Zur Geschichte von Gommersheim, einem verschwundenen Dorf bei Gau-Odernheim
Dorf und Kloster Gommersheim lagen am linken Ufer der Selz nördlich von Gau-Odernheim. Gommersheim ist einer der ältesten Orte im ehemaligen Wormsgau und wird erstmals im Jahr 771 in einer Urkunde des Klosters Lorsch erwähnt. Im Jahr 1146 überließ das St. Stephansstift in Metz seine Gommersheimer Güter dem Grafen Ludwig von Arnstein, damit dieser dort ein Frauenkloster als Filiale des Klosters Arnstein an der Lahn gründen konnte. Während Kloster Gommersheim gedieh, scheint der Ort eingegangen bzw. mit Odernheim verschmolzen zu sein.
Im Jahr 1407 verpfändete König Ruprecht den Reichsort Odernheim und an Kurpfalz und der Pfalzgraf beansprucht auch die Schirmherrschaft über das Kloster. Nach vielen Streitereien überließ Äbtissin Apollonia von Biebelnheim am 1.3.1565 das Kloster und seine Besitzungen Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz. Dieser hob es sofort auf und beauftragte einen Schaffner mit der Verwaltung der ehemaligen Klostergüter. Im 30-jährigen Krieg fiel das Kloster vorübergehend in die Hände des Mainzer Erzbischofs Anselm Casimir, der die Einkünfte aus den Gütern den Nonnen des Klosters Mariamünster in Worms zuwandte. Im Westfälischen Frieden 1648 wurde das Klostervermögen wieder der Kurpfalz zugesprochen. Dort verblieb es bis zum Einmarsch der Franzosen in Rheinhessen, die es zum Nationalgut erklärten. Die letzten Gebäudereste des Klosters wurden 1882 abgebrochen. Noch noch einige Gewannnamen, wie "das Kloster" und die "Klostermühle" an der Selz, bezeichnen den Ort, an dem einst das Kloster Gommersheim gestanden hat.
Quelle: Brilmayer, red. bearb. ds
