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Steinerner Stock

Der "Steinere Stock" ist ein tabernakelartiges Grenzmal, das um 1226 durch Erzbischof Engelbert von Köln an die Gemarkungsgrenze zu Oppenheim gesetzt wurde. Zwischen ihm und dem Oppenheimer Gutleuthaus befand sich eine Hinrichtungsstätte, so dass er auch ein Gerichtsgrenzzeichen war. In allen vier Nischen finden wir Inschriften:

nach Norden, Oppenheim:
"Mich sahen die Ruprecht,
Ludewig und Friederiche 1300-1500
Spinolas und Mélacs Mordflammen
verwüsteten den Tempel,
Schlösser, Häuser, Thürme.
Ich blieb stehen."

nach Osten, Rhein:
"Mich sah Gustav Adolph,
der große Schwedenkönig, als
er am 7.Dezember 1631 über den
Rhein setzte und Oppenheim im
Sturm eroberte."

nach Süden, Dienheim:
"Die Karl Philipp und
Karl Theodor und die große
Zahl mit ihren Erscheinungen
gingen an mir vorüber.
Alles veränderte sich, ich blieb
unverändert."

nach Westen, B9:
"Mich sieht erneuert unter
der Regierung Ludewig I. Groß-
herzog von Hessen und bei Rhein
das weingesegnete Jahr 1819.

Quelle: Die Rheinfront. Schriftenreihe für die Rheinfrontorte und Umgebung. Heft 1. Die Weinbaugemeinde Dienheim von Josef Rick. Bechtolsheim 1965.; red. bearb. AKZ.

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