Kloster St. Johann (ehemals Heilig-Geist) in Alzey
Ehemaliges Zisterzienserinnen-Kloster außerhalb der Stadt.
Das St. Johannskloster bei dem Heiliggeist-Kloster wird 1290 erstmals erwähnt. Pfalzgraf Ludwig bestätigte damals der Äbtissin und dem Konvent die Zehnten, mit welchen seine Vorfahren das Kloster (zum Heiligen Geist) dotiert hatten, die aber im Laufe der Zeit zum Teil entfremdet worden waren. 1303 verlieh Pfalzgraf Rudolf I. der Äbtissin und dem Konvent Zehntfreiheit für alle Äcker und 1338 wurde das Kloster von Erzbischof Heinrich von Mainz von den Abgaben der jährlichen Charitativ-Subsidien befreit.
In der Klosterkirche befand sich ein Altar zu Ehren der hl. Maria Magdalena. Im Jahr 1335 stiftete Heinrich Vinke, Priester zu Gabsheim, 30 Malter Korn auf diesen Altar, die der Kaplan des Klosters (Marquard) zur Lesung der Messe jährlich erhalten sollte. 1409 übernahm der Priester Johann Buß aus Alzey diese Pflicht von Baldemar, gen. Blum.
1501 gab es dort 17 Chorfrauen, 12 Laienschwestern und 6 Schülerinnen. Zu den Schülerinnen gehörten u.a. auch die Töchter Osanna, Barbara, Helena und Katharina des Pfalzgrafen Philipp. Anfang des 16. Jahrhunderts bezog das Kloster Einkünfte aus 22 Ortschaften der Umgebung. Im Jahr 1564 wurde es vom Kurfürsten Friedrich III. eingezogen. Die Priorin Elisabetha Marschalk übergab dem Kurfürsten die Einkünfte. Friedrich III. ließ in die Klostergebäude ein Landes-Hospital für das Gebiet diesseits des Rheins zur Unterhaltung inländischer Armer, Waisen und Gebrechlicher errichten und stattete es mit ansehnlichen Einkünften aus. Die verbliebenen Nonnen durften ihre klösterliche Kleidung behalten und waren nun Krankenschwestern. Doch das Hospital hatte keinen Bestand und ein Schaffner verwaltete die Güter des ehemaligen Klosters. Der Schaffner hatte seinen Amtssitz bis Ende des 18. Jahrhunderts in den übrig gebliebenen, noch gut erhaltenen Klostergebäuden.
Noch in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts waren die Klosterbauten, zum teil schon in Trümmern, sichtbar. Am Bogen des Hoftores standen die Worte Pax Domini sit semper vobiscum anno Domini MCCCCLXIII (Der Friede des Herrn sei stets mit Euch, im Jahre des Herrn 1463)
Quelle: Brillmayer; red. Bearb. S.G.
