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Sehenswürdigkeiten
St. Victor
Das Patronatsrecht über die Kirche in Guntersblum übte bis ins 13. Jahrhundert das St. Viktorstift in Xanten aus. Seit 1237 war das Domstift in Worms für die Bestellung des Pfarrers verantwortlich. 1608 war auch in Guntersblum die Reformation eingeführt worden. Seitdem benutzten Lutheraner und Katholiken die Kirche gemeinschaftlich (Simultaneum). Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde das Kirchenschiff 1620 zerstört, konnte aber zwischen 1684 und 1688 wieder in Betrieb genommen werden. 1838 verkaufte die katholische Gemeinde ihren Anteil an der Kirche.
Von 1843 bis 1845 erbaute die katholische Gemeinde im Hof des "Alten Schlosses" eine neue Kirche, die am 28. 9. 1845 ebenfalls dem Heiligen Viktor geweiht wurde. Sie ist ein im neuromanischen Stil errichteter Saalbau mit drei hohen romanischen Fenstern und einem runden Ostchor. Im WestgiebeI ist ein vorne angesetzter Turm mit hohem, spitzem Helm eingebunden. Der Turm erhielt zwei Glocken. Die katholische Pfarrkirche hat zwei Altäre. Erwähnenswert ist die schöne Madonna-Skulptur aus dem 18. Jahrhundert im neurotischen Seitenaltar.
Die evangelische Gemeinde ließ seit 1843 die mittlerweile ruinöse Kirche renovieren. Der Südturm wurde 1908 mit einem Geläute aus 3 Glocken versehen und erhielt später eine Uhr.
Quelle: Kulturverein Guntersblum; Dehio, redakt. Bearb. S.G.
