 60, Mainz 2005, S. 128–132, S. 129. Zurück
  3. Siehe Erich Hinkel: Ockenheim am Fuße des St.-Jakobs-Berges, Geschichte in Bildern und Daten, Horb am Neckar 1998, S. 155. Zurück
  4. Siehe a.a.O., S. 156. Zurück
  5. Siehe a.a.O., S. 157. Zurück
  6. Siehe a.a.O., S. 158. Zurück
  7. Siehe a.a.O., S. 159. Zurück
  8. Siehe Dieter Krienke: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Mainz-Bingen 18.1, Worms 2007, S. 294. Zurück
  9. Erich Hinkel: Ockenheim am Fuße des St.-Jakobs-Berges, Geschichte in Bildern und Daten, Horb am Neckar 1998, S. 156. Zurück