St. Philippus und St. Jakobus
Von einer Kirche in Badenheim ist urkundlich erstmals 1341 die Rede. Sie wurde damals dem St. Albanskloster in Mainz einverleibt. Die Kirche war eine Pfarrkirche und den heiligen Aposteln Philipp und Jakob geweiht.
In der Zeit der Glaubensspaltung ging die Pfarrei ein, die Reformierten übernahmen das Gotteshaus. Nachdem Ende des 17. Jahrhunderts in den Jahren der französischen Okkupation die Kirche wieder für kurze Zeit katholisch war, wurde sie 1697 im Frieden von Ryswick zu einer Simultankirche erklärt, d.h. Reformierte und Katholiken benutzten die Kirche gemeinsam.
Im Jahr 1707 wurde den Katholiken durch einen Machtspruch des schwedischen Königs, dem seit 1681 die pfälzisch-zweibrückischen Lande unterstanden, die Benutzung der Kirche verboten. Sie wurde 1719 dann lutherisch, 1720 katholisch und 1735 wieder simultan. Das Simultaneum zwischen Katholiken und Lutheranern dauerte bis zum Jahr 1772. Man verglich sich und die Katholiken überließen den Lutherischen die Kirche allein. Mit einer entsprechenden Abfindungssumme ließ Graf Schönborn 1775 für die Katholiken die jetzt noch stehende Kirche erbauen.
Es handelt sich um einen Saalbau mit dreiseitig geschlossenem Chor. Über dem Portal befindet sich das Schönborner Wappen, darüber in einer Nische eine hölzerne Verkündigungsmadonna, die auch als Hl. Agathe gedeutet wird (s.Bild rechts). Der Hochaltar stammt wahrscheinlich aus der Hauskapelle des Grafen Eltz in Mainz. Im Zentrum dominiert eine Pieta, über der eine lehrend Anna Maria steht.
Der bemalte Orgelprospekt stammt von der 1789 fertiggestellten Orgel der Brüder Friedrich und Conrad Grosch in Partenheim, die die Bildhauerarbeiten (Zopfstil) dem Schreiner Keindel aus Wolfsheim übertragen hatten. 1909 wurde von Michael Körfer (Gau-Algesheim) ein neues Werk eingesetzt.
Quelle: Dehio, Brilmayer, Harald Strube; Bilder: Harald Strube; red.Bearb. AKZ
