Das Wappen von Finthen

In einem rot-weiß geteilten Schild ein Hufeisen in verwechselnden Farben. Bedeutung Die genaue Bedeutung des Wappens ist unbekannt und kann nur interpretiert werden. Das Hufeisen dürfte als landwirtschaftliches Symbol zu sehen sein. Es steht synonym für das Pferd, dem wichtigsten Arbeitstier der Bauern. In anderen Gemeindewappen weist das Hufeisen direkt auf die bestehende Pferdezucht, auf einen Schmied oder aber auf die Eisengwinnung hin. In Finthen kann ein solch konkreter Bezug nicht hergestellt werden. In der Pfalz ist das Hufeisen als Wappensymbol weit verbreitet. Unser heutiges Wappen stammt aus dem Jahr 1965 und ging aus einer Wappenreform in seiner heutigen, oben beschriebenen Form hervor. Bis 1965 führte die Gemeinde Finthen ein silbernes Hufeisen auf rotem Grund. Die Farben des Wappens sind dabei eindeutig von den Mainzer Farben und den Farben des Domkapitels, nämlich weiß und rot, beeinflußt. Sie weisen auf die enge, geschichtliche Verbundenheit hin.

Im 17. Jahrhundert taucht das Finther Wappen mit Hufeisen erstmals auf. Um die Jahrundertwende prangte auf den damaligen, noch handgemalten Postkarten allerdings ein anderes Wappen. Es zeigt ein einen gelben Schild mit silbernem Schildhaupt. Im gelben Schild sieht man das silbernen Hufeisen. Heraldisch sind die Farben nicht korrekt und es bedarf weiterer Nachforschung ob der Ausführung dieser Wappenform. Die Einteilung scheint aber aus napoleonischer Zeit zu stammen. Napoleon I. führte ein einheitliches Wappensystem ein. In einem Schildhaupt führten viele Städte daraufhin drei Bienen, zusätzlich zu dem eigentlichen Wappen. Auch Mainz mußte die drei Bienen in sein Wappen aufnehmen und sogar die Farben wechseln. Damals zeigte sich ein rotes Doppelrad auf weißem Grund. Nach der Abdankung Napoleons verschwanden die drei Bienen aus dem Mainzer Wappen, das rote Schildhaupt blieb jedoch bis in das Jahr 1915 erhalten. Ab 1915 gilt das heutige Mainzer Wappen mit dem weißen Doppelrad auf rotem Grund. Ob sich der Wandel des Finther Wappens analog vollzog ist anzunehmen, bisher aber nicht genauer untersucht.

red. bearb. mk