
Der Zehnte der ehemaligen Pfarrkirche "Allen Heiligen" ging 1425 vom Kloster Hornbach (Bistum Metz) an das Kloster Zelle an der Pfrimm und war später im Besitz der Universität Heidelberg. 1705 kam die Kirche an die Reformierten. Unter Erhaltung des Turmes wurde sie 1729 niedergelegt und 1730 neu errichtet. Überdauert hat auch das frühere Torhaus der verschwundenen Friedhofsbefestigung. Dem im Volksmund "Heidenturm" genannten Turm werden wegen seiner "sarazenischen" Kuppel Eindrücke, die von Kreuzfahrern mitgebracht wurden, unterstellt; für die Erbauung wurden seit langem die Jahre um 1200 angesetzt. Allerdings ergaben dendrologische Untersuchungen ein höheres Alter -etwa letztes Drittel des 11. und 1.Hälfte des 12. Jahrhunderts (W.Bickel)-, so dass man annehmen muss, dass sich der ungekannte Baumeister vielleicht an Jerusalemer Bildvorlagen orientiert hat. Nach einem Blitzeinschlag wurden dem Turm zwei (unschöne) eiserne Reifen umgelegt. Bei der jüngsten Sanierung wurde für die angegriffene Kuppelbekrönung ein für Tugg ungeeigneter Steinfestiger verwendet; die Folge waren Gefügeschäden, so dass der obere Teil abgetragen und völlig neu aufgebaut werden musste. Das frühere Weule-Uhrwerk ist schon verschwunden, es wurde vor ca. 30 Jahren durch eine Höckel-Uhr ersetzt.