Die evangelische Kirche St. Bonifatius zu Alsheim

Fotostrecke mit Ansichten von St. Bonifatius

Von der ehemaligen St. Bonifatiuskirche in Alsheim ist nur noch der romanische Westturm des 12. Jahrhunderts übrig geblieben. Er gehört zu dem in Rheinhessen mehrfach vorkommenden Typ von St. Paul in Worms, dessen reich geformte steinerne Bekrönung eine Nachbildung orientalischer Zentralbauten im Kleinen ist. Vorlage dafür war höchstwahrscheinlich der Turm der Jerusalemer Grabeskirche. Der Zeltabschluss entstand wohl erst im 18. Jahrhundert, er ersetzt die ursprünglich gemauerte Kuppel über dem achtseitigen Aufsatz. Das Schiff wurde 1736-40 neu erbaut, die Fenster vergrößert. Der Chorbogen aus der Erbauungszeit der ersten Kirche ist aus rotem und und gelbem Sandstein gemauert. Die Orgel der Kirche stammt von Carl Landolt aus dem Jahre 1835. Sie wurde 1997 von Oberlinger in Gau-Köngernheim abgebaut und in Alsheim aufgeschlagen. Die Wandmalereien in der Kirche lassen sich auf das 14. Jahrhundert datieren. Sie stellen die Anbetung der Könige und die Marter der Zehntausend dar.
1334 wurde die Kirche von St. Wido in Speyer dem Mainzer Domstift übertragen. Bis 1706 war sie Simultankirche für Katholiken und Reformierte.

Quelle: Dehio; Harald Strube; Bilder: Harald Strube;  red. Bearb. S.G., AKZ